Kürzungen bei den sächsischen Schmalspurbahnen

  • Hallo

    Fast leere Dampfzüge hab ich in Oberwiesenthal eigentlich selten erlebt. Klar gibts möglicherweise auch je

    nach Wetterlage mal gut und schlechte Tage und klar ist die "Lastrichtung" Vormittags eine andere als

    Nachmittags.

    Aber ob Pro oder Contra, man kann sich seine Befindlichkeit gegenüber der Bimmelbahn natürlich auch

    zurecht reden.

    Gruß

  • Hallo Erzgebirgsbahner,

    ich halte auch nichts vom gegeneinander Aufrechnen.

    Nur sollte man immer auch ein Gefühl haben, wie man die Höhe einer Förderung vergleichsweise einordnen kann.

    Gruß Micha

  • Das Thema "Straßenbahnen in Dresden entfallen, gleichzeitig fahren fast leere Dampfzüge in Oberwiesenthal" dürfte ganz schnell zu einer drastischen Mittelkürzung führen.

    Ja, wobei das theoretisch verschiedene Töpfe sind. Die Schmalspurbahnen werden aus den Regionalisierungsmitteln des Bundes, welches dieser den Ländern zur Finanzierung des SPNVs zur Verfügung stellt, bezahlt. Bei der Ermittlung dieser Mittel wurden übrigens auch die Schmalspurbahnen mit einbezogen, damals sogar noch im Zweizugbetrieb und meiner Erinnerung nach sogar mit extra Dampfzuschlag.

    Die Finanzierung der Dresdner Straßenbahn ist kommunale Angelegenheit, also Stadt Dresden.

    Der Vergleich bezogen auf DVB wäre eher, es ist den Schülern schwer zu erklären, weshalb es bei Regen in den Schulen (manche) partiell reinregnet, während vormittags nur halbvolle Straßenbahnen fahren - beides kommunale Angelegenheiten.

    Bezogen auf die Schmalspurbahnen gilt eher, es ist schwer zu erklären, weshalb im S-Bahn-Verkehr teils volle Züge gestrichen werden sollen (Dresden weiß ich es nicht, aber in Leipzig ist es so), während wo anders Geld für dampfende Bimmelbahnen ausgegeben wird.


    Am Ende ists aber so, nur weil bei dem einen etwas gestrichen wird, heißt es nicht, dass andere mehr bekommen. Man kann das Geld ja auch für Luxusspielereien wie Dresden's elektronische Fahrradzähler oder VVO's Fahrradboxen ausgeben.


    VG Tilo


    PS: Ich habe nichts gegen modernen Nahverkehr auf Schmalspurbahnen, aber bitte, da, wo hierfür auch Bedarf besteht!

  • Hallo,

    Beitrag im MDR zu den Kürzungen:

    Abendzüge zwischen Radebeul und Radeberg gestrichen | MDR.DE
    Im Doppelhaushalt 2025/26 muss gespart werden. Auch die Schmalspurbahn spürt die Kürzungen: Wegen fehlender Zuschüsse vom Freistaat werden die Abendzüge…
    www.mdr.de

    "ÖPNV- Angebot zwischen Moritzburg und Radebeul" wie es der Bürgermeister sagt, würde ich das nicht nennen, da ja vom Verkehrsverbund kaum was anerkannt wird.

    Mfg TRO.

  • .... Erfüllt somit ÖPNV.

    Nicht wirklich. ÖPNV ist es erst dann, wenn Pendler die angebotenen Leistungen auch regelmäßig nutzen. Die Schmalspurbahnen erfüllen vorrangig eine Funktion in den Bereichen Tourismus, Kultur und Erholung. Man fährt erlebnisorientiert mit. RRg funktioniert das ganz gut, auf der HK dagegen ist Tourismus und Kultur eher mau, die Bahn fährt von "Nichts" nach "Nirgends". Und die zurück zu legende Strecke zu einem Erlebnis ist im Weißeritztal auch zu lang. Effektiv ist nur noch der Abschnitt bis Dipps attraktiv. Wandern, im Sommer Baden gehen, oder ein Bummel nach Dipps, mit Museumsbesuch oder einem Konzert in der Stadtkirche, sind so die einzigen Dinge, die mir einfallen. Schmiedeberg ist was für Leute die sich dort auskennen und Kipsdorf ist mausetot!

    Die RRg profitiert von der guten Anbindung mit ÖPNV aus der Landeshauptstadt, außerdem daselbst einigen Attraktionen, die, wenn man sie erreichen will, unmittelbar auf Zugang zur RRg treffen. Bekannt ist die Bahn zudem auch durch den Verein "Traditionsbahn Radebeul Ost - Radeburg e.V," mit seinen regelmäßigen Angeboten

    Helge

  • Zeig mir mal, wo steht, dass es nur dann ÖPNV ist, "wenn Pendler die angebotenen Leistungen auch regelmäßig nutzen." Das mag deine Definition sein, aber ÖPNV ist genauso für Ausflügler, Urlauber und sonstige Reisende gedacht. ÖPNV ist auch nicht an die Anerkennung von Tickets von Verkehrsverbünden geknüpft.

    Die Frage, ob es sinnvoll ist, ein solches historisches, nicht barrierefreies, vergleichsweise wenig genutztes Verkehrsmittel aus dem gleichen Topf wie andere, moderne Verkehrsmittel zu subventionieren, hat damit nichts zu tun, darf aber gestellt werden.

    Viele Grüße
    Eckhard

  • Am 24.10. hatte ich auf der ganzen Fahrt (HK und zurück (P5000)) einen Waggon für mich allein. Mehr als 25 Personen waren in diesem Umlauf nicht dabei.

    Gruß Ralf

  • Na wenn ÖPNV nur für Pendler wäre, warum bietet der VVO im Sommer die Fahrten auf der Seenlandbahn an? Oder im Winter Wintersportzüge nach Altenberg (Gibts die überhaupt noch?). Oder warum fahren auf der S1 in Dresden so viele S-Bahnen bis Bad Schandau und Schöna? Spätestens nach der 4 S-Bahn sollten alle Pendler im Zug sitzen.

    Vor Jahren hatte ich mir mal bei einer ähnlichen Diskussion eine Definition von Seite vom Bundesmisterium für Verkehr abgespeichert: „Der ÖPNV sorgt für Mobilität für alle – zur Arbeit, zur Schule, zum Einkauf oder in der Freizeit.“ Die Seite wurde aber umgebaut und so hab ich den Satz jetzt nicht mehr gefunden, aber auch keine andere 'Definition'. Aber ich finde, der Satz trifft es ganz gut.

    Es werden aber auch viele andere Dinge aus den ÖPNV-Mitteln finanziert, die mit dem Bahnverkehr selbst erst einmal nichts zu tun haben. Warum dann nicht auch die Schmalspurbahn mit historischem Material?

    Was anderes ist, wenn die Mittel noch knapper werden und man dann abwegen muss, ob man im Berufsverkehr die vollen S-Bahnen noch weiter ausdünnen will - oder ob man vom dem Geld Freizeitverkehr (egal welcher Art) finanziert.


    VG Tilo