Tagesförderbahn Clausthal-Zellerfeld

  • Guten Abend!

    Am heutigen Sonntag war bei der Tagesförderbahn im Harz vom alten Bahnhof in Clausthal-Zellerfeld zum Ottiliae-Schacht nur normaler sonntäglicher Betrieb mit etwas Bauverkehr.

    Mit groß neben klein.

    Am kommenden Wochenende ist neben Stadtfest und 250 Jahre TU Clausthal dagegen wieder über zwei Tage Verkehr im Halbstundentakt mit Dampf, Diesel und Akku.

    Detaillierte Information gibt es hier: Oberharzer Bergwerksmuseum: Sonderfahrten mit Dampflok Fabian

    Und wer mal auf einem besonderen Thron sitzen möchte, findet auf dem Gelände auch dazu eine Möglichkeit:

    Einmal editiert, zuletzt von Volker Dehnke (16. Juni 2025 um 20:40)

  • N'Abend,

    es ist mal wieder Zeit für ein kleines Update. Nach dem Rückbau des alten Gleises (im Bild unten gelb gepunktet) am ehemaligen Bahnhof von Clausthal-Zellerfeld gab es im Frühjahr nun die Baugenehmigung für die neue Version und den Baustart Anfang Juli. So soll alsbald die Gleislage (rot) aussehen.

    Was im Luftbild wie Bombentrichter aussieht, ist übrigens der Pumptrack. Sind wir unten am Bauen, haben die jugendlichen Mountainbiker auch mal Spaß mit dem Schienenfahrrad.

    Seit letztem Wochenende liegt nun bereits auch die zweite Weiche und es ist davon auszugehen, dass sie am kommenden Wochenende über das hangseitige Gleis angeschlossen sein wird.

    Tolle ÖPNV-Anbindung nicht wahr!

  • Nun sind wir schon etwas weiter:

    Zwischenzeitlich hat übrigens auch eine vierköpfige Familie aus OHV Schotter mit geschippt, die noch etwas Zeit zur Abfahrt des nachmittäglichen Museumszug hatte. Vielen Dank nochmal an dieser Stelle!

    Im Dunklen waren wir wieder zurück am Schacht. Für die Akkulok geht es gleich in den Schuppen.

    Noch einmal mit dem Mond um die Wette strahlen:

  • N'Abend,

    am vergangenen Wochenende gab es wieder Schotter ...

    ... und Gleisbau

    Nun liegen alle Schienen und die meisten sind eingeschottert, wobei zuletzt im Dunklen auch das Licht des Busbahnhofs hilfreich war. Nur fürs nächste Wochenende ist dies alles noch nicht nutzbar, da Restarbeiten und Abnahme anliegen. So ist das Einsteigen für das kommende Eisenbahnwochenende mit Dampf noch an der alten Ausweiche nötig:

  • Nun ist das Wochenende mit den Dampflokfahrten schon eine Woche her. Diese verliefen bei guten Wetter erfolgreich, mit vielen Gästen und neben der ganzen Arbeit, soll es auch noch Spaß gemacht haben. Aus familiären Gründen konnte ich nicht dabei sein, war aber an den beiden Tagen zuvor - Donnerstag, 16.10. und Freitag 17.10. - zum Buddeln dabei.

    An diesen Tagen zeigte ich das Wetter im Oberharz von seiner typischen Seite: Es war kalt, neblig und der Niesel fiel in variierenden Strichstärken. Das Wetter im Harz ist oftmals geteilt. Während es hier oben so aussieht, kann es hinter dem Brocken in Wernigerode und entlang der gesamten HSB die Sonne scheinen - zumindest ist es dort nicht so erfrischend. Aber der Ottiliae-Schacht zeigte bei unserer Ankunft seine schöne Silhouette:

    Grund für den dunstigen Anblick gab nicht die angefeuerte Dampflok. Diese wartete auf den TÜV-Prüfer.

    Die nicht darin nicht Involvierten machten sich mit dem Gerümpel auf den Weg zum Bahnhof, um dort weiterzumachen, wo wir am Wochenende zuvor aufhört hatten. Gegen Mittag kam die Dampflok vorbei und befuhr ein paar Meter des neugebauten Abschnitts.

    Der TÜV-Prüfer war zufrieden mit dem Kessel - es war seine erste warme Dampflok, die er abnehmen durfte. Als Jugendlicher war er bei der Pioniereisenbahn in Cottbus dabei, durfte dort aber nie Lok fahren.

    Erst nachdem die Prüfgesellschaft wieder weg war, befuhr dann die Akkulok als erstes Fahrzeug das neugebaute Gleis bis zum Ende. Man stellte mir die Lore zu, deren geladenen Schotter ich in die noch vorhandenen Lücken verteilen durfte und dessen restliche Hälfte ich später leider unbeabsichtigt einfach auskippte. Schon mal Schotter geschaufelt?

    Am Nachmittag nach der erfolgreichen TÜV-Prüfung kam dann nochmal das „rollende Prüfgewicht mit Kaminzimmer“ vorbei.

    Rollende Prüfgewicht übrigens weil die Lok an diesem und den folgenden Nachmittag als schwerstes dort verkehrende Fahrzeug die neuverlegten Gleise andrückte und die nachzustopfenden Gleise offenbarte.

    Und Kaminzimmer, weil am Freitag die Verfrorenen dort im Warmen und Trockenem Platz nahmen.

    Am Freitag gab es für mich dann wieder Gleisstopfen. Was für eine Arbeit! Absoluten Respekt vor denjenigen, die es bei der großen Eisenbahn ihr Leben lang taten.

    Das Stopfen war übrigens ziemlich nötig, wie wir gegen Mittag noch feststellen mussten als uns diese Lore beim Rangieren aus den Gleisen hüpfte. Zum Glück war ich dieses mal nicht der Pechvogel. Schotterschippen in die zweite leere Lore durfte ich dennoch mitmachen, da wir zum Mittag mit Lok, Loren und Geraffel wieder am Schacht sein sollten.

    Grund für unsere nötige Rückfahrt war, das die Kindergruppen aus Salzgitter, die den Vormittag am Schacht hatten verbringen durften, wieder zum Bahnhof zurückmussten. Hier sehen wir eine Szene beim Bereitstellen der beiden Züge. Links Bergbau mit Lokfahrer und ca. 1,90 m Körperlänge und rechts Feldbahn mit 1,63 m großer Lokführerin.

    Am Nachmittag wurde dann weiter gelascht und gestopft. Im letzten Tageslicht wurde dann der Schotter aus der mühsam und Eile am Mittag beladenen Lore links und rechts des Gleises entladen, wo uns zuvor das Malheur passierte.

    Als es bereits dunkel war, wurde am Schacht gemeinsam gegrillt …

    … bevor dann nochmal mit allen Anwesenden und den Leuteförderwagen eine Probefahrt zum Busbahnhof unternommen wurde.

    Während wir die Tage dort bauten, kamen immer wieder Leute vorbei und sprachen uns an. Besonders ein älterer Herr, der für das Wochenende extra aus Passau anreiste, blieb mir in Erinnerung. Und natürlich schauten uns viele ÖPNV-Nutzer, Busfahrer und Mountainbiker zu, die jüngeren fragten auch immer wieder nach die Schienenfahrräder nutzen zu dürfen. War die Dampflok da, wurde gehupt und zurück gepfiffen.

    Und letztendlich waren alle mit dem bereits erreichten zufrieden. Es sind jedoch noch weitere Arbeiten zu erledigen.

  • Der Harz - eine der beliebtesten Urlaubsregionen Norddeutschland. Am Sonnabend vor einer Woche war mal wieder Bauen angesagt. Ich war schon ca. zwei Monate nicht mehr dabei gewesen.

    Mein Lieblingsplatz auf dem hinteren Akku der BBA660 ex. Rottleberode. Eine Sitzheizung wäre bei dem Wetter vielleicht doch angemessen. Man beachte auch den Lichtkegel, den man Dank der Mitwirkung der Nebeltröpfchen gut erkennen kann.

    Selten haben wir auch so einen langen Arbeitszug: Zwei leere Loren, drei mit Schotter gefüllt, zwei mit Split, den zweiachsigen Flachwagen und den kleinen Vierachser. Ganz hinten trödelt das Schienenfahrrad hinter her.

    U.a. fehlte noch der richtige Abschluss am Bahnhof. Hier wird er gerade angeschraubt. Man beachte auch die Spurweitenabweichung. Nach dem Anziehen der Laschen fiel das jedoch überhaupt nicht mehr auf.

    Der Prellbock war übrigens auch zuvor am alten Gleisabschluss dran. Er lag dort aber nur dreißig Jahre hinten ran geworfen rum. War aber kein Problem, da der Ey-Catcher - die 750 mm gelbe Bergwerkslok - direkt davor sozusagen als Train-Catcher stand. Nun hat der Prellbock wieder seine Funktion. Leider habe ich selber kein vorzeigbares Foto des Ey-Catcher / Blickfängers mit der für die Tagesförderbahn zu großen Spurweite, so dass ich gerne das von Bernd Thielbeer  in diesem älteren Beitrag verwendete Foto nutzen möchte. Es geht um die im Hintergrund rechts zu sehende Lok hinter der dann noch dieser Prellbock lag.

    [...] Um dieses Teilstück geht es zunächst: hier soll der Pumptrack entstehen und die Schienen entfernt werden.

    [...]

    Mit die Hauptaufgabe des Tages war die Versetzung gerade dieses Blickfängers vorzubereiten, der wegen des Bau des Pumptracks bereits einmal umgezogen werden musste. Der soll eines Tages etwas schräg am Ende der Strecke stehen. Zur Verdeutlichung der Situation nun jenes Bild:

    Also Loch buddeln, Boden verfestigen, einen Satz 750 mm Schwellen aus dem Mansfeldischen verlegen und Schotter rein. Die Abfuhr des Bodenaushubs und die Anlieferung des Schotters erfolgte stilmäßig mit der Feldbahn. Dafür ein fliegendes Gleis hingeschmissen und eine Drehscheibe passen aufgelegt. Auf geht's!

    Sieht man auch nicht alle Tage. Testlauf bestanden. Klappte ebenso gut später mit den hochbeladenen Loren. Nur eben sollte das Streckenstück sein. Im Spätsommer sind wir mit einer Lore voller Schotter in der Steigung auf diese Weise gescheitert.

    Der Bahnsteig ist nun fertig gepflastert. Die Schienen für das Stück 750 mm Gleis fehlen noch und um die Versetzung der Lok auf dieses, kümmern sich dann später stärkere Jungs.

  • Fortsetzung zum obigen Anschlag

    Viele Museumseisenbahnen veranstalten ja Nikolausfahrten und Osterhasenfahrten. Darüber kann man geteilter Meinung sein, aber es bringt den Vereinen jedenfalls eine Menge Geld. Am Ottiliae-Schacht gibt es das dagegen nicht. Hier gibt es ein Osterfeuer und die Tagesförderbahn fährt die Gäste dahin, die nicht laufen mögen. So auch dieses Jahr:



    Das muss natürlich vorbereitet werden, wozu an jenem Sonnabend erst einmal Brennmaterial eingesammelt wurde. Mitten in den ersten Erfolgen der Vegetationskontrolle steht nun die grüne Diema. Vieles von dem Holz wird aber noch zum Brennstoff für die Dampfloks, wovon es voraussichtlich in diesem Jahr zwei geben wird.

    Ein Blick nach rechts und wir sehen die gelbe Fraktion. Wobei das hier gerade nicht zu sehende B-Team damit beschäftigt ist das Geraffel einzusammeln, um unten am Bahnhof die Hinterlassenschaften der letztjährigen Bauarbeiten zu glätten. Sie nehmen u.a. die Akkulok (Typ BBA 660), Lore und den Flachwagen mit.



    Auch die blaue Fraktion war vor Ort und sägte fleißig mit. Herzlichen Dank dafür! Links qualmt es übrigens unter dem Kessel für die Nudeln zum Mittag.



    Ich gehörte zum C-Team. Dafür qualifiziert man sich wohl, wenn man gleich zu Beginn nervig fragt, was man tun könnte. So bekam ich Drahtbürsten, Hammer und Spachtel zum Entrosten in die Hand gedrückt. Hinter dem Schacht wartete doch unser Blickfang vom Bahnhof auf seine Farb-HU! Der leere Akkutrog war bereits elegant mit der Spreizzange abgehoben worden, so dass man auch mal ein Blick ins Fahrwerk und auf den Antrieb einer solchen Lok werfen kann.



    So beim Rost hämmern bekommt man übrigens einen kleinen Eindruck, was es früher u.a. bedeutet haben musste auf einer Werft zu arbeiten oder Matrose gewesen zu sein. So mal eben dreißig Meter Bordwand ... . Nun aber zur Erfolgskontrolle bei diesem Kahn:



    Es gab übrigens mehr als nur dezente Hinweise, dass diese Siemens-Lok nicht wieder zitronengelb, sondern wie bei ihrer Ablieferung (in den Siebzigern?) goldgelb zu streichen sei. Man kann den originalen Farbton sogar noch unter der grauen und den zwei zitronengelben Farbschichten erkennen. Mit im Bild auch die bereits im letzten Jahrtausend angemessen und fachgerecht abgetrennten Kabel zum Akku.



    Hier ein Blick auf die gesamte Lok nach dem wir sie wieder "chic" gemacht haben - jedenfalls für den nächsten Schritt. Sie hatte ja auch schon ein paar Gammeljahre hinter sich, nachdem sie bereits Ende der Achtziger am Rammelsberg in Goslar als Ersatzteilspender diente und die frische Luft genießen durfte. Halt auch damals falsche Spurweite nämlich 750 mm.



    Es hatte übrigens einige Zeit gedauert, bis mir wieder in den Sinn kam, womit ich den glockenähnlichen Klang beim Hammerschlag auf die Radreifen der aufgebockten Lok in Verbindung bringe: https://de.wikipedia.org/wiki/Anschl%C3%A4ger_(Bergbau)

  • Hallo Volker,

    habe mir eben mit großem Interesse alle deine Beiträge durchgelesen. War sehr interessant. So konnte man auch mal diese Auflegedrehscheibe anschaulich in Funktion erleben.

    Vor vielen Jahren bin ich auch mal bei euch mit der Bahn zum Schacht gefahren. Ich habe diese Fahrt sehr uhrig in Erinnerung, wenn ich mich nicht täusche, weil man so merkwürdig breitbeinig wie im Pferdesattel auf den Wagen saß. (?) An das "Zugpferd" des Zuges habe ich leider keine Erinnerung mehr.

    Grüße Detlef der Pollofan

    Pollofan