Erfolgreiche Abnahme Neubaukessel Henschel Kastenlok RUR

  • Nach 12 Jahren haben wir heute einen wichtigen Meilenstein bei der Restaurierung der RUR erreicht. Der TÜV Nord hat die Kalt- und Warmdruckprobe des Neubaukessels (der bereits 2017 fertiggestellt und abgenommen wurde) durchgeführt und die Lok hat in Hüinghausen ihre erste kurze Probefahrt gemacht. Bis zu den Fahrten im September 2025 bei der Selfkantbahn sind aber noch einige Restarbeiten (Lackierung Lokkasten, Dach streichen, Kondensator final anschließen,...) zu erledigen.

    Hier noch ein Link zu weiteren Bildern von heute

    4. Juli 2025: RUR nach 12 Jahren Aufarbeitung unter Dampf

    Gruß

    (ein müder, aber glücklicher) Roland

  • Hallo Roland,

    herzlichen Glückwunsch zum weiteren "Meilenstein", nun ist die Ziellinie schon in Sicht-, ja in Greifweite. ;) Ich wünsche Euch allzeit gute Fahrt und immer eine Hand breit Wasser über der Feuerbuchsdecke!

    Herzliche Grüße

    Uwe

  • Lok ‚RUR‘ geht am 12.09. bei der Selfkantbahn in Betrieb.

    Auf der oben verlinkten Seite findet man folgenden Hinweis:
    Fahrkarten zur Mitfahrt bei der Jungfernfahrt am 12. September 2025 können Sie hier erwerben. Bei der Jungfernfahrt werden Fotohalte eingelegt.

    Vielleicht sieht man sich.
    Viele Grüße
    Gunther

    PS: Interessantes Detail im Lebenslauf der Lok:
    Nach ihrer späteren Umrüstung zur Dampfspeicherlok versah sie ihren Dienst als Werkslok in der Papierfabrik Schoeller in Birkesdorf, bevor sie 1972 als nicht betriebsfähiges Exponat zur Selfkantbahn kam.

  • Hallo Paul,

    das ist ein Abdampfkondensator. Damit kann man etwas Wasser zurückgewinnen. Die Kondenslok ist keine Erfindung der Kriegszeit!
    Frag mal Robert Dröse. Beim Molli kannte man das schon 1886.

    Viele Grüße

    Dampfachim

  • Hallo Dampfachim, hallo Paul,
    fast richtig. Damit kann man Wasser zurückgewinnen, aber man kann es nicht wieder in den Kessel einspeisen, denn für die Injektoren ist es dann immer noch zu warm. Die auf so kleinen Lokomotiven mitgeführte Speisewassermenge würde bei Rückführung in den Wasserbehälter damit doch zu schnell erwärmt. Bei Trambahnlokomotiven nutzte man den Kondensator zumeist ausschließlich zur Vermeidung von Abdampf und Geräusch in städtischen Gebieten. Nachteilig war dabei, daß damit auch die Anfachung des Feuers (Selbstregelung der Dampflokomotive) wegfiel. Viele Bahnen ließen die Kondensatoren daher bald weg. Auf den Dürener Lokomotiven blieben sie jedoch aufgebaut bis zu deren Ende nach dem 2. Weltkrieg. Über deren tatsächliche Nutzung sagt das aber nichts aus, denn man konnte ja über einen Wechselschieber zwischen Blasrohr und Kondensator umschalten. Das Kondensat wurde in einem speziellen Behälter aufgefangen und konnte daraus dann abgelassen werden.
    Die RUR hat bei der Restaurierung aber wieder einen funktionsfähigen Kondensator erhalten (auf dem Foto im Thread noch nicht aufgebaut). Das Vorbild für den Nachbau des Wechselschiebers fand sich noch an der OEG 102.
    Gruß Martin

  • Hallo Paul,

    das ist ein Abdampfkondensator. Damit kann man etwas Wasser zurückgewinnen. Die Kondenslok ist keine Erfindung der Kriegszeit!
    Frag mal Robert Dröse. Beim Molli kannte man das schon 1886.

    Viele Grüße

    Dampfachim

    Hallo Achim,

    Du hast es ja bereits angeführt- die ersten "Kondens"- Lokomotiven sind ja schon viel älter. Zum Molli gab es von "Bild und Heimat" eine Sammelmappe mit zehn Fotos. Eines davon zeigt eine Trambahn- Lok mit Röhrenkondensator auf dem Dach. Auf der umseitigen Bildbeschreibung wurde angeführt- daß wegen der Doberaner Stadtdurchfahrt der Abdampf der Lokomotiven vermieden werden sollte. Wahrscheinlich lief das Wasser dann auf den Bahnkörper. Wie schon angeführt- das kondensierte Wasser war nicht mehr mit Strahlpumpen zu fördern.

    Im großen Stil wurden in den dreißiger Jahren Kondenslokomotiven von der Fa Henschel gebaut. Die ersten Lokomotiven wurden nach Argentinien geliefert. Richard Roosen beschreibt in seinem Buch "Ein Leben für die Lokomotive" , daß man diese Lokomotiven mit der Pfeife bremsen konnte. Man hatte hier zur Wasserersparnis die Dampfpfeife durch einen Drucklufttyphon ersetzt.

    Ab 1933 ließ die SŽD eine Lokomotive der Gattung E durch Henschel zur Kondenslok Eg 5224- k umbauen. Später bauten die SŽD einige Lokomotiven der Gattung SO zu Kondensationslokomotiven nach dem Vorbild der Eg um.

    Über die 52 mit Kondenstender braucht man nicht viel schreiben. Nur soviel- die vierachsigen Tender entstanden ausschließlich aus dem Mangel an Kondensatorelementen.

    Die Krönung der Kondenslokomotiven waren die Lok der "Class 25" für die SAR.

    Aber auch die Turbinenlokomotiven- von denen es mehr gab als die beiden 18er der Deutschen Reichsbahn (ich denke hier an die Ljundström- Lokomotiven in Schweden) wurden mit Kondenstendern ausgerüstet. Während bei den obengenannten Lokomotiven die Wasserersparnis im Vordergrund stand, war hier die Ausnutzung des Wärme- und Druckgefälles ausschlaggebend.

    Viele Grüße Christian

  • Über die 52 mit Kondenstender braucht man nicht viel schreiben. Nur soviel- die vierachsigen Tender entstanden ausschließlich aus dem Mangel an Kondensatorelementen.

    Hallo Christian,

    kannst Du Quelle für diese Behauptung nennen?

    War es nicht vielmehr der Gesamtachsstand mit fünfachsigen Tender von 23,185m (Quelle) der ein Wenden auf 23m-Scheiben unmöglich machte? So dass man nach einer Lösung für das Problem suchte.

    Der Tender von 52 1972 im DDM ist eine Nachkriegslieferung.

    Zitat von Hier:

    "Für den Einsatz in Kriegsgebieten östlich Deutschlands statte man im Zweiten Weltkrieg Lokomotiven der Baureihe 52 mit Kondenstendern aus. Das Exemplar des DDM gehört zu einer Serie von 29 vierachsigen Tendern, die erst zwischen 1946 und 1949 entstanden. Die ursprünglich fünfachsigen Tender machten aufgrund ihrer Länge ein Drehen auf Drehscheiben unmöglich."

    Um den Bogen zur "RUR" wieder zu bekommen. Abdampfkondensation ist schon ein recht altes Thema, seit 1854.

    Wikipedia dazu:

    Grüße Jörg

  • Hallo Jörg,

    Auf dem WIKIPEDIA- Bild ist Richard Roosen zu sehen.

    Richard Roosen schreibt in seinem Buch "Ein Leben für die Lokomotive" auf S.64

    "Im späteren Schrifttum wird meist angenommen, daß die vierachsige Ausführung nachträglich mit Rücksicht auf die vorhandenen Drehscheibendurchmesser beschlossen wurde. Die eigentliche Ursache war aber der Umstand, daß die Anlieferung der Kondensatorelemente bald zum Engpaß wurde...

    ... Ich hatte deshalb Reichsbahn- Direktor Friedrich Witte, ... den Vorschlag gemacht, das hintere Feld der beiderseits mit sechs Elementen ausgestatteten Kondenstender durch Blechtafeln blind zu verschließen, um mit dem knapper werdenden Vorrat mehr Lokomotiven fertigstellen zu können.

    Herr Witte war hiermit sofort einverstanden, ebenso mit einem weiteren Vorschlag, den Tender als Ganzes auf zwei zweiachsige Drehgestelle umzukonstruieren. "

    Das Buch liegt mir mit einer Widmung für Anna Mischke, der Frau des Ober- Ing. Fritz Mischke vor. Fritz Mischke, im Krieg verschollen, war ein Kletter- und Seilkamerad meines Großvaters.

    Viele Grüße Christian