Wertermittlung von Modellen

  • Am Ende bestimmt immer der Käufer den Preis. Wertermittlung hin oder her.

    Wenn man keinen Zeitdruck hat, kann sich ein Verkauf (zu eigenen Vorstellungen) über Jahre hinziehen.

    Wenn ein gewerblicher Käufer ankauft, sind Wertermittlungen eh Makulatur.

    Gruß

    Ralf

  • Eckhard


    Lass dir in diesen Tagen erst einmal Zeit.


    Lass dich von Händlern beraten, die sich in der Sache auskennen. Es wäre deshalb klug, wenn die Foren-Teilnehmer hier Vorschläge machen würden, wo und wie so eine Sammlung als Ganzes verkauft werden könnte. Ein seriöser Händler macht dir sicher auch Vorschläge, was denn für dich oder deine engsten Verwandten und Kollegen als Erinnerungsstück von Interesse sein könnte. Denn sind einmal die Rosinen weg, sinkt der Wert der Sammlung rapide. Der Aufwand, so etwas zu prüfen, aufzuarbeiten und dann wie auch immer zu verkaufen, ist beträchtlich.

    Du musst wissen, es wird jetzt viele geben, die von dir nur deshalb erst wissen wollen, was du hast, um sich schon einmal die Rosinen für sich sichern zu können. Die gibt es nämlich sehr wohl, aber nicht so häufig, wie viele meinen. Ich beispielsweise würde mir erst einmal eine Spur TT Zeuke Heer E 70 schnappen, wenn du eine hättest. Passe auf, dass du nicht über den Tisch gezogen wirst, obschon die Preise bei Modelleisenbahnsammlungen nicht gerade am Steigen sind. Aber so über das Ganze gesehen, sind die Preise jetzt nicht gleich im freien Fall, sodass es zur Eile drängt.


    Hier im Schweizerischen Modelleisenbahn gibt es einen interessanten Artikel zum Thema aus dem Jahre 2024:

    Nachlass Verkauf/Einschätzung

    Interessant ist der Beitrag von Tinplate vom 11. April, der mit "Tja" beginnt. Kurz zusammengefasst: Was alle glaubten zu sammeln, und vor allem so glaubten zu sammeln, dass sie die wertvollere Sammlung als der andere hatten, hat meist nicht mehr wirklich Wert. Und ja, die dort erwähnten HAG-Lokomotiven kosten jetzt noch etwa 90 bis 140 Franken. Ein Schnäppchen für diese robusten, kindergerechten Modelle, besonders wenn diese schon digitalisiert sind. Mit dem renommierten Fachgeschäft könnte das Fachgeschäft Bahnorama in Bern in der Schweiz gemeint sein. Ich war gerade in diesen Tagen wieder dort. Der Chef dieses nicht mehr so ganz kleinen Unternehmens ist dafür bekannt, dass er verschiedentlich ganze Sammlungen aufkauft. Kommissionsgeschäfte macht er nicht wirklich, prüft, wo sinnvoll, auf arbeitet und dann die Preise so bestimmt, dass die Ware auch sehr bald das Haus wieder verlässt, um Platz für die nächste Sammlung zu haben. Alles, was ich dort an Gebrauchtware gekauft habe, war im beschriebenen Zustand. Ausnahmslos. Vergleichbare Unternehmen gibt es sicherlich auch in Deutschland.

    Kleine Abschweifung zum Thema Preise und Ausnahmen, wo was derzeit seinen Preis hat:

    In diesen Tagen habe ich preislich etwas erlebt, wo selbst mir das Staunen kam, obschon ich wusste, dass die Preise hoch sind: MKD-Bausätze, französische Gebäude für die Nenngröße H0. Ja, ich war in diesen Tagen nicht nur in Bern im Bahnorama, sondern auch in Poligny (französischer Jura) in einem der wohl grössten Modelleisenbahngeschäfte, oder wollen wir besser sagen, in einem der grössten Modelleisenbahnlager- und Versandgeschäfte, wenn wir Conrad einmal beiseite legen: Jura Modelisme. Ich war dort schon Kunde als noch per Telefon und Briefpost bestellt werden konnte, schon damals war dieses Geschäft nicht gerade klein. Im Jura habe ich mir ein Büchlein über die MKD-Bausätze gekauft (hier eine ausführlicher Auszug diese Büchleins). Im Bahnorama hatte ich zuvor ein bestimmtes MKD-Geschäftshaus, fein säuberlich montiert, für umgerechnet rund 20 Euro gekauft. Auf eBay gibt es in diesen Tagen dasselbe Geschäftshaus als Bausatz für rund 85 Euro zu kaufen. Wohl ein sogenannter Mondpreis, aber es würde mich nicht wundern, wenn das auch bezahlt würde, denn wo sonst gäbe es dieses Geschäftshaus jetzt zu kaufen? Hornby, der heutige Eigentümer der MKD-Bausatz-Werkzeuge, ist ziemlich knauserig mit Neuauflagen, und die Produkte der Konkurrenz sind auch nicht gerade billig. Zudem muss man sich erst durch einen 250 seitigen Katalog durcharbeiten (Gruss an Faller, Aughagen, Kibri, Busch und wie die alle heissen).


    Bis zum nächsten Mal, dann voraussichtlich aber im Betrag Bahnhofsuhren

    Christoph

    Einmal editiert, zuletzt von Christoph 2021 (16. September 2025 um 15:49)

  • Lass dich nicht von Händlern beraten! Die zahlen nur für gesuchte Modelle etwas und das logischerweise weit unter Wert, weil sie müssen davon auch leben. Und die 0815-Standardware kannst du dann auch gleich verschenken. Das Risiko, das dich der Händler auch noch betrügt, weil er deine Ahnungslosigkeit erkennt, gibt es auch noch.


    Ebay-Festpreise taugen auch nicht zur Wertermittlung, es sind nur die verkauften Artikel interessant. Festpreise kann man genug kostenlos einstellen, entweder das kauft ein "blöder" oder man versucht es nach Zeitablauf erneut.

  • Hallo Eckhard,

    viel Kraft wünsche ich euch! Bitte übereilt nichts.

    Ich schaue auch oft bei https://www.moba-preise.com rein. Da bekommt man ein Gefühl, wo man ungefähr landen kann. Es ist immer sinnvoll Hersteller, Artikelnummer anzugeben und noch besser, wenn die OVP noch vorhanden ist.

    Es gibt Händler, die ganze Nachlässe abnehmen. Da macht man oft nicht wirklich Gewinn, weil die viele Modelle für wenig Geld abnehmen. Die wollen auch noch verdienen. Es gibt auch Sammler, die nur die besten Sahnestücke nehmen und du hast den ganzen Rest, der oft nicht so wertvoll ist.

    Wenn du Zeit hast und keine Lagerprobleme, würde ich auch alles einzeln oder zumindest in 3er oder 5er Stückelungen abgeben, wenn es Wagen sind.

    Ich möchte meine ausufernde Sammlung auch lieber zu Lebzeiten verkaufen. Das ist eine riesige Last für die Hinterbliebenen. Weil meist weiß nur der Erblasser von den wahren Werten und vor allem, wo was ist und wo die passende OVP.

    Sowas gibts auch bei Auto-Liebhabern mit riesigen Lagern mit Ersatzteilen und Schallplatten/CD-Sammlungen...

    VG Lars

  • Hallo Eckhard,

    unabhängig von deiner Fragestellung hier, ziehe einen dir bekannten vertrauenswürdigen Modellbahner dazu um den Nachlass ggf. zu ordnen. Ordnen im dem Sinne, alles auch der richtigen OVP zuzuordnen. Zumindest wenn noch vorhanden. Bei Verkauf in Eigenregie über die bekannten Plattformen sollte auch ein Funktionstest der Lokomotiven durchgeführt werden. Wagen usw. sollten gesichtet werden ob sie i.O. sind. Wegen möglichen Abbrüchen usw.. Leider sind solche Aufgaben von familiären Nachlassverwertern ohne Kenntnisse über die Materie oft nicht lösbar. Derjenige ist sehr schnell überfordert.

    Pro und kontra der Verwertung.

    Über einen professionellen Aufkäufer:

    Nachteilig ist der verständliche sehr hohe Preisabschlag. Normaler Weise ist das dann auch der Moment wenn der Preis genannt wird, wo die Witwe auch gleich Tod umfällt. Denn diese weiß ja eigentlich, das es mal viel Geld gekostet hat. Vorteilig ist, alles ist auf einen Schlag weg und der Aufwand hält sich in Grenzen. Oft genügt dafür nur ein Anruf. Man sollte ggf. auch einen weiteren Ankäufer antreten lassen. Bei großen Nachlassen können gebotene Preise sehr unterschiedlich sein.

    Verkauf in Eigenregie:

    Der Verkaufserlös ist höher. Aber man hat einen großen Aufwand. Fotos machen, Artikel beschreiben, einstellen und dann der Versand. Das kann alles Wochen und Monate dauern. Je nach Größe des Nachlasses. Es ist auch sinnvoll ggf. zusammen passende Konvolute zu bilden. Zum Beispiel bei den Wagen. Das ist auch beim Zubehör machbar. Allgemein brauchst du Eckehard hierbei Hilfe.

    Allgemein, ggf. vorhandene Modellbahnanlagen werden bei beiden Variante in der Regel ausgeschlachtet. Der nicht verwertbare Rest geht im Normalfall in den Sperrmüll. Ist leider so.

    Eckehard, ich wünsche dir viel Glück in der Sache und treffe die für dich richtige Entscheidung.

    Gruß, Thomas

  • Hallo Eckhard,

    besser als Thomas Rose hätte man es nicht abschließend zusammenfassen können.

    Seit April 2025 bin ich dabei, die Modellbahn (Märklin HO) meines verstorbenen Onkels aufzulösen, mit allein ~130 Triebfahrzeugen aller Traktionsarten, deren älteste Stücke aus den 1960er Jahren stammen. Hinzu kommen noch unzählige Wagen und die Gleise nebst Fahrleitung. Dass ist eine Mammutaufgabe, bislang ist allein das Sichten, Identifizieren und Zuordnen der OVP (gottseidank wurden alle(!) Kartons aufgehoben) noch lange nicht abgeschlossen. Und dabei ist es mir halbwegs hilfreich und macht die Sache etwas einfacher, dass ich selbst Märklinist bin.

    Nimm Dir Zeit, und wenn du nicht durch Wohnungskündigung oder -verkauf Zeitdruck hast, mach das alles mit Bedacht. Sonst wirst du schnell übers Ohr gehauen ...


    Beste Grüße aus dem Bergischen Land

    Thomas

  • Hallo Eckhard,

    kennst Du das Forum "Moba-Preise" > hier der Link: https://www.moba-preise.com

    Danke an Horst für den Hinweis.


    Link kannte ich, und habe ich auch schon in Einzelfällen verwendet.


    Na ja würde ich dazu sagen, aber auf die Schnelle taugt das schon, sich zumindest eine Übersicht zu verschaffen. Die Beachtung der Seite macht aber grundsätzlich schon Sinn.


    Hier ein Schnelltest von mir. Alles Artikel die mir in diesen Wochen über den Weg gelaufen sind:

    Ich bin mir bewusst diese Übersicht ist nicht wirklich repräsentativ.

    Metropolitan 722, Spur H0 DC SBB Ae 3/6 I braun : Preis passt (Ja, schwierige Sache für Modelle von Kleinserienhersteller die zwischenzeitlich Grossserienhersteller herstellten oder immer noch herstellen).

    HAG 456, Spur H0 BLS EW I 2. Klasse blau crème, alte Kindergerechte Generation : Na ja . Diese Wagen erhält man im oben von mir erwähnten Fachgeschäft in einwandfreiem Zustand zum halben Preis (Franken 25.- pro Stück, Varianten kosten gleich viel), wenn auch ohne Innenbeleuchtung. Diese blau crème BLS Wagen waren noch vor nicht langer Zeit ziemlich gesucht. Das kann noch heiter werden. Da sind noch Massen gebunkert. Rar sind vielleicht noch der BLS EW I Gepäckwagen blau crème, oder der BT EW I 2. Klasse grün. Letzterer habe ich vor ein paar Tagen gekauft, zu eben diesen Franken 25.- .

    Kleinbahn 741, Spur H0 DC BLS ABFe 4/8 blau crème : Na ja . Zwischen Euro 54.- (Min) und 107.- (Max). Referenzpreis Euro 80.- . Wenn ich einen solchen zweiteiligen Triebzug sehen würde und dieser auch einwandfrei läuft (Was für den Kauf in der Gebrauchtwarenabteileilung eines Fachgeschäft spricht, Probefahrt) würde ich den sofort kaufen, wenn ich denn einen zweiten bräuchte. War mal rar, jetzt nicht mehr wirklich.

    Märklin 3050, Spur H0 AC SBB Ae 6/6 grün, alte Kindergereicht Generation . Preis passt . Preise sind aber deutlich am fallen. Wenn Ihr eine für Eure Kinder oder zur Ergänzung der Sammlung kauft, würde ich da nicht mehr als 100.- Euro bezahlen.

    So und jetzt widmen wir uns einem anderen Thema

    Christoph

    Einmal editiert, zuletzt von Christoph 2021 (16. September 2025 um 17:37)

  • Hallo Eckard,

    Deine Frage kann ich, auch wenn ich als Kind mit einer Märklin- Spur- 0- Eisenbahn gespielt habe, nicht beantworten. Aber ich empfehle Dir das Forum "Alte Modelleisenbahnen"- dort würde ich die wahren Experten verorten. Nichtsdestotrotzdem würde ich mich über ein paar Bilder dieser Schätze freuen. Und ja, selbst die kurzen, billigen vereinfachten Wagen sind mit Ihren neunzig Jahren heute sind heute schon Schätze. Auch wenn sie u.U. heute keine großen Summen erlösen.

    Ein (funktionierender) Einanker- Umformer für Gleichstromnetze oder die original Gleichrichter (gleich riecht er) für die Universal- Fernsteuerung sind heute Kleinodien der Technikgeschichte.

    Viele Grüße Christian