Stainzer Flascherlzug vor dem Aus

  • Wie den Medien zu entnehmen steht der Stainzer Flascherlzug in der Steiermark vor dem Aus.

    Die Gemeinde möchte bzw. kann die Kosten des Betriebes und der Infrastruktur nicht weiter übernehmen. Und ein Gespräch mit dem Land Steiermark, wegen einer Sonderinvestition für die Schieneninfrastruktur in Höhe von 1,3 Mio. Euro, sind ergebnislos geblieben. Somit soll der Betrieb nur mehr bis Ende dieses Jahres von der Gemeinde Stainz weiter gehen und ab dem 01.01.2026 eingestellt werden. Im Oktober soll von der Gemeinde eine endgültige Entscheidung über die Zukunft der Bahn getroffen werden.

  • Es scheint gar nicht rosig zu sein...

    Nur wenig Hoffnung für Stainzer Flascherlzug
    Das geplante Aus des Stainzer Flascherlzuges schlägt hohe Wellen in der Region. Zwar sind mehrere Unterschriftenlisten gegen die Einstellung im Umlauf, in der…
    steiermark.orf.at

    ...nicht einmal trotz Petitionen...

    Erhaltung des Stainzer Flascherlzugs - Online-Petition
    Wir fordern den dauerhaften Erhalt und Weiterbetrieb des Stainzer Flascherlzugs auf der Strecke zwischen Stainz und Preding, einschließlich der Diesel- und…
    www.openpetition.eu
  • Tja leider wird überall bei Gemeinde & Kreisen das Geld knapp, das scheint in Österreich nicht anders zu sein.?(

    Das man sich da von Dingen, die nicht zur Pflichtaufgabe gehören, trennt ist wohl unvermeidlich. Gibt es da keine Option, dass ein Verein die Bahn übernimmt und ehrenamtlich betreibt? :/

    Gruß Matthias

  • Ja leider geht in allen unseren Ländern den Kommunen, Ländern und dem Bund das Geld aus und „Luxusinstitutionen“ wie Museumsbahnen können kaum mehr finanziell unterstützt werden.

    Kein Verein kann das riesige Investment eine desolate Strecke wieder instand zu setzen, ohne finanzielle Unterstützung stemmen.

    Ich befürchte, dass in Österreich noch viele Museumsbahnen aufgrund des Oberbauzustandes zu statischen Museen werden. Vielleicht kommen nochmal bessere Zeiten. Wichtig ist, dass die Streckenbänder im Besitz der Vereine kommen bzw. bleiben, sodass sie nicht fragmentiert und damit für immer verloren werden.

    LG

    Castor

  • Wenn ich es richtig verstanden habe, gibt es dort keinen Verein, einziger Eigentümer/Betreiber ist die Gemeinde.

    Man hat viele Jahre von der Substanz gelebt und keine große laufende Instandhaltung am Gleis durchgeführt, das fällt ihnen jetzt auf die Füße. Ich kenne da noch eine Bahn in Deutschland mit ähnlichen Problemen.

    Dass das Geld bei vielen Städten und Gemeinden knapp ist, zeigt noch ein anderes Beispiel

    Plauener Straßenbahn vor dem Aus? Bürger befürchten Rückbau

    Da geht es um den öffentlichen Nahverkehr und nicht um eine touristische Museumsbahn, passt natürlich überhaupt nicht zur angestrebten Verkehrswende.

    VG

  • Mahlzeit!
    Wenn ich das richtig aus dem Webseitenimpressum des Flascherlzuges herauslese, ist die Bahn wohl Eigentum der Marktgemeinde Stainz, oder wird zumindest von dieser betrieben. Inwieweit dort ehrenamtliches Engagement im Spiel ist, vermag ich nicht zu beurteilen.
    Aber aus eigener Kenntnis heraus kann man schon sagen, daß die Instandhaltung einer rund 12 km langen Schmalspurbahnstrecke durch ehrenamtliche Mitarbeiter durchaus im Bereich des Machbaren liegt, auch wenn diese Streckenlänge schon recht hoch gegriffen ist.
    Völlig desolat erscheint mir die Strecke ja auch nicht, zumindest an einer Weiche in Kraubath ist in den letzten Jahren sichtbar etwas getan worden; die Strecke wurde also nicht gänzlich auf Verschleiß gefahren.

    Die Kalkulation der erforderlichen Investitionssumme, hier wurden ja 1,3 Mio.€ genannt, erfolgte sicherlich auf der Basis, daß man eine Gleisbaufirma um ein Angebot anfragte und dann einen (vielleicht wunschgemäß) hohen Betrag genannt erhielt. Umgerechnet auf Erneuerung des reinen Oberbaues der freien Strecke käme man damit etwa 6 Kilometer weit, eventuell weniger. Aber ohne genaue Kenntnis dessen, wofür denn solche Beträge ausgegeben werden sollen (Ingenieurbauten oder Oberbau?), bleibt alles reiner Spekulatius.

    Rechnet man hingegen rein ehrenamtliche Arbeit, fällt nur wenig mehr als Materialkosten an, die ich grob abschätze auf (neue Schwellen, gebrauchtes Kleineisen und Schienen, neuer oder aufbereiteter Schotter) 134 T€/km - vorausgesetzt, es geht nur um den Oberbau. Hinzu kommt allerdings, daß eine reine Freiwilligenmannschaft pro Jahr vielleicht 400 m Strecke sanieren kann. Damit kommt man also darauf, daß man dies eigentlich hätte ständig tun müssen, um diese Bahn zu erhalten, denn eine komplette Sanierung erfordert damit 30 Jahre, was der erwarteten Liegedauer eines neugebauten Gleises entspricht.
    Der Gleisbau ist nun mal der größte Hebel, der dem freiwilligen Museumsbahner zur Verfügung steht, was oft völlig verkannt wird, da diese Tätigkeit oft nicht im Rampenlicht steht. Für einen Gemeinderat als Bahneigentümer (?) wäre das also eine Unbekannte in der Rechnung, für die dort niemand sein politisches Mandat riskiert.

    Allerdings irrt sich die Gemeinde (oder ihre gewählten Vertreter) in der Behauptung, man habe ja nichts von dem Betrieb dieser Eisenbahn. Wenn es nicht gelingt, aus den angezogenen Besuchern über die direkten Einnahmen aus dem Betrieb der Bahn Einnahmen zu generieren, ist das nicht ein Versäumnis der Eisenbahn per se, sondern allenfalls ein Versagen der Gemeinde und ihrer Bürger selbst. Das Problem gibt es aber auch anderswo, daß hier Potenziale nicht ausgeschöpft werden.
    Und außerdem sind Museums- oder Touristenbahnen gar nicht so sehr für den Ferntourismus relevant, wie man es oft betont. Die überwiegende Zahl der Nutzer kommt zumeist aus dem Nahbereich, weswegen sich das Argument, die Touristen würden "verschwinden" (siehe ORF-Artikel) aus meiner Sicht nicht halten läßt. Meistens bleiben sie da, aber das fällt keinem auf.

    Gruß Martin

  • Hallo Martin_Kilb

    da lese ich heraus, daß es wohl mehr als Zeit wird, daß sich ein "Erhaltungsverein" zusammenfindet.

    Denn viel Zeit zum Überlegen bleibt da wohl nicht mehr.

    Vielleicht bringt ja die Petition ein paar Menschen zusammen. Steht zu hoffen.


    Denkt sich

    Grainger

    Nepomuk002.jpg


    Unterm Strich wird alles besser.....


    JUPP ! Voll Geil hier !

  • Club 760 war früher mehr oder weniger immer hinter der Bahn, auch wenn inzwischen das frühere Wagenpark - wie auch die kunterbunte Zweiachsergarnitur - zu Gemeinde überließ.

  • Der Stainzer Gemeinderat hat am 16.10.2025 die Einstellung des Fahrbetriebes durch die Marktgemeinde in der derzeitigen Form per Ablauf 31.12.2025 beschlossen. Unter einer neuen Führung bzw. Organisation soll die Bahn aber weiter fahren. Zur Vorbereitung dieses Betriebes wurde einstimmig die Einrichtung eines Flascherlzug-Ausschusses vereinbart.

    Vorläufige Endstation für Flascherlzug
    20.000 Gäste sind pro Jahr in den bunten Waggons des „Stainzer Flascherlzugs“ durch die Weststeiermark gefahren. Am Donnerstagabend entschied der Stainzer…
    steiermark.orf.at