Sächsische VII K: Woher kommen die Varianten? (Hier: TTe-Modell von MB Veit in Epoche III & IV)

  • Hallo,

    dann musst Du dich bei den Erstellern der Originalunterlagen beschweren.

    Betriebsbuch 99 771, Beschreibung der Lokomotive, Rückseite.

    Ich habe keinen derartigen Eintrag gefunden, der keine "Heberleinbremse" hat. Selbst bei den Maschinen, die ab Werk nach Thüringen gingen, hat man die Eintragung erst nachträglich geändert.

    MfG Helmut

  • Hallo Helmut,

    ich habe nicht behauptet, dass in den Betriebsbüchern nicht die Ausrüstung mit Heberleinbremse vermerkt wäre, aber tatsächlich verfügte nie eine Lok über die Heberleinbremse (auch keine IV K oder VI K).

    Viele Grüße Leo

  • Hallo Helmut, Dirk und Matthias!

    Streitet euch nicht, wir (ihr drei und ich und ein paar weitere Insider wie Achim Rickelt usw.) wissen, dass es auf den Neubau Loks nie eine Heberlein Bremsausrüstung gab, nur die entsprechenden Bedienteile. Das ist aber für Modelle recht egal, da diese ja keine Bremse im Eisenbahn technischen Sinne haben. Eine VII K Neubaulok hat eine Knorrbremse mit VD Ventil gehabt was im Modell nicht sichtbar, geschweige denn funktionstüchtig wäre. Also ruhig Blut und alles ist gut.

    Viele Grüße vom Uwe aus dem Urwald von Peru, leider ohne sächsische Bimmelbahn. 🤷‍♂️😜👍👋

  • da die Neubauloks eine längere Feuerkiste haben, befinden sich auch längere Schürgeräte an Bord, die i.d.R. an der Führerhausrückwand hängen. Um besagtes Schürgerät in die Feuerkiste zu bekommen, bedarf es dieser vergrößerten "Ecken". Ansonsten müsste das Schürgerät jedes Mal durch das geöffnete Fenster gefädelt werden.

    Zugleich wurde -wie schon geschrieben- auch Platz für das "Handgepäck" des Personals geschaffen, welcher ansonsten praktisch nicht vorhanden wäre.

    Hallo Albert-Bahn,

    das ist in meinen Augen tatsächlich der Hauptgrund für die Verlängerung und wir dürfen den Nachteil des originalen Führerhauses bei uns "am Objekt" seit 1994 auch persönlich ausprobieren. Auf Rügen wurden bei den hier eingesetzten 99 781 - 784 bekanntlich die Verlängerungen auf "persönlichen Wunsch" entfernt, womit die Loks zwar ein optisches Alleinstellungsmerkmal erhielten, was uns aber den Nachteil der langen Schürgeräte ganz eindrücklich vor Augen führt. Man muss schon sehr beim Ein- und Ausfädeln der langen Geräte durch die Feuertür aufpassen und selbst bei geöffnetem Fenster gehört Geduld und Umsicht dazu.
    Etwas leichter geht es, wenn die hier typischen Putbuser "Sommertüren" eingebaut sind. Dann kommt man mit den Schürgeräten noch seitlich in die Feuertür.
    Aber im Winter mit den originalen großen Türen gelingt das ausschließlich durch Zuhilfenahme der hinteren Fenster.
    Wenigstens besitzen 99 783 und 784 jetzt wieder die Verlängerungen. Die 781 und 782 behalten aber das kurze Führerhaus.

    Der Stauraum ist natürlich auch angenehm, wird aber sicher nicht der ausschlaggebende Grund gewesen sein.

    Viele Grüße

    vom Dampfachim

  • Hallo Helmut, Dirk und Matthias!

    Streitet euch nicht, wir (ihr drei und ich und ein paar weitere Insider wie Achim Rickelt usw.) wissen, dass es auf den Neubau Loks nie eine Heberlein Bremsausrüstung gab, nur die entsprechenden Bedienteile. Das ist aber für Modelle recht egal, da diese ja keine Bremse im Eisenbahn technischen Sinne haben. Eine VII K Neubaulok hat eine Knorrbremse mit VD Ventil gehabt was im Modell nicht sichtbar, geschweige denn funktionstüchtig wäre. Also ruhig Blut und alles ist gut.

    Viele Grüße vom Uwe aus dem Urwald von Peru, leider ohne sächsische Bimmelbahn. 🤷‍♂️😜👍👋


    Absolut. Ich als nicht Fachmann, aber Interessierter, finde die detailreichen Schilderungen und Erklärungen einfach genial. Vielen Dank für den Schreibfleiss und die genialen Informationen!:thumbup::trophy:

    Beste Schmalspurgrüße

    merane

  • Moinsen,

    Uweloreto - da stellt sich mir aber irgendwie die Frage - die Loks hatten ein Bedienteil für die Heberleinbremse und das gehört ja zur Ausrüstung der Heberleinbremse. Gab es den überhaupt Loks die mit Heberleinbremse gebremst wurden? Wurde die Heberleinbremse überhaubt bei der VIIK neu im täglichen Betrieb benutzt? Fragen über Fragen...

    Der Saarsachse

    IV K - Fan

  • Da ich demnächst den Bau des Veit-Bausatzes angehen möchte, hänge ich mich mal mit meiner Frage dazwischen. Es geht um die Griffstangen an der Rückwand, links und rechts oben. Von historischen Aufnahmen kenne ich diese nur einteilig und abgewinkelt. Ab wann wurden sie durch die zweiteilige Variante, wie im Modell dargestellt, ersetzt?

    Andi

  • Hallo,

    Gab es den überhaupt Loks die mit Heberleinbremse gebremst wurden?

    ich finde das oben stehende sind doch alles Haarspaltereien, es gab doch auch genug Loks (anderer Baureihen) die Bremsausrüstung für Saugluftbremse hatten aber selbst mit Druckluft gebremst wurden usw., da käme doch auch Niemand auf die Idee so ein Fass auf zu machen?

    Gruß Michael

    26305-signatur-def-jpg

  • ... Es geht um die Griffstangen an der Rückwand, links und rechts oben. Von historischen Aufnahmen kenne ich diese nur einteilig und abgewinkelt. Ab wann wurden sie durch die zweiteilige Variante, wie im Modell dargestellt, ersetzt?

    Hallo Andi,

    die zweigeteilten Griffstangen kennzeichnen neu gebaute Kohlenkästen. Sie wurden nach meiner Beobachtung ab Ende der 1980er bei notwendigem Ersatz des Kohlenkastens so ausgeführt. Ob und wann das bei den einzelnen Loks geschah, musst Du anhand von Fotos für jede einzelne Lok ermitteln, weil ein solcher Umbau auch ganz bestimmt nicht im Betriebsbuch vermerkt ist. Unsere 99 781 hat übrigens heute noch die geschwungene Form, wohl weil sie vor ihrer Zeit im Verkehrsmuseum Nürnberg keinen neuen Kasten mehr bekam. Die RüBB ließ beim Ersatz des Kastens 2011 dann die alten Stangen wieder anbringen.

    - da stellt sich mir aber irgendwie die Frage - die Loks hatten ein Bedienteil für die Heberleinbremse und das gehört ja zur Ausrüstung der Heberleinbremse. Gab es den überhaupt Loks die mit Heberleinbremse gebremst wurden? Wurde die Heberleinbremse überhaubt bei der VIIK neu im täglichen Betrieb benutzt? Fragen über Fragen...

    Hallo Thomas,

    mehr als eine Bedienkurbel und die notwendigen Rollen und Halter hat es auf den Loks nicht gegeben.
    Übrigens kenne ich keine einzige deutsche Lok, die tatsächlich mit einer Heberleinbremse verzögert wurde. Die Bedieneinrichtung, die ja auch für die Görlitzer Gewichtsbremse brauchbar war, hatten viele Loks auf Regel- und Schmalspur, nicht nur in Sachsen, sondern überall.
    Aber die Loks selbst waren wohl nie mit den Einrichtungen der Heberleinbremse selbst ausgerüstet, oder kennt Ihr Loks mit Reibrollen, Ketten und damit verbundenen Bremsgestängen?
    Lokomotiven wurden immer mit Wurfhebelbremsen, gelegentlich Spindelbremsen, Dampfbremsen, Saugluft-, Druckluft- und auch häufiger mit Gegendruckbremsen ausgerüstet. Die Heberlein- und Gewichtsbremsen waren dem Wagenpark vorbehalten. Die Heberleinbremse wirkte viel zu verzögert, so dass ein genaues Rangieren mit der Lok unmöglich wäre. Da wäre immer noch ein zusätzliches Bremssystem nötig gewesen. Also eine Zusatzbremse, die bei Druckluftbremsen ja seit Ewigkeiten Standard ist.

    Viele Grüße

    vom Dampfachim


  • Hallo Saarsachse,

    die Lokomotiven, auf Bilder zu sehen, wie I K; II K; III K; IV K und so weiter, auch die 1000 mm I M, hatten nur die Haspel zum Spannen oder Lösen der Leine also zur Bedienung der Bremse. Die eigentlichen Teile der Bremse befanden sich nur an den Wagen bzw. Rollfahrzeugen. Die Loks hatten maximal eine Dampfbremse und die für alle vorgeschriebene Handbremse. Vor vielen Jahrzehnten, ich war damals noch Lehrling, rief mir der Lokführer zu: "Geh mal an den kalten Regler" ich muss damals ziemlich erstaunt geschaut haben, er meinte die Handbremse. Von den Normalspurmaschinen her kannte ich ja nur die Zusatzbremse. Einer Lokführer im hohen Alter meinte, die Heberleinbremse hat niemand gebraucht. Auf den Strecken der Neubauloks waren wohl bis auf wenige einzelne Bahndienstwagen alle mit Saugluftbremsen ausgestattet. Im Bw Wilsdruff soll es Schlackewagen gegeben haben, die noch recht lange nur mit Heberlein gebremst werden konnten.

    MfG Helmut