Klingenberg-C. - Frauenstein Ausrichtung der Loks?

  • Glück Auf!

    Wenn man Fotos aus den letzten Betriebsjahren der Strecke nach Frauenstein anschaut, fällt auf das die Lokomotiven "verkehrt" also Tender voraus den Berg (das Gefälle zwischen Friedersdorf und Oberbobritzsch mal außer acht gelasssen) nach Frauenstein fuhren. Ab wann wurde das so gemacht? Schon mit Eröffnung der Linie nach Oberdittmannsdorf? Damit alle Loks des Netzes gleich herum stehen? Anderseits hat ja die VI K so eine Warntafel am Tender, die besagt die Loks nicht Rücken an Rücken zu kuppeln. Also muss es ja auch mal "gedrehte" Maschinen gegeben haben. Im Kenning Buch über das Wilsdruffer Netz ist von einer dreischienigen Drehscheibe in Klingenberg die Rede (die aber eigentlich, wenn sie zum Drehen der Schmalspurloks genutzt werden soll, vierschienig sein müsste), welche in den 1930er Jahren vorhanden gewesen sein soll?

    Und was für die Loks gilt, gilt ja auch für die Wagen. Solang die Trichterkupplung und Heberleinbremse haben, sind die ja eigentlich auch Richtungsgebunden, wie wurde das gehandhabt?

    Viele Grüße Kay

  • Hallo Kay,

    die Quelle kann ich leider auf die Schnelle nicht liefern, aber ich erinnere mich, vor vielen Jahren einmal gelesen zu haben (möglicherweise sogar im von Dir erwähnten Kenning-Buch), dass die Lokstellung auf der Frauensteiner Strecke ab ca. 1968 gedreht war (d.h. mit dem Tender voran bergauf nach Frauenstein gefahren wurde, um eine einheitliche Lokstellung im Wilsdruffer Netz und damit freizügige Tauschbarkeit der Loks zu erreichen). Zuvor kam es wohl mitunter auch vor, dass Loks „falsch herum“ im Stammnetz fuhren. Von einem solchen Fall auf der Strecke Löthain - Meißen wird u.a. im Schmalspur-Album zu dieser Strecke berichtet. Man kann das auch gut z.B. in den Ton-Pruissen-Filmen sehen: Auf älteren Aufnahmen fahren die Loks noch mit der Rauchkammer voran nach Frauenstein, in der Endzeit nicht mehr. Wie es mit den Wagen war, weiß ich nicht, habe mich das aber auch schon öfter gefragt.

    Viele Grüße
    Stefan

    Früher war alles damals ... ;)

  • Hallo, das Buch zur 99.64 spricht von 1966. Vorher hat man wohl eine kleine Drehscheibe zum Lok drehen auf einem Gleisanschluss irgendwo bei Meißen genutzt. Diese Möglichkeit gab es dann aber wegen Streckenstilllegung nicht mehr.


    Und viele Bilder zeigen Fahrzeuge mit Scharfenbergkupplung, da ist das Trichterkupplungsthema egal. Aber auch für 2 kurze/lange Trichterkupplungen gab es wohl entsprechende Möglichkeiten.

  • Glück Auf Kay

    Ich würde anhand der mir vorliegenden Fotos sagen das es so ab 1966 war , das die Loks Tender voran nach Frauenstein gefahren sind . Die vom Erzgebirgsnebenbahner erwähnte Drehung der Lokomotiven bei Meißen ( Anschluss bei Taubenheim ) ist richtig ( bis zur Streckenstillegung 1966 ) . Zum einen weil früher die Loks von Meißen Rauchkammer voran nach Wilsdruff gefahren sind und auch von Klingenberg bis Mohorn Rauchkammer voran gefahren wurde , und natürlich auch nach Frauenstein . Das von Stefan beschriebene ,,falsch herum,, fahren nach Löthain bzw Lommatzsch ist zu differenzieren , von Meißen eingesetze Loks fuhren wie ich beschrieben habe Rauchkammer voran nach Wilsdruff und Löthain . Zur Rübenkampagne sind die Wilsdruffer Loks aber meist Rauchkammer voran von Lommatzsch nach Döbeln gefahren . Ich vermute das mit Auflösung des Lokbahnhofes Meißen ( lange vor der Betriebseinstellung ) die Lokomotiven von Wilsdruff Rauchkammer voran nach Meißen , und Tender voran nach Löthain gefahren sind . ( daher auch viele Fotos aus Meißen , wo sich IV k und VI k gegenüber stehen ) Lommatzscher IV k sind bis auf eine mir bekannte Ausnahme immer Tender voran von Lommatzsch nach Meißen und Döbeln gefahren ! Ob und wie die von Dir beschriebene Drehscheibe in Klingenberg genutzt wurde zum drehen ist fraglich , zumal dreischienig macht keinen Sinn wie Du richtig erkannt hast . Die Warntafel an der VI k Loks wurde mit dem Umbau auf Scharfenbergkupplung nötig .

    Soweit meine Meinung dazu .

    Gruß Martin