Die Salzwedeler Kleinbahn in TTm

  • Hallo, in den letzten Tagen habe ich ein wenig gezeichnet und kann nun mein geplantes Projekt vorstellen.

    Ausgangspunkt ist der ehemalige Haltepunkt "Am Neuen Tor" der "Salzwedeler Kleinbahn" zu Schmalspurzeiten. Ich wohne quasi um die Ecke und als ich in einem Buch ein Foto entdeckt hatte, lies mich die Idee des Nachbaus nicht mehr los.

    Die Bahn ging 1900 als 1000mm-Bahn in Betrieb und wurde ab 1925 auf Normalspur umgebaut, was auch mit einer Änderung der Trasse einherging.

    Die Recherche stellt sich nicht so einfach dar, da es für diesen Abschnitt scheinbar kaum Unterlagen gibt. Doch dazu werde ich im Vorbildteil noch ein Thema aufmachen, um die vielen Fragen zum Vorbild diskutieren zu können.

    Für den Modellbau habe ich Bücher, Flurkarten, alte Pläne und erste Unterlagen aus dem Stadtarchiv als Grundlage genommen und den Bereich um den Haltepunkt maßstäblich auf Module gepackt. Weil es nur ein echtes Foto gibt, ist in ein paar Detail natürlich meine Fantasie mit eingeflossen. Aber zu den weiteren Gebäuden werde ich noch im Stadtarchiv suchen.

    TT ist mein "Hausmaßstab". Deshalb soll das ganze auch in 1:120 umgesetzt werden. Zeitraum 1910, oder 1914 (1914 kamen von der Stendal-Arneburger Kleinbahn ein paar Wagen nach Salzwedel, und diese sind gut dokumentiert).

    So, nun ein paar Bilder: Die Schmalspurstrecke verläuft von "Salzwedel-Neustadt" kommend (oben links) über den Haltepunkt "Am Neuen Tor" (Mitte) in Richtung Diesdorf (unten links).

    Dabei wird die normalspurige Strecke Salzwedel-Oebisfelde plangleich gekreuzt. Die Schutzweiche wurde eingebaut, da die Strecke aus Richtung Diesdorf im Gefälle liegt. Der ganze Kreuzungsbereich ist durch Signale gesichert.

    Hinter dem Haltepunkt befindet sich ein Anschluss zu einem Dampfsägewerk. In einer Beschreibung habe ich gelesen, dass dieser Anschluss ein Umsetzgleis hatte. Anhand der Flurstücksgrenzen könnte sich die Situation so dargestellt haben.

    Der Haltepunkt hat ein kleines Gebäude als Wartehalle/Gastwirtschaft und ein kleines Abortgebäude.

    Einfahrt aus Richtung Salzwedel-Neustadt

    Einfahrt aus Richtung Diesdorf

    Und so könnte es dann von oben aussehen. Module haben ja den Vorteil, sich mit anderen verbinden zu können. Deshalb sind an der Normalspurstrecke kleine Dreiecke angesetzt, welche an der Stirnseite ein Standard-Kopfprofil der TT-Bahner haben.

    Soweit ersteinmal zu meinen Plänen. Aber wie schon angedeutet, es gibt noch viel zu recherchieren beim Eintauchen in die Zeit kurz nach 1900.

    Gruß Jens

  • Hallo Jens,

    in der Sammlung gibt es ein altes Foto des Haltepunktes Neuetor:

    Rechts geht es nach Salzwedel Neustadt. Man beachte den Briefkasten links der zwei Fenster.

    Ein Vergleichsfoto zeigt die Ecke am 16. Juni 1963:

    Der Briefkasten hängt jetzt rechts. Im Gebäude sitzt die Tischlerei Krümmel.

    Grüße

    Manfred

  • Hallo M. Meyer und schon hat es sich gelohnt, das Projekt hier vorzustellen. :thumbup: Vielen Dank für die Bilder!

    Aufgrund des ersten Fotos hat dieses Projekt begonnen. Aber bei den Varianten, welche ich bisher kenne, konnte man die rechte Tür nicht mehr sehen, Selbst das, was ich jetzt vom Danneil-Musuem in Salzwedel erhalten habe, reicht nicht so weit rechts, war also abgeschnitten.

    Das Problem ist nämlich, und jetzt vermischen sich Modellvorstellung und Vorbildrecherche, ich habe aus dem Stadtarchiv in Salzwedel die Bauantragsunterlagen für das auf dem Foto zu sehende Gebäude. Geplant als Fachwerkbau (passend zu den anderen Gebäuden an der Strecke) mit anderen Tür- und Fenstereinteilung und wesentlich niedrigen Fenstern, ist es wahrscheinlich aber so nicht umgesetzt worden. Ein Schriftstück könnte man als Änderungsantrag entziffern. Die Handschrift ist aber so schlecht, dass ich es bisher eben nicht entziffern (lassen) konnte.

    Weißt Du, von wann das Foto ist?

    Geplant war links der Warteraum III. und IV. Klasse, in der Mitte der Billetraum und rechts Warteraum I. und II. Klasse. Spätere Zeichnungen sprechen immer von einer Gaststube. Leider konnte ich bisher auch nicht entziffern, was an der großen Tür links auf den Scheiben steht. genauso wie auf dem Schild an der Ecke. Und war die weiße "Banderole" an der Seite beschriftet?

    Schön auch das zweite Foto. Es existiert auf dem Gelände der ehemaligen Tischlerei Krümmel noch ein Feldbahnrest. Gleiches gilt für das Gelände des ehemaligen Sägewerks. Aber auf der Straße ist nichts zu erkennen, dass beide über die ehemalige Schmalspurtrasse miteinander verbunden waren. War ja auch nur so'ne Idee.

    Hast Du noch mehr Fotos aus dieser Ecke? Das Danneil-Museum konnte mir leider nicht weiter helfen.

    Tomek Die Strecke hat wirklich Potential. Wenn ich weiter Richtung Neustadt gehe, kommt zuerst der Altperverbahnhof als Trennungsbahnhof von Salzwedeler Kleinbahn und Salzwedeler Kleinbahn Südost, die ja beide bis 1921 eigenständig waren. Anschlussgleise gab es hier auch.

    Und in Salzwedel-Neustadt dann ein größerer Endbahnhof mit Rollbockgrube und außerdem Verlängerung der Gleise auf der Bahnhofstraße zur Zuckerfabrik Salzwedel mit erneuter Querung der Staatsbahn.

    Leide sind die Rollböcke wohl nur auf der Strecke nach Winterfeld bis zur Chemiefabrik gefahren und somit nicht "Am neuen Tor" vorbei gekommen.

    Gruß Jens

  • Hallo Jens,

    von Neuetor und Umgebung gibt es nur dieses eine Bild aus der Schmalspurzeit. Aufnahmedatum und Fotograf weiß ich nicht. Ich habe mal das Negativ gescannt:

    Es sieht so aus, als ob etwas auf der Banderole steht, aber es ist nicht zu erkennen.

    Grüße

    Manfred

  • Hallo Manfred,

    schade, aber Danke für die Mühe!

    Warum wurden denn fast nur Fotos von der Strecke nach Winterfeld gemacht? Selbst Gleispläne der Stationen auf dem Diesdorfer Ast existieren wohl nicht aus der Schmalspurzeit. Bleibt mehr Freiheit für Interpretation.

    (Wobei, ich habe ja lieber Fakten. Die tauchen sonst nämlich erst dann auf, wenn man mit bauen fertig ist. :)

    Grüße Jens

  • Hallo, die folgenden Bilder sind jetzt nicht TTm sondern stammen aus einer Zeit, als die Salzwedeler Kleinbahn bei mir als Gartenbahn unterwegs sein sollte.

    Die Planungen für diese Wagen waren schon weit vorangeschritten.

    Die Post-/Gepäckwagen (Nr. 24) ist im Original ein Zweiachser, es war nur kein passendes Fahrgestell zur Hand.

    Die langen offenen Wagen (hier Nr. 54) mit 10m Wagenkastenlänge finde ich sehr interessant.

    Und ein G-Wagen hat es sogar bis zur Fertigstellung geschafft.

    Jetzt muss ich mal nach meinen Zeichnungen suchen, um den Zug in klein bauen zu können.

    Gruß Jens