• Admin: Abgetrennt von RE: Heidekrautbahn: Abschied und Volldampf


    Es ist immer wieder überraschend, daß sich die Aufgabenträger im Nachhinein über die Kosten ihrer Entscheidungen wundern.

    1 Kilogramm Wasserstoff hat einen dreifach höheren Heizwert als Diesel. kostet aber gegenwertig 6 bis 8 mal mehr als Diesel. Selbst beim höheren Wirkungsgrad der Brennstoffzelle entstehen hier immer noch deutlich höhere Brennstoff-Kosten als beim Diesel.

    Ähnliche Erkenntnisse sammelte der VBB mit der S-Bahn der Baureihe 483/484. Dort wunderte man sich, daß mit der Einführung der Klimaanlagen der Energieverbrauch deutlich höher ausfiel, als zuvor bei der Baureihe 481.

    Mal sehen, ob ich es nächste Woche mal zur Abschiedsfahrt nach Schmachtenhagen schaffe. Die Schließung des Oberhavel Bauernmarkes um 2020 war den Fahrgastzahlen nicht gerade zuträglich.

    Viele Grüße

    Falk

  • Hallo Falk,

    deine Aussage "Ähnliche Erkenntnisse sammelte der VBB mit der S-Bahn der Baureihe 483/484. Dort wunderte man sich, daß mit der Einführung der Klimaanlagen der Energieverbrauch deutlich höher ausfiel, als zuvor bei der Baureihe 481." kann ich so nicht stehen lassen.

    Im Netz der S-Bahn Berlin gelten pro Zugverband Netzstromobergrenzen. Das ist schon seit Jahrzehnten so, mutmaßlich seit Anbeginn. Diese werden im Netz i.d.R. mit 4000 A vorgegeben, es gibt einzelne Abschnitte mit herabgesetzter Obergrenze. Technisch wird fahrzeugseitig ein Überschreiten ausgeschlossen. Das gilt für alle Baureihen, egal ob "Stadtbahner" von 1927, zuletzt BR 475 oder BR 483 / 484. Also alles gleich und dann gibt es da noch abweichende Sachverhalte. Ein Beispiel, es wird der Ring S41 / S42 seit Einführung der NSB (Neue S- Bahn Berlin) entsprechend der Besteller- Anforderung als Vollzug (4/4) gefahren ca. 4000 A. Zuvor fuhren dort die BR 480 und 481 als 3/4- Zug ca. 3000 A.

    Ob sich jemand gewundert hat, vermag ich nicht zu bewerten.

    Viele Grüße, Jörg

  • Hallo,

    Im Netz der S-Bahn Berlin gelten pro Zugverband Netzstromobergrenzen. Das ist schon seit Jahrzehnten so, mutmaßlich seit Anbeginn.

    Du verwechselt da was. Die Klimaanlage verbraucht dauernd Strom für ihren Betrieb, das hat mit der Oberstrombegrenzung überhaupt nichts zu tun.

    Als Vergleich, ein Doppelstockwagen verbraucht im Winter für die Klimaanlage+ Beleuchtung+ Batterieerhaltungsladung 20 KWh pro Stunde. Selbst wenn ein S-Bahnviertel weniger verbraucht, das kannst du ja Mal auf die Masse der Fahrzeuge hochrechnen was da an zusätzlicher Energie nun verbraucht wird...

    Was der Kollege Miriquidi schreibt ist sicher richtig, ich habe gehört er arbeitet beruflich in dieser Richtung und nicht nur gerade in der Putzkolonne. Vielleicht antwortet er ja noch.

    Toralf: Danke für den Bericht :thumbup:.

    Mfg TRO.

  • Ein freundliches Hallo,

    ich möchte den schönen Berichtsfaden zur NEB nicht zerschießen. Vielleicht ließe sich der Teil zur S-Bahn Berlin hier heraustrennen.

    Doch wenn ich hier etwas verwechslungsfrei klar stellen darf, tue ich das gerne. Die Netzstromobergrenze ist ein Netzzugangskriterium durch den Netzbetreiber. Dieser Wert ist, wie ausgeführt, benannt und baureihen- und zuglängenunabhängig gültig. Ja, die Klimaanlage der NSB läuft durchgängig, ob im Heiz- oder Kühlbetrieb. Da deren Energiebedarf tatsächlich ca. 4x über dem der BR 481 im Heiz- oder Lüftungsbetrieb liegt ist halt so. Den Gesamtstrom entsprechend der Obergrenze teilen sich im Fahrzeug der Antrieb und die Hilfsbetriebe. Dieses Verhältnis verschiebt sich zwischen den Baureihen. Bei der BR 481 werden dem Antrieb beim Anfahren also je Vz max. 900 A zugestanden, den Hilfsbetrieben ca. max. 80 A. Wie bei allen Baureihen davor ebenso. Bleibe ich im Vollzug unter den 4000 A. Bei den BR 483 und 484 ist dies entsprechend dem höheren Energiebedarf der Klimaanlagen verschoben. Hier liegt dieser ca. bei 250 A für alle Hilfsbetriebe. Somit kommt der Antrieb mit weniger aus. Durch ca. 25 Jahre Entwicklungsfortschritt (GTO zu IGBT) hat sich natürlich auch da etwas in der Energieeffizienz getan. Die NSB fährt sogar "gedrosselt" an (Hintergrund jetzt außen vor). Weitere Optionen der NSB den vollen Netzstrom je Zugverband zu nutzen, werden nicht mal ausgereizt.

    Ja, es wird kein Nullsummenspiel, aber wer das Eine möchte, muss das Andere wollen. Ich wollte lediglich den "deutlich" höheren Energieverbrauch relativieren.

    Viele Grüße