Rollbockbahn Material (Reichenbach unt. Bhf. - Oberheinsdorf)

  • Liebe Eisenbahnfreunde,

    nach über 25 Jahren wird es nun Zeit das Museum der Rollbockbahn in Oberheinsdorf neu zu gestalten. Da ich dafür verantwortlich bin, suche ich aktuell alles an Material zusammen, was wir haben. Ich bin mir sicher das es noch deutlich mehr gibt, da unser Verein aber nie groß Sachen digitalisiert hatte, ist da einiges auf der Strecke geblieben. Wenn ihr also Dokumente, Bilder, Informationen, Zeichnungen, Objekte o.ä. zur Rollbockbahn haben solltet, könnt ihr euch gerne melden!

    Unser Museum hat sich seit über 25 Jahren wenig verändert, es ist alles sehr liebevoll von Hand gemacht. Da vieles aber auch schwer lesbar und etwas chaotisch ist, werde ich die gesammelten Informationen und die Arbeit der letzten 25 Jahre nutzen und das ganze sauber und geordnet in schönen großen Tafeln und vielen Bildern aufarbeiten.

    Die zukünftige (noch leere) Museumsfläche könnt ihr hier schonmal digital sehen: https://rollbockbahn.com/360

    Wie gesagt, wenn ihr selbst noch Material habt, schreibt mir gerne hier oder per Mail. Über Anregungen/Ideen zum Museum freue ich mich natürlich auch!

    Liebe Grüße,

    Niklas

    Traditionsverein Rollbockbahn e.V.

    niklas-bohn@web.de

  • Liebe Eisenbahnfreunde,

    neben dem Museum ist unsere Lokomotive das Zentrum unserer Ausstellung. Diese wurde nach der Stillegung 1963 und ein paar harten Jahren Witterung in Klingenthal 1971 in Görlitz wieder in den "Auslieferungszustand" aufgearbeitet. Leider geschah das alles in einer Mangelwirtschaft mit fehlenden Referenzen, Vorlagen und Material. Mit der heutigen Technik sehen wir, das vieles an der Verkleidung von 1971 ausgedacht ist und mit dem Auslieferungszustand wenig zu tun hat. Es wurden unzählige Nieten erfunden, die Dachform ist falsch, selbst die Beschilderung entspricht nicht dem Original zB: aktuell [1M] statt im Original [IM].

    Ein Schild das bei uns fehlt ist das Typenschild. 1971 kam die Lok mit einem Aluminiumschild, auf dem die Zahlen zu flachen Blöcken gemacht und unsere Zahlen eingestanzt wurden. (siehe Bild)

    Dieses Schild war an der Lok befestigt und damit kam sie auch aus dem Harz nach Oberheinsdorf. Da die Lok durch Komplikationen nur falsch herum auf die Gleise in Oberheinsdorf abgeladen werden konnte, waren die Schilder plötzlich auf der Seite, die man nicht mehr sehen konnte (Nur eine Seite der Lok war beschildert).

    Nach und nach wurden die Schilder auf die sichtbare Seite ummontiert, doch das provisorische Typenschild ging dabei verloren. Niemand weiß wohin es gekommen ist. Natürlich ist das kein großer Verlust, da es sich ja nur um ein Provisorium handelt, dennoch ist es ärgerlich. Sie steht seither nur noch mit den nachgemachten Messingschildern im Museum.

    Je mehr ich mich jetzt mit der Lok, dem Aufbau, dem Original und den Änderungen beschäftigt habe, desto mehr ist auch der Wunsch gewachsen die Dinge zu verbessern. Da mich das Typenschild von Beginn an beschäftigt hat und es auch ein Fehlteil ist, habe ich mich daran gemacht das Schild nachzufertigen. Dafür habe ich mir einen Nachguss eines originalen Hartmann Typenschilds genommen, es auf den Scanner gelegt und begonnen in Illustrator die Buchstaben sauber nachzuzeichnen.

    Dann habe ich mit Hilfe der Maße des Nachgussschilds das ganze in Fusion aufgebaut

    Zum Schluss dürfen die Formschrägen und die Riffelung des Untergrunds nicht fehlen:

    Durch die wenigen Farbfotos die wir von unseren Lokomotiven haben wissen wir, das die Schilder aus Messing waren und somit zum Rest der Messing-Beschilderung passten. Leider bin ich mir bei den Zahlen noch nicht ganz sicher ob die Größe und Schriftart, die verwendet wurde, die richtige ist, da wir auch keine gute Aufnahme unserer ursprünglichen Typenschilder haben. Wahrscheinlich werde ich das noch etwas anpassen.

    Das Schild wird Anfang nächsten Jahres in Harz gedruckt und dann in Messing gegossen. Die anderen überarbeiteten Lokschilder werden auch folgen.

    Weiter Updates zur Museumsneugestaltung kommen bald!

    Liebe Grüße,

    Niklas :)

    Einmal editiert, zuletzt von Nic Bahn (12. Dezember 2025 um 23:06)

  • Hallo,

    Danke für die ganzen Informationen zum aktuellen Geschehen :thumbup:.

    Mir wurde vor zwei Wochen ein Original sächsischer Wasserkran angeboten. Könntet ihr den noch gebrauchen?

    Mfg TRO.

    Hallo TRO,

    das klingt auf jeden Fall spannend, hast du mal Bilder davon?

    Liebe Grüße,

    Niklas

  • Hallo,

    Nein, kann ich aber besorgen.

    Was möchte den der Eigentümer der Dampflok eigentlich für das Fahrzeug in der Zukunft? (Das VMD ist ja manchmal etwas "eigen" in seinen Vorstellungen, sage ich mal so...)

    Mir persönlich wäre sie im "Letzten Zustand" ohne Schutzdächer in schwarz-rot am liebsten... Die ganzen anderen auf "alt" getrimmten Loks passen eigentlich ja nicht so wirklich, angefangen bei der 17 1055, die immer noch 35 Jahre nach der Wende Phantasielokschilder trägt und vom "Sachsenstolz" wollen wir erst garnicht reden. Wie gut die "Hegel" in dem Bereich ist kann ich nicht beurteilen, da ist mir der Zustand der 94 2105 so eigentlich am liebsten, die ist einfach so wie sie zum Schluss abgestellt worden ist... um kurz abgeschweift zu sein.

    Mfg TRO.

  • Hallo,

    Nein, kann ich aber besorgen.

    Was möchte den der Eigentümer der Dampflok eigentlich für das Fahrzeug in der Zukunft? (Das VMD ist ja manchmal etwas "eigen" in seinen Vorstellungen, sage ich mal so...)

    Mir persönlich wäre sie im "Letzten Zustand" ohne Schutzdächer in schwarz-rot am liebsten... Die ganzen anderen auf "alt" getrimmten Loks passen eigentlich ja nicht so wirklich, angefangen bei der 17 1055, die immer noch 35 Jahre nach der Wende Phantasielokschilder trägt und vom "Sachsenstolz" wollen wir erst garnicht reden. Wie gut die "Hegel" in dem Bereich ist kann ich nicht beurteilen, da ist mir der Zustand der 94 2105 so eigentlich am liebsten, die ist einfach so wie sie zum Schluss abgestellt worden ist... um kurz abgeschweift zu sein.

    Mfg TRO.

    Gerne, ich bin gespannt.

    Das VMD hat selbst keinen Platz für die Lok, bzw. will sie nicht und ist froh das sie bei uns gut untergebracht ist. Den Punkt mit dem Deutsche-Reichsbahn-Zustand kann ich sehr gut nachvollziehen, so kannte man die Lok ja eigentlich nur. Die Lok ist ja in vielerlei Hinsicht ein Experiment und hat sich ja über die Jahre immer wieder verändert, das Dach ist ja nur die offensichtlichste Veränderung. Ich glaube an sich ist der Originalzustand schon der interessanteste, gerade weil es sich um einer Fairlie handelt (eine von 8 dieser Bauart weltweit), dann ist sie als einzige komplett umlaufbar, hat als einzige ein komplett überspannendes Dach und zudem noch Schienenräumer,Schutzbleche und ist somit eher einer Tram ähnlich. Es ist schon eine sehr exotische Lok. Später hat man diese Exotik dann langsam entfernt und sie sah mehr und mehr wie eine übliche Reichsbahn Lok aus. Ich glaube aber das es schon sinnvoll ist diese Exotik komplett und den Urzustand zu zeigen, da sie so designed wurde und ja mit dem Baujahr 1902 zu den wirklich alten sächsischen Loks gehört.

    Leider ist die Lok gerade so wie sie ist weder das eine noch das andere, sondern eher eine Interpretation aufgrund fehlender Materialien und Vorlagen. Darum werden wir uns bemühen die Lok so gut wie möglich zu erhalten, vielleicht sogar zu verbessern (Siehe Schilder z.B.). Ich glaube es sollte auch im Interesse des VMDs stehen keinen Fantasiezustand zu zeigen, sondern doch so nah am Original wie möglich zu sein. Das sollte sowohl der Anspruch eines VMs, als auch von uns als Verein sein. Die Farbe der Lok, der Rost, Lagerschaden(aus dem Harz) sind weiterere Punkte, aber da werden wir Gespräche führen müssen. Wir werden sehen was die Zukunft bringt, wir jungen Mitglieder sind jedenfalls voll engagiert und versuchen trotz Widerstand voranzukommen und alles Schritt für Schritt ein wenig besser zu machen. :)

    Liebe Grüße,

    Niklas

    2 Mal editiert, zuletzt von Nic Bahn (13. Dezember 2025 um 10:59)

  • Hallo Niklas!

    Danke für euer Engagement, mit dem ihr an "De Rollbock" lebhaft erinnert. Ehrenamtliche Arbeit kann nicht hoch genug wertgeschätzt werden. Auch ich bin fasziniert von dieser einzigartigen Schmalspurbahn in unserem Vogtland. Mit der KSG und ihrem E-Betrieb historisch gesehen zwei exotische Strecken, die ja einiges verbindet.

    Ich schaue mal im Archiv nach, ob ich was für euch habe, da melde ich mich bei dir.

    VG ausm Göltzschtal rüber ins Raumbachtal

  • Guten Morgen,

    ganz so kann ich die Aussage über die Aufarbeitung im RAW Görlitz nicht stehen lassen. Damals wurde schon nach den Originalunterlagen gebaut, letztlich sogar eine Pfeife montiert die nun inzwischen als "Fehlteil" gilt. Nur ein paar wenige Details ( Lüftungsklappen z.B. ) hat man dann aus Zeitgründen wegen der bevorstehenden Präsentation zum MOROP Kongress in Dresden nicht mehr geschafft.

    Die Lok weiterhin im Ursprungszustand zu zeigen ist gut, schließlich wird das VMD auch kaum einem Umbau zustimmen - das ist realitätsfern.

    Ein wenig habe ich bei der Entwicklung vom LGB Modell meine Finger im Spiel gehabt, Niklas - wenn Fragen sind kannst Du mich gern kontaktieren. Interessant ist auch die Nachfertigung der Schilder mit den heutigen Möglichkeiten, ich habe die Urmodelle für die Zittauer IV K 145 und die 99 731 noch konventionell gefertigt.

    Schönes Wochenende

    Gruß Wolfgang

  • Bei der Werner Poller Stiftung befindet sich diese I M....

    Vielleicht kommen beide mal zusammen???

    Eine Lokomotive auf Basis des IFA W50?! Diese befindet sich in einem Depot der Sammlung von Werner Poller. Gut zu erkennen sind das verwendete Fahrerhaus sowie die Achsen des W50. Zu Herkunft ist leider wenig bekannt. Die Lokomotive soll zu einem Stadtjubiläum der Stadt Zwickau von erfahrenen Handwerkern gebaut worden sein.

    Hier mal der Text als Zitat.

    Wobei die I M eher wenig Bezug zu Zwickau hat, eignete sie sich gut als Vorlage für diesen Umbau des W50.

    VG Gerd

  • Lieber Wolfgang,

    das ist wirklich sehr gut zu wissen. Auch Zeichnungen zu sehen ist toll, ich bin nicht davon ausgegangen, dass diese noch existieren. Ich habe dir mal privat geschrieben. Komplett frei wirkt die Kabine auch nicht, die Lok an sich ist sogar ziemlich komplett wenn man bedenkt was alles in Klingenthal gefehlt hat. Die haben in Görlitz wirklich gute Arbeit geleistet, gar keine Frage, aber gerade die Königlich Sächsische Verkleidung, besonders die Dachverkleidung ist wirklich nicht gelungen und hat wenig mit dem Original zu tun. Auch bin ich erstaunt, dass eins der Fahrgestelle nach dem Unfall kurz vor der Stillegung 1963 nur um knapp 5mm verzogen ist, entweder wurde da in Görlitz noch gerichtet oder der Schaden war gar nicht so schlimm. Schreib mir gerne, ruf mich an, was dir lieber ist. Ich freue mich von dir zu hören!

    Liebe Grüße,

    Niklas