Betrieb bei den Harzer Schmalspurbahnen 2026

  • Völlig egal ob die Sache nun Geld kostet oder nicht, aber diesen "Trauerzug" der Überführung der 99 6001 tue ich mir nicht an sorry. Aber dies muss jeder für sich selbst entscheiden. Die Lok wird in Gernrode im Exil für Jahre von der Bildfläche verschwinden. Okay ich bin kein Experte, aber mich irritiert dass es Lokomotiven wie die 99 7244 gibt wo bei der vorgesehenen HU nahezu alles - Kessel, Rahmen, Zylinder, Vorratsbehälter - neu gebaut werden müßte während man nun der "6001" welche über einen erst wenige Jahre alten Neubaukessel verfügt keine neue HU gönnt. Und bei der 99 5906 hat man vier Jahre teure Fahrwerksfrist verschenkt. Offenbar geht man davon aus dass es wegen der kommenden Betriebseinstellung auf der Selketalbahn für die 99 6001 kein geeignetes Einsatzgebiet mehr gibt......

    Die Krüppel-Krupp wird nicht gemacht, da sie für die schweren Brockenzüge nicht geeignet ist. Mit den Brockenzügen wird das Geld rein gefahren und auf der restlichen Strecke nicht.

    Das gleiche ist mit den Malletloks. Ja es sind schöne Maschinen, die auch ins Selketal und überall hinpassen, aber mehr als 4 Wagen können die auch nicht den Brocken hoch ziehen.

    Es wird immer alles teurer und ich gehe da bei der HSB mit. Lieber 1,5 Millionen Euro in eine Neubaulok stecken die für das ganze Netz und alle Fahrten (Bauzüge auch) zu gebrauchen ist, als für fast den gleichen Preis, eine Lok zu haben die du nur „bedingt“ einsetzen kannst.

  • Hallo,

    vorneweg: Ich habe die frühere Fahrzeugvielfalt auf der Selketalbahn geliebt und vermisse sie schmerzlich.

    Ich kann aber das Argument mit der flexiblen Einsatzfähigkeit der Neubaudampfloks (mit sehr viel Glück reiht sich ja irgendwann die 222 mit ein) komplett nachvollziehen. So sind z.B. für einen regulären Loktausch für Plantage u.ä. keine separaten (Leer-) Überführungsfahrten nötig, sondern es werden die Loks an den Planzügen einfach getauscht.

    Und selbst wenn die HSB die 99 6001 zukünftig noch für die Selketalbahn auf dem Zettel haben sollte, wäre es aktuell Quatsch sie jetzt machen zu lassen, dann würde sie eventuell zumindest einen Teil ihrer Fristen abstehen, während der anstehenden Streckensperrung.

    Viele Grüße vom Pollo und aus Berlin!

    -ALEX-

  • Moin!

    Hallo,

    selbst wenn nicht sind die Großen flexibler einsetzbar und man war mit den kleinen Loks im Selketal teilweise an der Grenze dessen was Sie ziehen konnten bzw. durften. Man darf nicht vergessen dass hier einerseits der Ramberg zu erklimmen ist und andererseits die hohe Fahrplangeschwindigkeit auf dem "Neubauabschnitt" nach Quedlinburg die Grenzlast einschränkt. Von den Präferenzen des Personals (weniger Schleuderneigung und größerer Führerstand) haben wir da noch gar nicht gesprochen.

    Kurzum, ich finde es auch schade, aber in der momentanen Situation nachvollziehbar.

    Gruß Michael

    Für die Selketalbahn hat die Schleppmasse der Lok 99 6001 in der Vergangenheit meist ausgereicht.

    Die Schleppmasse für die Strecke Quedlinburg – Gernrode beträgt bei 40 km/h 66 t.
    (Quelle: beim FKS versteckt)
    Das reicht für drei Personenwegen (ca. 15 t Wagenmasse) und einen Packwagen.
    Die Strecke ist für 50 km/h zugelassen. Der Fahrplan für Dampfzüge für die Strecke ist eh auf 40 km/h ausgelegt. Die „Neubauloks“ sind nur für 40 km/h zugelassen.
    Nur für Triebwagen ist der Fahrplan für die maximale Streckenhöchstgeschwindigkeit von 50 km/h bestimmt.

    Die Höchstgeschwindigkeit für die Strecke Mägdesprung – Sternhaus Ramnberg beträgt laut Seite des FKS 20 km/h.
    Daher ist laut FKS-Seite die Schleppmasse der Lok 99 6001 dafür auf 75 t festgelegt.

    Mein Wunsch:
    Lok 99 6001 wieder von früh bis abends im Plandienst auf der Selketalbahn mit einem auf 30 km/h ausgelegten Fahrplan.
    So lässt sich historische Eisenbahn und Landschaft genießen.

    Meiner Meinung nach ist die Selketalbahn eine Touristenbahn und keine Bahn für den Öffentlichen Personen-Nahverkehr (ÖPNV).
    Wer es eilig hat, um von A nach B zu kommen, der kann ja die häufiger verkehrenden Busse der Harzer Verkehrsbetriebe GmbH (HVG) nutzen.

    Ja.
    Die Neubauloks sind für alle Strecken brauchbar,
    Aber:
    Für d die Züge im Selketal sind die Loks überdimensioniert.
    Sie schleppen viel unnütze (Eigen-)Masse mit sich herum. Daher braucht die Lok 99 6001 für die gleiche Zugleistung weniger teure Steinkohle.
    Im Vergleich zu einer Malletlok oder zu Lok 99 6101 /99 61012 ist der Führerstand der 99 6001 wesentlich komfortabler.

    Da die HSB kaum ausreichend Loks (inkl. Notreserve) für die Brockenbahn hat, da liegt eine Hauptuntersuchung der Lok 99 6001 logischerweise auf Eis.

    In der Einsatzstelle Gernrode ist eigentlich genug Platz. Da kann die viele Jahre in Gernrode stationierte Lok 99 6001 doch erst einmal in Gernrode bleiben als Erweiterung des Museums „Anhaltische Harzbahn“.

    Grüße!

  • Haste eigentlich die Personale zur (ex NWE) 21 und zur Neubaulok gefragt?

    Der Heizer der 21 muß die Kohle beim Schippen Rückenunfreundlich vom Fußboden aufnehmen statt vom Schaufeltisch.

    Das Ausschlacken geschieht nicht über ein Kipprost sondern über eine Schippe aus der Feuertür über den Führerstand nach außen. Dabei muß er ungesunde Gase einatmen. Viel mehr wie beim Kipprostauschlacken bei einer Neubaulok. Und schwerer ist es zudem auch noch.

    Im Führerstand herschen höhere Temperaturen weil der Dampfsammelkasten und zwei Strahlpumpen im ansonsten geschlossenen Führerstand diesen unnötig aufheizen.

    Zur Kesselspeisung steht keine Mischvorwärmeranlage mit Kolbenspeisepumpe zur Verfügung. Daher unwirtschaschtlicher gegenüber einer Neubaulok.

    Durch die Schalenbahnräumer wird im Winter Flugschnee nicht genügend von den Achslagerunterkästen ferngehalten, so das diese öfter entwässert werden müssen. Neubauloks haben diese Schneeräumbahnräumer die besser dafür geeignet sind Flugschnee abzuhalten.

    Weiterhin hat diese Lok noch Querausgleichhebel im Laufwerk welche zur erhöhten Schleuderneigung führt und damit einen höheren Sandverblauch hat. Daher auch den Beiname Ballerina, weil sie während der fahrt tänzelt. Daduch klappern die im Führerstand hängenden Schürgeräte unnötig laut. Bei der Neubaulok liegen diese nicht klappernd auf dem li. Seitentender.

    Dann hat sie weniger Betriebsvorräte so das sie diese öffter ergänzen muß.

    Mein Fazit: Früher als große unter den kleinen Malletloks war sie akzeptabel. Aber im Vergleich zu einer Neubaulok ist letztere um Welten besser.

    Und wer meint das man Heutzutage so eine Krücke dem Peronal anbieten soll, der soll sich dann nicht wundern wenn das Heute keiner mehr will. Personale gibt es ja wie Sand am Meer.

    Der Brockenwirt hatte mal einen guten Spruch ausgehangen. Neue Gäste zu bekommen ist leichter als neues Peronal zu bekommen. Das gilt auch für die Bahn.

    Gut das der Krieg damals weitere Exemplare verhindert hat. Also ab ins Museum damit. Dazu ist sie gerade gut.

    Gruß von ganz oben, der Bergmensch. 🙋‍♂️

    Einmal editiert, zuletzt von Bergmensch (20. Mai 2026 um 14:29)

  • Guten Morgen,

    Bergmensch das sind für mich mehrheitlich lösbare Probleme.

    Das Aufnehmen der Kohle: Wäre doch machbar mit einem Schaufeltisch wie bei der Neubaulok, wenn es konstruktiv machbar wäre.

    Das Ausschlacken: In Zuge der HU ein Kipprost einbauen, konstruktiv auch kein Hexenwerk. Zumal das aber auch auf anderen Bahnen heutzutage noch mit Schaufel praktiziert wird.

    Das Führerhaus: Ist der Verteiler isoliert? Wenn nicht, einfach unsetzbar. Im Grunde das gleiche wie bei einer IV K. Das Befinden sich Verteiler UND zwei Strahlpumpen auch im Führerhaus.

    Die Schürgeräte: Einfach auch auf den Wasserkasten umlagern? Dann klapperts nicht so laut? Das ist eigentlich ein ganz schön lachhafter Beschwertepunkt :D

    Die Bahnräumer: Einfach tauschen gegen zwei große Bahnräumer? So als ganz wilde Idee auch wenn die Optik der Lok dadurch verändert wird.

    Und die Vorräte: Zeigt eigentlich das es für die Lok oder die Selketalbahn einen eigenen nicht auf ÖPNV und schnelle Verbindungen ausgelegten Fahrplan geben müsste. Das wäre aber in einer wirtschaftlich besseren Situation einfacher getan. Ansonsten finde ich diesen hier verbreiteten „Hass“ gegen die „Krüppel-Krupp“ irgendwie unnötig.

    Viele Grüße,

    Richard

  • Meckern die Sachsen eigentlich auch so herum wie die Harzer?

  • Guten Morgen,

    ich kann dieses Gemecker über dies und das nicht verstehen, bzw nur teilweise.

    Bin ich nun Meister bei einem modernen EVU dann erwarte ich auch moderne Annehmlichkeiten, wie Klimaanlage, Rückenfreundlicher Sitz und und und.

    Komme ich jetzt aber zu einer Bahn die als Attraktion mit Dampfloks fährt dann weiß ich doch das es härter ist, anstrengender und ich mache das doch aus heutiger Sicht weil ich da Lust zu habe. Moderne Traktion gibt’s an jeder Ecke, dann geh ich da hin.

    Die Neubaulok ist natürlich letzter Stand der Dampfloktechnik und in mancher Hinsicht ganz klar besser. Aber wie gesagt geht es bei einer Touristenbahn auch um Attraktivität und Vielfalt und das geht viel weiter als nur Leute und Güter zu fahren.

    Da fahre ich mit historischer Technik und ja da muss ich dann einfach so nehmen wie sie ist. Glücklicherweise gibt’s auch Menschen die sich deswegen bei so einer Bahn bewerben weil sie das machen wollen und mit Lok XY fahren möchten.

    Ein gutes Beispiel ist immer die RÜBB. Auch ein Sammelbecken verschiedener Fahrzeuge mit unterschiedlichen Leistungen, Vorratsgrößen und so weiter. Und dennoch ist man attraktiv als Arbeitgeber und befördert seine Fahrgäste pünktlich und zuverlässig. Und auch dort, Achim kann das sicher bestätigen, mag der eine die eine Lok mehr als die andere warum auch immer.

    Nur hab ich solche Sätze von Rügen, wie schieb mal die 53Mh ins Museum weil taugt eh nichts, noch nie gehört. Scheint mal wieder ein Harzer Problem zu sein.

    Ich jedenfalls finde dieses öffentliche Niedermachen von Fahrzeugen schrecklich aus den oben genannten Gründen. Zum Glück darf natürlich jeder seine Meinung dazu haben und der Bergmensch ist ja jemand mit Ahnung von der Dampflok. Aber mit Sicht auf die heutige Situation im Tourismus finde ich das so nicht mehr ganz passend.


    Tim 👋

  • Das die 21 die Gemüter spaltet, ist ja bekannt und ein alter Hut.

    Kommt halt drauf an, von welcher Seite man kommt.

    Wer von den Mallets kommt, freut sich über den größeren Führerstand, die Sitzmöglichkeit, das nicht auf dem Kohleberg stehen müssen (aus Heizersicht) und die leichtere Talfahrt hinter dem Ramberg.

    Wer von den „Großen“ kommt, stellt wiederum fest, was oben bemängelt wird.

    Und warum Krupp 8 Jahre später als die BMAG in der Konstruktion z.T. nicht berücksichtigt hat, was man bei den „modernen“ Fünfkupplern vorgemacht hatte, mag vielleicht daran liegen, dass hier der Besteller nicht die Staatsbahn, sondern eine Privatbahnen war. Ganz abgesehen davon handelt es sich ja auch um einen Prototyp. Ob die eigentliche Typserie nicht Verbesserungen aufgewiesen hätte, werden wir nie erfahren. Und warum mittlerweile IV K mit Kipprost herumfahren und die 21 nie einen bekommen hat, wahrscheinlich auch nicht.

    „Püppi“ war auf jeden Fall die Lok mit den meisten Kilometern im Streckendienst - was ihr 2019 auch laut der Zeitschrift „Steam Railway“ einen Weltrekord eingebracht hat.
    Und gerade, wenn man das obige liest, steckt da auch eine mächtige Leistung der Personale drinnen.

    Nachtrag: Und vielleicht kommt über den extrem sportlichen Umlauf, den die Lok jahrelang im Selketal gemacht hat, auch der Ärger her. Jeden Tag mit der 21 eine Laufleistung von 196 km, ab 2024 sogar 210 km täglich in einem äußerst strammen Plan abzureiten, dürfte nicht nur die Lok zunehmend verschlissen haben …

  • Nicht nur Vergleiche hinken. Ich denke, die Mehrzahl der interessierten Foristen ist über die konstruktiven Unterschiede/Nachteile der 6001 gegenüber den Neubauloks durchaus informiert. Im Lastenheft einer geplanten Serie bei Krupp stand damals der pauschale Ersatz der Mallet-Loks, bei der 99.23-24 die Beförderung langer und schwerer Brockenzüge. Ich frage mich angesichts mancher Aussagen hier, wie es die Personale in den letzten Jahrzehnten immer wieder geschafft haben, nach dem Dienst nicht tot vom Führerstand der 6001 zu kippen.

    Aber ab ins Museum – so weit so gut, den HSB stehen ja auch Triebfahrzeuge im Überfluss zur Verfügung, der Selketalfahrplan platzt aus allen Nähten...(im Gegensatz zu den in Wirklichkeit sehr gut gefüllten Restzügen auf dieser Strecke). Genauso lassen sich ohne die 6001 auch alle Personalprobleme im Handstreich lösen.

    Was machen dann z.B. die Kollegen auf Rügen? Die quälen sich mit den alten Klapperkisten vom Schlage Vulcan-Mh und Panzer über die Gleise – ohne nur im Ansatz daran zu denken, solche Schätze auf’s Altenteil zu schicken. Woran mag das liegen? Pflege des Erbes, Interesse an historischer Substanz, Information für nachfolgende Generationen oder vielleicht sogar Notwendigkeiten im Betriebsablauf? Kaum auszudenken. Ja ich weiß, HSB und Press, hinkender Vergleich siehe oben, aber muss man einer Einzelgängerin wie der 6001 soviel Verantwortung zuschreiben?

    Einer acht's, der andre betracht's, der dritte verlacht's, was macht's.

  • Das Planpersonal trauert um die 6001, was man so vom Hörensagen mitbekommt. Also kann die Kiste ja nicht so schlimm gewesen sein. Aber naja nun ist sie ja weg und die alten weißen Männer können sich freuen.