Zukunft der Dampfloks der Baureihe 58.30

  • Hallo,

    Ich habe viele Nachrichten über die 58 3047 gesehen, dass sie aufgearbeitet werden sollte. Mit ihr ist aber doch soweit ich weiß nicht passiert oder:/?

    Auch von 58 3049 fehlt mir einiges. Gibt es mit ihr in Zukunftspläne?

    Ich freue mich über jeden Hinweis!;)

    Schönen Abend!

  • Da passiert nichts mehr in puncto Betriebsfähigkeit. Mal bei der 3047 von den Eigentumsverhältnissen abgesehen wäre eine Aufarbeitung mit dem pflegeintensiven Dreizylindertriebwerk und der geringen V/max nicht sinnvoll. Bei der 3049 fehlen zudem noch Teile. Nichtsdestotrotz ist die Leistung der Wiederherstellung der 58 3049 wirklich hoch anzuerkennen. Zumindest sind so zwei Vetreter dieser Baureihe als Schauobjekte erhalten.

  • Ich fänds cool wenn eine davon laufen würde. Aber sind wir mal ehrlich. Was bringt es? Wie schon geschrieben, zu geringe V/max. Drei Zylindertriebwerk, leistungs technisch viel zu überdiemensioniert.

    Der Aufwand-Nutzen steht in keinem Verhältniss.

    Da ist die 35 1097 viel Flexibler und Wirtschaftlicher.

  • Hallo,

    Warum fragst du,wenn du es weisst? Machst du hier den Saarsachsen nach und suchst das Haar in der Suppe?

    Nein, ich frage nach was gemeint ist weil ich es nicht wirklich verstehe. Die Luftschläuche vielleicht zwischen Lok und Tender ?

    Eine Speisepumpe hat sie auch nicht

    Nein, wie kommst du darauf? Sie ist schon seit 1993 oder 1994 wieder dran.

    Hier noch der Text den ich zum 50- jährigen Jubiläum geschrieben habe:

    31.Oktober 1961- 31.Oktober 2011: "50 Jahre" 58 3049

    Am 31.Oktober diesen Jahres jährte sich die Endabnahme der 58 3049 im Raw "7.Oktober" Zwickau zum 50. Mal.

    Deswegen habe ich mich entschlossen kurz mal etwas zur Lok hier zur schreiben und den Stand der Musealen Aufarbeitung zu zeigen. Gebaut 1920 bei Hanomag in Hannover und als "Coeln 5617" in Dienst gestellt. 1925 in 58 1725 umgezeichnet und nach jetzigen Erkenntnissen von 1920 bis 1945 im Bw Lübbenau beheimatet gewesen, 1945 dann in Dessau, 1946 bis 1947 beim Kolonendienst im Bw Schöneweide im Einsatz, 1947- 1949 dann in Sangerhausen beheimatet. Anschließend bis zur Rekonstuktion in Gera im Einsatz gewesen.

    Vom 6.September bis 31. Oktober 1961 dann in bekannter Weise in Zwickau rekonstruiert, neuer Kessel, Rahmen vorgeschuht, neuer 4-achsiger Tender usw... . Ihr erster Einsatz erfolge von Riesa aus, dann Engelsdorf, Saalfeld, Gotha, Gera und schließlich Glauchau wo sie von 1975 bis zum 3. August 1981 im Einsatz war. Aufgrund noch vorhandener Kesselfristen wurde sie bis Anfang der 90er Jahre als Heizlok im Lokschuppen eingesetzt und entging so ihrer Verschrottung, ebenso wie die 58 3047 die allerdings auch offizielle Museumslok war. Aufgrund der in Glauchau vorhandenen Schuppenbauart "Potsdam" (typisch für Sachsen, 2 Stände pro Tor) bekam sie als Heizloktender einen 3T 20 von der Orginal- G12 "verpasst" damit der durch die kürzere Bauart bedingt danebenliegende Schuppenstand weiter benutzt werden konnte. Bei Bedarf wurde der Tender ohne Lok mit einer Kleinlok oder ASF zur Bekohlung gefahren und die Heizlok konnte derweilen weiter im Einsatz bleiben.

    Natürlich wurden beim Umbau zum Dampfspender etliche nicht mehr benötigte Teile oder Teile die im Weg waren entfernt. Kaum einer dachte damals das die

    Lok noch eine "Museale Zukunft" haben sollte. Trotzdem wurden GLÜCKLICHERWEISE viele Teile aufbewahrt, so zum Beispiel die Kuppelstangen von der ersten bis zur vierten Achse, ebenso wie die Bremsteile und die abgebrannte Bremswelle. Die fünfte Kuppelachse wurde ausgebaut und eingelagert um die Lok besser entschlacken zu können. Irgendwann wurde der Dampfspender nicht mehr benötigt und stand mit ungewisser Zukunft abgestellt.

    Im November 1992 kaufte der 1990 in Dresden gegründete Verein "Sächsischer Eisenbahnfreunde" schließlich den Dampfspender um ihn als Zeuge regionaler Eisenbahngeschichte zu erhalten. Eine Originale G 12 wäre den Beteiligten zwar lieber gewesen, aber eben nicht mehr zu bekommen und auch die 58.30 wurde 1972 für einige Wochen vom Bw Aue aus eingesetzt (58 3036) und somit war der regionale "Bezug" auch vorhanden ;o).

    Im Jahre 1992 wurde sie noch in das neue Domizil des Vereins nach Schwarzenberg gebracht und sie hatte damals (meines Wissens nach) sogar noch Kesselfristen, sie wurde aber nicht nocheinmal unter Dampf gesetzt. Wie schon oben erwähnt, verlor sie im Heizlokeinsatz ihren orginalen Tender, so sah sich der Verein nach passendem Ersatz um. Die 3049 war Zeit ihres Lebens nur mit einem Neubautender gekuppelt. Eine Ersatz für diesen zu bekommen wäöre damals kein großes Problem gewesen, aber da die 3047 bereits so einen hat, und die Reko eigentlich dafür bekannt war sämtliche

    4-achsigen Reichsbahntender einmal an ihr gehabt zu haben, viel die Wahl auf den Umbautender 2´2´T 32, der zuletzt mit 44 1623 gekuppelt war als sie Heizlok in Görlitz war (soweit ich weiß). Aus Ermangelung von Neubautendern bekam die Reko- 58er sämtliche 4-achsigen Tender der DR "verpasst" die greifbar und aufarbeitungswürdig schienen... :

    Altbau-2´2´T26, Neubautender, Wannentender (58 3003), Länderbahntender 2´2´T 31,5, Umbautender 2´2 T32 und 2´2´T34.

    Nochwas zum Umbau- Tender 2´2´T32. Er entstand aus dem 2´2´T 31,5 wie sie die Pr. P10 zum Beispiel hatte. Er bekam einen größeren Kohlenkasten um 10 statt 6 Tonnen laden zu können, ebenso wurden die ersten ca. 1,5 Meter des Tenders "Neu" gebaut um durch z.B. Werkzeugschränke in Einheitsbauform dem Personal vernünftige Arbeitsbedingungen zu geben. Gut erkennbar an der unteren Kante am Wasserkasten und an den fehlenden Nietenreihen. Dabei erhöhte sich auch auch der Wasserrauminhalt auf 32 m3. Ein weiterer Tender dieser Bauform ist im aufgearbeitetem Zustand lediglich noch an Hilbersdorf im SEM an der 44 1338 zu sehen.

    Im Jahre 1993 begann die Aufarbeitung der 58 3049 in Schwarzenberg, erste Erfolge waren der Einbau des Mischvorwärmers, der Windleitbleche und der Sandkästen... Alles weitere würde den Rahmen hier sprengen und mehrere Bände füllen ;o) ! Im Jahre 2011 konnte endlich das Fahrwerk vervollständigt werden was ohne die Hilfe externer Sponsoren nicht möglich gewesen wäre. Der lange Aufarbeitungszeitraum ist natürlich dahingehend geschuldet, das es auch noch andere und dringendere Projekte gibt im Verein, so das nur bei "Gelegenheit" eben dran gearbeitet werden kann.

    Natürlich sucht der Verein um den Einsatz der Lok dokumentieren zu können IMMER Fotos aus ihrer Betriebszeit, wobei natürlich die "Glauchauer" Zeit

    mit am besten Dokumentiert ist und die Einsätze vorher weniger. Oder eben aus der Zeit vor der Reko noch als 58 1725, da dürfte fast garnichts bildhaft dokomentiert sein.

    Anbei noch einige "Vorher-Nachher" Aufnahmen um den Zustand der Lok bei der Übernahme im Jahre 1992 und Heute zu dokumentieren. Bildautor: Ralph Mildner

    Bild von RK von 2024. Da im Fahrwerksbereich der Endanstrich noch fehlt hatte ich mal 2025 einen Arbeitseinsatz veranstaltet:

    Da auch innen lackiert worden ist, hat sich das natürlich hingezogen.

    Guter Nebeneffekt ist das man sich die Lok kennenlernt.

    Fast fertig.

    2026 soll es weiter gehen. Helfer sind wie in jedem Verein gerne gesehen.

    Noch Fragen dazu ?

    Mfg TRO.

  • Noch einmal kurz und allgemein zu den Reko58.30.

    Wegen dem Neubau und Rekoprogramm und Kapazitätsproblemen wurde schon bei der Rekonstruktion auf gerade mögliches und vorhandenes zurück gegriffen.Und so waren die 56 Stück rekonstruierten 58er Rekos mit 28er Neubautendern, mit 30er Wannen und mit 31,5er Preussentendern gekoppelt ausgeliefert im Betriebsdienst(Babelsberg konnte extra zur lfd.Neubau-Produktion für BR35/50 nur 30 Neubautender liefern!).Das restliche Tenderspiel kam dann in der Betriebszeit.

    Was ich hier nicht gelten lasse,ist das Argument der geringen Höchstgeschwindigkeit als Hemmnis für den erneuten Betrieb.Stichwort aktuell ,58 311, die ja bekanntlich noch langsamer fahren darf (G12alt 60/65kmh) und es erfolgreich tut. Na klar war die nach der 44er-rund 2000PS(die paar 43er ausgeklammert) zweitstärkste Güterzuglok der DDR Reichsbahn mit 1800PS nicht als Flachlandrenner sondern eben im Güterzug und Hügellanddienst daheim.Der Rekokessel gab dank höherem Druck und Temperaturen mehr Leistung frei,war dazu noch problemlos bis 25%überlastbar ohne Rohrlaufen und Undichtheiten.Kam also damit ohnehin fast an die 44er Leistungen heran.Unvergessen ihre Einsätze auch im P-Betrieb vor 2 vierteiligen Doppelstockeinheiten im Berufsverkehr und nicht selten mal mit echten 80kmh lt.Personal.

    Einmal editiert, zuletzt von RekoP10 (11. Februar 2026 um 22:15)