Nach nun gut fünf Jahren hat BRAWA endlich die Neuankündigung von 2020 ausgeliefert. Das Harzkamel ist in der überarbeiteten Variante verfügbar.
Ich stand vor der Frage, welche Variante ich kaufe: "Analog Basic+" oder "Digital Extra"? Wenn ich mich recht erinnere, dann stand bis zur Auslieferung auf der Webseite immer, dass die digitale Variante einen D&H-Sounddecoder, einen Pufferspeicher und digitale Kupplungen beinhaltet. Das wäre schon eine Überlegung wert gewesen, aber es zeichnete sich ab, dass das Schmalspurmodell keine Digitalkupplung besitzt. Nach Rücksprache mit dem Händler meines Vertrauens, meinte dieser, dass er die digitale Version gar nicht anbietet und bei dem Wunsch nach einem Digitalmodell einfach einen Decoder einbaut.
Da ich keinen weiteren Decoderhersteller in meinem Portfolio wollte und noch einen passenden ZIMO-Sounddecoder übrig hatte, habe ich mich dann, wie empfohlen, für die günstigere Version "Analog Basic+" entschieden. Den Pufferspeicher kann man ja vielleicht auch selbst nachrüsten.
Das Modell lag nun auf meinem Tisch und nach dem öffnen der gelben Schachtel zeigt sich ein sehr gut verpacktes Modell.

Ausgepackt gibt es auch nichts zu meckern. Es sieht wirklich sehr fein detailliert aus.


Für alle H0e-Fahrer gibt es die passenden Tauschachsen und Getriebeabdeckungen in zwei kleinen Klarsichtbeuteln.


Jetzt muß das schöne Modell nur geöffnet werden. Ich habe in die Anleitung geschaut und mich versucht daran zu halten. Ehrlich gesagt habe ich noch nie ein Modell gehabt, welches so schwer zu öffnen ist. ich habe zwischenzeitlich gedacht, ich zerstöre es komplett. Irgendwann hatte ich dann das Gehäuse ab, aber anders, als in der Anleitung in Einzelteilen. Ich hatte alle drei Teile der Aufbauten am Stück in der Hand und die liessen sich auch im abgenommenen Zustand nicht so einfach voneinander trennen.
Man soll den Führerstand in der Mitte einfach abheben. Das ist leichter gesagt, als getan und in der Anleitung steht auch irgendwie nicht beschrieben, dass der noch an Rastnasen mit den Vorbauten verbunden ist. Wenn man das nicht weiß und es sowieso schwierig abgeht, kann man da fast dran verzweifeln.

Hier sind die Stellen markiert und man muss die Vorbauten kurz vor dem Führerhaus leicht nach innen drücken, damit das Gehäuse freigegeben wird. Zusätzlich zu den mit "click" in der Anleitung beschriebenen Bodenbefestigung. Wenn das Gehäuse abgenommen ist, ist der Blick auf das Innenleben frei. Die Inneneinrichtung des Führerstandes ist sehr schön gemacht. Um möglichst viel Gewicht zu bekommen, ist es aus Metall und eine kleine LED ist in der Deckenstrebe eingelassen.

Links und rechts befinden sich unter den Vorbauten zwei Platinen.

Eine mit PLUX22-Schnittstelle, in der sich ein analoger Brückenstecker befindet. Um dort einen Decoder einzustecken, muß man das FPC-Kabel aus dem Stecker entfernen und dann die Schraube darunter lösen. Dann lässt sich die Platine anheben und der analoge Brückenstecker gegen einen Decoder tauschen.



Die Anleitung ist wirklich vorbildlich gemacht. Es wird erklärt, welche Funktionsausgänge was schalten und mit welchen Werten die passenden CVs programmiert werden müssen.
Auf der anderen Seite ist eine weitere Platine, die mit dem Lautsprecher verbunden werden kann. Hier war ich dann etwas irritiert, weil ich hinter dem Kürzel: "Loksound vorbereitet" auf der Webseite von BRAWA etwas anderes erwartet hatte. In der Anleitung kann man schön sehen, dass dort eine kleine Plastikwanne ist, in die ein vermutlich 10x15mm "Zuckerwürfel" eingelegt wird und sich dann mit den beiden Lötpads auf der Rückseite der Platine verbindet. Unter "Loksound vorbereitet" hätte ich gedacht, dass zumindest die kleine Plastikwanne vorhanden ist. Stattdessen ist da nichts...

Ich dachte zuerst an einen Fehler und fragte bei meinem Händler nach. Nein, das sei völlig normal, dass sich dort nichts befindet. Somit bedeutet "Loksound vorbereitet", dass man an den Lötpads der Platinen einen selbst gekauften Lautsprecher anlöten kann. Bei Decodern ist ja häufig ein Lautsprecher dabei und diesen kann man dann mit einer kleinen Schallkapsel direkt unter die Platine kleben. Da die Version von BRAWA sehr elegant ist, habe ich beim Ersatzteilservice nach der Lautsprecherwanne und den zwei Schrauben als Ersatzteil gefragt. Die Antwort kam sehr schnell und kurz: "die .. Ersatzteile bieten wir nicht an". Aha....
Weiter bin ich noch auf die Suche nach den Pufferspeichern gegangen und klar, bei der Analog Basic+ Version. sind die nicht vorhanden, aber man müßte ja zumindest sehen, wo die normalerweise Platz hätten. Ich habe diesen nicht gefunden und festgestellt, dass bei der 199.8 auf der Homepage nichts mehr von digitaler Kupplung und Pufferspeicher steht. Ich bin mir sehr sicher, dass das die letzten Jahre während der Ankündigung noch dort stand. Dann habe ich mir ein Normalspurmodell angeschaut und dort wird der Pufferspeicher beworben. In der Anleitung kann man dann diesen auch sehr schön auf der Platine entdecken. Allerdings sieht die Lok in der Normalspurvariante ganz anders aus. Das ist eine durchgängige Platine und Decoder und Lautsprecher sind auf und nicht unter der Platine. Da hat sich also im Laufe der Zeit bis zur Auslieferung dann doch noch der eine oder andere Unterschied ergeben.
Jetzt lohnt sich dann aber ein sehr nüchterner Blick auf die beiden Varianten "Basic+" und "Digital Extra" des Harzkamels:
Basic+ UVP: 269,90€
Digital Extra UVP 469,90€
Wenn ich nichts übersehen habe, bekomme ich in der Digital Extra-Version für den Aufpreis von 200,-€ einen Sounddecoder, einen Lautsprecher, eine Lautsprecherhalterung und zwei Schrauben.
Grüße
Marco