[PL] Das Pommersche Schmalspurnetz im Sommer 2025

  • Hallo zusammen,

    In der letzten Augustwoche 2025 war ich mit meiner Frau mal wieder ein paar Tage an der polnischen Ostsee. Diesmal lautete das Ziel Mielno. Dort wollten wir bereits im Herbst 2023 Urlaub machen, den aber ein tragischer Zwischenfall zunichte machte und wir bereits am ersten Tag wieder die Heimreise antreten mußten. Diesmal sollte es aber gelingen. Auch ein wichtige Lücke bei der Spurensuche im ehemaligen Meterspurnetz konnte ich endlich schließen.

    In den kommenden Tagen lade ich euch nun auf einen mehrteiligen reichlich bebilderten Reisebericht ein. Hier schon mal eine Vorschau, was euch erwartet:

    1. Mielno - Partymeile, Fisch und Fischbahn
    2. Im Bahnbetriebswerk Koszalin umgeschaut
    3. Mit dem Touristenzug von Koszalin nach Rosnowo
    4. Rosnowo und die Rückfahrt nach Koszalin
    5. Auf Rasengleisen nach Mielno - Die ehemalige Kleinbahn Güdenhagen - Groß Möllen
    6. Lost Place - Bahnhof und Hauptwerkstatt des pommerschen Schmalspurnetzes in Resko
    7. Von Resko nach Płoty und Epilog

    Und damit komme ich auch gleich zum ersten Teil dieser Beitragsreihe und der Bahn mit der kleinsten angetroffenen Spurweite:

    1. Mielno - Partymeile, Fisch und Fischbahn

    Auch wenn Mielno an sich recht schön ist, wer Ruhe und Erholung sucht ist dort definitiv falsch. Der Ort ist eher für junges Party-Publikum geeignet, das sieht und hört man leider auch. Erst vor Ort lasen wir in einem Reiseführer, daß Mielno auch Ballermann der polnischen Ostsee genannt wird. Die ältere Fraktion, der ich mittlerweile leider auch schon angehöre und dies auch deutlich merke, ist in den Orten um Rewal wesentlich besser aufgehoben.


    Die fast menschenleere Strandpromenade von Mielno zur Hauptsaison täuscht. An diesem Tag war richtig heftiger Sturm, man konnte sich kaum auf den Beinen halten. Gewöhnlich ist hier und in den angrenzenden Straßen von früh bis in die Nacht eine große Partymeile und kaum ein Durchkommen.


    Mielno (bis 1945 Groß Möllen) liegt zusammen mit dem Ortsteil Unieście, dem früheren Ostseebad Nest, auf einer etwa 10 km langen und 500 m breiten Nehrung zwischen der Ostsee und dem Jamno-See.


    Viele Bootsstege befinden sich am Jamno-See, die heute fast ausschließlich touristisch genutzt werden. Bis auf einen, denn wer genauer hinschaut ...


    ... wird darauf ein Gleis entdecken.


    Von den Lagergebäuden einer Fischereigenossenschaft führt ein Lorengleis auf den Bootssteg. Mit einer Lore wurde der Fang von den Fischerbooten zur Verarbeitung in die Halle gefahren. Die Bahn ist etwa 80 m lang und hat eine Spurweite von 600 mm. Leider wurde nicht nur die Bahn stillgelegt, auch die Fischereigenossenschaft hat aufgegeben.


    Den aggressiven Hund (Text auf dem Schild) habe ich nirgends gesehen, dafür scheint das Schilf sehr aggressiv zu wachsen. Das Gleis in Richtung Steg war komplett mit Schilf zugewachsen und gar nicht fotografierbar.


    Zwei Jahre zuvor war das noch möglich und auch die Fischerboote, die jetzt schrottig im Schilf liegen, waren noch am Steg festgemacht. Ob die Bahn aber zu diesem Zeitpunkt noch in Betrieb war?


    Den fangfrischen Fisch gibts allerdings immer noch, gesichtet an einem der vielen Fischgeschäfte in Unieście. Im gebratenen Zustand ist er mir aber dann doch erheblich lieber und wurde auch reichlich in den folgenden Tagen verzehrt.

    Im nächsten Teil gehts dann auf 40 cm breiterer Spur weiter.

    Viele Grüße
    Toralf

    3 Mal editiert, zuletzt von Toralf750 (9. Februar 2026 um 16:34)

  • Im nächsten Teil gehts dann auf 40 cm breiterer Spur weiter.

    Hallo Toralf,

    diese Ankündigung erzeugt Erwartungen, bitte lass uns nicht zu lange warten. Solcherlei Berichte wie diesen liebe ich, auch wenn es sich dabei um mir eigentlich völlig unbekannte Lokalitäten dreht.

    Wobei, hier habe ich zumindest eine sehr flüchtige und winzig kleine Beziehung: anno 2000 (meine Güte, wie lange ist das her?) habe ich eine der damals sehr beliebten und in diesem Fall auch bestens organisierten und inhaltlich wertvollen Studienreisen zum Thema Danzig und Masuren mitgemacht, die fast drei Wochen dauerte und an die ich mich noch heute sehr gerne erinnere. Die letzte Etappe führte uns von Łeba nach Kołobrzeg zur dortigen letzten Übernachtung in Polen, bevor es zurück nach Deutschland ging, und auf der recht gemächlichen (Reise)Busfahrt auf damals noch nicht ausgebauten Straßen quer durch das weite Land konnte ich mit dem "geschulten Eisenbahn-Suchblick" des Eisenbahnfreundes die eine oder andere querende Schmalspurstrecke sichten, und m. E. n. war das durchaus an nicht wenigen Stellen der Fall. Allerdings sahen die meisten dieser Gleise bereits damals ziemlich tot, ungepflegt und vergammelt aus.

    Zu einer weiteren Reise nach Pommern, was heute sicher ungleich einfacher als damals wäre (zu der Zeit war Polen z. B. längst noch kein EU-Mitglied!), ist es leider aus verschiedenen Gründen nie gekommen, die da wären die Entfernung, meine nicht vorhandenen polnischen Sprachkenntnisse und letztlich auch meine "Pomadigkeit", was dies angeht. Jetzt ist vermutlich leider noch viel mehr von den damaligen Resten dieser Bahnen verschwunden, und deshalb bin ich umso gespannter auf Deine weiteren Berichte.

    In der Hoffnung, mit diesen Zeilen nicht gelangweilt zu haben, liebe Grüße!


    Beste Grüße aus dem Bergischen Land

    Thomas

  • 2. Im Bahnbetriebswerk Koszalin umgeschaut

    Heute lade ich euch zu einem kleinen Rundgang durch das Schmalspur-Bw in Koszalin ein. Da Fahrzeuge nicht ganz so mein Ding sind, hab ich nicht jedes einzelne Gefährt separat fotografiert. Man möge es mir nachsehen.

    Px48-3901

    Die seit 2021 wieder betriebsfähige Schlepptenderdampflok zieht an ausgewählten Tagen den Touristenzug. Die Lok wurde 1951 bei FABLOK Chrzanów mit 750 mm Spurweite als Px48-1749 gebaut. 1969 wurde sie auf Meterspur umgespurt und war danach als Px48-3901 in fast allen Betriebswerken des pommerschen Netzes im Einsatzes.


    Px48-3908

    Ähnliche Geschichte: 1953 mit 750 mm Spurweite als Px48-1779 in Chrzanów gebaut wurde die Lok 1971 auf Meterspur umgebaut und erhielt ihre heutige Nummer. Zuletzt Mitte der 1980er Jahre in Koszalin im Einsatz wurde sie nach ihrer Ausmusterung 1989 vor dem Eingang des Bahnbetriebswerks in Szczecinek zusammen mit zwei Güterwagen als Denkmal aufgestellt. 2022 wurde die Lok zurück nach Koszalin geholt und wartet auf ihre Aufarbeitung.


    Px48-3910

    1953 als Px48-1763 mit 750 mm Spurweite in Chrzanów gebaut, erfolgte 1973 die Umspurung auf Meterspur. Zuletzt bis Mitte der 1980er in Ińsko im Dienst, wurde die Lok danach als Denkmal vor dem Eingang ihrer Geburtsstätte bei FABLOK in Chrzanów aufgestellt. Seit 2014 ist die Lok in Koszalin und dient als Ersatzteilspender.


    Tx7-3502

    Das wohl wertvollste Stück der Schmalspurbahn erblickte 1927 bei den Vulcan-Werken in Stettin das Licht der Schienenwelt und war bis Ende des zweiten Weltkriegs bei der Saatziger Kleinbahn in Daber, dem heutigen Dobra im Einsatz. Nach dem Krieg war die Lok abwechselnd in Gryfice, Dobra und zuletzt in Ińsko beheimatet, wo sie 1974 aus dem Inventar der PKP gelöscht wurde. Danach stand sie viele Jahre im Eisenbahnmuseum Gryfice und wurde 2022 nach Koszalin geholt. Perspektivisch soll die Lok betriebsfähig aufgearbeitet werden, wozu man nur ganz viel Erfolg wünschen kann.


    Lyd2-05

    Die Lok wurde 1981 bei Faur in Bukarest gebaut und an die 1000mm-Werkbahn des Zementwerks Opole geliefert, wo sie bis zur Einstellung der Bahn 2011 im Einsatz war. Ich hab sie dort selbst noch erlebt und fotografiert. 2013 kam die Lok nach Koszalin, ist betriebsfähig und kommt vorwiegend vor Arbeitszügen oder im Bw-Verschub zum Einsatz.


    MBxd2-225 und Lxd2-468

    Neben dem betriebsfähigen Triebwagen MBxd2-307 (Faur, 1985), der im Lokschuppen stand, ist noch der nicht betriebsfähige Triebwagen MBxd2-225 vorhanden. Der 1986 von Faur gebaute 750mm-Triebwagen war auf der Schmalspurbahn Opalenica im Einsatz, wo ich ihn selbst erlebt und fotografiert habe. Nach der Stillegung der Kleinbahn Opalenica kam das Fahrzeug 1996 nach Ełk und erhielt dort die abweichende blau-weiße Lackierung. Auch dort habe ich den Triebwagen fotografiert. 2014 kam der Triebwagen nach Koszalin und hat die Drehgestelle mit MBxd2-304 getauscht, der jetzt als 750mm-Fahrzeug in Nowy Dwór Gdański im Einsatz ist. Alles sehr kompliziert ...

    Viel einfacher: Lxd2-468 wurde 1981 bei Faur in Bukarest gebaut und war bis zur Betriebseinstellung 2001 in Dobra im Einsatz. 2014 kam die Lok als Ersatzteilspender nach Koszalin.


    Lxd2-476

    Die Lok wurde 1983 bei Faur gebaut und war in Ińsko, Białogard, Gryfice und in Dobra im Einsatz. 2009 kam die Lok nach Koszalin, ist aber aktuell nicht einsatzfähig.


    Wagenpark

    Von den rumänischen Personenwagen sind Bxhpi 4323, 4318 und 4323 vorhanden, davon ist aber nur der erste aufgearbeitet und betriebsfähig. Zusätzlich steht der Anfang der 1990er Jahre gebaute Touristenwagen 4214 mit Polstersesseln zur Verfügung, der von Gryfice übernommen wurde. Ergänzt wird der Personenwagenpark durch drei aus Güterwagen umgebaute Sommerwagen. Fotos der betriebsfähigen Wagen seht in den Beiträgen zum Touristenzug nach Rosnowo.

    Auch ein paar Güterwagen und Bahndienstfahrzeuge sind vorhanden, die ich aber nicht einzeln fotografiert habe. Auch fehlen mir dazu geschichtliche Informationen. Hinzu kommen noch etwa 20 Rollwagen, davon einige betriebsfähig und kommen auch bei Fotozügen mit aufgerollten Normalspurwagen zum Einsatz.


    Schneepflug, Gepäckwagen, gedeckter Güterwagen und ein Wrack eines rumänischen Personenwagens.


    Zwei offene Güterwagen, ein gedeckter Güterwagen und ein rumänischer Personenwagen.


    Ein letzter Blick auf das Depot der Schmalspurbahn Koszalin.

    Eine Lok fehlt natürlich noch in der Aufstellung. Das ist die betriebsfähige Lxd2, die planmäßig den Touristenzug bespannt und sich bereits auf dem Weg zum Bahnsteig gemacht hat.

    Lxd2-475

    1983 bei Faur in Bukarest gebaut war die Lok in Gryfice, Ińsko und Dobra im Einsatz, bevor sie 2013 nach Koszalin kam.


    Hier kommt der Zug gerade aus dem Depot ...


    ... und fährt zum Bahnsteig. Nach dem Umfahren gehts dann als Touristenzug nach Rosnowo. Davon dann mehr im nächsten Teil.

    Viele Grüße
    Toralf

  • Hallo Toralf,

    du gibt's dir immer sehr viel Mühe mit deinen Beiträgen, da wollte ich mal Danke sagen. Weißt du (oder andere hier) was das für ein Dampflokrahmen auf dem Rollfahrzeug ist? Sieht nach was älteren aus, weil Barrenrahmen oder?

    VG Kay

  • Hallo!

    Das ist die zweite Bahnlinie, an die ich mich erinnere, die komplett zerstört wurde. Ich bin sie noch 2001 zu Zeiten der PKP gefahren, dann kam der Niedergang. Der Fuhrpark wurde teilweise abtransportiert. Was übrig blieb, wurde gestohlen, das Lokomotivdepot geplündert. Am Bahnhof blieben die Wracks von zwei Lxd2, einige Waggons und die verlassenen Mauern des Lokschuppens zurück, und im Wald bei Rosnowo wurden etwa 7 km Gleise gestohlen. Bald darauf wurden auch die Lxd2 verschrottet. Und dann tauchte Paweł Gajdzica auf – ein 12-jähriger Junge, der beschloss, die Bahn zu retten. Anfangs schauten ihn alle mit einem Lächeln an. Denn was kann schon ein Kind ausrichten? Heute ist Paweł Ingenieur im Eisenbahnwesen, hat drei eigene Kinder – die Bahn verfügt über mehr als ein Dutzend fahrtüchtige Fahrzeuge, repariert selbst Dampflokomotiven und fährt in der Sommersaison planmäßige Touristenzüge zum See in Rosnowo. Vor 20 Jahren hätte niemand gedacht, dass es so kommen würde. Ich freue mich, dass Koszalin als einer von zwei noch funktionierenden Abschnitten des ehemaligen großen Netzes der Pomorska KD überlebt hat.

    Mit freundlichen Grüßen

    Paweł


    P.S.

    Paweł ist weiterhin Vorsitzender des TKKW.

    Paweł Gajdzica: zachęcam do spędzenia majówki z koszalińską wąskotorówką
    Paweł Gajdzica, prezes Towarzystwa Koszalińskiej Kolei Wąskotorowej był gościem porannego „Studia Bałtyk”. W rozmowie z Anną Popławską mówił o przygotowaniach…
    prk24.pl
  • 3. Mit dem Touristenzug von Koszalin nach Rosnowo

    Wie immer ganz am Anfang meiner Beiträge ein wenig Streckengeschichte.

    Von 1897 bis 1909 entstand zwischen Köslin (Koszalin), Belgard (Białogard), Bublitz (Bobolice) und Pollnow (Polanów) ein 142 km langes Schmalspurnetz mit 750 mm Spurweite. In Klammern sind die seit 1945 verwendeten Ortsnamen angegeben.

    Nach dem zweiten Weltkrieg wurde das ganze Netz sowie fast alle umliegenden Regelspurstrecken als Reparationsleistung von den Sowjets abgebaut. Ein ganze Region lag brach. Von 1948 bis 1950 wurden mit Ausnahme der Strecke Manowo (Manow) - Polanów (Pollnow) alle Strecken wieder aufgebaut. allerdings in Meterspur. 1952 wurde die 6 km lange Neubaustrecke Rarwino (Rarfin) - Lepino Trójkąt (Leppin Dreieck) eröffnet und so eine Verbindung mit dem großen pommerschen Meterspurnetz hergestellt, das nun eine Ausdehnung von fast 600 km hatte.

    Nach 1990 begann der Stern des Netzes zu sinken. In den folgenden Jahren wurde eine Strecke nach der anderen Strecke stillgelegt, 1995/1996 zerfiel das Netz in 3 Teilnetze. DIe Schmalspurbahn von Koszalin stellte 2001 endgültig den Betrieb ein. Der letzte Personenzug fuhr am 2. September, der letzte Güterzug am 12. September. Die Strecke verfiel in einen Dornröschenschlaf und im Laufe der Zeit wurden mehrere Kilometer Schienen gestohlen.

    2005 übernahm der Verein Towarzystwo Koszalińskiej Kolei Wąskotorowej TKKW die Strecke von Koszalin bis Rosnowo und arbeitete an der Wiederbefahrbarmachung. 2008 konnten die ersten Züge bis Bonin fahren, 2009 wurde Manowo erreicht. Das schwerste Stück Arbeit lag aber noch vor dem Verein, denn auf dem folgenden 8 km langen Abschnitt bis Rosnowo fehlten knapp 6 Kilometer Gleise. Fast 15 Jahre nach der Einstellung erreichte am 29. Juni 2016 der erste Zug wieder Rosnowo und damit das große Naherholungsgebiet um den dortigen Stausee.


    Nun aber einsteigen.


    Lxd2-375 mit dem Personenzug nach Rosnowo vor dem stattlichen Kleinbahnempfangsgebäude, in dem sich auch die Fahrkartenausgabe und eine Ausstellung zur Geschichte der Bahn befindet. Der Zug fährt in den Sommermonaten an den Wochenenden. In den Sommerferien wird von Mittwoch bis Sonntag gefahren, an den Wochenenden dann sogar zwei Zugpaare. Darüberhinaus gibt es zahlreiche ganzjährige Sonderfahrten. Den Fahrplan findet ihr auf der Webseite des Vereins: https://waskotorowka.koszalin.pl/rozklad-jazdy/


    Der Kleinbahnhof befindet sich versetzt zum Normalspurbahnhof, dessen südliche Ausfahrt man hier im Hintergrund sieht. Für den Fußweg von etwa 500m zwischen beiden Bahnhöfen sollte man mindestens 10 Minuten einplanen.


    Ausfahrt mit Volldampf ... ähm Volldiesel aus dem Kleinbahnhof Koszalin. Pünktlich zur Abfahrt riss der Himmel auf und den Rest des Tages sollte die Sonne scheinen. In diesem Sommerurlaub mit Temperaturen von maximal 10 - 15 Grad waren auch Sonnenstrahlen selten.


    Im Stadtverkehr der Großstadt Koszalin hat man keine Chance, den Zug zu verfolgen. Am südlichen Stadtrand kurz vor Kretomin gelang dann die nächste Aufnahme mit "Bahndammbegleitgelb".


    Im Koszaliner Vorort Kretomin gelang dann das Foto bei der Kreuzung mit einer stadtautobahnähnlichen Einfallstraße. Ein Andreaskreuz und Dauertröööööten reicht natürlich völlig aus. Kaum vorstellbar, daß hier bis 2001 Kesselwagenzüge mit Kerosin für den Flugplatz Zegrze Pomorskie gefahren sind.


    Am Haltepunkt Bonin, an dem gerade der Bahnsteig neu gemacht wird, steigen sogar zwei ältere Fahrgäste zu, die den Zug offenbar als reguläres Verkehrsmittel benutzen. Auf der Strecke von Gryfice an die Küste ist mitunter ähnliches zu beobachten.


    Der ehemalige Abzweigbahnhof Manowo (früher Manow) hat ein repräsentatives Empfangsgebäude. Im früher fünfgleisigen Bahnhof trennten sich die Strecken nach Pollnow (heute Polanów) und Bublitz (heute Bobolice). Wir folgen letzterer.


    Auf einem der verbliebenen 3,5 Gleise stehen zwei normalspurige Schotterwagen auf Rollwagen für Bahndienstzwecke. Auch in Fotogüterzügen werden diese gerne eingestellt.


    Kurz vor Rosnowo wird es nochmal richtig spannend. Die Strecke führt dort über den Staudamm der Talsperre Rosnowo und überquert dort zuerst das Überlaufwehr und kurz darauf das Wehr für den Kraftwerkskanal, hier zu sehen. Zum Stausee Rosnowo und dem Wasserkraftwerk schreibe ich im nächsten Beitrag noch ein paar Zeilen.


    Der Zug ist in Rosnowo angekommen und kippt seine Ladung Passagiere aus.


    Der Zug endet heute am Übergabegleis des ehemaligen Heizkraftwerks am südlichen Bahnhofsende. Bis 2001 wurde dieses über die Schmalspurbahn mit Kohle versorgt.


    Früher hielten die Personenzüge etwa 150 m weiter nördlich. Das Bahnhofsgebäude steht hinter dem Stationsschild, ist aber in der hohen Vegetation komplett unsichtbar.


    Nach Ankunft umfährt die Lok den Zug und muß dafür bis auf das Kanalwehr fahren.


    Schmalspuridylle pur!


    Zum Schluß dieses Beitrags noch ein Blick in den fast original erhaltenen rumänischen Personenwagen. Im Neuzustand hatten diese jedoch noch Gepäckablagen über den Sitzen und Gardinen an den Fenstern. 3 Tage später bin ich dann in diesem Wagen auch mitgefahren.

    Im nächsten Teil stelle ich euch dann kurz Rosnowo und den Stausee vor und dann gehts zurück nach Koszalin. Die Rückfahrt verzögert sich allerdings um etwa eine Woche, die nächsten Tage bin ich bei meiner Mutter im Erzgebirge.

    Bis dahin viele Grüße
    Toralf

  • EM295 Deine Frage kann ich leider nicht beantworten. Mir ist der Rahmen noch nicht einmal aufgefallen. Fahrzeuge sind halt nicht so mein Ding, da hab ich keinen Blick dafür. PKP-modelarz Aber welche Px48 sollte das sein? Es fehlt ja praktisch keine Lok. Oder mußte für die Px48-3901 ein neuer Rahem gefertigt werden und das auf dem Rollwagen ist der alte?

    Stoker Eine beeindruckende Geschichte von einem beeindruckten Jungen bzw. Mann. Ich war im 1994 das erste mal in Koszalin und bin von dort über Świelino nach Białogard gefahren. Bis 2001 folgten einige weitere Besuche. Ich habe noch die regulären Güterzüge und auch die Kesselwagenzüge erlebt. Zwischen meinem letzten Besuch 2001 und dem nächsten Besuch lagen dann aber 24 Jahren!!!

    Viele Grüße
    Toralf

  • Hallo Toralf,

    aus dieser spitzen Ansicht ist es kaum nachvollziehbar, was für ein Rahmen hier rumsteht. Gibt es ggf eine Seitenansicht? Mir scheint, es sei ein Vierkuppler. Die Steuerwelle mit Aufwerfeisen für eine Kuhn'sche Schleife deutet auf Px. Der Rahmenabschluß ist für eine Px allerdings recht schmal. Wenn in der Statistik (ich bin kein Statistiker, eher der Techniker) keine Lok fehlt, scheidet die Px wahrscheinlich aus. Dennoch handelt es sich hier um eine vergleichsweise moderne Lokomotive (Barrenrahmen), die offensichtlich als Schlepptenderlok gebaut wurde.

    Das man die angebauten pommerschen Netze in Meterspur aufgebaut hat, lag daran, daß meterspurige Betriebsmitel vorhanden waren. Dazu sind andere meterspurige Strecken abgebaut und als Kleinspurnetze mit neuen Fahrzeugen aufgebaut worden (bspw. die Schmiegeler Kreisbahn). So war es möglich- die von den Reparationen betroffenen Regionen wieder schnell zu erschließen.

    Viele Grüße Christian

  • Hallo Leute,

    bei dem Rahmen handelt es sich um die Px48-1911 aus Rogow, die im dort ansässigen Einmannbetrieb eigentlich seit 2021 aufgearbeitet werden sollte. Während der Tender schon halbwegs fertig zu sein schien, hat sich an der Lok selber anscheinend seit Jahren nichts getan. Auf eine betriebsfähige Dampflok kann man da in Rogow wohl noch lange warten.

    VG Felix