[PL] Das Pommersche Schmalspurnetz im Sommer 2025
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Von diesem Projekt habe ich gelesen, es aber recht illusorisch eingeordnet...
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Hallo
Nach 1990 begann der Stern des Netzes zu sinken. In den folgenden Jahren wurde eine Strecke nach der anderen Strecke stillgelegt, 1995/1996 zerfiel das Netz in 3 Teilnetze. DIe Schmalspurbahn von Koszalin stellte 2001 endgültig den Betrieb ein. Der letzte Personenzug fuhr am 2. September, der letzte Güterzug am 12. September. Die Strecke verfiel in einen Dornröschenschlaf und im Laufe der Zeit wurden mehrere Kilometer Schienen gestohlen.
Im Sommer 2001 verkehrte noch ein weiteres Zugpaar, das an den Wochenenden die Einwohner von Koszalin in etwa fünf Stunden nach Rosnow brachte. Der normale tägliche Verkehr wurde wie bei anderen Schmalspurbahnen in Polen Anfang Juni mit der Änderung des Fahrplans eingestellt. Sie wurden von einem solo fahrenden Wagen MBxd2 bedient. Zusammen mit einer Gruppe von Freunden vereinbarten wir mit der Bahnleitung, dass am Tag unseres Besuchs, also am 30. Juni, die Zugverbindung bis nach Świelino, dem damaligen Endbahnhof der Koszalińska KD, verlängert werden sollte, wo noch einen Monat zuvor planmäßige Züge verkehrten. Auf der Strecke Rosnowo – Świelino fuhren nur Eisenbahnliebhaber mit dem Zug, und wir hielten an, um Fotos zu machen. Als ich Toralf750 Worte über den letzten Personenzug am 2. September auf der Bahnlinie las, wurde mir klar, dass ich mit dem letzten oder einem der letzten Personenzüge gefahren sein könnte, die weiter als bis Rosnowo fuhren.
MBxd2-303 auf der Brücke bei der Ortschaft Krępa Koszalińska. Das Fahrzeug befindet sich derzeit auf der tschechischen Eisenbahn JHMD und ähnelt eher einem U-Boot als einem Produkt der rumänischen Fabrik FAUR.bei dem Rahmen handelt es sich um die Px48-1911 aus Rogow, die im dort ansässigen Einmannbetrieb eigentlich seit 2021 aufgearbeitet werden sollte. Während der Tender schon halbwegs fertig zu sein schien, hat sich an der Lok selber anscheinend seit Jahren nichts getan. Auf eine betriebsfähige Dampflok kann man da in Rogow wohl noch lange warten.
Das ist der Rahmen von Px48-1911. Dort gibt es offenbar große Probleme seitens Rogów im Zusammenhang mit der Finanzierung des Projekts. Daher geht die Reparatur nur sehr langsam voran und manchmal kommt sie überhaupt nicht voran.
Mit freundlichen Grüßen
Paweł -
Hallo zusammen,
ich habe den Eindruck, daß der Beitrag über die Fahrt des Touristenzuges von Koszalin nach Rosnowo aufgrund der Px48-Rahmendiskussion etwas untergegangen ist. Wer diesen übersehen oder verpasst hat, hier nochmal der Direktlink:
BeitragRE: [PL] Das Pommersche Schmalspurnetz im Sommer 2025
3. Mit dem Touristenzug von Koszalin nach Rosnowo
Wie immer ganz am Anfang meiner Beiträge ein wenig Streckengeschichte.
Von 1897 bis 1909 entstand zwischen Köslin (Koszalin), Belgard (Białogard), Bublitz (Bobolice) und Pollnow (Polanów) ein 142 km langes Schmalspurnetz mit 750 mm Spurweite. In Klammern sind die seit 1945 verwendeten Ortsnamen angegeben.
Nach dem zweiten Weltkrieg wurde das ganze Netz sowie fast alle umliegenden Regelspurstrecken als Reparationsleistung von den Sowjets abgebaut.…
Toralf75031. Januar 2026 um 21:57 Nun folgt aber die Kurzvorstellung von ...
4. Rosnowo und die Rückfahrt nach Koszalin
Das alte Dorf Rosnowo (bis 1945 Roßnow) liegt etwa 1 km nördlich bzw. nordöstlich vom Bahnhof direkt am Rand ausgedehnter Waldgebiete an Fluß Radew (bis 1945 Radüe). In den Jahren 1909 bis 1922 entstanden an diesem Fluß zwei große Wasserkraftwerke bei Nedlin (heute Niedalino) und Hassenmühle (heute Jagielno). Am östlichen Rand von Roßnow wurde ein Staudamm errichtet sowie ein Kanal, in dem das aufgestaute Wasser der Radüe zum Kraftwerk Hassenmühle geführt wurde. Aufgrund der aufgestauten Radüe versank die 1905 eröffnete Schmalspurbahn in den Fluten des Stausees und wurde über den Staudamm umtrassiert. Bei Niedrigwasser der Talsperre ist die alte Brücke über die Radüe noch erkennbar, Stoker berichtete darüber.
Der Stausee Rosnowo hat eine Länge von etwa 10 Kilometern. Ganz rechts hinten im Bild erkennt man das Überlaufwehr des Staudamms, über den auch die Schmalspurbahn seit 1922 führt.
Vom Staussee führt ein 2662 m langer Kanal zum Kraftwerk Jagielno, das eine Leistung von 3,2 MW hat.Ein weiteres bedeutendes Kapitel in der Geschichte von Rosnowo stellt der ab 1952 errichtete Militärflugplatz in Zegrze Pomorskie dar. Aus dem kleinen Dorf mit reichlich 200 Einwohnern wurde eine Stadt mit fast 3000 Einwohnern. Direkt am Bahnhof Rosnowo entstand eine Militärstadt mit eigenem Heizkraftwerk, das über die Schmalspurbahn mit Kohle versorgt wude. Der Flugplatz selbst erhielt ein Anschlußgleis und wurde neben Kohle auch mit Kerosin versorgt. Die speziellen Kesselwagen entsanden in der Hauptwerkstatt Resko, die ich in Kürze noch vorstellen werde, aus Rollwagen und Kesseln von Normalspurwagen. 2001 wurde der Flugplatz geschlossen und im Jahr darauf die Militäreinheit aufgelöst. Heute ist Rosnowo aufgrund des Stausees ein beliebtes Ausflugs- und Urlaubsziel mit Hotels, Ferienparks und Campingplätzen
Zur Erinnerung an die militärische Vergangenheit und den Militärflugplatz wurde 2010 im Zentrum ein MIG21 als Denkmal aufgestellt. Nun aber schnell zum Bahnhof ...
Dort wartet bereits Lxd2-475 mit dem Zug zurück nach Koszalin.
Gleich hinter dem Bahnhof wird wieder das Wehr des Kraftwerkskanals überquert und dann geht die Fahrt über den Staudamm.
Im Wald zwischen Rosnowo und Manowo.
Durchfahrt durch den früheren Abzweigbahnhof Manowo.
Nochmal die beiden Schotterwagen auf Rollwagen.
Kleine Fotospielerei hinter Manowo
Zwischen Manowo und Bonin zeigt sich die ganze Schönheit Pommerns: Wälder, Felder, sanfte Hügel, klare Seen und mittendrin die Schmalspurbahn.
Am Haltepunkt Kretomin werden die Vororte der Großstadt Koszalin erreicht.
Nochmal die Kreuzung mit der vierspurigen Stadtschnellstraße, die mit lautem Dauertrööt passiert wurde.
Mitten durch fast endlose Plattenbaugebiete geht es zum Kleinbahnhof Koszalin.
Der Zug wird ins Bw gedrückt, Feierabend für heute. Schnell noch ein Schnappschuß mit dem Empfangsgebäude.Im nächsten Teil begeben wir uns auf normalspurige Kleinbahngleise mit einer sehr wechselvollen Geschichte.
Viele Grüße
Toralf -
Hallo
Ein weiteres bedeutendes Kapitel in der Geschichte von Rosnowo stellt der ab 1952 errichtete Militärflugplatz in Zegrze Pomorskie dar. Aus dem kleinen Dorf mit reichlich 200 Einwohnern wurde eine Stadt mit fast 3000 Einwohnern. Direkt am Bahnhof Rosnowo entstand eine Militärstadt mit eigenem Heizkraftwerk, das über die Schmalspurbahn mit Kohle versorgt wude. Der Flugplatz selbst erhielt ein Anschlußgleis und wurde neben Kohle auch mit Kerosin versorgt. Die speziellen Kesselwagen entsanden in der Hauptwerkstatt Resko, die ich in Kürze noch vorstellen werde, aus Rollwagen und Kesseln von Normalspurwagen. 2001 wurde der Flugplatz geschlossen und im Jahr darauf die Militäreinheit aufgelöst. Heute ist Rosnowo aufgrund des Stausees ein beliebtes Ausflugs- und Urlaubsziel mit Hotels, Ferienparks und Campingplätzen
In der Anfangszeit wurden für den Transport von Flugkraftstoff zum Flughafen in Żegrze Schmalspur-Tankwagen der Armee verwendet. Diese Fahrzeuge waren jedoch in den 70er Jahren verschlissen. Dies stellte ein Problem dar, da die Industrie zu dieser Zeit keine Schmalspur-Güterwagen für die Spurweite 1000 mm herstellte, die die alten Tanks ersetzen konnten. Es war eine Zeit, in der man versuchte, den gesamten Güterverkehr auf Normalspurwagen auf Rollwagen umzustellen (außer vielleicht dem Transport von Zuckerrüben, der mit Schmalspur-Kohlewagen durchgeführt wurde) .
Dem Militär sagt man jedoch nichts ab – insbesondere in einem sozialistischen Land. In den Werkstätten der Schmalspurbahn in Resko wurden 9–10 Schmalspur-Rollwagen mit 2-achsigen Normalspur-Tankwagen verbunden. Auf diese Weise entstand ein völlig neuer Zug für den Transport von Brennstoffen, der anschließend an das Militär verkauft wurde:
Die Waggons standen auf einem speziellen Nebengleis in der Nähe des Lokdepots am Bahnhof Koszalin Wąsk. Das Gelände gehörte nicht der PKP, sondern der Armee. Dort befand sich eine Anlage zum Umfüllen von Kraftstoff aus Normalspur-Tankwagen auf Schmalspur-Tankwagen. Der Kraftstofftransport wurde bis zum Ende der Tätigkeit der PKP in Koszalin, d. h. bis September 2021, durchgeführt. In letzter Zeit verkehrte der Zug mit Brennstoff einmal im Monat. Es handelte sich wohl um die letzten Gütertransporte, die auf dem Netz der Pommerschen Schmalspurbahn stattfanden. Im Jahr 2002, nachdem die PKP den Verkehr in Koszalin eingestellt hatte, gelang es noch, diesen Tankzug zu fotografieren. Bald darauf wurden sowohl die Tanks als auch das Nebengleis mit der Umschlaganlage vom Militär verschrottet.Paweł
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5. Auf Rasengleisen nach Mielno - Die ehemalige Kleinbahn Güdenhagen - Groß Möllen
… oder die 4 Leben der Kleinbahnstrecke nach Mielno.
Um es vorweg zu nehmen, wer auf diesen Rasengleisen fahren möchte, kommt leider zu spät. Die bisher saisonal betriebene Strecke wird aktuell komplett saniert und fitt für einen modernen SPNV gemacht.
Wie immer, bevor es Bilder gibt, ein wenig Streckengeschichte. Und die ist in diesem Falle sogar richtig spannend. Aber ich versuche mich kurz zu fassen.
1905 eröffnete die 5,1 km lange normalspurige Kleinbahnstrecke von Güdenhagen an der Hauptbahn Köslin – Kolberg nach Groß Möllen an der Ostsee. Der Betrieb wurde jedoch von der Preußischen Staatsbahn abgewickelt und die Züge fuhren alle von und nach Köslin durch. Dies erwies sich als viel zu teuer und so wurde nach alternativen Betriebsmöglichkeiten gesucht. 1913 geriet die Kleinbahn endgültig in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Bereits 1911 nahm die Straßenbahn von Köslin nach Güdenhagen entlang der Chaussee den Betrieb auf. So entschied man, die Kleinbahnstrecke zu elektrifizieren und ins Straßenbahnnetz zu integrieren. Gleichzeitig wurde die Strecke von Groß Möllen nach Ostseebad Nest verlängert. Im Juli 1913 nahm die Kösliner Stadt- und Strandbahn den Betrieb zwischen Köslin und Ostseebad Nest auf. Auf der nun 14 km langen Strecke verkehrten die Züge teilweise im 20-Minuten-Abstand. In den 1930er Jahren sank das Fahrgastaufkommen immer weiter. Gleichzeitig wären größere Investitionen notwendig geworden. Daher entschied man, den Betrieb 1938 einzustellen und durch Busse zu ersetzen. Die Gleise wurden jedoch nicht abgebaut.
In Mielno stehen mehrere Schautafeln über die Geschichte der Kleinbahnstrecke. Davon habe ich diese beiden Bilder der Endstation Ostseebad Nest (heute Unieście) abfotografiert.Nach 1945 kam das Gebiet zu Polen und aus Köslin wurde Koszalin, aus Güdenhagen Mścice und aus Groß Möllen Mielno. Die ursprüngliche Kleinbahnstrecke kam zu den Polnischen Staatsbahnen PKP, die den Verkehr wieder aufnahm und mit Dampf- und später mit Dieselloks durchführten. 1989 wurde die Strecke nach Mielno zum zweiten mal in ihrer Geschichte elektrifiziert, zum Einsatz kamen Elektrotriebzüge der Reihe EN57. Doch bald nach der Wende sank das Reisendenaufkommen und der Verkehr wurde im Herbst 1994 eingestellt.
Doch der Kleinbahnstrecke ist nach 14 Jahren Pause ein 4. Leben vergönnt. Anfang 2008 übernahm der Kreis Koszalin neben der Schmalspurbahn nach Rosnowo auch die brachliegende Strecke nach Mielno. In den polnischen Sommerferien (etwa Mitte Juni bis Ende August) fahren seitdem Ausflugszüge von Koszalin an die Ostsee mit verschiedenen angemieteten Dieseltriebwagen. Im Sommer 2025 erfolgte eine erhebliche Ausweitung des Angebots und von Mai bis September fuhren bis zu 13 Zugpaar täglich. Wie bereits eingangs erwähnt, wird die Strecke aktuell für einen modernen ganzjährigen SPNV grundsaniert.
Triebwagen SA103-010 kommt am 26.08.2025 von Koszalin in Mielno an. Das ehemalige Empfangsgebäude wird heute als Wohnhaus genutzt.
Bereits 2 Tage vorher am 24.08.2025 fotografierte ich diese ähnliche Szene mit einem kleinen Teil der wartenden Fahrgäste. Die Züge werden tatsächlich sehr gut genutzt.
Links neben dem Triebwagen erkennt man das 2024 neu errichtete Bahnhofsgebäude von Mielno, das Fahrkartenausgabe, Touristinformation und Gepäckaufbewahrung bietet. Auf der anderen Seite des Gebäudes befindet sich die ebenfalls neue Haltestelle der Busse, in die barrierefrei umgestiegen werden kann. (24.08.2025)
Abfahrt von SA103-010 nach Koszalin in Mielno am 26.08.2025, rechts das frühere Bahnhofsgebäude.
Am 28.08.2025 fotografierte ich in Strzeżenice SA103-010 auf der Fahrt nach Mielno.
Hier durchfährt der Triebwagen die ehemalige Haltestelle Strzeżenice. Schön sieht man hier die Fahrleitungsmasten der früheren Elektrifizierung der Strecke. Ob diese die gerade laufende Streckensanierung überleben?
SA103-010 nach Koszalin durchfährt am 28.08.2025 die ehemalige Haltestelle Strzeżenice. Selbst der moderne Triebwagen kann die Kleinbahnidylle nicht verderben.
Am 29.08.2025 erreicht SA103-010 von Koszalin gleich den Bahnhof Mielno. Das Foto entstand bei strömenden Regen mit Schirm ... typisch für den Sommer 2025.
Der Triebwagen verläßt auf den alten Gleisen schwankend und quietschend den Endbahnhof Mielno in Richtung Koszalin. Ein paar Wochen müssen diese noch durchhalten, im Frühjahr 2026 startet der Betrieb auf frisch sanierten Gleisen.Zum Schluß noch ein kleiner Blick auf die Relikte aus der Klein- und Straßenbahnzeit. Leider habe ich mit Ausnahme einer Wandrosette an der früheren Molkerei nichts gefunden. Nur die alte Triebwagenhalle am Bahnhof Mielno hat überlebt und wird, stark umgebaut und kaum noch als solche zu erkennen, heute als Pension genutzt.
Die ehemalige Triebwagenhalle von hinten am 26.08.2025.
Ansicht von vorn (Süden) am 29.08.2025, an der Giebelseite befanden sich früher die beiden Toreinfahrten. Rechts im Hintergrund steht das alte Bahnofsgebäude.
Schwankend verläßt der Triebwagen Mielno ... ein Video wäre hier schön gewesen. Und Tschüß!Viele Grüße
Toralf -
Moin Toralf,
ein toller Bericht, ich bin begeistert !
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Hallo zusammen,
ich möchte euch nun auf eine Reise in die Mitte des einst knapp 600 km langen Pommerschen Schmalspurnetzes einladen. In den kommenden zwei Beiträgen stelle ich euch die interessante Eisenbahngeschichte der Stadt Regenwalde / Resko vor. Leider ist die Reise heute nur noch mit Bus oder Auto möglich, denn ein Zug fährt hier schon seit einigen Jahren nicht mehr.
6. Lost Place - Bahnhof und Hauptwerkstatt des pommerschen Schmalspurnetzes in Resko
Als erste Bahnstrecke nach Regenwalde, dem heutigen Resko, wurde 1893 eine normalspurige Zweigstrecke der Hauptbahn Stettin - Kolberg von Piepenburg aus eröffnet. 1895 kam von Norden die Meterspurstrecke von Kolberg über Roman und Mühlenbruch hinzu. Beide Linien trafen sich im ersten Bahnhof Regenwalde, dem späteren Regenwalde Süd. In den Jahren 1903 - 1907 eröffneten weitere Normalspur- und Schmalspurlinien und der neue Knotenbahnhof Regenwalde Nord entstand. Die Schmalspurbahn zum Südbahnhof wurde hingegen aufgegeben.
Um keine Romane schreiben zu müssen, auf die ihr sowieso keine Lust habt diese zu lesen, habe ich mal eine Zeichnung zur Eisenbahngeschichte dieser Stadt gemacht. Falls Fragen sind, einfach fragen.
Die Eisenbahngeschichte der Stadt Regenwalde / Resko.Bereits 1945 wurde die Strecke von Regenwalde Süd nach Piepenburg von den Sowjets als Reparationsleistung abgebaut. In den folgenden Jahrzehnten wurden nach und nach auch alle anderen Bahnlinien eingestellt und 1999 verließ der letzte (Güter)Zug die Stadt Resko. Mittlerweile sind alle Strecken abgebaut.
Im heutigen Teil möchte ich euch den Schmalspurbahnhof und die Hauptwerkstatt vorstellen, die ich am 24.08.2025 besuchte. Im nächsten Teil folgt dann der Normalspurbahnhof.
Regenwalde Nord Schmalspurbahn - Resko Północne Wąskotorowe
Der Bahnhof war von 1907 bis 1996 in Betrieb. Hier befand sich auch die Hauptwerkstatt für Wagen des gesamten Pommerschen Schmalspurnetzes. Ab 1995 führte Koszalin die Untersuchung selbst aus, 1996 folgten Dobra und Gryfice, die Werkstatt in Resko wurde geschlossen.
Gleisplan des Bahnhofs Resko Północne Wąskotorowe, Stand 1994
Das Bahnhofsgebäude des Schmalspurbahnhofs wird heute als Wohnhaus genutzt. Hier die Ansicht von der Gleisseite vom Streckenende in Richtung Mieszewo und Skrzydłowo.
Blick von der Gleisseite in Richtung Streckenende. Hinter dem Gebäude verläuft die ul. Dworcowa (Bahnhofstraße) und gegenüber befand sich der Normalspurbahnhof.
Mit einem Griff ins Dia-Archiv drehen wir die Zeit um 31 Jahre zurück, als Lxd2-470 im Mai 1994 im Bahnhof Resko rangierte.
Das Gebäude steht an den ehemaligen Umladegleisen Normalspur / Schmalspur und dürfte Büro und Aufenthaltsraum für die Umladearbeiter gewesen sein. Eine Rollwagenrampe hat es in Resko nie gegenüber, die Güter mußten umgeladen werden. Spätestens mit der Einführung des netzweiten Rollwagenverkehrs in den 1970er Jahren dürfte das Umladen aber nahezu hinfällig gewesen sein. Die nächsten Rollwagenrampen gab es in Stargard, Gryfice und Białogard.
Blick vom östlichen Bahnhofskopf in Richtung (nicht sichtbarem) Bahnhofsgebäude. Links ein Schuppen mit unbekannter Verwendung, ganz rechts das Gebäude an der Umladung. Ganz hinten rechts ist der Wasserturm am Normalspurbahnhof zu sehen.
Während die Schmalspurstrecke nach Mieszewo (Meesow) südostwärts verläuft, schwenkt die Strecke nach Skrzydłowo (Mühlenbruch) nach Norden ab und kreuzte am östlichen Bahnhofskopf niveaugleich zwei Normalspurgleise der Strecke nach Worowo. Die Kreuzung war vom Stellwerk aus mit Schutzweichen und Formhauptsignalen gesichert. Der Trampelpfad markiert die Schmalspurstrecke nach Skrzydłowo , die Normalspurgleise verliefen waagerecht durchs Bild. Links ist bereits die Hauptwerkstatt Resko zu sehen.
Auch hier drehen wir mit Hilfe meines Dia-Archivs die Zeit um 31 Jahre zurück. Im Mai 1994 kommt Lxd2-470 mit einem Zug von Skrzydłowo und kreuzt die beiden Gleise an der östlichen Ausfahrt des Normalspurbahnhofs. Links die Hauptwerkstatt, die früher gleichzeitig Bahnbetriebswerk war.
Die Rückseite der Hauptwerkstatt, fotografiert von der Trasse der Schmalspurbahn Resko - Skrzydłowo aus.
Das Gebäude ist von außen vor lauter Dschungel kaum komplett zu fotografieren. Hier sind 3 der 4 Tore zu sehen.
Blick durch ein seitliches Fenster in die Halle.
Blick durch das zweite Tor von rechts.
Blick durch das linke Tor. Die Gleise liegen noch komplett, nur die Untersuchungsgruben sind verfüllt. Nach der Schließung der Werkstatt 1996 wurde das Gelände einige Jahre als Holzhandel und Sägewerk genutzt.
Im Bereich der ehemaligen Hauptwerkstatt liegen die Gleise (vermutlich) noch vollständig, sind aber durch die Vegetation kaum erkennbar. Ich bin aber einige mal im hohen Gras über Schienen gestolpert.
Zwei Ansichten der Drehscheibe.
Blick aus Richtung Normalspurbahnhof auf den Portalkran der Werkstatt. Ich stehe auf dem Dreischienengleis 1435/1000mm. Rechts die Reste des Kohlebansen.
Blick in die Gegenrichtung zum Normalspurbahnhof, wo es im nächsten Teil weitergeht.Und wer das alles mal zu Betriebszeiten in bewegten Bildern sehen möchte, der schaut sich dieses Video von 1995 vom leider nicht mehr unter uns weilenden Andrzej Mastalerz an:
Ein allerletztes Kapitel sei noch erwähnt. Am 13. Oktober 2001 versuchte eine Gruppe Eisenbahnfreunde mit dem Triebwagen MBxd2-307 von Dobra aus den Bahnhof Resko zum allerletzten mal zu erreichen. Aufgrund des schlechten Streckenzustands mußte die Fahrt 7 km vor dem Ziel abgebrochen werden.
Strecken - Sonderfahrt Dobra - Resko
Viele Grüße
Toralf -
Hallo!
Ein paar Fotos von der letzten Fahrt auf der Stargardzka KD, die gleichzeitig der letzte Versuch war, den Schmalspurbahnhof in Resko auf der 1000-mm-Strecke zu erreichen – damals fehlten noch 7 km. Wir haben Dorowo erreicht. Weiter ging es leider nicht mehr. 13.10.2001
Abschnitt Dobra Nowogardzka – Mieszewo.
Bahnhof Żelmowo
Bahnhof Radowo Wielkie
Dorowo – weiter war es schon zu stark zugewachsen.
Auf dem Rückweg der Knotenbahnhof Mieszewo.
Hier konnten wir nicht hinkommen – die Brücke über den Fluss Rega ca. 1 km vor Resko. 12.08.2020
Und das ist die Brücke über den Fluss Rega bei Resko Południowe. 12.08.2020
Mit freundlichen Grüßen
Paweł
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Vielen Dank für diesen tollen Bericht! Und diesen Einblick in eine längst vergangene Zeit. Interessant und kurzweilig geschrieben, mehr davon!
Zu 4): Das ist ja alles mächtig zugewachsen, ich kenne das Sperrwerk noch so:
Waldbahn war das aber auch um die Jahrtausendwende:
Und zu den Kesselwagen: Ein solches „Auge-zudrücken“ ging wohl damals nur bei der PKP. Unvergesslich: -