Moin zusammen,
manchmal kommt Eines zum Anderen.
Bisher habe ich meine Modelle für Eisenbahnsimulatoren konstruiert.
Keine dreckigen Hände, sauberer Schreibtisch, unendliche Welten…
Aber diese Modelle gibt es halt nur am Computer - trotz 3D am Ende doch wieder nur auf ein 2D Raster projiziert.
Mit den ersten 3D Druckern und beeindruckenden Referenzen kam wieder das Gefühl des kleinen Jungen hoch, der sich damals an der Scheibe des örtlichen Modellbahnladens die Nase platt gedrückt hat.
Mittlerweile sind 3D Drucker günstiger als mancher Laser-Drucker und die Modellierungssoftware ist auch für ambitionierte Laien bedienbar.
So stand endlich der Beschluss: Schluss mit Polygonen und GPU-Tricks - Ärmel hochkrempeln und CAD lernen!
Und nachdem das Handwerk ausreichend studiert wurde, hat der Finanzausschuss die Mittel für einen eigenen Filamentdrucker freigegeben.
Nach dieser kleinen Einleitung möchte ich in diesem Faden in unregelmäßigen Abständen bisherige Modelle oder Bauteile für die Modellbahn zeigen und Erfahrungen mit euch austauschen.
Jeder der ebenfalls Modelle zeigen möchte, ist herzlich dazu eingeladen!
Der Nervenkitzel liegt in der Herausforderung und so war mein Übungsobjekt für CAD der preußische Stangenpuffer wie sie auch an den Ord Zwischenwagen der HSB montiert sind.
Ein Bekannter wollte die Puffer in 1:22,5 an seinem Wagen von Boerman ersetzen. Also Zeichnung von Zander HEBA besorgt und FreeCAD installiert.
Und wie es so ist, war aller Anfang schwer. CAD funktioniert doch etwas anders als das Modellieren mit Polygonen und das Arbeiten mit Sketches und Constraints musste ich auch erst verinnerlichen.
Irgendwann hatte ich eine Idee, wie ich diese nicht ganz triviale Form aus 2D Sketches kombinieren wollte:
Der Kniff besteht bei dem Käfig in dem Übergang der nicht elliptischen Basis zum kreisrunden Schaft.
Leider habe ich es mit FreeCAD nicht hinbekommen und von einem Freund den Tipp bekommen es mit Loft-Extrusion in Autodesk Fusion zu probieren.
Also alles auf Anfang und das Modell noch einmal neu gezeichnet.
Dieses Mal hat es funktioniert und der Puffer kommt dem Original schon sehr nahe - mit den nötigen Kompromissen an Wandstärke und Funktionalität.
Der Querschnitt zeigt am unteren Ende den Kolben der eine halbierte Kugelschreiber-Feder aufnehmen kann und oben eine Passung an der die Pufferteller eingesteckt werden.
Gedruckt wurde mit einer 0.2mm Düse und 0.8mm Schichthöhe.
Da mir das Boerman Modell nicht zur Verfügung stand, musste kurzfristig ein Versuchsträger herhalten, den ich auf Printables.com gefunden hatte.
Die Schichten des Drucks sind nach dem Grundieren und Lackieren kaum noch sichtbar und das Ergebnis hat mich überzeugt.
Weitere Modelle werden folgen ![]()
Erst später habe ich bemerkt, dass die Pufferteller bei den Ord größer als die der Regelbauart sind, sodass die noch einmal ausgetauscht werden müssen, was dank der Passung keinen großen Aufwand bedeutet.
Kann mir zufällig jemand den tatsächlichen Durchmesser nennen?
Cheers
Sachsenbahner