Urheberrechtsverstöße

  • Hallo zusammen,

    Saarsachse
    16. Februar 2026 um 10:45

    auf der im Beitrag oben verlinkten Facebook-Seite sind (fast) nur geklaute Fotos zu sehen. Das trifft leider auch auf viele weitere Seiten und Gruppen Facebooks zu.

    Auch ich entdecke immer wieder (teils sogar hier aus dem Forum) gestohlene Fotos von mir auf diversen Seiten. Aufgrund meiner Interesse sind das überwiegend polnische Seiten. Aber auch auf deutschen Seiten und Gruppen habe ich schon gestohlene Aufnahmen von mir gefunden. Wenn man die Leute anschreibt, sind die sogar noch verwundert oder werden pampig. Unrechtsbewußtsein ist da absolut nicht erkennbar. Erst heute morgen machte wieder ein geklautes Foto von mir die Runden durch diverse Gruppen. Die Admins haben zum Glück relativ schnell reagiert.

    Facebook bzw. dem Meta-Konzern geht das völlig am A.... vorbei. Hab da schon mehrfach Verstöße gemeldet, da kam nie eine Reaktion.

    Hat jemand eine Idee, wie man das verhindern oder dagegen vorgehen kann? Geld für einen Anwalt habe ich nicht. Facebook nicht zu nutzen, ist keine Lösung, denn die die dort gezeigten Fotos werden ja z.B. hier im Forum, bei DSO oder sogar Büchern gestohlen. Fotos mit Copyright versehen oder markieren bringt auch nichts, das wird am Bild von den Dieben weggeschnitten oder gleich mit KI entfernt.

    Vielleicht kann auch M. Meyer seine Erfahrungen mal schildern, da ja viele Aufnahme seiners Vaters von diesem "Problem" betroffen sind.

    Viele Grüße
    Toralf

    P.S.: Danke an dieser Stelle an Eckhard, daß er hier ein wachsames Auge drauf hat und sowas nicht duldet.

  • Hallo Toralf,

    seit 38 Jahren verdiene ich mit dem Schreiben von Programmen meine Brötchen.
    Ich habe wer weiß wie oft mit Personen Gespärche zum Thema Urheberrecht / Nutzungsrechte, etc. gehabt. Viele konnten dann doch nachvollziehen, dass an diesem Thema meine ganz persönliche Existenz hängt und haben ihr Verhalten überdacht.

    Zudem gibt es den (so finde ich) großartigen Bereich von OpenSource, bzw. Common Lizenzen (siehe Wikipedia).

    Aber so ist das mit der IT, alles ist "virtuell". Und was virtuell ist, wird beliebig kopiert. Wir Menschen sind da sehr eigenwillige Wesen.

    Ich würde mir an Deiner Stelle überlegen, wie viel Du Deiner eigenen Lebenszeit / Lebensqualität auf dieses Thema verwenden möchtest.
    Was ist es Dir wirklich Wert?

    Sicher, Du bist im Recht und das Verhalten von Raubkopierern ist für mich aus menschlicher Sicht problematisch (Misachtung der Arbeit anderer Personen).

    Welcher Umgang mit dem Thema wird Dich langfristig zufrieden machen, bzw. Dir mehr eigenen inneren Frieden geben?

    Liebe Grüße aus Münster, Merc

  • Was ist es Dir wirklich Wert?

    Welcher Umgang mit dem Thema wird Dich langfristig zufrieden machen, bzw. Dir mehr eigenen inneren Frieden geben?

    Hallo Merc,

    du hast natürlich völlig recht. Mich macht der Umgang mit diesem sensiblen Thema aber einfach wütend. Sei es der direkte Bilddiebstahl oder auch das unbedarfte Teilen offensichtlich geklauter Inhalte, wie im vorliegenden Fall der Rollbockbahn-Fotos.

    Ich weiß, daß man dem nahezu machtlos gegenüber steht. Dennoch hatte ich hier auf einen Erfahrungsaustausch gehofft. Und selbst, wenn es nur der Sensiblisierung dient, dann ist allen geholfen.

    Viele Grüße
    Toralf

  • Moinsen,

    ich weiß nicht wo das Problem ist, es wurde ( in meinem weitergeleiteten Fall ) eindeutig die Quelle angegeben, woher soll ich wissen das es ein " geklautes Bild " ist. Ich habe auch Bilder, wo ich erst Jahrzehnte durch neue Bücher erfahren habe wer die Bilder gemacht hat? Ich habe diese vor 1990 im Transpressbuchladen im Leipziger Hbf erworben - Rückseite ohne Hinweise.

    Anderes Beispiel, ich schreibe eine Arbeit und verwende Quellen und bennene diese eindeutig, dürfte ja dann auch nicht erlaubt sein???

    Genauso gibt es kein eindeutiges Recht auf das eigene Bild und über Falschauslegung des Datenschutzes kann ich nur lachen, ich unterschreibe das immer nur unter Protest, das diese falsch ausgelegt wird!

    Der Saarsachse

    IV K - Fan

  • Hi Toralf,

    auch ich habe mich oft über "weiter verbreitete" Bilder von mir in Foren (Facebook nutze ich nicht) geärgert.

    Es gibt immer Kollegen die höflich vorher fragen, aber auch solche die meinen es einfach "zu dürfen".


    Ob man dagegen vorgeht.......eigenlich müßte man.....aber es ist ermüdent und teuer.

    Hier mal was zum lesen, und ggf drüber nachdenken. Vielleicht auch um sich dann doch weiter zu informieren.,


    LINK Urheberrecht


    Grainger

    Nepomuk002.jpg

    Wer schon nicht überzeugen kann, soll wenigstens für Verwirrung sorgen !!

  • Man sollte aber auch bedenken, daß gerade zu DMV-Zeiten Fotografen Abzüge ihre Fotos bergeweise verkauft haben, die sicher heute noch in vielen Sammlungen schlummern. So gesehen wäre die Angabe Fotograf X Sammlung Y korrekt. Wobei hier manchmal nicht nachvollziehbar ist, wer wirklich der Fotograf war, da da manches recht lax gehandhabt wurde.

    Auch nach der Wende gibt und gab es noch solche Anbieter. Als Beispiel wäre Gerhard Grundmann mit der Sammlung Georg Otte u.a. Fotografen genannt, mittlerweile vermarktet Matthias Hengst diese Bilder.

    VG Gerd

  • Guten Abend,

    Beispiel wäre Gerhard Grundmann

    Ich habe ein Foto der 99 5633 im Bw Straupitz in meiner Sammlung:

    - Papier-Fotoabzug ist Rückseite gestempelt mit "Foto G. Grundmann"

    - 1:1 das selbe Bild: nun aber Foto-Negativ: auf der Tasche steht u.a. handschriftlich: "... 14.9.68 Foto R. Lehmann" und gestempelt (neben Urheberrechtsangabe: "...Deutsches Lokomotivbild-Archiv Holzborn"

    ...ich meine, dieses Bild, was ich meine, müsste auch veröffentlicht sein... Wo, muß ich nachsehen...

    ...soweit dazu...

    Sven

  • Hallo zusammen,

    Auch nach der Wende gibt und gab es noch solche Anbieter. Als Beispiel wäre Gerhard Grundmann mit der Sammlung Georg Otte u.a. Fotografen genannt,

    Grundmann war nicht einfach nur ein Anbieter der Sammlung Otte. Er war der Schwiegersohn von Georg Otte. Grundmann war selbst so weit ich mich erinnere Straßenbahn interessiert. In den 1990 Jahren war ich auch mal bei ihm gewesen um Fotos zu erwerben.

    Falls einem Bilder unterkommen mit dem Fotografenangabe A. Thiel, das sind auch Bilder von Georg Otte. Der Name A. Thiel war sein Pseudonym für Veröffentlichungen im Westen.

    Gruß, Thomas

    • Offizieller Beitrag

    Das Thema ist komplex, aber grundsätzlich gilt kurz gesagt Folgendes:

    Die Rechte zur Verwendung eines Fotos liegen beim Fotografen, dem Urheber. Sie hängen nicht am physischen Foto, Negativ oder Dia, selbst wenn man dieses besitzt. Für die Veröffentlichung oder Verwendung in Büchern, Filme, Webseiten, usw. ist immer die Genehmigung des Urheberrechtsinhabers notwendig. Das Urheberrecht ist vererblich. Es kann nicht verkauft oder abgetreten werden. Es können jedoch Nutzungsrechte vergeben werden. Die müssen aber nachweisbar vom Urheberrechtsinhaber an euch erteilt worden sein.

    Die Urheberrechte erlöschen bei "Lichtbildern" 50 Jahre nach erster Veröffentlichung oder 50 Jahren seit der Erstellung, falls das Bild nie veröffentlicht wurde. Bei "Lichtbildwerken" erlischt das Urheberrecht 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers. Ein Lichtbildwerk unterscheidet sich in der Schöpfungshöhe und Individualität vom Lichtbild. Im Zweifelsfall entscheiden Gerichte, wie ein Foto zu bewerten ist.

    Die Angabe einer Quelle oder des Fotografen berechtigt keinesfalls zur Veröffentlichung. Lediglich die Erlaubnis des Urheberrechtsinhabers (ein Nutzungsrecht) macht das möglich. Sie ist nicht nötig, wenn das Urheberrecht nachweislich abgelaufen ist - siehe Abschnitt zuvor.

    Da sich bestimmte Anwälte darauf spezialisiert haben, Leuten kostenpflichtige Abmahnungen zu senden, die sich nicht an die Regeln halten (auch wenn sie vom Urheberrechtsbesitzer dazu gar nicht beauftragt sind), fahren wir hier eine harte Linie. Einer unserer Amtsvorgänger hat bereits in einem solchen Fall zahlen müssen. Da der Betreiber dieses Forums in vielen Fällen die einzige greifbare Person ist, die man verklagen kann, müssen wir hier hart sein. Wir haben zwar Geld in der Forenkasse, aber würden damit ungern Anwälte bezahlen.

    Wenn ihr meint, dazu eine eigene Meinung zu haben oder gern Anwälte finanziert, dann macht das bitte auf euren eigenen Plattformen. Dass die sog. "sozialen Medien" nachweisliche Urheberrechtsverstöße nicht ahnden, ist ein Trauerspiel. Aber die haben auch genug Geld, um Anwälte zu bezahlen, falls sie doch mal jemand verklagt.

    Vielen Dank für eurer Verständnis.

    Viele Grüße
    Eckhard