• Furka Oberalp: CFm 21:

    Gesehen an der Edelschrottparty in Goldau am Samstag. Dort wird er aufgearbeitet.

    Und wieder ein Hasler V- Messer!:)

    Der Postbeamte werkelte glich neben dem Führer!

    Und Innen:

    Rillenpopo Express!

    Gruss Guru

  • Hallo,

    heute will ich mal meinen Arbeitsplatz von dieser Woche vorstellen. Unser derzeit schnellstes Gefährt ist der ICE-S, wobei das "S" im Namen dabei jetzt seit knapp einem Jahr für "Schnellfahrt" steht. Der kleine ICE ist dabei mit allerhand zusätzlicher Messtechnik bestückt und kann neben der Fahrbahnmessung durch mehrere Messradsätze auch mit einem Messtromabnehmer auf dem Triebkopf 101 die Oberleitung inspizieren. Durch eine geänderte Getriebeübersetzung können auch Geschwindigkeiten über 280kmh erreicht werden.

    Da wir ja die Mess- und Versuchsfahrten mit zwei Lokführern durchführen, sind auch zwei extra Geschwindigkeits- und Kilometeranzeigen auf dem Führerstand nötig. Wichtig für solche Fahrten ist auch die feste Sprechverbindung zum Messwagen, wo alle wichtigen Daten während den Schnellfahrten überwacht werden und so auch der Zug angehalten werden kann, wenn diese Werte irgendwie von den Normen abweichen sollten. Sicher ist sicher!

    Unsere kleinste Zugzusammenstellung ist hier zu sehen. Nur mit dem Messwagen 1, einem umgebauten ICE1-Mittelwagen mit Drehgestellen aus dem ICE3. Inzwischen fahren wir meist auch noch mit dem Messwagen 2, der Möglichkeiten bietet noch zusätzliche Messtechnik anzuwenden. Zwischendurch wird öfters ein Erprobungsfahrzeug der Firma Siemens in den Zug eingestellt. Dieser Mittelwagen dient der Erprobung der Technik des neuen "Velaro Novo" der vielleicht irgendwann mal der ICE5 sein könnte.

    Die Firma Siemens hatte uns daher beauftragt auch Geschwindigkeitsabnahmen von 400kmh durchzuführen. In Deutschland ein Wert der nicht überall so einfach erreichbar ist. Die enormen Aufwendungen die zu dem heute noch gültigen Geschwindkeitsrekord mit dem Vorgängermodell ICE-V mit 406,9 kmh auf der Schnellfahrstrecke Würzburg - Fulda führten, standen uns leider nicht mehr zur Verfügung. Diese hochbelastete Strecke nur für einen neuen Rekord zu sperren, schied also aus. Nur ein kleines Zeitfester auf der Schnellfahrstrecke VDE8.2 stand im letzten Jahr zur Verfügung, da dort wegen Brückenbauarbeiten die große Saale-Elster-Talbrücke bei Halle für ein paar Tage gesperrt war und der gesamte Verkehr über die Altbaustrecke fuhr. Durch das zusätzliche Gewicht des Erprobungsträgers haben wir daher den damaligen Weltrekord nicht ganz knacken können. Aber das Ziel "400+" wurde deutlich erreicht.

    Grüße aus dem Bremer Exil

    Jan

    Einmal editiert, zuletzt von bremerbahn (29. April 2026 um 17:29)

  • Hallo in die Runde,

    damit das Thema nicht ganz verschwindet, lege ich noch einen Führerstand aus meinem beruflichen Alltag nach. Nie hätte ich früher daran gedacht, einmal in Hamburg S-Bahn zu fahren. Lange Zeit war das Thema S-Bahn für mich ein rotes Tuch. Hohe Zuganzahl in den engen Schichten, also immer nur fahren , fahren ,fahren...

    Doch wie gesagt, kommt manches eben anders. Die S-Bahn Hamburg wollte ihr schon jetzt ziemlich eng begrenztes Streckennetz für höhere Zugfolgen ertüchtigen. Dazu wurde das Pilotprojekt "Digitale S-Bahn Hamburg" ins Leben gerufen um mit Digitalisierung von Fahrzeugen und Strecke mehr Fahrten in engerer Taktung durch "hochaustomatisiern Verkehr" zu erreichen. Im Gegensatz zum dem landläufig als "autonomes Verkehr"bezeichneten Fahren, wird hier nicht auf den Lokführer verzichtet. Das aus der U-Bahn stammende System ATO (Automatic Train Operation) unterstütz hier den Lokführer in dem es das Fahren zwischen den Haltestellen vollständig übernehmen kann. Der Zug orientiert sich dabei anhand eines eigenen elektronischen Fahrplans und der von dem auf Strecke verbauten Zugsicherungssystem ETCS Level 2. Die dort verbauten Ortungsbalisien und den ständigen Funkkontakt weiß der Zug genau wo er ist, wie schnell er fahren darf, wo er halten soll und welche Signale die Fahrt begrenzen. Als Musterstrecke wurde der inzwischen vollständig eingezäunte Abschnitt Berliner Tor-Bergedorf-Aumühle gewählt.

    Zum dem internationalen Weltkongress ITS wurde 2021 dieser Betrieb dann offiziell im Regelverkehr mit Reisenden gestartet. Bis dahin verbrachte ich über ein Jahr dort mit meinen allabendlichen Testfahrten. Die insgesamt vier umgebauten Triebzüge kann man manchmal dort noch fahren sehen und fallen durch ihre spätere hellgraue Folierung natürlich auf. Die neuen Fahrzeuge der BR 490 bekommen daher schon ab Werk das ATO verbaut oder werden später schritt für Schritt nachgerüstet.

    Wer darüber mehr erfahren will schaut gern mal bei YT vorbei:

    Grüße aus dem Bremer Exil

    Jan