Hallo zusammen,
heute beginne ich den Bastelbericht über meine Modell-Fichten mit dem Erstellen der Stammrohlinge.
Zuerst ein Foto, mit den dafür benötigten Materialien :
Links liegen mehrere massive Kupfer-Drähte mit einem Querschnitt von 2,5mm², die ich als Stamm-Seele verwende.
Diese Kupfer-Drähte habe ich am oberen Ende am Schleifbock auf einer Länge von etwa vier bis fünf Zentimeter angespitzt,
damit der Stamm oben leicht konisch zuläuft.
Dazwischen liegt die Rolle mit versilbertem Wickeldraht mit einem Duchmesser von 0,5mm
und dann ist da noch die Rolle mit dem bleifreien Elektroniklot.
Nun fange ich an, die Stamm-Seele vom unteren Ende dicht mit dem Wickeldraht zu umwickeln.
Die kleine Spitzzange dient mir dazu, das letzte Stückchen vom Wickeldraht auch eng an die Stamm-Seele zu bekommen.
Die unteren 2,5cm werden nicht umwickelt und sorgen Später für einen sicheren Stand der Fichte in der Modell-Landschaft :
Wegen der besseren Handhabung beim weiteren Wickeln des Drahtes, verlöte ich den Draht mit der Stamm-Seele :
Nun kann ich anfangen, den Wickeldraht dicht um die Stamm-Seele zu wickeln, ohne dass die Stamm-Seele sich mitdreht.
Dabei ziehe ich in regelmäßigen Abständen Schlaufen aus dem Wickeldraht, die später die Hauptäste der Fichte bilden.
Hier sind die Schlaufen relativ kurz und unregelmäßig, da diese die Totäste bei einer Hochstamm-Fichte werden :
Die Schlaufen für die zu begrünenden Hauptäste werden etwa halb so lang ausgeführt, wie der spätere Baumdurchmesser sein soll :
Damit die Schlaufen beim weiteren Wickeln nicht stören, biege ich sie nach unten :
Zur Baumspitze hin, dürfen die Schlaufen kürzer werden, damit die konische Form der Baumkrone entsteht :
Wenn dann alle Schlaufen wieder waagerecht vom Stamm weg gebogen sind, wird der Stamm verlötet, um die nötige Festigkeit zu bekommen.
Zum Verlöten spanne ich den Fichtenstamm in einen kleinen Tisch-Schraubstock :
Nach dem Verlöten sieht der Stamm dann so aus :
Nun werden mit einem kleinen Seitenschneider die Schlaufen für die Hauptäste aufgeschnitten und gleich auf die passende Länge gekürzt :
Anschließend verteile ich die Drähte der Hauptäste einigermaßen gleichmäßig um den Stamm, damit die Baumkrone später relativ geschlossen daher kommt.
Mit der kleinen Spitzzange richte ich die Drähte gerade, dann ist später das "in Form biegen" für die durchhängenden Hauptäste einfacher zu bewerkstelligen :
So kann der Stamm, mit den "gleichmäßig" drumrum verteilten Hauptästen dann von oben aussehen :
Demnächst geht es dann mit der Erstellung der "Rinde" aus Fichten-Schleifstaub und Kaffee-Satz weiter ...
Viele Grüße von der Mittelweser
Frank-Martin
Landschaftsbau : Modellfichten für H0
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Hallo Frank-Martin!
Super! Vielen Dank für die tolle Anleitung!!! Kannst du noch sagen, wie lang die Stamm-Drahtstücke so ca. sind, in welchem Abstand die Äste (es gibt ja jedes Jahr einen neuen Ring mit Ästen) sind? Und wie ist etwa der Durchmesser? Es ist mir klar, dass es ja stark vom Alter bzw. der Höhe der darzustellenden konkreten Fichte abhängt. Aber so ein paar "Hausnummern" wären schon interessant.
Dann noch eine Frage: sind es bei echten Fichten auch immer 4 Äste pro Stufe, die aus dem Stamm herauswachsen?
Viele Grüße, Matthias
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Hallo Matthias,
diese "Fichte" ist (wenn sie fertig ist) etwa 15cm hoch, dazu kommen für den dicken Draht der Stamm-Seele aber noch die 2,5cm, die ich zum "Pflanzen" in der Modell-Landschaft benötige.Der Kronen-Durchmesser im unteren Bereich ist hier etwa acht Zentimeter, wobei das durch das "in die geschwungene Form-Biegen" noch Weniger wird. Demnächst möchte ich mich auch mal an schlankeren Fichten versuchen, die im fertigen Zustand nur etwa fünf Zentimeter Durchmesser haben ...
Der Abstand der Äste in der Höhe ergibt sich aus der Dicke des Wickeldrahtes. Bei vier bis fünf Windungen sind das hier 2mm bis 2,5mm, manchmal mache ich aber auch sechs Windungen bevor ich die nächste Schlaufe für die Hauptäste ziehe ...
Zur Anzahl der Hauptäste pro Stufe : Bei mir sind es immer nur zwei Hauptäste, also eine Schlaufe im Wickeldraht. Beim Vorbild können es sechs oder mehr Hauptäste sein, das wird mir beim H0-Modell aber viel zu dicht.
Viele Grüße von der Mittelweser
Frank-Martin -
Hallo zusammen,
heute geht es mit der Erstellung der "Rinde" der Fichtenstämme weiter ...
Zuerst wird der Stamm mit unverdünnter HEKI-Straßenfarbe Beton gestrichen, naja - eigentlich ist es mehr ein Tupfen :
Mit einem feinen Haarpinsel (Größe fünf oder sechs) wird die Farbe auf den gewickelten Windungen verteilt :
So sieht das dann in der Vergrößerung aus, die Beton-Farbe ist hier noch feucht. Da die Farbe beim Trocknen leicht schrumpft,
hält sie sehr gut auf dem Metall :
Nachdem die Beton-Farbe durchgetrocknet ist, kommt eine Schicht feiner Holz-Schleifstaub auf den Stamm und die Astansätze.
Dazu wird der Stamm mit leicht verdünntem Acryl-Binder eingepinselt und der Schleifstaub mit dem recht grobmaschigen Teesieb hinein gestreut :
Alle losen Bestandteile werden vorsichtig ausgeklopft und dann sieht der Stamm so aus :
... und einmal in der Vergrößerung :
Nachdem diese Schicht gut durchgetrocknet ist, wird im unteren, später sichtbaren Stammbereich, mittels dem verdünnten Acrylbinder eine Schicht Kaffeesatz aufgestreut. Auch hierfür verwende ich das grobmaschige Teesieb :
... nachdem ich auch hier die losen Teile ausgeklopft habe, habe ich zweifarbige Stämme :
Durch die Schicht mit dem Kaffeesatz bekommt die "Rinde" im sichtbaren Stammbereich mehr Struktur :
Nun wird der gesammte Stamm und die Äste mit handelsüblicher Abtönfarbe bemalt. Durch die Struktur des Schleifstaubes und des Kaffeesatzes muss die Farbe satt aufgebracht werden. Den (für mich) passenden Farbton habe ich mir aus braun, ocker und cappuchino in dem kleinen Glas gemischt :
Nachdem die "Grundfarbe" getrocknet ist, wird noch mit "silbergrau" graniert. Das "silbergrau" mische ich aus schwarz, weiß und ganz Wenig ocker direkt auf der Glasplatte. Vor dem Aufbringen der Farbe auf dem Stamm, wird der Pinsel auf einem Küchenkrepp sorgfältig ausgestrichen, bis er fast trocken ist. Beim "Granieren" sollen nur wenige Farbpigmente aufgebracht werden, um die Rindenstruktur zu betonen :
Nach dem "Granieren" habe ich die Hauptäste schon in die geschwungene, durchhängende Form gebogen :
... und auch hiervon eine Nahaufnahme :
Demnächst mache ich dann mit den hängenden Zweigen aus 6mm-Fasern weiter ...
Viele Grüße von der Mittelweser
Frank-Martin -
Hallo zusammen,
die Frage nach den verwendeten Materialien für die "rohen" Stämme war ja noch offen.
Für die Stamm-Seele verwende ich die einzelnen, abisolierten und massiven Kupferdrähte aus handelüblicher NYM-J - Leitung aus dem ortsansässigen Baumarkt. Den 0,5mm-Wickeldraht für die Hauptäste bekommt Ihr auch im Baumarkt, aber in der Garten-Abteilung.
Die auf dem Foto zu sehende 100g-Rolle habe ich letzte Woche bei OBI in Nienburg erworben, da heißt dieser Draht "Dekolackdraht silber". Selbstverständlich lässt sich auch jeder andere, lötfähige 0,5mm-Draht für die Hauptäste verarbeiten :
Viele Grüße von der Mittelweser
Frank-Martin