Die Feldbahn der Seifenfabrik Paul Wache zu Neuruppin

  • ... oder Schinkels Feldbahn?

    Hallo zusammen und natürlich hatte der berühmte Karl Friedrich Schinkel keine Feldbahn. Aber der Reihe nach ...

    Die Feldbahn der Seifenfabrik Paul Wache im Predigerwitwenhaus in Neuruppin

    Im Alter von 6 Jahren verlor der 1781 in Neuruppin geborene Karl Friedrich Schinkel seinen Vater, der Theologe und Diakon an der Pfarrkirche St. Marien war, an einer Lungenentzündung. Seine Mutter zog mit ihm und seinen 4 Geschwistern in ein Haus, das die Kirche der Familie kostenlos zur Verfügung stellte. So entstand der Name "Predigerwitwenhaus".

    Seit 1892 gehörte das Haus zur im Hinterhof ansässigen Seifenfabrik Paul Wache. Da die Tordurchfahrt durch das Haus zum Hinterhof zu schmal für Pferdefuhrwerke und später Lastkraftwagen war, baute man von der Straße durch die Durchfahrt zum Hinterhof eine kleine 600mm-Feldbahn. So konnten Rohstoffe und Produkte deutlich leichter von und zu den Lager- und Produktionsgebäuden im Hinterhof transportiert werden. Solche Bahnen werden auch als Hausrollbahnen bezeichnet und waren früher in Städten weit verbreitet. Wie lange die Bahn genutzt wurde oder bis wann die Seifenfabrik aktiv war, konnte ich leider nicht herausfinden. Aber heute zeugen immer noch Schienen von diesem kleinen Bähnchen.

    Fotos vom 28.4.2026:


    Hinter dieser unscheinbaren Hausfasade am Neuen Markt verbirgt sich ein kleiner verkehrshistorischer Schatz. Das 1735/36 errichtete Haus steht selbstverständlich unter Denkmalschutz und beherbergt heute die Karl-Friedrich-Schinkel-Gesellschaft und den Tourismusverband Ruppiner Seenplatte.


    Blick vom Predigerwitwenhaus zu den Lager- und Produktiosgebäuden der Seifen-Siederei.


    Blick vom anderen Ende auf das Predigerwitwenhaus.


    Die Fotos gibts auch nochmal Hochkant mit etwas mehr Gleis drauf.


    Und auch hier nochmal der umgekehrte Blick.

    Viele Grüße
    Toralf

  • Hallo Toralf,

    im letzten Jahr entdeckte ich auch so eine "Minifeldbahn" direkt in Quedlinburg. Wie bei dir zu sehen führte ein 600 mm Gleis vom Hinterhof durch einen Torbogen zur Straße hin. Genaueres kann ich dazu aber nicht sagen.

    Grüße Detlef der Pollofan

    Pollofan

  • Hallo Pollofan und Polloschaffner,

    die Hausrollbahn in der Pölkenstraße 22 in Quedlinburg ist wohl eine der bekanntesten ihrer Art:

    LOK Report – Sachsen-Anhalt: Eine Hausrollbahn in Quedlinburg

    Von der Bahn in Zittau habe ich allerdings noch nie gehört. Vielleicht kann da ein Einheimischer mal gucken und notfalls um Einlaß bitten?

    Angeblich soll es auch im für mich relativen nahen Berlin mehrere dieser Hausrollbahnen geben, hab allerdings absolut keine Ahnung wo die sein sollen.

    Viele Grüße
    Toralf

  • Hallo Toralf.

    im Nachgang ein Foto der von mir in Quedlinburg entdeckten Hausrollbahn. Leider kann ich die Örtlichkeit nicht mehr genau benennen. Ein Schnappschuss im Vorübergehen.

    Grüße Detlef der Pollofan

    Pollofan

  • Hallo Toralf,

    deinen verlinkten Beitrag hatte ich gelesen, aber den Zusammenhang mit meiner Entdeckung nicht erkannt. Ich meine das so ein Grubenförderwagen da nicht mehr vor dem Haus gestanden hat, aber meinen H.... würde ich auch nicht dafür verwetten wollen. Eher stand er nicht mehr dort, denn das wäre mir sofort ins Auge gefallen.

    Ansonsten fand ich im Harz weitere Feldbahngleisreste im Zusammenhang mit dem ehemaligen Bergbau dort. Irgendwie auch interessant.

    Grüße Detlef der Pollofan

    Pollofan