Hallo zusammen,
eigentlich wollte ich für diesen und weitere Beiträge noch ein paar Dias scannen, doch mein alter Scanner läßt sich leider aus bisher unbekannten Grund nicht reaktivieren. Aufgrund meiner gesundheitlichen Situation fehlen mir aber die finanziellen Möglichkeiten für eine Neuanschaffung. Ich hoffe, daß ich bis zum Herbst eine Lösung gefunden habe und diese Reihe dann fortsetzen kann. Vielleicht haben die Beiträge dann auch eine etwas höhere Reichweite. Bis dahin werde ich aber einige ältere Beiträge aktualisieren, überarbeiten und mit bereits gescannten neuen Bildern versehen. Es lohnt sich also, da mal wieder reinzuschauen.
Auch gesundheitlich ist aktuell gerade mal wieder eine etwas schwierigere Phase, etwas kürzer treten schadet daher nicht.
Die Torfbahn Pabalve
Die Streusiedlung Pabalve liegt in der Gemeinde Telsiai an der Fernstraße A11. Nordöstlich davon befindet sich ein großes Moor, in dem seit 1948 industriell Torf abgebaut wird.
Das Torfwerk, das sich direkt auf der Nordseite der Fernstraße befindet, betrieb bis etwa 2020 eine 750mm-Schmalspurbahn mit einer maximalen Länge von 7 Kilometern. Die Gleise ins Torffeld wurden mittlerweile zurückgebaut, im Werk liegen diese noch. Auch die Betriebsmittel ESU2A-960 und ca. 8 Selbstentladewagen sind heute noch abgestellt vorhanden.
Bis Ende der 1980er Jahre querte die Schmalspurbahn mit einem Bahnübergang die Fernstraße und führte südwärts zu einer Umladeanlage auf Breitspurwagen. Das breitspurige Anschußgleis kam vom Bahnhof Tryskiai und ist ebenfalls längst abgebaut. Diese Anlagen stammen aus der Zeit, als noch riesige Mengen Torf in Kraftwerken zur Stromerzeugung verbrannt wurden. Wer ein paar Meter den Waldweg gegenüber vom Torfwerk rein läuft, sieht auf der rechten Seite die Ruinen eines großen Lokschuppens, der von der einstigen Bedeutung dieser Schmalspurbahn erzählt.
Ausschnitt aus der sowjetischen Militärkarte von 1985. Unten der Breitspurbahnhof Tryskiai an der Strecke Klaipeda - Siauliai und das Anschlußgleis zur Torfumladeanlage. In Bildmitte die Fernstraße A11 und ganz oben der Beginn der großen Torffelder.
Udrius Armalis fotografierte 2003 das einzige verbliebene Triebfahrzeug der Bahn ESU2A-960.
Auf Youtube gibt es ein kleines Video, wo dieses Gefährt beim Umfahren des Zuges in Bewegung zu sehen und vorallem zu hören ist.
Wenige hundert Meter vom Torfwerk entfernt befindet sich der Bahnhof Tryskiai, an dem am 16. September 2006 gerade TEP70-0347 mit dem Zug Klaipeda - Vilnius hält. Auch wenn hier heute hochmodernes Fahrzeugmaterial eingesetzt wird, so kann man zum Anschauen der Torfbahnreste immer noch mit dem Zug anreisen, zumal sich die heute noch betriebene und bereits vorgestellte Torfbahn Luiniai gleich eine Bahnstation weiter befindet.
Auf weitere Bilder von dieser und vieler weiterer Schmalspurbahnen muß ich euch nun erstmal auf den Herbst vertrösten. Eine Bahn in Estland, die ich bisher vergessen hatte, werde ich aber demnächst noch kurz vorstellen.
Viele Grüße
Toralf
Zum Inhaltsverzeichnis der Schmalspurbahnen im Baltikum.