Bericht eines neuen H0e-Umbauprojektes in vier wöchentlichen Teilen. Heute zum Start:
Teil 1
Im Frühsommer des letzten Jahres wurden auf einer bekannten Verkaufsplattform diverse grössere Konvolute mit H0e-Wagen angeboten. Das Glück - oder Pech, je nach Perspektive der LEIDENschaft
- wollte es, dass ein buntes Set von 19 Fahrzeugen auch den sehnsüchtig gesuchten Technomodell-Wagen mit Artikel-Nummer 2442 enthielt. Das kausale Corpus delicti in der dritten Reihe links:
So kam es, wie es kommen musste. Ein riesiges Paket landete an der Adresse, wo mein Haus wohnt
. Nach dem bewährten Prinzip von Spreu und Weizen verblieben schlussendlich nur zwei H0e-Modelle im eigenen Bw: Der heissblütig ergatterte Personenwagen mit originalem DB AG-Logo. Und ein ziemlich verwrackter Kehi-Tonnendacher. Das herzige, aber wirklich hässliche grüne Entlein war zu zersaust zur monetären Weitergabe. Aber auch irgendwie zu schade zum Wegwerfen:
Nahezu gleichzeitig zerschlugen sich nach langer Wartezeit einige Pläne zum Erwerb von polnischen H0e-Personenwagen. Und so entstand aus sammelleidenschaftlicher Leere plötzlich eine Idee zum emotionalen Ersatz: Den Kehi-Tonnendacher „einfach mal“ zu einem fiktiven, schmalspurigen Personenwagen der PKP in Epoche IV umzubauen.
Vom polnischen Eurosprinter-Verlag um die Autoren Michal Zajfert und Krzysztof Zintel ("Waskotorowe wagony motorowe)" kann ich erneut das tolle Schmalspur-Triebwagen-Buch empfehlen. Es beflügelt so herrlich die Phantasie! Alles scheint möglich im Vorbild. Sei es von Form und Farbe noch so verrückt, jedes Bw hatte irgendwo seinen bunten Schwan. Hier mit obiger Quellen-Angabe ein Schnappschuss meines Exemplars:
Das Konzept wurde mit Sichtung hunderter Vorbildfotos nun konkreter. Die orangen Zierlinien mit Pfeil
und beim Fensterband dieses herrliche Mintblaugrün
- das musste es unbedingt auch am Modell sein! Oder anders ausgedrückt: Der Kehi-Tonnendacher sollte sich zum fiktiven Beiwagen eines Mbxd1-Triebwagens verwandeln.
Von detaillierten Umbau-Erklärungen über technisch recht simple Handgriffe bleibt Ihr in diesem Bericht grossteils verschont. Daher sollen kurz und knackig nur die wesentlichen Bauschritte mit ein paar Schnappschüssen gezeigt und beschrieben werden. Vieles ist dann selbsterklärend.
Los ging es mit der Demontage des gesamten Modells in seine Einzelteile. Dann wurde probeweise der Wagenkasten lackiert, um erste Erfahrungen zu generieren. Eine Airbrush gibt es nicht. Mit händischen Techniken musss man sich an ein passables Ergebnis ranrobben. Die ersten Schritte eines langen Weges:
Für alle Interessierten mehr zum weiteren Fortgang mit Teil 2 in knapp einer Woche.