Maxim Philipp hat hier vor ein paar Wochen seine Guinness-Lok vorgestellt. Mich hat diese Tramway ebenfalls fasziniert, sodass ich ein Modell bauen wollte. Ein Artikel in der Industrial Railway Society war mein Einstieg. Dort ist auch ein Gleisplan abgebildet, der wie eine schlechte Modellbahn mit vielen "Kringeln" aussieht. Mich hatten besonders die Loks angesprochen, die wegen der Verschmutzung innerhalb der Brauerei mit hochliegendem Triebwerk ausgerüstet waren. Von den Zylindern ging es auf eine Zwischenwelle und von dort aus mit einer senkrecht verlaufenden Kuppelstange auf die Treibachse. Die Loks bewährten sich so gut, dass sie fast 80 Jahre lang in Betrieb waren. Einige sind erhalten geblieben. Leider werden sie wohl wegen der speziellen Spurweite von etwa 560 mm (1' 10") und der gedrängten Bauweise nicht wieder in Betrieb kommen. Eine weitere Besonderheit waren ein Spiraltunnel und Adapterwagen, in die die Loks gehoben werden und dann als Zugpferde auf der irischen Breitspur dienen konnten. Zum Glück fand ich Pläne für ein Echtdampfmodell der Lok von Bob Bath. Der Bau konnte also beginnen. Da ich zu der Zeit in den USA wohnte, war die Adaption auf metrisch kein Problem. Hier das Chassis, fertig für den ersten Test unter Dampf:
Ich war während des Baus mit Bob Bath in Kontakt und er gab mir ein Ätzschild der Nummer (13) und ein Fabrikschild. Von mir bekam er einen Lokführer, den mein Freund Rick Kapuaala extra für mich geschaffen hatte. Hier die fertige Lok:
und
Die Lok lief hervorragend, aber wegen der Spurweite von 32 mm nicht universell einsetzbar. Deswegen wollte ich versuchen, den Adapterwagen zu bauen. Am Anfang war ich eigentlich nur neugierig, ob der Antrieb über Rollen funktionieren würde. Ich hatte eine Übersetzung von 1:3 wie beim Original verwendet. Der Wagen ist maßstäblich, nur die Spurweite habe ich so gewählt, dass ich auf 45 mm Gartenbahngleisen fahren kann. Er lässt sich aber problemlos auf irische Breitspur umbauen. Nachdem die Kombination Lok/Adapterwagen sehr gut lief, haben mich meine Freunde gedrängt, ihn zu "supern". Das habe ich dann auch gemacht:
Ich hatte dann noch den hydraulischen Überladekran mit einem echten Hydraulikzylinder gebaut:
Jetzt fehlten nur noch Wagen. Ich baute 3 der Besucherpersonenwagen und 4 Flachwagen. Zeichnungen fand ich hier. Da es keine Räder in der passenden Größe gab, musste ich sie aus Zamak selber gießen. Dazu fertigte ich eine Stahlform:
Hier das Endergebnis:
Die Personenwagen bekamen ein gelasertes Stoffdach:
und die Chassis der Flachwagen entstanden aus Aluminium, das von einem Bekannten mit dem Wasserstrahl geschnitten wurden:
Interessant sind auch die Kupplungen, die vom Lokführer bedient werden konnten:
Zum Schluss noch der ganze Zug auf der transportablen Anlage der "Bay Area Garden Railway Society":
Eine ausführliche Baubeschreibung findet ihr hier. Mit einem Gespann aus Lok/Adapterwagen und einem Flachwagen mit Videokamera habe ich einige Gartenbahnanlagen unsicher gemacht, darunter die des kürzlich verstorbenen Chefredakteurs der Zeitschrift "Narrow Gauge & Short Line Gazette" Bob Brown:
sowie die von Richard & Melinda Murray:
und
Gruß
Henner
