Vorneweg
Ich habe länger überlegt, ob ich überhaupt dazu etwas schreibe, da es sich um eine kleine, unvollständige und spleenige Ausprobier-Idee handelt.
Zudem war ich mir nicht sicher, ob dies hier das richtige Forum ist, da der Name ja eher die Beschäftigung mit dem Vorbild nahelegt.
Nach Umschauen in „modellbahn/bau-mäßigeren Foren“ fand ich aber Art und Umgang hier am Nettesten, weshalb ich jetzt einfach mal den Faden aufmache.
Und ich fürchte, es wird doch etwas mehr Text. Ich bemühe mich, dass es nicht zu einschläfernd wird - und wenn doch, sorry.
Zu mir
Da ich mich nie richtig vorgestellt habe, hier kurz ein paar Worte dazu. Schon zu Kindergartenzeiten war ich eisenbahninteressiert, wozu sicher häufige Ausflüge auf den (Hamburg-)Altonaer Güterbahnhof und nach Maschen, zur Hafenbahn und beim Kaibahnhof in Altona mit meinem Vater sowie eine LGB beigetragen haben. Folgerichtig kam dann in der Jugend neben Aktivitäten beim DEV und Bereisung von fast allem, was schmalspurmäßig auch in den Nachbarländern erreichbar war, eine Ausbildung in einem EVU.
Auch im Modellbahnbereich hatte mein Vater für mich eine ganz einfache LGB-Anlage mit Sand- und Schotterumladung gebaut, die meine Mutter schier in den Wahnsinn trieb. Nachdem ich genügend mit Harald (O. Kindermanns) kleiner LGB-Anlage in HH gespielt, mit ihm Loks umgebaut und seine Feldbahn traktiert hatte, zeichnete er mir einen ersten Gleisplan für meine LGB-Anlage, die daraufhin ihre Kreisform verlor. Im Rahmen einer Eisenbahnreise haben wir uns auch das Nürnberger LGB-Werk angeschaut, der freundliche Juniorchef hat uns damals herumgeführt. Über Veränderungen und weitere Lebenswege wurde es später still um die LGB, die ich eingemottet habe, weil ich sie nicht weggeben konnte; auch die Eisenbahn verschwand zunehmend.
Und nun: Industriebahnkram
Ein bisschen Eisenbahn war ja immer noch in meinem Leben, zudem war der Nachwuchs, der dann dank Playmobil zur LGB kam, sowohl beim DEV als bei den deutschen Schmalspurbahnen immer an oder auf der Lok zu finden, zunehmend modellbahninteressiert. Und mottete die LGB-Modelle aus, die dann ihre gesuperten Leitungen und Luftbehälter beim Geschiebe über den Teppichboden verloren. So saß ich also erstmals wieder an der Modellbahn, um Teile wieder anzukleben. Und dann kam die Frage: „Haben wir nicht auch Gleise? Und warum haben wir keine Anlage?“ ergänzt durch die Aussage meiner Frau: „Diese LGB ist viel zu groß und so etwas will ich hier nicht auch noch fest installiert haben“.
Die Begründung: „Es fehlt der Platz“ machte dem Fragen kein Ende. Tatsächlich fehlt es aber an Platz, zumal ich aus damaligen Erfahrungen alles unter LGB-R3 kategorisch ausgeschlossen hatte.
Tagein, tagaus lief ich dabei aber über Gleise der Ottensener Industriebahn, denn wir wohnen im Stadteil Ottensen, der noch immer viele Gleise und Weichen und sogar eine (nicht passende Lok) der am 31. Oktober 1981 eingestellten OIB hat. Selbst dort, wo wir wohnen, lag früher ein Industrieanschlussgleis und man hätte mit der OIB tatsächlich im Kreis hier um den Häuserblock hier fahren können.
Und einen Vorteil haben alle (schmalspurigen) Industriebahnen: Sie hatten und brauchten wenig Platz, die Übergabebahnhöfe waren minimalistisch, häufig gab es gerade mal ein Umfahrgleis, es wurde sonst eben geschoben oder gedrückt (oder eben um den Häuserblock gefahren). Warum also in die Ferne schweifen, …?
Also entstand die Idee: Ein kleiner Industriebahnhof in IIm/G im Schrank/Regal, den man Zuklappen kann (Sicht- und Staubschutz), das wurde nun familiär verhandelt. Raus kam: Es darf nicht viel Ressourcen (Zeit, Geld, …) fressen und soll zumindest ein bisschen Betrieb ermöglichen.
Nach Messen und Prüfen kam ein Schrankmodell eines schwedischen Möbelhauses infrage, dass zusammen mit dem Nachwuchs gebaut, zersägt und angebaut wurde.
Diesmal sollte es tatsächlich auch Gestaltung geben, früher war immer nur an den Loks gebastelt worden. Deshalb galt diesmal: Ohne eine zumindest ansatzweise gestaltete Gleisanlage darf nichts an den Loks gefriemelt werden.
Und los ging’s: Testweiser Aufbau
Der Gleisplan ist ein Zusammenschnitt aus dem IB-Halle-Bf. Turmstraße und dem OIB-Bahnhof Borselstraße I. Da wir aus dem Regal fahren wollen, müssen Teile spiegelverkehrt gebaut werden, zudem nebeneinander liegende Gruben versetzt werden, damit wir mit Schmalspurlok Regelspur-GW nicht nur auf Rollböcke/-wagen aufziehen, sondern auch auf die Regelspur zurückdrücken bzw. ziehen können.
Die maximale Regalbreite macht zudem einen engen Gleisabstand bei R3 nötig bei geschemelten Fahrzeugen, so dass Weichen gekürzt werden mussten. Um zumindest eine weitere Umsetzmöglichkeit zu haben, wurde noch eine weitere Weichenverbindung eingezogen.
Gebaut wird immer nur kurz im Winter, Gleismaterial ist aus altem Bestand (LGB) vorhanden, damit dann leider auch „zu groß und dick“.
Die Weichen werden händisch gestellt, EPL-Antriebe wurden vorsichtshalber mit verbaut.
Die Gleise wurden mit parallel verkabelt, ebenso die Weichenantriebe.
Was Anlagengestaltung angeht, bin ich absoluter Neuling, also wurden ein paar Versuche gemacht.
Schotter schied früh aus, von der Körnung und Färbung am besten erwies sich Sand aus Fehmarn. Und die ersten Mauern entstanden quasi im „Selbstversuch“.
So, das war erst einmal der Gleisteil. Puh.