Mit der Draisine von Mittenwalde Ost nach Töpchin
... kann man heute leider nicht mehr fahren, denn seit Corona endet die Draisinenstrecke bereits in Motzen. Am 26. Mai 2012, als diese Bilder entstanden, war das aber noch möglich.
Streckengeschichte
Die Bahnstrecke von Königs Wusterhausen über Mittenwalde (Kopfbahnhof) nach Töpchin wurde etappenweise 1894 bis 1895 eröffnet. 1920 übernahm die Neukölln-Mittenwalder Eisenbahn die Betriebsführung und es entwickelte sich in den Sommermonaten ein umfangreicher Ausflugsverkehr von Berlin zum Motzener See, was der Bahnlinie auch den Namen "Motzenersee-Bahn" einbrachte. 1949 übernahm die Deutsche Reichsbahn die Strecke. 1973 endete der planmäßige Personenverkehr und 1997 der Güterverkehr nach Töpchin. Von 1994 bis 1997 verkehrten anläßlich der "German Masters" wieder Personenzüge zwischen Berlin Ostbahnhof und Motzen Golfplatz, der Haltepunkt wurde extra für diese Verkehre neu gebaut. Zum Einsatz kam eine Sandwich-Garnitur mit 202 vorn und hinten.
Draisinenbahn
Seit 2001 besteht die Möglichkeit, mit verschiedenen Draisinenarten auf dieser Strecke zu fahren. 2006 wurde das Angebot um die Strecke nach Königs Wusterhausen erweitert. 2020 kam der Draisinenbetrieb coronabedingt komplett zum Erliegen. Seitdem kann man auch nicht mehr bis Töpchin fahren, die Strecke ist mittlerweile stark zugewachsen. Der Endbahnhof, wo man damals in Eisenbahnwaggons übernachten konnte, ist komplett beräumt und auch das Bahnhofsgebäude existiert nicht mehr. Wendepunkt der Draisinen ist heute bereits in Höhe des Golfplatzes Motzen. Die Webseite der Draisinenbahn wirbt jedoch merkwürdigerweise immer noch mit Fahrten nach Töpchin.
Am 26. Mai 2012 war ich mit meiner Frau dort mit einer Fahrraddraisine unterwegs. Die Strecke und auch die Draisinen waren damals aber recht ungepflegt.
Ausgangspunkt der Draisinenfahrten ist der Bahnhof Mittenwalde Ost. Bis nach der Wende konnte man von hier aus nach Zossen, Mittenwalde Nord, Königs Wusterhausen und Töpchin fahren. Heute ist nur noch die Töpchiner Strecke bis Motzen befahrbar.
Fahrt nach Töpchin am Einfahrsignal von Mittenwalde Ost vorbei.
Am ehemaligen Bahnhof Gallun Süd.
Bereits auf der Rückfahrt ging es am ehemaligen Haltepunkt Töpchin Nord vorbei. Am Endbahnhof Töpchin habe ich leider kein Bild gemacht, warum auch immer. Dort war bereits an der Einfahrt Schluß für die Draisine, der Bahnhof stand voll mit Wagen, in denen man damals übernachten konnte.
Vorbeifahrt am haltzeigenden Einfahrsignal von Mittenwalde Ost. Ich schwöre, wir hatten Befehl. ![]()
Mittenwalde Ost ist wieder erreicht. Rechts die großen Handhebeldraisinen für größere Gruppen und Leute mit Muckis. Uns reichte die Weichei-Fahrraddraisine.
Interessant waren auch die vielen Lokomotiven und Wagen, die in Mittenwalde Ost abgestellt standen. Vermutlich stehen sie heute noch dort, fragt sich nur in welchem Zustand. Hier eine Kö und eine N4 ... mehr kann ich auch nicht sagen.
Auch 345 033 der Röbel-Müritzer Eisenbahn stand damals hier.
Auf dem anderen Gleis standen zwei weiter 106, eine Gartenlaube und eine V15.
Eigentlich wirds mal wieder Zeit dort vorbeizuschauen.
Viele Grüße
Toralf





