Dampflokwerk Meiningen verliert eigene Werkleitung

  • Hallo zusammen,

    Zitat

    Das Dampflokwerk Meiningen verliert seine eigenständige Leitung und wird künftig vom Standort Dessau aus geführt. Für die Beschäftigten vor Ort bedeutet das neue Strukturen und veränderte Abläufe.


    Weitere Infos hinter der Bezahlschranke:

    Link zu In Südthüringen

    VG Mirko

  • Das ganze ist ja leider nicht ganz neu, es wird / wurde ja ein Gesamtleiter für die Werke Dessau, Meiningen und Chemnitz gesucht.

    Ich persönlich finde es extrem schade das Meinigen somit noch mehr nach "hinten" rutscht bei der DB. Ich glaube ehrlich gesagt dass das so ein bisschen der Anfang vom Ende ist. Denn wann hat man mal gehört das Werke, welche zusammengeschlossen wurden, noch langfristig überlebt haben.

    Wobei man ja ehrlicherweise auch sagen muss das man die DB ein Stück weit ja nachvollziehen kann warum sie nur ein bedingtes Interesse am DLW haben: Sie haben seit Jahren keine eigenen betriebsfähigen Dampfloks mehr und auch keine Pläne welche wieder in Betrieb zu nehmen, durch die bekannten Preis- und Qualitätsprobleme bleiben Aufträge aus, und für die paar Kräne, Schneeschieber etc. welche in Meinigen für die DB instandgesetzt werden braucht man ja nun wirklich kein riesiges Werk.

    Schade ist das dadurch halt die Jahrelange Erfahrung, das Wissen und die Fähigkeiten im Bereich Dampflok verloren gegangen sind. Realistisch gesehen wäre wohl die einzige "Rettung" zum Erhalt des Dampflok-Werkes eine Privatisierung, aber ich glaub da leben wir eher dauerhaft auf dem Mars als dass das noch passieren wird :(

    Beste Grüße

    Sven

  • Ich schätze einfach mal, dass bei Firmen wie der Press/RüBB oder der SDG mittlerweile erheblich mehr Know-How in der Dampflokaufarbeitung vorhanden ist als im DLW Meiningen. Man hat zudem die passenden Werkstätten und Netzwerke an Unterstützerfirmen im Hintergrund mit aufgebaut. Von daher, der Wegfall von Meiningen wäre mittlerweile kein großer Verlust mehr!

  • DB Chaos wirft auch seinen Schatten auf Meiningen. So einfach ist das. "Die da unten" die ihre Arbeit tun, an den Fahrzeugen, wen kümmert das. Die Boni in den Taschen der Vorstände überlagern halt vernünftiges, auch betriebsorientiertes Handeln. Der kleine Kosmos Eisenbahn und seine Bedarfe muss halt auch verstanden werden. Früher standen gelernte Eisenbahner an der Spitze des Unternehmens.

    Was die nach dem Krieg aufgebaut haben, wurde nach der "Bahnreform" brutal und rücksichtslos in den Ruin getrieben. Wer's nicht glauben will kann ja mal versuchen mit der Bahn, nach Plan, umstandslos an sein Ziel zu gelangen.

  • Natürlich kann man eine solche organisatorische Änderung so und so sehen. Pauschales "Draufhauen" ist aber wenig hilfreich.

    Chemnitz ist schon seit etwa 15 Jahren Werkteil bzw. "Segment" von Dessau; es werden dort nach wie vor wichtige Komponenten aufgearbeitet. Warum soll das nicht auch mit dem DLW Meiningen funktionieren? Eine "schlankere" Verwaltung wird doch oft gefordert, das heißt doch nicht automatisch Personalabbau in der Werkstatt (schließt es aber sicher nicht aus).

    Über das DLW wird hier und in anderen Foren oftmals nur negativ Stimmung gemacht. Ja, die Zeit ist auch im DLW beim Fachpersonal nicht stehen geblieben, wie auch anderenorts ist die Weitergabe des Fachwissens eine große Herausforderung. Und wenn Arbeiten nur noch selten ausgeführt werden, ist eine Fachkompetenz wie in füheren Zeiten gar nicht mehr erreichbar bzw. zu erhalten.

    Hier ist immer über Fahrzeuge mit Problemen zu lesen; es gibt aber auch Fahrzeuge, die relativ geräuschlos ihre Untersuchung unterhalten und ausgeliefert werden. Es werden auch weiterhin viele Komponeten für Lokomotiven oder Teilleistungen (z.B. nur Fahrwerk-HU) ausgeführt, wovon eher selten berichtet wird. Und wartet Meiningen wirklich auf Kunden oder muß man nicht eher als Kunde anstehen für ein Zeitfenster für eine HU/Reparatur? Die hohen Preise von Meiningen sind Gewinnvorgaben für "Drittleistungen" und zentralen Vorgaben geschuldet und nur bedingt werkintern verursacht. Andererseits ist der finanzielle Rückhalt durch den DB-Konzern auch in schwierigen Seiten nicht zu unterschätzen, was bei einer schon vor Jahren angedachten vollständigen Privatisierung erkannt wurde.

    Es gibt mittlerweile auch andere Werkstätten, die Qualitätsarbeit erbringen. Aber es gibt auch spezielle Arbeiten, die auf Grund des Maschinenparks, des Zeichnungsarchivs usw. nur Meiningen ausführen kann.

    Für die DB selbst ist Meiningen nach wie vor die Werkstatt für besondere Einzelfälle, jedoch nur noch ein Kunde unter vielen. Für den Erhalt des Fachwissens bzw. der Handlungssicherheit wären Aufträge für die Aufarbeitung wenigstens einiger Fahrzeuge des DB Museums sehr unterstützend, aber wofür? Wer soll sie bei der DB fahren, pflegen, warten - alles Geschichte.

    Ich drücke den Meininger Kollegen die Daumen, daß ihnen trotz der Neuzuordnung eine Perspektive geboten wird. Entscheidend wird sein, wie Dessau die Angliederung vollzieht (bzw. "vollziehen darf") und Meiningen als Chance und nicht als lästiges Anhängsel sieht.

  • Hallo,

    Von daher, der Wegfall von Meiningen wäre mittlerweile kein großer Verlust mehr!

    sicherlich ist mittlerweile auch woanders Know How, vielleicht sogar mehr als noch in Meiningen, vorhanden. Es werden aber nun in Meiningen auch noch einige HU durchgeführt. Von daher ist die Frage ob die Kapazitäten dann "mal eben so" auch woanders bereitgestellt werden könnten.

    Gruß Michael

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  • Hallo

    Leute es ist nicht schön anzusehen, wie so ein traditionelles Ausbesserungswerk immer weiter verkleinert wird und jetzt auch noch verwaltungstechnisch mit anderen Werken zusammengelegt wird. Es ist auch kein Weg , immer den Finger in die Wunde zu legen und nur das Negative zu sehen, dann kann die Gemeinde der Schwarzseher auch gleich die Inselbahn Wangerooge ( gehört zu DB Fernverkehr) stilllegen und abbauen , wie etliche andere Infrastruktur und Strecken . Ja der Konzern muss Geld verdienen, doch mit solchen Spezialitäten wie Dampflokomotiven in Normalspur oder Schmalspur ist es schwierig und die Fachleute werden auch weniger . An die Führung des Bahnkonzern gehört wieder ein/ eine Eisenbahner/in , nur die haben ein besonderes Gefühl für ihren Beruf . Ja , die Bahnchefin ist ausgebildete Triebfahrzeugführerin und in vielen kleinen Schritten kann wieder was daraus werden und der Staat den nötigen Rahmen gibt . Natürlich ist noch ein weiter Weg und den sollten wir gehen / fahren um den kommenden Generationen noch eine Eisenbahn bieten zu können . Das Auto oder Lkw ist nicht der Weisheit letzter Stand, ganz aktuell die kaputten Autobahnen und Brücken und auch immer häufigere Niedrigstände der Flüsse . Das Personal bei den Unternehmen ist sehr großem Fleiß dabei und zusammen kann es nur gut werden . Wenn dann auch die Geschichte / Vergangenheit mit in die Gesundung der Eisenbahn einfließt, bekommen wir wieder das , was wir schon lange vermissen.

    Glück auf

    Armin Ahlsdorf

    3 Mal editiert, zuletzt von Schüppe66 (1. August 2026 um 21:11)

  • Von daher, der Wegfall von Meiningen wäre mittlerweile kein großer Verlust mehr!

    SDG, HSB und PRESS haben in zwischen eigene Werkstätten. Aber was ist mit der Leipziger oder Löbauer 52er? Schwarzenberger 50er? DFS 64er? Rodelblitz 41er? Rübeland 95er?

  • SDG, HSB und PRESS haben in zwischen eigene Werkstätten. Aber was ist mit der Leipziger oder Löbauer 52er? Schwarzenberger 50er? DFS 64er? Rodelblitz 41er? Rübeland 95er?

    Die Hsb ist dennoch nicht fähig eigene HU durchzuführen!

  • Moin ! Als Braunschweiger habe ich Mitte der 70er Jahre den Niedergang und die Schließung des letzten Dampflok-AW Braunschweig der westdeutschen Bundesbahn miterlebt. 1977 kam in Westdeutschland das Aus für die letzten Dampfloks sowie das nachfolgende Verbot für Dampflokeinsätze und der Rückbau der für den Dampfbetrieb nötigen Infrastrukturen. Damals hätte ich mir nicht mal ansatzweise träumen lassen dass es Jahrzehnte später wieder bzw. noch ein für ganz Deutschland verfügbares Dampflokwerk unter DB-Regie geben wird. Die Wendezeit und das Ende des normalspurigen DR-Plandampfes liegt nun auch schon wieder 36 bzw. 38 Jahre zurück und die Deutsche Bahn unterhält keine betriebsfähigen Dampfloks für Sonderfahrten mehr. Um so erstaunlicher ist es eigentlich dass es das Werk Meiningen überhaupt noch gibt. So schlecht scheint also die Auftragslage nicht zu sein. Und man sieht es ja an der neuen HSB-Werkstatt dass es eben nicht so einfach ist sich von Meiningen unabhängig zu machen - besonders wenn die Erneuerung von großen Komponenten ansteht. Und ich glaube auch nicht dass es alternative Werkstätten gibt welche z.B. der BR 01 neue Radreifen verpassen oder diese überarbeiten können......