Ehem. Lokschuppen Mohorn bei Wilsdruff wird saniert

  • 122 Jahre lag hier ein Stück PNo Linie herum...


    ...am Vorabend zur Baustelle auf dem ehemaligen Bahnhof Mohorn. 🙋‍♂️

  • Ich finde es gut, das bei einer Straßensanierung nicht zusätzliches Geld für solche Extrawünsche verbraten wird. An dieser Stelle geht sonst die neue Straße beizeiten wieder kaputt und der Winterdienst mag solche unebenen Stellen auch nicht.


    Anstatt so einem nichtssagenden schon halb zugeflickten Gleisrest wäre eine andere Erinnerung an die Schmalspurbahn wesentlich werbewirksamer und "attraktiver". Eine gut gemachte Infotafel oder eine IVK/VIK aus Blech lädt viel eher zum verweilen ein, als ein für den Laien unscheinbarer Baurest.

  • Naja, wenn man jetzt nicht viel, aber sagen wir halt nur ein paar wenige Meter anschließendes Gleis an das noch vorhandene Stück in der Straße links und rechts wieder angeschlossen hätte, was weiß ich, sagen wir, nur symbolisch von Frauenstein über Mohorn bis Neichen, dann wäre dieser Gleisrest natürlich schon erhaltenswert gewesen. :D ;) 8)


    Aber ganz ernsthaft: Natürlich nicht so weit, aber so in der Art hatten das damals 1988/89 ein paar Protagonisten, jung und naiv und unbeschwert, in Rothenkirchen vor. Da lagen auch noch drei parallele Gleisreste im Bahnübergang nahe der 99 516. Sandro Höppner, Marco Drosdeck und noch ein paar weitere Eisenbahnfreunde, hatten das Gleisstück, auf dem die IV K seit 1976 als Denkmallok stand, erst erweitert, dann die Lok auf das neue Gleisstück vorgezogen, dann das ursprüngliche Gleisstück erneuert, welches vorher inzwischen völlig desolat gewesen war. Und dann sollte als nächstes eine Weiche und ein Nachbargleis verlegt werden, das Erdreich war für die Weiche schon ausgekoffert worden. Die Weiche sollte glaube gebraucht aus Oberrittersgrün oder Wolkenstein kommen oder irgendwie so. Das neu zu bauende Nachbargleis hätte dann zu einem der drei noch im Bahnübergang liegenden alten Gleisstücken verlängert werden sollen und am anderen Ende des alten Bahnübergangsgleises hätte ebenfalls noch angesetzt werden sollen und paar Meter Gleis neu entstehen sollen.


    Die 516 wollten die Jugendfreunde mit vermindertem Kesseldruck für kurze Lz-Fahrten vor Ort wieder in Gang kriegen und dann hätten da ab und zu Schaufahrten über den alten Bahnübergang stattfinden sollen. Das waren die idealistischen, jugendlichen Pläne damals 18- bis 20-Jähriger 1989 noch vor dem Mauerfall, bevor dann ab 1990/91 die Museumsbahn Schönheide begann. Irgendwie erinnerte mich das Gleisstück in Mohorn jetzt daran, auch wenn Rothenkirchen bezüglich Mohorn natürlich etwas off topic ist. ;)

  • Hallo Holger,


    was die damaligen Pläne rund um 99 516 in Rothenkirchen angeht, habe ich etwas andere Erinnerungen.


    Die "516" war für mich als Jugendlicher schon jahrelang eine Art Mysterium. Es war die Älteste und sie soll rote Zylinder haben ... wurde erzählt. Über ihren Gesamtzustand hörte man auch nicht viel Gutes. Ich hätte sie damals trotzdem gern besucht, was aber von Dresden aus ohne eigenes KFZ eine halbe Weltreise war. Auch meine Eltern waren damals von einem Ausflug mit dem Trabi nach Rothenkirchen nicht zu überzeugen.

    Im Dezember 1987 lernte ich im Bahnhof Aue, dort, wo sich heute "blühende Landschaften" befinden, zufällig einen jungen Kerl kennen, der sich um die "516" gekümmert hat. Es war Sandro Höppner. Es begann ein reger Briefwechsel und ich konnte als Lehrling im Bw Dresden einige fehlende Teile wie z.B. den Reglerhebel nachbauen. Andere Teile wie diverse Handräder und eine Führerhauslampe durfte ich von einem zur Verschrottung stehenden G12-Dampfspender abbauen.

    Im April 1988 war ich erstmals in Rothenkirchen und konnte das Objekt meiner Begierde selbst in Augenschein nehmen. Sandro und die anderen Mitstreiter hatten bereits gute Arbeit geleistet und die Lok sah schon mal recht gut aus. 3 Zylinder waren auch schon wieder schwarz. Trotzdem war bei etwas genauerer Betrachtung der fortschreitende Verfall der Lok nicht zu übersehen. Die Kesselverkleidung hing hinter den Wasserkästen bereits herunter, der Tenderboden war durchgerostet und Teile des Rahmens sowie die Wasserkästen waren ebenfalls dabei, sich aufzulösen. Es war abzusehen, dass die Lok so unter freien Himmel nur noch begrenzt haltbar ist. 1988/89 reifte der Plan, die Lok teilweise zu demontieren und dem Rost auch in sonst unzugänglichen Bereichen zu Leibe zu rücken. Es war angedacht, für diese Arbeiten einen kleinen Schuppen an den Güterboden anzubauen.

    Weiterhin war geplant, das Denkmal zu einer kleinen Schauanlage mit einem kurzen Güterzug auszubauen. Das Gleis 3, auf dem die Lok seit 1976 stand, wurde 1989 verlängert und das Gleis 2 sollte teilweise wieder aufgebaut und an den noch vorhandenen BÜ angeschlossen werden. Auf der anderen Straßenseite befand sich noch das überdachte(!) Anschlußgleis der Fa. Flechsig, welches direkt (also ohne Weiche 2) an den BÜ angebunden werden sollte. Die Gleise 2 und 3 sollten durch die Weichen 4 und 5 verbunden werden.

    1990 wurden durch die Gemeinde Rothenkirchen bei der DR Kaufanträge für den Gepäckwagen 974-358 und einen GGw gestellt. Ein Rollfahrzeug konnte aus Oberrittersgrün übernommen werden und eine Weiche wurde aus Mügeln geholt.

    Wären die damaligen Pläne so umgesetz worden, hätte man einen Denkmalszug in wechselnder Zusammenstellung präsentieren können. Während der nassen Jahreszeit hätten alle Fahrzeuge unter einem Dach stehen können.

    Die Fahrzeuge sollten übrigens mit einem Traktor o.ä. bewegt werden ... oder vielleicht mit Druckluft im Kessel ...

    Naja, es kam bekanntlich anders. Die Straßenmeisterei war gar nicht begeistert, daß in Rothenkirchen wieder Schienenfahrzeuge die Straße kreuzen sollen und mit der "Wende" änderten sich auch die Interessen der Gemeinde Rothenkirchen. Nachdem das Bahnhofsgelände in eine große Baugrube verwandelt, Güterschuppen und Wasserhaus abgerisen wurden und das verlängerte Gleis 3 wieder gestutzt wurde, stand 99 516 ziemlich einsam da. Es dauerte noch einige Jahre, bis sie schließlich in Schönheide ein neues zu Hause bekam.

    Die Baugrube wurde später unverrichteter Dinge wieder verfüllt ... das ist aber eine andere Geschichte.


    So, und wie kriegen wir jetzt wieder die Kurve nach Mohorn? :gruebel:


    Viele Grüße

    von der Albert-Bahn

  • Glück Auf,


    Zitat

    So, und wie kriegen wir jetzt wieder die Kurve nach Mohorn?

    Wann wurden denn die Gleise in Rothenkirchen aus der Straße genommen? :weg:

    Viele Grüße Ronny :huhu: