Murtalbahn vor dem Aus

  • Für Schmalspurbahnen sieht es in Österreich derzeit schlecht aus.
    Nach der Reduktion der Ybbstalbahn auf die Waidhofner Citybahn und der Einstellung des Krumpe steht nun die Murtalbahn for dem aus.


    Bis März soll über das Schicksal der Bekannten Murtalbahn entschieden werden. Das Land Steiermark will rund 20% der Zuschüsse für die Bahn streichen.
    Ohne diese 20% sieht sich jedoch der Betreiber der Strecke,die StLB, nicht im Stande die 65 km lange Strecke weiter zu betreiben.


    Die Bewohner entlang der Bahn wollen aber für den Erhalt der Bahn kämpfen. Jährlich nutzen 550.000 Fahrgäste die Bahn welche im 2 Stundentakt Unzmarkt,an der Südbahn, mit Tamsweg verbindet.
    Viele Personen nutzen die Bahn um an die Südbahn und die Züge nach Wien zu gelangen.
    Ebenso ist der Güterverkehr nicht auser acht zu lassen.


    Auch Salzburg will sich mit der Schließung der Bahn nicht einfach abfinden.
    Das Bundesland schießt jährlich etwa 270.000 Euro für die Murtalbahn zu ,da sich rund 15 km der Strecke auf Salzburger Gebiet befinden.


    Durch die Einstellung der Murtalbahn würde ein wichtiger Teil des Regionalkonzepts der Region verloren gehen.


    Als Schmalspurfan hat man es derzeit echt schwer.
    Eine Bahn nach der anderen gerät in Geldnot und droht still gelegt zu werden :frust:.


    Grüße Niki!!


    PS: Die Einstellung des Stainzer Flascherlzuges ist derzeit nur ein Gerücht und wurde noch nicht von offizieller Seite bestätigt. Fakt ist jedoch das die anstehende HU der rumänischen Waldbahnlok derzeit nicht zu bezahlen ist.

    3 Mal editiert, zuletzt von FROWOS ()

  • Hallo,


    das klingt ja schrecklich. Wieder wird wahrscheinlich eine Bahn aus Geldnot zusammengespart. :frust:. Das ist einfach nur krank.


    PS: das "for" ist eigentlich ein "vor" laut deutscher Grammatik. Aber wenn du vielleicht in Österreich wohnst, könnte es ja auch anders sein. Hhm :zwink:

  • Hallo


    Es wäre mir vollkommend unverständlich wenn man eine Bahn mit 550000 Fahrgästen im Jahr schließen kann. Entweder ist der Betreiber nicht in der Lage Ordentlich zu Wirtschaften oder es hat andere Hintergründe die man jetzt noch nicht weiß!

    Es geht immer weiter! nur wie ist die Frage?


    Willy

  • Was in Österreich derzeit mit den Bahnlinien im ländlichen Raum passiert
    bzw. geplant ist verdient nur ein Wort:


    Massaker


    Absolut :frust:


    :wink: Der Betriebsfremde

  • Traurig, einfach nur traurig.


    Erst wenn der letzte Zug gefahren ist, dann weiß man was es für ein Verlust für die Gegend ist.
    Ich kenne zwar diese Bahn nicht, aber oft sind sie wahre Touristenmagneten und das wird die Gegend spüren, den für viele ist es ein Grund in eine bestimmtes Urlaubsgebiet zu fahren.
    Der ist dann weg und die Gegend unterscheidet sich nicht mehr von einer X-beliebigen Touristengegend.


    Bleibt nur zu hoffen das die Verantwortlichen es sich anders überlegen. Nicht nur die schwarze Null zählt sondern auch das Geld, was die Touristen deswegen in der Gegend lassen, von den Arbeitsplätzen mal ganz abgesehen.


    Denkt sich der Bidone.

  • Hallo in die Runde,


    in Österreich wurden und werden aktuell nicht Reaktionen auf veränderte Wirtschaftlichkeit von Einzelstrecken versucht oder betrieben. Sondern es wirkt aktuell eine ungute Mischung aus dem Versuch der ÖBB, die Entwicklung der DB zu überflügeln (siehe auch manche eingenartigen Personenexporte aus Deutschland) und eine auch politische Reaktion darauf in Form von eisenbahnfeindlichem Mitwirken an den von Seiten der ÖBB aktuell platzierten Themen oder Ankündigungen. Außerdem greift auch in Österreich das Wort Haushaltsanierung in der Politik und scheinbar hat die Eisenbahn bzw. der öffentliche Verkehr in vielen Gebieten zu wenig Lobby (und manchmal auch Nachfrage). So versuchen einerseits die ÖBB nach ihrer Separierung in verschiedene Teilgesellschaften sich in jedem einzelnen Geschäfstfeld aller vermeintlich nicht erheblich gewinnbringenden Tätigkeiten zu entledigen und andererseits finden sich nur wenige kreative Initiatoren, die auf die aufgeworfenen Fragen eine Antwort pro Schiene haben oder finden. (das ist kein Vorwurf, sondern eine Erkenntnis - Zeit und entsprechende Köpfe sind nun mal rar). Positives Beispiel ist hier ganz sicher die Übernahme und der Wiederaufbau der Strecke nach Krimml durch die SLB. Wenn aber (wie auch in Sachsen) eine pauschale Kürzung von Ausgaben aus Steuermitteln vorgenommen wird, kann manche bisher funktionierende wirtschaftliche Basis eben nicht mehr funktionieren. Das hat dann wieder weniger mit den ÖBB zu tun, sondern kann auch eben den Betreiber der Murtalbahn betreffen. Und da ist dann das Wollen und die Kompetenz der Handelnden gefragt, die Situation zu begreifen und Lösungen zu suchen und zu finden. Trifft das nicht auf beiden Seiten zusammen, folgt das Angedrohte.


    Eine meiner Meinung nach sehr lesenswerte Kommentierung des Geschehens in Österreich (in diesem Fall überwiegend Bundesland Niederösterreich) findet sich im aktuellen LOK-Report (Heft 3/2011).


    Gruß
    217 055

    Gruuß

    217 055

  • Wie die Kleine Zeitung in der heutigen Ausgabe berichtet hat die Landesregierung eine Entscheidung über die Zukunft der Murtalbahn getroffen. Laut Landeshauptmann Schützenhöfer wird der Bahnbetrieb eingestellt. Die Umstellung auf einen Busbetrieb befindet sich in Vorbereitung...

  • Eckhard

    Hat den Titel des Themas von „Murtalbahn for dem Aus“ zu „Murtalbahn vor dem Aus“ geändert.
  • Hallo miteinander,


    die Vorgänge und Umstände im österreichischen Murtal kenne ich nicht.


    Generell scheint mir aber seit geraumer Zeit - und die ist deckungsgleich mit der Durchsetzung (ultra)konservativer Kräfte in der dortigen Regierungsverantwortung - in der kleinen Alpenrepublik ein munteres "Revival" dessen stattzufinden, was dort und auch in der Bundesrepublik in den 1970/80er Jahren Usus war: Bahn weg, Bus halbherzig hin, und schon ist der Staatshaushalt entlastet und ein kommunales Busunternehmen glücklich.


    Dahinter steckt übelste Lobbypolitik gegen die Bahn!


    Aber Achtung! Jeder hat es auch hierzulande im September selbst in der Hand: sollte sich wirklich dem Wunsch von Laschet und Lindner entsprechend das Schreckgespenst einer schwarz-gelben Bundesregierung ergeben (auch so ein 1980er-Jahre-Revival!), so ist es auch hier mit Reaktivierungen und Taktverdichtungen vorbei und das Pendel schlägt in die andere Richtung aus.


    Augen auf beim Ankreuzen auf dem Wahlzettel also!

    _________________________
    Gruß aus dem Bergischen Land


    Thomas

  • Thomas,

    nur weil die Schweizer ihr Bahnsystem sogar ausgebaut haben, gerade auch in Schmalspur

    und ihren Gotthardttunnel ein Jahr vor Plan im Kostenrahmen fertigstellten, heißt das nicht

    daß wir Deutschen da mal drüber nachdenken sollten, erst recht nicht in Österreich.

    Das ist höchst unglaubwürdig , was Du hier vorgaugkelst.... ;)

    Nein, wir brauchen zukunftsfähige SUV , LKW und weniger Einengung durch zwei Schienen.

    Und ökologische Kurzstreckenflüge ,statt Ersatz durch die Schiene.

    Frankreich hat doch gezeigt, daß der Train avec grand Vitesse eine Pleite ist...äh ...nein ?

    Ok, aber die vollgestopften Autobahnen in der Schweiz zeigen doch : Schienen sind ulltraout.

    Was, die deutschen Autobahnen sind zugemüllt mit LKW...? Nicht die Schweizer ?

    Ok, aber...

    jedenfalls alle, die nicht auf das Auto in Zukunft setzen, gefährden Arbeitplätze !

    So, jetzt kommt Ihr Ökoträumer und setzt mal gegen dieses Aurgument irgendwas, he he !!

    sich zurücklehnend grüßt

    Tobias