Hallo zusammen,
nun der letzte Teil des Berichts. Der Fahrplan der Zahnradbahnsonderzüge hatte bei genauerer Betrachtung eine Besonderheit beim letzten Zug bergwärts, nämlich längere Fahrzeit. Hin- und hergerechnet ergab das eine Kreuzung in Dolni Polubny / Niederpolaun.
Bekannt war mir, dass das Kreuzungsgleis schon seit vielen Jahren abgebunden ist und "nur" das Anschlussgleis zum Kreuzen geht. Außerdem sind Trapeztafeln vorhanden...
Interessant ist, dass der Bahnhof vor dem Abbinden des Kreuzungsgleises drei Weichen mit Zahnstange besaß und ich gelesen habe, dass der Bahnhof im Zuge der Instandsetzung im Frühjahr-Sommer-Herbst 2025 wieder diese zurück erhält.
Folglich werden Kreuzungen mit dem Zurückdrücken in den Anschluss dann der Vergangenheit angehören? Damit war klar, daß das zu fotografieren sich lohnt.
Zuerst wurde mal der Zugang bzw. die Zufahrt ermittelt, die etwas versteckt ist, aber der "Kartengockel" findet viel...
Nun machen wir einen kleinen Rundgang über die Station.
Überblick über den Bahnhof:

Der Tunnelmund zeigt die Strecke gen Tanvald / Tannwald.
Die Anschlussbahn:

Blick vom Bahnsteig gen Korenov / Polaun-Grünthal:

Die Anschlussweiche:

Ein Stück weiter:

Rechts im Gebüsch sieht man das abgebundene Kreuzungsgleis auf der Seite des Stationsgebäudes. Die Zahnstangeneinfahrt befindet sich schon in der Steigung, eine für die Lokpersonale nicht ganz einfache Sache im Adhäsionsbetrieb unter Last losfahren, dann nicht über 20 km/h kommen, um den sicheren Eingriff in die Zahnstange zu machen...
Hier im Gras liegt das Kreuzungsgleis.

Die Zahnstange ist abgebaut.
Ordentlich, wie tschechische Bahnhöfe sind, gibt es ein Bahnsteigdach, Sitzbank, Fahrplanaushang im Schaukasten, alles gepflegt, keine Beschmierungen usw.

Interessant ist der Fußweg zum Dorf angelegt:


Dann war es Zeit, dass ein Planzug kommt. Aus dem Tunnel brummte es und ein RS1 Gespann kam heraus:


Kurzer Halt, einige Fahrgäste stiegen aus und er brummte weiter den Berg hoch.

Danach war wieder Ruhe auf der kleinen Station, bis erneut Brummen aus dem Tunnel zu vernehmen war. Der Sonderzug war gefolgt:

Der Sonderzug hielt exakt vor der Weiche:


Die Bewohner und Gartenbesitzer am anderen Ende des Zuges ließen sich Bier aus dem Packwagen reichen. So ein Service! ![]()
Gleissperre im Anschluss ablegen, Weiche aufschließen, stellen und der Sonderzug rollte langsam quietschend in den Anschluss:






Eingeschlossen...
Nun konnte der Planzug von oben kommen. Der kleine Kameramann postierte sich bei den ebenfalls fotografierenden Eisenbahnern links, der große allein rechts...



Nachschuss von hier und da:


Sofort wird wieder aufgeschlossen.






Weiche und Gleissperre wieder in Grundstellung bringen, dann Anlauf und den Berg hoch...





Durch die langen Wagen erkennt man sehr gut den Neigungswechsel im Gleis.

Gut sichtbar ist das "Expressgut" im Packwagen, was sich sicherlich schon zum größten Teil in Leergut verwandelt hat...


Kräftig schieben, damit die vorn nicht alles alleine machen müssen...


Dieselwolken...


Danach schluchzte Frau Amsel weiter ihr Abendlied, ob tschechisch oder keine Ahnung? Ist ja auch egal...
Damit verabschieden wir uns zunächst von dieser schönen Region und deren hochinteressanten Eisenbahn, bedanken uns bei allen beteiligten Eisenbahnern, den unterstützenden Unternehmen, wie Metrans, der Ostböhmischen Eisenbahn usw. und allen, die im Hintergrund gewirkt haben, aber vorallem den Mitstreitern der Eisenbahngesellschaft Tanvald, die über alles die Hände halten. Danke für diese vielen erlebnisreichen Stunden!
Wünschen wir eine gute und sanfte Sanierung der Zahnradbahn im Jahre 2025 und dass sie mit erweiterten Möglichkeiten wieder in Betrieb geht und vorallem, dass dann auch die Originalfahrzeuge, wie die T426 und die M240 wieder die Regie übernehmen.
Wir kommen wieder!
Vielleicht findet sich auch mal wieder ein deutsches Unternehmen, welches einen Sonderzug ins Iser- und Riesengebirge fährt. Es wäre bestimmt für alle eine großes Erlebis mit einer 118 nach Tanvald zu fahren, dort setzt die T426 an und dann geht gemeinsam es den Berg hinauf, vielleicht geht das auch mit 86ern...
Was noch auffällt, auf polnischer Seite scheint es noch keine Aktivitäten mit Sonderzügen zu geben, auch im Hinblick im PKP-grün (ET21?) und über den Pass mit Diesel oder Ty2 zu fahren... (Ich habe mal einen guten befreundeten Kollegen angespitzt, nach der Grenzvereinbarung zu suchen, was da wie geht...)
Viele Grüße vom Stromabnehmer
Fotos: R. und G. Quaß