Modulanlage Strehla

  • einige Beiträge zu meiner Anlage sind ja bereits hier veröffentlicht worden.


    Es ist wohl besser, dafür nun ein eigenes Thema anzufangen.


    Alle Gebäude entstehen im Eigenbau. Der Erbauer wächst dabei mit den Aufgaben :)
    Bisher habe ich mit dem Gebäudebau eher weniger Erfahrungen und sammle sie bei diesem Modellprojekt recht großzügig :)


    Im ganzen wird der Bahnhof im Maßstab 1:87 eine Länge von 4200mm haben, aufgeteilt in 4 Segmente. Weiterhin ist noch ein 1200mm- Modul zur Darstellung der Bahnhofseinfahrt mit dem BHG- Anschlußgleis geplant.


    Verschiedentlich habe ich ja schon Bilder vorgestellt...weiter geht es nun in loser Folge mit Baufortschritten...


    Heute habe ich den Rauchabzug für den Lokschuppen gebaut. Lange hab ich überlegt, welche Variante ich nachbilde...und vor allen Dingen, wie ich das dann anstellen sollte.


    Bis in die erste Hälfte der 60- er Jahre waren 2 Rachabzüge mit einem kegelförmigen Aufsatz montiert. Als der rechte, haupsächlich genutzte, zusammenfiehl, behalf man sich damit, einfach den des linken Gleises als Ersatzteil zu nutzen. Allerdings hielt das dann auch nicht lang.


    Es wurde ein neuer, oder "altbrauchbarer" Rauchabzug montiert. Ähnliche Modelle finden sich heut zum Beispiel noch in Radebeul und Jöhstadt...


    Der linke Schuppenstand bekam keinen Rauchabzug mehr, da das Gleis nicht mehr genutzt wurde. Ich habe im Modell die Dachschindeln an dieser Stelle entfernt, und ein bisschen "unordentlich" "Ersatzteile" darauf geklebt.


    Die Maße für den Rauchabzug habe ich von einem alten Modell- Lokschuppen übernommen und aus Messing gedreht...





    Den inneren Rauchabzug habe ich schon einmal hier beschrieben...





    Für dieses "Kleinod" waren 5 Stunden Bauzeit notwendig...
    Aber das Ergebnis macht mich dafür zufrieden :)


    Gruß Micha

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  • Hallo Micha,


    sieht wirklich toll aus. Hast Dir richtig Mühe gegeben!
    Leider ahnt der Betrachter meist ja gar nicht, welche Arbeit in solchen Kleinteilen
    steckt. Von der Beschaffung der Vorlagen und Maße will ich da gar nicht erst reden...


    Aber ich hätte da mal noch eine Frage: Was hast Du für die Ziegelwände+Fachwerk
    genommen? (sieht aus wie bedruckter Karton?) Das Dach wird wohl von Auhagen sein?


    Mit modellbahnerischen Grüßen


    Norman

  • Hallo Norman,


    so richtig einschätzen kann man eine Arbeit erst, wenn man selbst dazu schon Erfahrungen gesammelt hat... :)


    Die Wände sind aus Resin gegossen. Ich habe die Zeichnungen erstellt und bei der Erstellung der Wände konnte ich auf einen Modellbaukollegen zurückgreifen...vielen Dank nochmal, vielleicht liest er es ja hier ;)


    Bei dem Dach habe ich auf Vollmer- Platten zurückgegriffen. Bisher habe ich immer Auhagen verbaut, allerdings überstieg mein Lokschuppendach einfach die Länge der Auhagen- Platten.


    Bei Vollmer habe ich größere Platten gefunden, welche zudem leicht größere Schieferplatten haben...auch sind die Konturen schärfer...dafür sehen die "Auhagendächer" aber wieder etwas "abgenutzter" aus...bei älteren Gebäuden passt das ja...


    Gruß Micha

  • ...hier noch Bilder vom Radebeuler Lokschuppen am 14. 2. 2010.




    Der Rauchabzug des Radebeuler Schuppens ist mit Stahlstreben/ -seilen gesichert und die Haube ruht auf 4 Stützen...


    Gruß Micha

  • ...hier die Stellprobe einiger Gebäude, nachdem nun auch abschnittsweise Gras auf dem Modul vorhanden ist...




    Die Wände des Heizhauses sind aus Resin gegossen und entsprechen dem Vorbild.



    Noch fehlen einige Fenster und die Tore in Ätztechnik.


    Das Dach entstand aus Vollmerplatten, der Dachstuhl entstand aus Kunststoffprofilen, genau nach dem Strehlaer Vorbild...




    Als Vorlage für die Dachkonstruktion mußte ich jedoch auf eine Zeichnung vom Jöhstädter Lokschuppen zurückgreifen. Nach dem Vergleich mit Vorbildfotos von Strehla, waren jedoch kleine Änderungen mit vorzusehen...


    Nachdem ich mich nun mit vielen Fotos und Zeichnungen von sächsischen Heizhäusern
    beschäftigt habe, bin ich zu der Erkenntnis gekommen, dass für die Bauten wohl Normzeichnungen existiert haben müssen, jedoch sind dann beim Bau vor Ort so manche Änderungen vorgenommen worden. So entstanden zwar viele ähnliche Gebäude, jedoch weichen sie stets in Details voneinander ab.


    Bereits in anderem Zusammenhang bereits erwähnt, wird auch die Inneneinrichtung weitgehend mit dargestellt. Leider sieht man davon von außen natürlich nicht so viel.
    Deshalb habe ich die Seitenwände vorerst herausnehmbar gestaltet. Ob das in dieser Form so beibehalten werden kann, werde ich sehen...Auch sind noch nicht alle Teile der Inneneinrichtung fertig...das Schmiedefeuer fehlt z.B. noch.




    Mit diesem Aufwand möchte ich eigentlich nur im Modell verdeutlichen, wie der Arbeitsplatz der Eisenbahner gestaltet war...Meine Fotosuche von Innenräumen, hat bisher keine Erfolge gebracht, so das ich einzig die Erinnerung eines Lokführers umsetzen konnte.


    Gruß Micha

  • Hallo Micha,


    Modellbau vom feinsten! :spos: Da stimmt ja jedes Detail. Auch der Gesamteindruck des Bahnhofsareal kommt hier absolut autentisch rüber. Hast du auch Bilder in Richtung Elbufer gemacht?


    Gruß Daniel (aus der Agentur in Löthain)

    Gruß Daniel


    37235344pa.jpg

  • Hallo Micha,


    da kommt deine Liebe zum Detail und das bastlerische Können so richtig rüber. Meine Hochachtung!
    Frage: "Verdunkelst" du die Front des Schuppens noch ein wenig? Sie ist mir etwas hell (weiß).
    Sonntäglichen Gruß

  • Hallo Micha,


    sieht wirklich richtig genial aus.
    Besonders den "Allesfresser" vor der Führerstube find ich gut.
    Du hast ja geschrieben, daß die Wände aus Resin sind. Also muß es ja auch ein Urmodell
    zum Abformen dazu geben. (ist da der Aufwand nicht riesig für nur einen Abguß-oder willst Du `ne Kleinserie auflegen?).
    Es würde mich auch mal interessieren, wie Du das mit den Ätzteilen machst?
    Ätzt Du alles selber oder gibst Du das in Auftrag (würde mich mal brennend interessieren,
    weil ich bald auch paar Teile (Fenster, Türen,Blechdach mit Doppelfalznaht) bräuchte und
    keine Ahnung hab, was das so kostet und wer da gut ist. Und reicht da eine bemaßte Zeichnung oder muß das mit einem professionellen Programm erstellt sein)?


    Ich weiß nicht, ob es von allg. Interesse ist. Wer Erfahrungen hat, kann dies mal kundtun.
    Es gibt bestimmt genug Leute, die das mal genauer wissen möchten.
    Baubeschreibungen kursieren ja genug im Internetz, aber steht dann da nur, daß dies u.
    das geätzt wurde aber nicht wo und was es ca. gekostet hat.
    Bin auch für ensprechende Links dankbar.


    Micha, hoffe Dein Thema nicht "gesprengt" zu haben. Aber finde es immer schön, wenn
    an so einem tollen Bau wie es Dein Heizhaus ohne Zweifel ist, auch mal verschiedene
    Techniken nachvollzogen werden können.


    Grüße
    Norman

  • Zunächst einmal recht vielen Dank für Euer Interesse!


    Mit den Ziegelfugen das ist so eine ärgerliche Geschichte...da gab es viele Versuche, aber ich bleib noch dran... :)


    Normen, wenn du mit "Allesfresser" den Ofen meinst, so ist das ein Drehteil, was ich mir anhand eines Fotos selbst gefertigt habe. Nun gibt es ja mittlerweile einen von Weinert, welcher allerdings für Strehla viel zu groß ist...


    Im neuen "Wilsdruffer Bahnbuch" zur Strecke Strehla- Oschatz gibt es ein Foto vom Abriss des Heizhauses, da sieht man den Ofen besser, als auf dem mir vorliegenden Bild.


    Zur Entstehungsgeschichte, also der Technologie, möchte ich auf eine Homepage verweisen, dort ist alles erklärt und die Teile sind dort auch entstanden:


    http://www.dekos-modell-manufaktur.de


    Ich zeichne die Teile in Corel Draw...den Rest macht dann Deko, also vielleicht mal an ihn wenden ;)


    Gruß Micha

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  • In dieser woche ist nun ein weiterer Teil an der Modulanlage entstanden.


    Seit 1950 befand sich hinter dem Lokschuppen ein Anschlußgleis zum Lagerplatz der BHG.


    Dieses Gleis hatte eine Läng von ca. 140 m. Am Gleisende stand dann für Getreide eine Lagerscheune.


    Im Modell habe ich davon nur ca. 65m Anschlußgleis nachgebildet, also im Modell rund 75cm, wovon 40 cm direkt auf dem Lagerplatz liegen...eben eine Platzfrage.


    Dem Anschluß können damit bis zu 3 Rollwagen zugeführt werden





    Gruß Micha