ein Rüganer auf Abwegen

  • Hallo Thomas,


    also ein "Rüganer" ist der Tender der 99 4652 mit Sicherheit nicht. Dazu müßte man wohl zumindest auf der Insel geboren sein.
    Auch die kurze Einsatzzeit der Heeresfeldbahnloks im Plandienst der Insel spricht dagegen.
    Aber einen interessanten Ausblick aus Deinem Zimmer hattest Du allemal. :spos:


    Gruß, Holger

  • Hallo Thomas,


    ich weiß ja, wie es gemeint ist. ;)
    Aber bei einer Einsatzzeit von Ende 1945 bis 1963 (ohne jetzt genau nachzulesen) der 99 4652 in Dahme, könnte man auch von einem "Fläminger" sprechen.
    (okay, der alte Nörgeler war wieder da)


    Schönen Abend, :cheers:


    Holger

  • Hallo Thomas, Hallo Holger,



    Rüganer hin, Rüganer her, auf jeden Fall ist es interessant, den "Kohlenwagen" mal wieder zu sehen.
    Ein Teil der Lok steht ja noch in Putbus.


    Thomas, Rüganer definieren wir hier auf Rügen so, daß der Rüganer tatsächlich auf Rügen geboren sein muß. Alle Zugewanderten Einwohner sind somit Rügener.


    Genau genommen gibt es auf Rügens Schienen keinen einzigen Rüganer, denn es gab hier nie Fabriken, die Eisenbahnfahrzeuge hergestellt haben.
    Alle Fahrzeuge, auch die bekannten Mh's sind somit ganz streng genommen Zuwanderer und somit Rügener.



    Viele Grüße


    Dampfachim

  • Moin Achim,


    den Unterschied kannte ich auch noch nicht. Bin wohl doch schon zu lange Rucksackberliner... ;)


    Gruß vom Rüganer


    @Thomas: Hübscher Kohlewagen. Hätte ich auch so fotografiert bei dem Ausblick.

  • Hallo Achim,


    Zitat: "Genau genommen gibt es auf Rügens Schienen keinen einzigen Rüganer, denn es gab hier nie Fabriken, die Eisenbahnfahrzeuge hergestellt haben."


    ... mit Verlaub, nicht ganz ...


    Richtig: "es gab nie Fabriken, die Eisenbahnfahrzeuge hergestellt haben."


    Falsch: "Genau genommen gibt es auf Rügens Schienen keinen einzigen Rüganer"


    Die Personenloren der Museumsfeldbahn in Putbus sind "Rüganer". Sie sind zweifellos auf Schienen zu Hause und entstanden in 2001 in Putbus.


    Und wenn man den Rahmen eines Eisenbahnfahrzeuges als den bezeichnenden Grundkörper sieht, ist auch die Handhebeldraisine ein(e) Rüganer(in). Der Rahmen der Draisine samt Aufbauten wurde um 1999 in Putbus gebaut.

    Grins und schönen Tag


    Heiko

  • Hallo Heiko,


    erwischt... :D


    An diese "Kleinigkeiten" hab ich natürlich nicht gedacht, aber die meisten hier wohl auch nicht.
    Gut, dann wären da noch einige Hilfsfahrzeuge, die auch auf Rügen gebaut wurden.
    Als Beispiel fallen mir da sofort die beiden Abstellböcke ein, auf denen von Zeit zu Zeit eine Neubaulok abgestellt wird, wenn das Fahrwerk untersucht wird.
    Die können auch auf Schienen rollen, aber nicht auf Schmalspur.


    Wenn wir schon bei Loren sind, hätte ich an dich noch eine Frage.
    Wo wurden eigentlich die verschiedenen Kreidebahnwagen in Klementelvitz gebaut? Hat das Kreidewerk die Dinger selbst gebastelt? Also, ich meine hauptsächlich die Wagen mit den abhebbaren Kübeln, die wir als FöV seinerzeit mal hatten. Die sehen so selbstgestrickt aus.




    Viele Grüße


    Dampfachim

  • Hallo Achim,


    Du willst doch wohl nicht die Personenloren mit den beweglichen Malerböcken vergleichen ... :rolleyes:


    Kreidewagen - ehrlich ... ich weiß es im Moment nicht.
    Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass die Wagen auf der Insel entstanden sind.
    Es waren recht stabile Wagen und sogar mit Druckluftbremsen ausgerüstet. Die Kübel waren meiner Erinnerung nach auch nicht einfach Kübel, sondern Schürfschaufeln (Baggerschaufeln). Die Teile wurden per Kran vom Wagen aufgenommen, durch den Abbau gezogen und voll mit Kreide wieder auf den Wagen abgesetzt. An der Entladung nahm ein Kran die Schaufel wieder auf und über ein zweites Zugseil wurde die Schaufel zur Entladung geöffnet. Die Wagen waren also wohl durchkonstruiert.


    In Prora steht ja noch so ein Fahrzeug im Museum. Wenn da ein Herstellerschild dran ist, sollte sich das Rätsel lösen lassen und sonst ... sind´s vielleicht doch auch noch Rüganer ... :xcool:


    Gruß Heiko

  • Hallo,


    ich habe mal schnell im Modelleisenbahner 5/89 u. im "Zeunert" nachgesehen. Leider habe ich keinen Hinweis auf die Herkunft der Kreidekübelwagen gefunden. Im "Zeunert" gibt es immerhin ein paar Fotos der Bahn.
    Dazu heißt es: "Unten angekommen, gelangen die Züge über eine Spitzkehre zur Abbaustelle. Dort werden die Flachwagen, die, vergleichbar mit Containerwagen, lose aufgesetzte Stahlmulden tragen, per Seilzugbagger beladen. Kommen die von Loks des LKM-Typs V 10 C gezogenen Züge dann wieder ins Werk zurück, so entfällt die Entladearbeit im herkömmlichen Sinne, da jetzt die mit Kreide beladenen Stahlmulden einfach per Kran von den Wagen gehoben und durch leere ersetzt werden."
    Wer hat in der DDR Wagen für Feldbahnen gebaut? Mühlhausen, Vetschau, Lauchhammer?
    Mühlhausen hat noch kurz vor der Wende zahlreiche Muldenkipper an die Ziegeleien im Zehdenicker Revier ausgeliefert.
    Sonderkonstruktionen bauten die Kombinate im "Rationalisierungsmittelbau" wohl auch selbst.
    An einen Eigenbau im Kreidewerk Klementelvitz will ich aber nicht so recht glauben.
    Vielleicht in der Gips- u. Kalkindustrie?
    Die Werkbahn in Niedersachswerfen habe ich um 1980 herum gesehen. Dort liefen auch besondere Wagen, auf jeden Fall keine Muldenkipper. Die Bahnen in Rottleberode u. Karsdorf kenne ich leider nicht.
    Vielleicht kann ein Experte aus dem Feldbahnforum weiterhelfen?


    Wird in Klementelvitz noch irgendwie an die Feldbahn erinnert? Ich war dort noch nie drin.


    Viele Grüße,


    Holger