? zu Kupplung Loks Eisfeld - Schönbrunn

  • Hallo Mirko,


    das sollte die Janney-Kupplung sein.
    An der Lok sieht man auf der Führerseite den Hebel zum Entkuppeln.


    VG
    Norman

  • Hallo in die Runde,


    siehe dazu auch:


    http://de.wikipedia.org/wiki/DR-Baureihe_99.22


    Zitat: "Eine Besonderheit während der Einsatzzeit auf der Strecke Eisfeld–Schönbrunn war die automatische Mittelpufferkupplung der Bauart Janney. Nach der Umsetzung zur Harzquerbahn wurde die 99 222 auf die dort übliche Balancierhebelkupplung umgerüstet. An den Ausschnitten in den Rahmenstirnblechen ist dieser Umbau noch deutlich zu erkennen."


    http://de.wikipedia.org/wiki/Janney-Kupplung


    Zitat: "In Deutschland wurde dieser Kupplungstyp bei der Schmalspurbahn Eisfeld–Schönbrunn in Thüringen verwendet."

  • Hallöchen,


    meines Wissens war die Janneykupplung von Anfang bis Ende auf dem Gründerla heimisch. Zumindest behaupte ich das jetzt, weil ich zu faul bin um hochzugehen und in Büchern zu wälzen :-D
    Auch die Neubauloks besaßen sie, allerdings wurde bei 99 231, 235 und 236 um etwa 1971/72 die Trichterkupplung eingebaut, da man im Güterverkehr ständig einen Adapter mitschleppen muss, ähnlich dem Adapter bei der Scharfenbergkupplung im Übergang zur Kuppelstange eines Rollwagens. Die Trichterkupplung eignet sich für den Güterverkehr natürlich besser und mit der Janneykupplung ereignen sich wohl mehr Rangierunfälle (?)


    Nur 99 237 behielt die Janneykupplung bis zu ihrer Umsetzung auf die Harzquerbahn 1973, laut dem Buch von Hans Löhner damit sie den Hilfszug in Eisfeld bespannen konnte, denn diese letzten Gerätewagen besaßen noch die Janneykupplung.


    Interessieren würde mich mal, ob auf der Strecke Hildburghausen - Lindenau-Friedrichshall auch die Janneykupplung benutzt wurde? Denn die drei Einheitsloks waren ebenso auf dieser Strecke versuchsweise unterwegs :smash:

    Chris

  • Hallo 99 221,


    ja, auch in Hibu kam diese Kupplungsbauart zum Einsatz. Im Buch von Hans Löhner steht zwar was von einer "Janny"-Kupplung, aber sie sieht genau so aus ;-)
    Diese Kupplung kam laut besagtem Buch seit der Zeit um die Jahrhundertwende zum Einsatz.


    Viele Grüße


    Armin

  • Hallo zusammen,


    hier mal ein Bild aus jüngeren Tagen. In der Schmalspursammlung der IG Hirzbergbahn haben wir an einem Eisfelder Fahrzeug die Original Janney-Kupplung angebaut.

    Die Preussische Staatsbahn rüstete nach 1900 die in der Verwaltung der KED Erfurt stehenden meterspurigen Bahnen von Eisfeld und Hildburghausen mit dieser Kupplung zu Testzwecken aus. Geprüft wurde deren Verwendbarkeit für das gesamte preussische Eisenbahngebiet. Sehr bald wurde aber dieser Gedanke aus Kostengründen wieder verworfen. Bei den beiden Schmalspurbahnen blieb sie aber angebaut.
    Der ab 1904 ebenfalls von der KED Erfurt verwalteten Feldabahn gönnte man diese Umrüstung nicht mehr. Bei der Beschaffung von Neufahrzeugen, welche für alle drei Bahnen auch umsetzbar sein sollten, wurden die Zugstangen so gearbeitet, dass der Janneykopf abnehmbar war und somit ein üblicher Mittelpufferkopf mit integriertem Balancier aufgesetzt werden konnte.
    Mit der Einstellung des Betriebes in Eisfeld 1973 verschwand auch in Deutschland diese Kupplung.
    Heute trifft man diese Kupplungsart z.B noch in Amerika, aber auch im asiatischen Raum an.


    Grüße aus Erfurt


    Ulf

    Einmal editiert, zuletzt von Ulf Haußen ()

  • Glück auf,


    noch eine kleine Ergänzung zur Janney-Kupplung:


    Die Mittelpufferkupplung der Bauart Janney besitzt ein vertikal angeordnetes Klauensystem, das beim Zusammenstellen der Fahrzeuge selbsttätig einkuppelt und für den Kupplungsvorgang keiner weiteren Nacharbeit bedarf, d.h. die gegeneinander liegenden Klauen greifen beim Kuppeln automatisch ineinander. Das Entkuppeln erfolgte über ein von der Wagenseite aus seitlich angeordnetes zu betätigendes Hebelgestänge. Lediglich die Herstellung der Brems-, Heizungs- und Beleuchtungsverbindungen und die Trennung dieser mußte manuell noch erfolgen.
    Auf der Schmalspurbahn Eisfeld - Schönbrunn besaßen alle Fahrzeuge (außer Rollwagen) diese (halb-) automatische Mittelpufferkupplung das aus Amerika stammende System, in Deutschland einzigartig, hier die Anwendung.
    Bis zur Stillegung 1973 dürfte hiermit 99 237 die letzte Maschine mit dieser Kupplung gewesen sein, für den Einsatz des Schneepfluges und der Bahndienstwagen.
    Ein Exemplar dieser Janney-Kupplung von der Schmalspurbahn in Eisfeld müßte noch im Verkehrsmuseum Dresden zu sehen sein.


    Auch die Schmalspurbahn Hildburghausen - Lindenau-Friedrichtshall (bis 1946) hatte dieses Kupplungssystem und wurde um 1900 dort eingeführt.


    Ungeklärt bleibt, warum dieses vorteilhafte Kupplungssystem sich nicht weiter bei anderen Schmalspurbahnen durchsetzte (in Deutschland) z.B. Harz, Spreewald... - wie bei den Schmalspurbahnen in Sachsen die Scharfenbergkupplung bzw. technisch weiter entwickelt wurde. Wahrscheinlich aus kostengründen, zu hoher Aufwand und die geschichtliche Situation der damaligen Zeit.


    Grüße,
    die Aufsicht

  • Hallo!


    So einzigartig war diese Kupplung in Deutschland nicht!
    Die Triebwagen der "Bauart 1924" Typ Bernau der berliner S-Bahn (die späteren ET 169) besaß bei Indienststellung die Janney-Kupplung. Später (?) wurden die Twg. auf Schaku umgebaut.
    Die "Bauart 1925" Typ Oranienburg (später ET/ES 168) erhielten gleich eine leichte Bauart der Scharfenbergkupplung.


    MfG Thomas

  • Bei den meist 900mm-spurigen Feld-/Grubenbahnen die heutzutage z.B. zum Tunnelbau eingesetzt werden findet man die Kupplung noch in deutschen Landen