Beiträge von Drops

    Genau deshalb macht bei den Schmalspurbahnen mit täglichem Dampfbetrieb die Erbringung von Verkehren mit modernen Dieseltriebwagen wenig Sinn. Ich stelle nicht deren Dampfbetrieb und ggf. daraus entstehende Synergien ("wenn der Dampfzug schon fährt, kann er auch gleich die paar Schüler mitnehmen und dadurch ein Bus eingespart werden") in Frage, sondern die hier immer wiederkehrende Forderung nach modernen Dieseltriebwagen auf Strecken, die seit spätestens der Wende primär als dampfbetriebene Touristenattraktion dienen, weil sich die Verkehrsströme und -bedürfnisse außerhalb des Freizeitverkehrs völlig verlagert haben bzw. wie weiter oben gefordert den Einsatz eines Dieseltriebwagens im Schülerverkehr auf der Lössnitzgrundbahn.

    Wozu? Für die reine Beförderung bzw. als Zubringer tut es der Bus-kostengünstiger sowohl für Fahrgast als auch Aufgabenträger und dabei schneller. Und je nach Ausführung hat er die gleiche Kapazität wie ein 5090.


    Entweder man fährt konsequent mit Dampf, um ein paar Leute zur Mitfahrt zu ermuntern, oder man lässt es.

    In Radebeul würde es sich lohnen, besonders auf dem oberen Teil bis Radeburg.

    Die Frührunde und TEILWEISE die Nachmittagsrunde nach Radeburg sind überwiegend durch Schüler besetzt. Für die zwei Züge lohnt m.E. nach kein Dieseltriebwagen. Es wäre ein zusätzliches Fahrzeug erforderlich, Einsparpotenzial dagegen außer bei etwas Steinkohle kaum vorhanden.
    Es sei auch daran erinnert, dass die Dampflok permanent unter Dampf bleibt und entsprechend durch einen Kesselwärter beaufsichtigt werden muss.


    Ansonsten haben die sächsischen Schmalspurbahnen mit täglichem Dampfbetrieb ihr Potenzial genau in eben diesem und nicht in der schlichten Beförderung von A nach B. Auch gibt es keine landschaftlich/topografisch so eindrucksvollen Strecken mit zahlreichen Superlativen wie z.B. in der Schweiz, dass alleine die Mitfahrt in welchem Fahrzeug auch immer schon Attraktion wäre.

    Heute wieder SEV nach Altenberg, zumindest für einen Wintersportzug, nachdem gestern den ganzen Nachmittag SEV zwischen Neustadt und Sebnitz war.


    Bestimmt auch wegen mangelnder Vegetationspflege ;-)?

    Nach Königsbrück wird gefahren.


    Wie gesagt, ich bestreite nicht die Gefahr, dass Bäume mal auf der Schiene liegen können, insbesondere nach Unwettern. Wenn man überlegt, wie hoch Bäume werden, weiß man den Gefährdungsradius. Es mag jeder für sich selbst überlegen, ob es realistisch ist, links und rechts der Müglitztalbahn eine Schneise von 30 Metern zu ziehen. Ich persönlich halte die Regelwerke für überarbeitungswürdig (aber gerade das hat selbst die DB Netz mindestens selbst schon seit letztem Jahr erkannt), aber man wird es NIE ausschließen können, dass auch in Zukunft Züge gegen Bäume prallen. Gerade nicht auf Strecken wie der Müglitztalbahn. Ein gewisses Restrisiko bleibt immer, aber im Gegensatz zur Straße ohne, dass eine ernsthafte Gefahr für Leib und Leben der im Zug Sitzenden besteht.
    Damit wird sich auch die SBS zufrieden geben müssen.


    Die besagten Arbeiten im Müglitztal betrafen außerdem den Sachsenforst, da sich die Bäume auf deren Grundstücke befanden. Und diese Stelle befand sich zwischen Geising und Altenberg. Wie ich bereits schrieb, ein Betrieb zwischen (Dresden-)Heidenau und Geising wäre problemlos möglich gewesen. Konnte/Wollte man aber nicht. In diesem Abschnitt wurden so gut wie keine Arbeiten durchgeführt.


    Wer Strecke und Unternehmen kennt und regelmäßig damit zu tun hat, und da zähle ich mich schon dazu, der wird auch zugeben müssen, dass sich der Grünschnitt heute nicht wesentlich vom Zustand von vor zwei Wochen unterscheidet.

    Ich trage mein Wissen nur nicht wie einen Bauchladen vor mir her.
    Fakt ist doch- Dem Bahnkunden ist es relativ egal wie die Betreiberverhältnisse sind.
    Er sagt"Die Bahn fährt nicht". Was da dransteht ist ihm Wurst.

    Du natürlich völlig Recht hast in der Tatsache, dass diese Betriebseinstellung die Entwicklung der Fahrgastzahlen auf besagter Strecke zurückwerfen wird und es dem (zahlenden) Kunden in erster Linie egal ist und auch sein darf, wer dafür verantwortlich ist. Um so mehr, wenn man den Kampf um den Erhalt dieser schönen Strecke in Erinnerung hat.


    Wir sind hier aber in einem Eisenbahnforum. Deshalb sollte es dich nicht verwundern, dass deiner "Kundensicht" mit Fakten, Vertiefungen und Hintergründen entgegengetreten wird. Es ist nunmal nicht so, dass DB Netz die Instandhaltung der Strecke bewusst vernachlässigt, weil Betreiber des SPNV kein Konzernunternehmen mehr ist und es nur dadurch zur Betriebseinstellung gekommen ist. Auch wenn du es gerne so sehen willst, weil es in den Pressemitteilungen der SBS so steht und es schön einfach ist unreflektiert allein der DB Netz den schwarzen Peter zuzuschieben.


    Fakt ist, dass die Strecke vor zwei Wochen nicht gesperrt wurde.
    Lediglich der Betreiber des SPNV hat von sich aus den Betrieb wegen "Angst um Leib und Leben der Fahrgäste und des von ihm so geschätzten Personals" eingestellt. Auf einer Strecke, deren Zustand sich in den letzten drei, vier Monaten nicht geändert hat und wo man im Umkehrschluss fragen kann, warum dieser Betreiber nicht auch schon letztes Jahr so große Sorgen um die Fahrgäste und das Personal hatte. Böswillig könnte man sogar die Frage hineininterpretieren, weshalb er bisher gar mit dem Leben dieser Schutzbefohlenen so leichtfertig umging. Im Moment scheint es halt intern einfach besser in den Kram zu passen. Auch erinnerten die Forderungen der Städtebahn an die DB Netz, so sie im Grunde auch gerechtfertigt sein mögen, durch Übertreibung bzw. unmögliche Umsetzbarkeit eher an ein Spiel auf Zeit, um selber Land zu gewinnen.
    Oder würdest du es als Betreiber einer Kfz-Werkstatt als realistisch empfinden, wenn z.B. ein Autofahrer die hundertprozentige Verfügbarkeit eines Reifens, auch bei/nach Wind und Wetter, Glasscherben und anderen Sachen höherer Gewalt von Dir garantiert haben will? Diesen Grad der Sicherheit bzw. der Verfügbarkeit gibt es nunmal nicht und auch ich würde mich schwer tun, solche Zusagen zu tätigen. Das sollten gerade auch die Fachleute der Städtebahn wissen, die im Gegensatz zu manch deiner Kunden Kenner der Materie sein sollten.



    Sollte dieser Diskussionsverlauf dich nicht interessieren oder du dich von diesen provoziert fühlen, empfehle ich zum Meinungsaustausch unter Gleichgesinnten eher die Kommentarfunktion von "SZ-online" etc. Kein Mensch wird gezwungen, sich mit Hintergründen zu beschäftigen.

    Kleiner Nachtrag:


    Wie sich inzwischen herausgestellt hat, war der kritische Punkt zwischen Geising und Altenberg man hätte, wenn man gewollt oder gekonnt hätte, Heidenau-Geising bedienen können ( was betrieblich auch ausdrücklich zugelassen ist), von den HVZ-Verstärkern Dresden-Heidenau ganz abgesehen.


    Konnte/wollte/hat man aber nicht.

    Hallo carba,


    dann will ich dir den Zusammenhang zwischen "Billig-EVU" und dem Zustand letzte Woche erläutern. Ohne jetzt nochmal rückwärts zu lesen, ich meine das "Billig-EVU" wurde durch mich in die Diskussion eingebracht und später lediglich wieder aufgegriffen worden.


    Auch wenn dich Zusammenhänge im heutigen System der Eisenbahn abseits von Modell- oder Schmalspurbahn nicht zu interessieren mögen laut deinem Beitrag, will ich versuchen meinen Beitrag von vor ein paar Tagen nochmals zu präzisieren:


    Die Nahverkehrsleistungen im Schienenverkehr (SPNV) werden in der heutigen Zeit vom regional zuständigen Aufgabenträger ausgeschrieben. Leider ist bisher hier in der Region hauptsächlich der Indikator "Preis" ausschlaggebend. Soziale Standards und Qualitäts-/ Komfortmerkmale außerhalb der Forderungen spielen dagegen keine Rolle.
    Die Städtebahn hat das im Vorfeld günstigste Angebot abgegeben. Natürlich profitiert sie als mittelständisches Unternehmen von Einsparungen durch im Vergleich zu Konzernen schlanken Verwaltungsstrukturen, aber hat auch "messerscharf" mit knapper Fahrzeugdecke (15 Desiro bei 13 Umläufen) und geringeren Sozialstandards kalkuliert, als andere EVU. (Ein Tf hat z.B. einen über 500 Euro geringeres Einstiegsgehalt als bei den ebenfalls in der Region vertretenen DB, Trilex oder MRB). Dazu kommt, dass die befahrenen Strecken seit jeher höhere Anforderungen vor allen an das Material stellen, als z.B. die Strecke nach Görlitz.
    Nicht zu vergessen die "Feldwerkstatt" in Ottendorf-Oktilla, wo es fraglich ist, ob man von richtigen Werkstätten gewohnte Standards halten kann.


    All diese Aspekte führen dazu, dass man zu wenig Fahrzeuge und zu wenig Personal hat, da aus oben genannten Gründen und dem heutigen Mangel an Tf eine hohe Fluktuation herrscht.


    SEV zwischen Neustadt und Sebnitz oder nach Königsbrück gehört fast zur Tagesordnung.


    Und dann fällt einem mitten im Januar auf, dass alles zugewachsen ist und untermauert diese These miz Fotos aus einer definitiv anderen Jahreszeit.


    Ich will die DB Netz nicht in Schutz nehmen, aber in der Gesamtsituation hat dieses Vorgehen ein gewisses Geschmäckle.


    Alles andere hat 217 055 gesagt.


    Grüße, Uwe.