Beiträge von Drops

    Danke für die schönen Bilder!
    Wenn ich mal auf deine anfänglichen Zeilen näher eingehen darf:
    Drei Züge täglich wären immerhin ein Anfang, es gibt ja auch Strecken z.B. im Harz, wo Dampfzüge auch nicht häufiger verkehren.
    Letztendlich scheint es aber so, dass das Interesse am Wiederaufbau hauptsächlich von der IG Weißeritztalbahn und aus der Bevölkerung kommt. Auch wenn ich schon häufig dafür zerfetzt wurde, aber der SDG scheint es wirklich nur um die Abwicklung des Planbetriebs zu gehen und möglichst so viel Gewinn wie möglich abzusahnen. Wenn schon Wiederaufbau, dann möglichst ohne Mehraufwand. Hier sollte man sich wirklich mal ein Beispiel an der SOEG nehmen, wo wirklich mit weniger Zuschüssen (Vor vielleicht einem Jahr war da mal in der SZ ein sehr interessanter Artikel. Wenn die Zahlen aus der Grafik stimmten, dann echt Hut ab.) auch "von oben" Eisenbahn mit Herz gemacht wird, und nicht nur die "kleinen" Mitarbeiter an der Front ihr Herzblut geben. Auch bei der Döllnitzbahn wird doch immer wieder gezeigt, dass man aus Scheiße Bonbons machen kann, wenn ein Wille da ist. Aber dieser Wille scheint bei der SDG eben zu fehlen. Man betreibt die Bahnen durchaus professionell, aber eben ohne wahre Liebe zur Bahn.
    Letztendlich vielleicht auch irgendwo verständlich? Ich meine man scheint ja immer noch auf der Suche nach den Millionen zu sein, die man anscheinend im Geldkoffer aus Versehen beim ersten Bauabschnitt irgendwo einbetoniert hat. Auch müsste man ja zusätzliche Fahrzeuge aufarbeiten, wofür man anscheinend Lust noch Eigenkapazitäten hat. Meiningen oder ähnliche Fachwerkstätten will man anscheinend weder bei Reisezugwagen noch bei Lokomotiven einen Auftrag geben. Aber wenn man auf der Lößnitzgrundbahn noch mit zwei betriebsfähigen Lokomotiven rumdümpelt (Müsste da nicht bei einer auch der Fristablauf bald bevorstehen?), kann man sicherlich von Fahrzeugen für einen Zweizugbetrieb nur träumen. Die HU an 99 608 ging mir gefühlt auch viel zu schnell, als dass da wirklich an Fahrwerk und Kessel viel gemacht sein kann. Zumindest dauern andere HUs deutlich länger, und das Know How dafür ist bestimmt auch vorhanden.


    Sicher, ich bin selber der Meinung, dass z.B. im November ein Einzugbetrieb auch auf der Gesamtstrecke mit eben drei Zugpaaren völlig ausreicht. Aber es gibt auch Zeiten, wo mehr Ausflugsverkehr herrscht, und entsprechend in der Hauptsaison ein zweiter Zug durchaus Sinn macht, wie meiner Meinung nach auch auf der Lößnitzgrundbahn. Zittauer Schmalspurbahn und Fichtelbergbahn lässt man ja auch nicht einfach ganzjährig im Einzugbetrieb versinken, obwohl dort auch an bestimmten Tagen nur heiße Luft transportiert wird und obwohl die Lößnitzgrundbahn mehr Fahrgäste jährlich aufweisen kann als diese Strecken. Für mich ist es auch bei der Lößnitzgrundbahn unverständlich, wie man einen so autobahnnah gelegenen Endpunkt wie Radeburg so wenig bewerben kann. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass man z.B. auch dort noch etwas "Laufkundschaft" abgraben kann. Wo vom Aufgabenträger aber ein Wille ist, da ist eben auch ein Weg, genauso beim Betreiber. Anscheinend ist weder beim Aufgabenträger oberhalb der Elbe ein Wille, noch beim Betreiber, bei welchem er ja selbst sogar beteiligt ist und der ja eben im Erzgebirge zeigt, dass es eigentlich auch etwas anders gehen kann.


    So, genug gejammert, früher war ja sowieso alles besser®.


    Ich freue mich jedenfalls, dass es auch dieses Jahr wieder gelungen ist, den oberen Streckenabschnitt nicht ganz in Vergessenheit geraten zu lassen, dafür mein Dank und auch meine Anerkennung für diese Leistung an die Beteiligten von IGW, SDG und sicherlich noch anderen Firmen und Institutionen sowie natürlich die Menschen, die mit einer Mitfahrt ihren Willen zum Weiteraufbau kundtaten. Leider hatte ich den Eindruck, dass die Veranstaltung in diesem Jahr etwas schlechter frequentiert war als im Vorjahr, obwohl das Wetter sehr angenehm war.

    Verdammt, das war wohl zu viel der Kritik?
    Die Lößnitzgrundbahn dürfte die am stärksten frequentierte Schmalspurbahn in Sachsen sein. Ich habe es auch bei Mitfahrten zumindest noch nie erlebt, dass ich tagsüber alleine einen Wagen für mich hatte. Ich denke in der Ferienzeit und am Wochenende ist hier durchaus Potential für einen zweiten Zug. Nur leider fehlt wohl das Interesse seitens der SDG und das betriebsfähige Fahrzeugmaterial dazu. Spontan fallen mir jedenfalls zwei andere sächsische Schmalspurbahnen ein (eine davon sogar von der SDG betrieben), die weit weniger Fahrgäste aufweisen, trotzdem in der Saison mit zwei, z.T. am Wochenende sogar drei Zügen verkehren. Sollte das dann eingestellt werden, wenn dort nichteinmal die Fahrgastzahlen von der im Einzugbetrieb verkehrenden RRg-Linie erreicht werden?


    Um mal konkret auf das Festival einzugehen: Mein Beitrag bezog sich lediglich auf die SDG und ich möchte hier die SDG auch in keinster Weise schlechtreden. Natürlich gibt es auch jetzt historische Fahrzeuge, die einen wirklich guten Eindruck machen, und auch der betriebsfähige Wagenpark allgemein macht auf allen Bahnen einen recht gepflegten Eindruck, da kann man wirklich nichts sagen. Trotzdem gibt es eben den Vergleich zur DB-Zeit, wo es einen komplett betriebsfähigen Einheitswagenzug gab, wo weniger Loks und Wagen auf dem Rand standen, die SDG scheint allgemein auch noch von dieser Substanz zu zehren.
    Bekommt die SDG denn weniger Zuschüsse vom VVO als seinerzeit die DB? Das kann ich mir nicht vorstellen, aber hier wird es ja sicherlich genügend Leute mit Einblick in diese Sache geben? Sollte ja kein Geheimnis sein.



    Vor allem will ich das Festival nicht schlechtreden und danke für die wirklich gelungenen Bilder. Wirklich gelungen und davor Hut ab (Bilder wie Veranstaltung), auch über Lok 20 freue ich mich sehr.
    Eine Eisenbahn kann aber leider nicht von einem einmal im Jahr stattfindenden Fest leben.
    Außerdem kann man als Außenstehender immer schlecht einschätzen, wer was organisiert hat. Ich denke vor allem die IGW hat auch einen Teil zu dieser Veranstaltung beigetragen.


    Viele Grüße und einen schönen Start in die Woche wünscht
    Drops

    Hallo,


    Da hast du wohl recht. Vielleicht hofft man ja (falls es zum Weiterbau und zu normalem Planbetrieb kommt) so einen 0815-Einzugbetrieb wie auf der Lößnitzgrundbahn einführen zu können, Hauptsache billig und weniger Fahrzeuge warten. Egal ob in Hainsberg, Potschappel oder Radebeul-Ost, was dort an Wagen (und Loks) vergammelt ist einfach nur traurig. Eisenbahnbetrieb ja, aber ohne Engagement und Herzblut wie anderswo.


    Nachdenkliche Grüße
    Drops

    Zitat

    Erstens wird mit der neuen Werkstatt die historische Topographie des Bahnhofes weiter zerstört.


    Welche historische Topographie denn wenn ich fragen darf? Das Museumsgelände hat jedenfalls mit der historischen Topographie des Bahnhofs Putbus recht wenig am Hut, sei denn man bezeichnet eine Wiese als historische Topographie.
    Wie groß wäre denn das Geschrei, wenn man statt im Museumsgelände die Tankstelle am jetzigen Bw bauen und für die neue Werkstatthalle die "historische Topographie des Bw Putbus" weiter zerstören würde? Den so quarakteristischen Lokschuppen und die hübsche Wagenwerkstatt gäbe es dann mit Sicherheit nicht mehr. Natürlich ist viel Arbeit in das Museumsgelände geflossen, aber inzwischen scheint das Interesse daran verschwunden zu sein-und ich denke es sollte jedem Eisenbahnfreund einleuchten, dass der Planbetrieb vorgeht.


    Zitat

    Zweitens wird mit dieser Investition die Stellung der Kleinbahn in der Zukunft gestärkt.
    Was wiegt jetzt nachhaltiger?


    Handelt es sich beim Rasenden Roland um eine Museumseisenbahn? Ich denke nicht. Den jetzigen Status Quo beizubehalten, weil es eben "immer so war", ist vielleicht eine Lösung für alle durch die rosarote Brille schauenden Fuzzies. Die Realität sieht da anders aus. Rund die Hälfte der Dampfloks und die V51 sind im Freien untergebracht, Wartung und Reparatur an Wagen erfolgt ebenfalls unter freiem Himmel. Soll das ein dauerhafter Zustand sein? Täglicher Dampfbetrieb ist eine absolute Materialschlacht, nicht vergleichbar mit Museumsbahnen mit Gelegenheitsverkehr. In Zeiten wo in Meiningen immer mehr abgebaut wird und anderswo auch kaum Alternativen geschaffen werden muss man als Betreiber eben auch selbst die Initiative ergreifen, um zukünftig vielleicht auch etwas bessere Möglichkeiten für den eigenen Fuhrpark zu haben. In Oberwiesenthal musste auch ein alter historischer Lokschuppen weggerissen werden, jetzt hat man dafür einen zeitgemäßen Reperatur- und Wartungsstützpunkt und führt sogar selber Hauptuntersuchungen durch.


    Es wird auch von den Fans immer erwartet, dass Fahrzeuge optisch wie technisch in einem guten Zustand sind, aber wenn es dann um konkrete Verbesserungen und Vorkehrungen geht sind dann alle dagegen, weil sich zukünftige Fotoorgien nicht mehr wie früher gestalten lassen.


    Was wollt ihr denn? Wollt ihr, dass es in 10, 20 Jahren noch auf Rügen dampft oder wollt ihr alles lassen wie es ist, und wenn man es eben nicht mehr schafft, die Dampfloks betriebsfähig zu halten, wird dann mit Diesel an den zahlreichen im alten Putbuser Museumsgelände abgestellten Dampfloks vorbeigefahren? Da könnt ihr dann erzählen und euch auf die Schulter klopfen: "Damals, als wir erfolgreich den Bau einer Fahreughalle verhinderten...Die hätte hier glatt die schöne alte Infrastruktur zerstört!".




    Zitat

    Eine sachliche Diskussion kann uns hier niemand verbieten. Möglicherweise schlage ich demnächst häufiger in Putbus auf ...


    Soll das eine (wahrscheinlich eher wenig beeindruckende) Drohung sein?