Beiträge von schlaudi

    Hi, na doch. In der Sächsischen Zeitung war ein Artikel und heute ein Interview mit dem Herrn Kempe von der IG Weißeritzbahn zum Wiederaufbau unter dem Titel „Chancen für kompletten Wiederaufbau der Kleinbahn bis 2010 schwinden“. Als ich diese Schlagzeile las, meinte ich schon, er stellt den Wiederaufbau bis Kipsdorf grundsätzlich in Frage. Im letzten Abschnitt wird aber dann zurückgerudert und es geht offensichtlich nur um den Zeitraum. Insgesamt ist es aber sehr ruhig geworden. Die lokalen Politiker äußern sich zu dem Thema kaum noch, dabei sollte man solange weiterarbeiten, bis der Aufbau auch wirklich beginnt.


    Im oberen Teil ist wenig passiert. Der Abschnitt von Dippoldiswalde bis zum Bahnübergang Ulberndorf wurde von Gestrüpp befreit. Auch zwischen Ulberndorf und Obercarsdorf wurde das schlimmste Unkraut entfernt und um den Lokschuppen Kipsdorf wurde mal Gras gemäht. So sieht das nicht ganz so trostlos aus. Hinter der Gießerei in Schmiedeberg wurde ein Stück des Bahndamms im Rahmen der Hochwassersanierung der Weißeritz wieder hergestellt. So sollte eigentlich der Abschnitt Obercarsdorf bis Schmiedeberg-Buschmühle relativ einfach wieder in Betrieb zu nehmen sein.. In Obercarsdorf wurde an der Verladestraße die ehemalige Ratsmühlenbrücke aus Dippoldiswalde abgelegt. Die alte Obercarsdorfer Brücke liegt dort ja schon ne ganze weile, weil sie aus Hochwasserschutzgründen abgebaut wurde. Ich vermute mal, dass die ehemalige Ratsmühlenbrücke in Obercarsdorf eingebaut werden soll. Die ist auf jeden Fall ein ganzes Stück größer als die alte Brücke...

    Hi,


    an der Stelle sieht es heute auch nicht viel anders aus. Die Straße hat zwar einen Mittelstreifen, aber der Buckel nach dem Bahnübergang ist noch genauso da und Fragmente der alten Andreaskreuze stehen auch noch. Das rote Blinklicht war schon eine Innovation. Zwischen Dresden und der Tschechischen Grenze gab es IMHO keine einzige Ampel, außer diesem Blinklicht auf der Straße, die damals natürlich keine Bundes-, sondern eine Fernverkehrsstraße war. In dem Werk im Hintergrund habe ich als Schüler mein Fach WPA (Wissenschaftlich-Praktische-Arbeit) genau von September 1988 bis 1990 gehabt...


    Es wurde auch berichtet, dass die Lokführer sich Autos gemerkt haben, die das rote Blinklicht ignoriert hatten und diese später mit glühenden Kohlen aus der Lok beworfen haben. Obs stimmt weiß ich allerdings nicht. Fakt war, dass es ewig dauerte, wenn Rot wurde bis dann endlich der Zug durch war. Noch schlimmer war das in Kipsdorf nach der Wende. Dort wurde die Straße gesperrt, bevor der Zug im Bahnhof freie Fahrt bekam. Die Warterei wurde zur Tortur wenn man früh auf dem Weg zur Arbeit eh schon spät drann war. Später kamen dann die Halbschranken, die in diesem Fall von Einheimischen im Slalom umfahren wurden...


    Viele Grüße aus dem Osterzhgebirge


    Sascha

    Hi Gerald,


    Zitat von Gerald Stempel

    schlaudi: Na, wenn die hier zu wenig über die WTB berichtet wird, dann stell doch selbst was ein.
    Du scheinst ja mehr oder weniger an der Quelle zu sitzen.


    Müssen ja nicht jeden Tag 10 Bilder sein, ab und zu ein kleiner Bericht oder Hinweis, wo man was aktuelles findet, kommt bestimmt gut an.
    Gerald


    ja das werde ich machen, wenn mir was auffällt. Z.B. steht in Dipps ein großes Schild zum Wiederaufbau (Auftraggeber usw.) Da müßte ich eigentlich mal anhalten. Den oberen Streckenabschnitt fahre ich ja fast täglich mehrmals ab. Bis jetzt gibt es von dort nichts zu berichten - still ruht der See. Einzig die Herstellung des Bahndamms kurz vor Buschmühle. Ansonsten war die letzte spürbare Aktion die Unkrautbekämpfungsaktion der IG letzten Herbst zwischen Obercarsdorf und Schmiedeberg.


    Viele Grüße


    Sascha

    Hi, ja mag sein, dass dies teilweise schon diskutiert wurde. Ich finds trotzdem interessant. Im oberen Bereich hat zumindestens an einem kleinen Teil auch schon der Wiederaufbau begonnen: Hinter der Schmiedeberger Gießerei wird der Flußlauf der Weißeritz saniert und somit auch das fehlende Stück Bahndamm hergestellt, wie in der Zeitung stand in Rücksprache mit den Bahnbauern. Der Aufbau zwischen Schmiedeberg und Buschmüle scheint also eher Formsache zu sein. Naja ich bin ja mal gespannt und kanns kaum erwarten, dass die Bahn wieder bis Kipsdorf fährt. Ich finde den oberen Abschnitt der Strecke eh interessanter, zum einen wegen dem Schmiedeberger Viadukt und dem Kipsdorfer Bahnhof, zum anderen wegen der "publikumswirksamen" Streckenführung in Sichtweite der Bundesstraße.


    Viele Grüße


    Sascha

    Hi,


    warum ist die WTB und der Wiederaufbau so wenig Thema hier? Ich finde das ist gerade das interessanteste Schmalspurthema derzeit, von der Rügen-Geschichte mal abgesehen.


    Was mich fasziniert ist der Umfang der Baumaßnahmen. Das kommt ja einem kompletten Neubau gleich. Es werden nicht nur Hochwasserschäden beseitigt, sondern es wird fast alles neu gebaut, auch dort wo kein Hochwasser war. Hier stellt sich mir die Frage, ob dies immer notwendig ist und wer überhaupt auf die Idee gekommen ist. Was hat das marode Bahnhofsgebäude Malter oder die Korkmühle mit der Beseitigung der Hochwasserschäden zu tun? Das man gleich die Brücken und die Strecke saniert, wenn eh der Betrieb ruht ist ok denke ich. Aber was hat der Bahnsteig in Dippoldiswalde damit zu tun??? Dort war nie Hochwasser. Was hat es mit der Stabbogenbrücke im Rabenauer Grund auf sich? Kann über diese auch noch Rollwagenverkehr stattfinden oder ist sie dafür zu eng bemessen?


    Ich befürchte, dass nach dem Bau des ersten Abschnittes bis Dippoldiswalde gesagt wird, dass dann Schluß ist weil das Geld alle ist. Würde mich nicht wundern bei der Geldverschwendung.


    Freundliche Grüße aus dem Erzgebirge (1,5km vom Bahnhof Kipsdorf entfernt - ich würde mich wieder über das Pfeifen der Loks am Bahnübergang Kipsdorf freuen)


    Sascha

    Hi,


    naja so genau kenne ich mich in der Thematik leider nicht aus. Ich finds immer nur schön mit der Rhätischen Bahn zu fahren - wie relativ modern es da zugeht.


    Auf der anderen Seite steht natürlich auch die Frage des Verhältnisses vom Aufwand zum Nutzen. Die genauen Zahlen der Nahverkehrsnutzer hier in der Gegend kenne ich leider nicht, aber wenn man nicht die Schüler quer durch den halben Landkreis karren würde (was in meinen Augen völliger Unfug ist), dann würde wohl an vielen Stellen die Nutzung gegen Null gehen. In der Ferienzeit sieht man selbst an den Haltestellen der "Königslinie" Dresden-Altenberg spätestens südlich von Dippoldiswalde sehr wenige Leute an den Haltestellen stehen.


    Auf der anderen Seite gibt es aber auch noch Wunder. So hat man es geschafft die Bobbahn in Altenberg für fast 6 Mio Euro zu sanieren, obwohl der Freistaat daran auch kein rechtes Interesse hat und es in Deutschland noch mehr solcher Bahnen gibt. Vielleicht gibt es ja in Sachen WTB auch noch mal ein Wunder. Neuerdings soll ja hier in der Gegend sogar der Bergbau wieder aufleben...

    Hallo, ich habe ein paar Fragen zur Weißeritztalbahn. Ich möchte mich nur vorher kurz vorstellen: Ich bin ein Mensch der sich auch ein wenig für Eisenbahnen interessiert und wohne nur 1,5km Luftlinie vom Endpunkt der WTB entfernt. Ein Schulfreund wohnte früher in Kipsdorf im Bahnhof. Daher kenne ich diesen ziemlich genau. Außerdem war die Schmalspurbahn unsere "Patenbrigade" während meiner Schulzeit in Kipsdorf... Mein schönstes Eisenbahnerlebnis war eine Reise mit der Transsib vor zwei Jahren. Wen es interessiert - hier gibts nen Bericht: http://www.schlaudi.de


    Doch nun zu meinen Fragen: Was mich interessiert - könnte man die WTB als Nahverkehrsbahn attraktiv machen? Wie lange würde ein moderner Dieselzug für die Strecke brauchen? Die normale Zeit war ja glaube immer so 90 Minuten. Nicht wirklich für z.B. Berufspendler interessant, mit dem Auto braucht man die Hälfte für die Strecke. Wieviele und was für Züge wird es nach dem Wiederaufbau geben?


    Aber man könnte mit dem Schülerverkehr anfangen: Einen Haltepunkt in der Nähe der Vorsperre zur Malter und schon könnten die Pennäler mit dem Zug anreisen und die Penne zu Fuß erreichen. Verlegung des Busbahnhofes Dippoldiswalde an den Bahnhof Dippoldiswalde, gleiches mit der Bushaltestelle in Kipsdorf und Einstellung des Parallelbetriebes der Busse zwischen Kipsdorf und Dippoldiswalde. Wäre sowas denkbar? Wäre ein Dreischienengleis zwischen Freital-Hainsberg und DD-Hauptbahnhof denkbar, wie z.B. auf den letzten Kilometern der Albulabahn vor Chur in der Schweiz? Wie lange wäre so ein Zug Kipsdorf-DD unterwegs?


    Viele Grüße aus dem Erzgebirge!