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    Hallo und willkommen zum 3. Teil!


    Nachdem die Lorengruppe befüllt wurde, zieht die braune Ns2f die Wagen mithilfe eines Stahlseiles vom fliegenden Gleis. Die grüne Ns2f ist derweil mit einem entleerten Zug zurückgekommen und wird gleich die befüllte Lorengarnitur übernehmen. Die braune Ns2f ist für den Rest des Tages zum Rangieren an der Beladung eingeteilt.



    Die Züge werden auf der Steigungsstrecke zur Kippe geschoben. Das wurde bei den Feldbahnen früher sehr häufig praktiziert und bietet den Vorteil, daß die Lore am talseitigen Zugende von keinem Bremser besetzt werden muß.



    Das Areal des Feldbahnmuseums Herrenleite bietet reichlich Fotomöglichkeiten, die kaum auf das Aufnahmejahr 2014 schließen lassen. Man hat das Gefühl, sich mitten in einem alltäglich funktionierenden (Feldbahn-)Betrieb aus längst vergangener Zeit zu befinden.





    Die Steigung verlangt der kleinen 30-PS-Lok einiges ab, bevor im "Oberen Bruch" der Übergabebahnhof zur Kippe erreicht wird.



    Hier übernimmt die MD 1, deren Motor klassisch mittels Kurbel gestartet wird.



    Weit kommt das "Cabrio" allerdings nicht, bis ein Malheur passiert: Ein Radsatz einer Lore ist entgleist! Entgleisungen waren bei Feldbahnen an der Tagesordnung und dank handlicher und robuster Fahrzeuge kein Problem. Die Brechstange allein reicht allerdings auch nicht aus...



    Das muß sich sogar die Sonne mal ansehen. Neben der Mittagspause war das der einzige Moment mit Fotolicht...



    Die Entgleisung ist ein Fall für den Hilfszug, der eine Winde gebracht hat.



    Nachdem die entgleiste Seite der Kipplore mit der Winde angehoben wurde, kommt die Brechstange zum Einsatz. Die Winde kippt dabei um und die Lore "fällt" sozusagen zurück auf ihr Gleis. Dafür braucht es ein gutes Augenmaß!




    Augenmaß ist auch beim Rangieren am Kippenrand gefragt. Hier sollte man seine Lok wirklich sehr gut beherrschen...



    Nach dem Augenmaß ist nun wieder reichlich Muskelkraft nötig.



    In den Kippmulden verbliebenes Restmaterial wird manuell herausgekratzt.



    So wird ein Zug nach dem anderen abgefertigt. Glücklicherweise blieb es bei einer einzigen Entgleisung, so daß die weiteren Arbeiten ohne Verzögerung stattfinden konnten.



    Die Gleislage muß dem wandernden Kippenrand angepasst werden. Im Großtagebau geschieht dies mittels Gleisrückmaschinen. Bei der Feldbahn muß man wiederum mit einfachsten Hilfsmitteln (zwei Brechstangen) und viel Kraft auskommen.



    Der Feierabend ist mehr als verdient! An einem weiteren Tag müssen noch die fliegenden Gleise rückgebaut werden. Für die Umsetzung eines Erdhaufens ist also wirklich "ein Haufen Arbeit" nötig.



    Ich möchte die Gelegenheit nutzen, mich noch einmal bei allen vor und hinter den Kulissen dieser Zeitreise Beteiligten herzlich zu bedanken. Es war ein wunderbarer Tag!



    An den normalen Öffnungstagen des Museums kann der Feldbahnbetrieb kaum so ausführlich und realistisch vorgeführt werden. Unsere Intention war es daher, die Gelegenheit zum Drehen eines Filmes zu nutzen, der den interessierten Besuchern den Ablauf eines echten Arbeitstages mit der Feldbahn in Kurzform näherbringen kann. Einige Bilder dieser dreiteiligen Serie sind daher auch Ausschnitte aus Videostandbildern.


    Auch so lohnt sich ein Besuch in der Herrenleite während der Sommerfahrtage oder auch zu den regulären Öffnungszeiten in jedem Fall.


    Informationen zum Museum: LINK


    Ich hoffe, der dreiteilige Einblick in die Arbeit mit der Feldbahn hat Euch gefallen und regt den einen oder anderen zu einem Besuch in der Herrenleite an.


    Viele Grüße, Jörg

    Hallo und willkommen zum 2. Teil!


    Nach unserer kleinen Stärkung in der Kantine werden die Gleisjoche ausgelegt.



    Wie schwer die Arbeit mit den Gleisjochen "leichter Bauart" ist, lässt sich in dieser Einstellung erahnen...



    So ein fliegendes Gleis hat seine Vorteile. Bereits lose verlascht, lässt sich dessen Lage mit Muskelkraft den örtlichen Erfordernissen anpassen. Es erinnert mich irgendwie an meine frühen Modellbahnaktivitäten, wenn mal wieder ein gebogenes Gleisstück fehlte...



    Nun werden die Maulschlüssel geschwungen und die Schienenlaschen richtig befestigt.




    Das erste Fahrzeug auf dem neuerrichteten Gleisstück ist die Transportlore. Es ist gleichzeitig ein erster Test für die Güte der Gleislage. Man beachte das Größenverhältnis zum Normalspurgleis im Vordergrund! Deutlich sind auch die untergelegten Holzleisten zu sehen.



    "Koommmeenn!" Die ersten leeren Kipploren werden zur Beladung geschoben.



    Die Ns2f darf allerdings nicht auf das leichte fliegende Gleis. So wird für den Rest des Weges wieder Muskelkraft benötigt.



    Auch an der Abkippstelle ist auf ähnliche Weise ein fliegendes Gleis errichtet worden. Für die hier anfallenden Verschubarbeiten ist ein leichtes "Cabrio" vorgesehen. Es handelt sich um eine MD 1 des Herstellers Orenstein & Koppel (7224/1937, ex. Ziegelei Helmsdorf).



    Ist die Lok in ihrem originalen Betriebszustand nicht ein wahres Prachtstück? Genau so sieht (sah) echte Feldbahn aus!

    An der Auffahrt auf das fliegende Gleis wird noch gebastelt.



    Auch die Gleislage auf der Kippe bedarf noch einiger Korrekturen. Für die Stabilisierung liegen ja genügend Ziegelsteine herum... Einfachste Technologie + robuste Technik = Feldbahn!



    Der zufriedene Gesichtsausdruck bestätigt den Erfolg der Probefahrt.



    Wir wenden uns wieder dem unteren Betriebsareal zu. Hier passiert der Bagger der Bauart T 174-2 die normalspurige N2 (LKM 48804/1951). Die N2 ist technisch eng mit der Ns2 verwandt. Gebaut wurden nur 15 Stück. Die 30 PS Leistung waren wohl doch etwas wenig für die Normalspur.




    Für den T 174-2 gibt es jetzt ordentlich Arbeit. Befüllt werden Wagengruppen von jeweils vier bis fünf Kipploren.




    Da die Beladung eine langwierige Tätigkeit ist, können wir uns wieder eine Pause gönnen. Im dritten und zugleich letzten Teil erfahren wir, wie es mit den befüllten Loren weitergeht.


    Bis gleich!


    Viele Grüße, Jörg

    Ein freundliches Hallo in die Runde,


    hier gibt es den nächsten reaktivierten Komplex meiner Beiträge aus dem Feldbahnmuseum Herrenleite. Teil 2 und 3 folgen unten als Antworten.

    Im Oktober 2014 durften wir im Feldbahnmuseum Herrenleite ein wenig "an der Zeit drehen" und eine längst untergegangene Arbeitswelt im Film bzw. auf einigen Fotos festhalten.

    Ziel war es, davon einen kurzen Film zu erstellen, der den Museumsbesuchern die Technologie des Feldbahneinsatzes näherbringen soll.


    Es stand die Aufgabe, einen Erdhaufen in der Nähe der Pforte abzubaggern und im "oberen Bruch" zu verkippen. Was ist dafür nötig? Der Titel sagt es schon: Fliegende Gleise und ein Haufen Arbeit! Es handelt sich also genaugenommen um echten Betrieb, auch wenn die Auswahl der Fahrzeuge durchaus nach kosmetischen Gesichtspunkten erfolgte, die Beobachter nicht zufällig anwesend waren und für die Filmdreharbeiten eine Rahmenhandlung erdacht wurde...

    Das Licht war leider nicht fotogerecht - eben echtes Arbeitswetter.


    Aber genug der Vorrede! Am frühen Morgen stehen unsere beiden Streckenloks für diesen Tag vor dem Schuppen: LKM 262053/1959 (links) und LKM 248467/1954 (rechts). Beide Loks des Typs Ns2f kennen sich bestens aus ihrer gemeinsamen Arbeitszeit in der Ziegelei Grumbach und befinden sich im originalen Betriebszustand.



    Die grüne Ns2f ist bereits unterwegs, um den Lorenzug zusammenzurangieren. Wir können derweil die Verladung einer "Staplerlore" von einem Multicar M 22 auf ein Feldbahnfahrwerk (im Vordergrund) beobachten. Es handelt sich sozusagen um eine frühe Form des kombinierten Ladungsverkehrs...



    Das Nachwende-Nummernschild am Multicar deutet auf einen jüngeren Aufnahmezeitpunkt hin. Man hätte zwar mit Hilfe digitaler Chirurgie nachhelfen können --- will ich aber nicht. Es sind komplett dokumentarische Fotos, bei denen keine Bildelemente manipuliert sind!



    Der Lokführer der braunen Ns2f ist gerade dabei, seine Lok für den Einsatz vorzubereiten. Die klassische Technik benötigt gute Schmierung, dann läuft sie zuverlässig quasi ewig.



    In dieser Einstellung ist gut der Aufbau des Außenrahmenfahrwerkes der Ns2f zu erkennen: Der Antrieb erfolgt auf die mittig gelegene Blindwelle. Deren Bewegung wird mithilfe von Kuppelstangen auf die beiden Außenachsen übertragen. Gegengewichte neutralisieren weitgehend die Last der Kuppelstange und sorgen damit für ruhigere Laufeigenschaften.



    Die Einsatzvorbereitung benötigt einige Zeit. Somit ist auch noch ein Foto von der anderen Seite möglich.



    Schließlich ist es soweit: Die Lok kann zum Einsatz ausrücken. Links im Hintergrund ist die verladene Staplerlore zu sehen.



    Da sich der abzubaggernde Erdhaufen etwas abseits im Gelände befindet, muß ein sogenanntes "fliegendes Gleis" errichtet werden. Es handelt sich dabei um kurze Gleisjoche leichter Bauart, die ohne gesonderten Unterbau verlegt werden und damit das Erreichen kurzzeitiger Verladestellen ermöglichen. Diese Technologie war bei Feld- und Waldbahnen einst weit verbreitet.

    Für den Transport der Gleisjoche wird eine geeignete Lore aus dem Fundus geholt. Dabei erweist sich der geländegängige Gabelstapler DFG 1 RS 09 auch zum Umdrehen, Transportieren und Aufgleisen der Lore wieder einmal als perfektes Hilfsmittel. Feldbahnmaterial muß äußerst robust sein!






    Die nächste Aufgabe für den Gabelstapler ist die Verladung der Gleisjoche.



    Bei der Gelegenheit ergibt sich der seltene Blick auf gleich drei Ns2f im echten Betriebszustand. Links steht LKM 248529/1954 (ex. Demitz-Thumitz) abgestellt. Auf dem hinteren Gleis ist mittlerweile die grüne Ns2f mit den leeren Kipploren angekommen.



    Schon wartet die nächste Arbeit auf den Gabelstapler und seinen Fahrer: Für die Auffahrt vom festen auf das fliegende Gleis ist ein Adapterstück nötig, das sogenannte "Schwert". Im Handwagen befinden sich Holzleisten, die als Höhenausgleich zwischen Untergrund und Gleisjochen verwendet werden.



    Diese wunderbar gepflegten Schmuckstücke gehören drei netten Besuchern des Feldbahnmuseums. Sie brauchten nicht lange überredet zu werden, mit ihren Mopeds als Statisten aufzutreten. Herzlichen Dank nochmals an dieser Stelle!



    Die hiesige Kantine hat einen guten Ruf, weshalb auch Werktätige des Nachbarbetriebes in ihrer Pause das Angebot nutzen. Man kennt sich und so ergibt sich eine willkommenen Gelegenheit zu einem kleinen Plausch.



    Das Essen ist gefasst, es geht wieder zurück in den Nachbarbetrieb. Währenddessen werden hier bereits die ersten Gleisjoche verlegt.



    Nach so viel Vorbereitungsarbeit sollten wir jetzt auch erst einmal die Kantine aufsuchen und eine kleine Pause einlegen.

    Heutzutage wird zum Umsetzen eines Erdhaufens einfach ein Radlader verwendet (falls vorhanden). Als für den innerbetrieblichen Transport noch Feldbahnen genutzt wurden, war dafür eine Menge körperlicher Arbeit und Zeit erforderlich. Die Anstrengungen dabei werden wir in der Fortsetzung dieses Beitrages noch beobachten können.

    Teil 2 wird sich mit dem Aufbau des fliegenden Gleises und der Beladung beschäftigen. Teil 3 zeigt dann die Streckenfahrten sowie die Arbeiten an und auf der Kippe.


    Bis gleich und viele Grüße, Jörg

    Ein freundliches Hallo in die Runde,


    hier gibt es den nächsten wiederhergestellten alten Bericht aus dem Feldbahnmuseum Herrenleite.


    Am frühen Morgen, als das Sonnenlicht noch kaum den Talgrund erreicht, hobelt eine Unio LDI-45N über das Gelände.



    Die aus Rumänien importierte Baureihe erfreute sich in den meisten Betrieben keiner sonderlichen Beliebtheit. Neben ihren technischen "Eigenheiten" trug dazu auch die Entgleisungsfreudigkeit auf der häufig schlechten Feldbahngleislage bei. Daran schuld war der lange Überhang (oder die nicht zur Lok passende Gleislage - je nach Sichtweise). Man sieht der langen und sehr schmalen Konstruktion ihre Ableitung aus einer Grubenlok an.



    Auf dem folgenden Bild ist die sehr schmale Bauweise besonders gut zu erkennen.



    Auch im direkten Vergleich zur Ns2f wird dies deutlich. In der Herrenleite funktioniert die LDI-45N zuverlässig (die Gleislage ist ja auch gut) und sie ist recht beliebt. Mit ihren 45 PS Motorleistung macht sie sich häufig im innerbetrieblichen Verschub oder vor den Besucherzügen nützlich.



    Der Herbst bietet dem Fotografen förmlich an, mit Gegenlicht, Streiflicht, Farben und Stimmungen zu spielen. Der Zug wird im bunten Herbstlaub schon fast zur Nebensache.

    Die Lok (F.-Nr. 1481/1980) war früher beim Kalkwerk Ludwigsdorf (bei Görlitz) im Einsatz. Die Strecke führte am Normalspurbahnhof Charlottenhof entlang.



    Am Haken hat die Lok vierachsige Stirnbordwagen. Sie stammen ebenfalls aus dem Ludwigsdorfer Kalkwerk. Wir können somit eine sehr stimmige Zuggarnitur beobachten. Ich muß zugeben, daß die LDI-45N früher nie zu meinen Lieblingsmaschinen gezählt hat. Aber vor den langen Wagen und im zur Lokfarbe passenden Herbst gefällt sie mir mittlerweile immer besser...



    Die Stirnbordwagen werden mit Hilfe eines fast schon "fossilen" Gabelstaplers der Bauart DFG 1 RS 09 mit Blechkisten beladen. Die Werkatmosphäre ist genial...



    Der Gabelstapler ist mit seinem großen Raddurchmesser hervorragend geländegängig und trotzdem sehr wendig. Das macht ihn zum idealen Fahrzeug auf dem Gelände.

    Früher fuhr auf den Wagen der in Säcken verpackte Kalk zur DR-Verladung in Charlottenhof. Falls also jemand noch ausreichende Mengen an zeitgenössischer Sackware für die Beladung finden sollte...



    Aber auch die Blechkisten machen auf dem Zug eine gute Figur. Mit diesem Motiv in der langsam untergehenden Sonne verabschieden wir uns aus der Herrenleite.



    Der Tag hat viel Spaß gemacht. Danke noch einmal an alle Beteiligten!

    Auch im "Normalprogramm" ist das Feldbahnmuseum in jedem Fall einen Besuch wert. Informationen finden sich unter LINK oder auch im Gesichtsbuch: LINK.


    (Demnächst stelle ich auch die Beiträge aus dem Jahr 2014 wieder her.)


    Viele Grüße, Jörg


    Admin: Themen zusammengeführt

    Herzlich willkommen zur Fortsetzung!


    Nach Eintreffen der Ns1b mit der Werkzeuglore kann der Kies abgekippt werden.



    Die Loren werden langsam vorgezogen. Dabei wird das noch in den Kippmulden verbliebene Ladegut herausgekratzt.



    Danach kann der Kies zur Stabilisierung des Gleisbettes breitgezogen werden.



    Nach soviel Arbeit ist erst einmal eine kleine Stärkung nötig. Zur Mittagspause im Bruch lassen sich die Arbeiter ihr Coschützer Pilsner schmecken. Wenn das der Chef sieht...



    ...dann raucht es im Karton, äh in der Lore! Die Dampfschwaden deuten darauf hin, daß es im Verlauf des schönen Herbsttages deutlich wärmer geworden ist.



    Die schönste Mittagspause geht einmal zu Ende. Doch wie man am "Akku-Wagen" am linken Bildrand sieht, wollte auch die Ns2f noch nicht weiterarbeiten. Es war wieder einmal Starthilfe für die schwache Batterie notwendig.



    Der Bagger der Bauart T 174-2 wartet derweil bereits an der Beladestelle. Wie auch die Ns2f waren die T 174 weit verbreitete Standardfahrzeuge in der DDR. Der T 174-2 verfügt im Gegensatz zu seinen Vorgängern bereits über eine hydraulische Abstützung.




    Das Kippen der Loren ist immer wieder eine spannende Angelegenheit, bei der sich die entlastete Seite des Fahrgestells deutlich vom Gleis heben kann. Dank der Verbindung zu den anderen Wagen ist ein Umkippen der Lore aber selten. Um dies sicher zu verhindern, stellt sich das Personal z. T. auch auf das Fahrgestell. In einigen Betrieben konnte man an der (regelmäßigen) Entladestelle auch eine Sperre aufklappen, die die entlastete Fahrwerkseite am Aufsteigen hinderte. Feldbahnmaterial musste robust sein...



    Viele Grüße, Jörg

    Ein freundliches Hallo in die Runde,


    mehrfach wurde ich mittlerweile darauf angesprochen, ob ich nicht meine alten Berichte aus dem Feldbahnmuseum Herrenleite wieder sichtbar machen könnte. Der alte Bilderhoster von damals ist längst verschwunden und mit ihm die Bilder. So möchte ich diese Wünsche erfüllen und baue diese Beiträge neu auf. Und wer sie damals noch nicht gesehen hat, freut sich vielleicht ebenfalls darüber.

    Auch lässt sich so gut vergleichen, was seitdem im Museum schon wieder alles geschaffen wurde und was sich verändert hat.


    Zuerst geht es um eine Film-/Fotoaktion aus dem Oktober 2013, die aus zwei Hauptthemen bestand: Kies mit Ns2f und Blechkisten mit UNIO LDI-45N (folgt später).


    Wir begeben uns auf 600 mm Spurweite in die Welt der Feldbahnen. Mit Ausnahme weniger Betriebe sind diese einst so verbreiteten Bahnen heute größtenteils nur noch im Museum zu bestaunen. Eines der schönsten ist für mich das Feldbahnmuseum Herrenleite (bei Pirna). Hier findet man keine "sterile Vitrinensammlung". Ganz im Gegenteil, man will dem Besucher die Atmosphäre des einst nicht geschonten, sondern eher geschundenen Betriebsmittels näherbringen. Dazu gehören u. a. Fahrzeuge im letzten Einsatzzustand, genauso wie Gegenstände aus dem Umfeld der einstigen Betriebe.

    Die neugebauten Gleisanlagen fügen sich harmonisch in das Areal des früheren Mineralölwerkes ein. Alles macht den Eindruck eines planmäßig genutzten, funktionierenden Feldbahnbetriebes.

    Im Oktober 2013 fanden in dem Gelände Filmarbeiten statt. Dabei waren auch ein paar Nebenfotos möglich.


    Besonderer Dank gilt allen an der Organisation und Durchführung beteiligten Vereinsmitglieder!

    Weitere Informationen zum Museum finden sich hier: LINK


    Doch nun genug der Vorrede. Begeben wir uns ein wenig auf Zeitreise...

    Am Morgen erscheint der Bremser mit seinem Trabant 500 auf Arbeit. In einem so überschaubaren Betrieb kennt man sich, der Pförtner läßt ihn freundlich grüßend passieren.



    Aufgrund der herbstlichen Streckenverhältnisse geht zunächst eine Ns1b (260053/1958, ex. Dresden Lockwitz) auf "Sandfahrt". Weichen umlegen ist auch eine Art Morgensport...



    Der Lokführer genießt den herrlichen Morgen. Bei solchem Wetter macht auch die Arbeit auf dem "Cabrio" Spaß. Streß sieht irgendwie anders aus... Die Boxhandschuhe an der Lok sind somit nicht zur Frustbewältigung gedacht und werden dem Vernehmen nach auch nicht gegen das Fotoverbot mißachtende "Werksspione" eingesetzt. :hot:





    Im Lokschuppen wird derweil an der nächsten Lok gewerkelt. Ns2f 248529/1954 verbrachte - wie auch der Lokschuppen - ihre Dienstzeit in Demitz-Thumitz



    Doch es gibt Probleme: Die Batterie ist tot! Aber Hilfe naht. Ist der Handwagen damit ein Akku-Fahrzeug? :lol:



    Die Starthilfe hat funktioniert. Die Ns2f rollt aus dem Lokschuppen und macht sich auf den Weg zur Arbeit in den oberen Bruch. Bemerkenswert sind sowohl der authentische Zustand der Lok als auch die improvisierte Holztür. Der originale Führerstand der frühen Ns2f-Auslieferungen war sehr zugig, so daß in vielen Betrieben an einer Abhilfe gebastelt wurde. Spätere Serien erhielten kleinere Seitenöffnungen, das Problem wurde aber erst mit dem geschlossenen Führerhaus der Ns2h behoben.




    Ns2f und Kipploren - so sah es auf vielen Feldbahnen der DDR aus. Es ist kaum zu glauben, daß das Foto im Jahre 2013 entstanden ist!



    Der Kiesvollzug wird umrangiert, da das Material zur Stabilisierung des Oberbaus genutzt werden soll.



    Eine Länge --- h a l b e --- HALT!!!



    Auch unser Bericht macht erst einmal eine kleine Pause, da das Werkzeug zum Entladen der Loren noch nicht da ist.


    Viele Grüße, Jörg

    Hallo Toralf,


    lieben Dank für die interessanten Fotos aus Sproitz. Im Jahr 2000 startete der Museumsbetrieb (oder besser: Ausflugsbetrieb). Ich war 2006 zweimal dort und fand die Anlage Süd (um den Lokschuppen, siehe obere Fotos Deines Beitrages) liebevoll gepflegt vor. Leider habe ich damals nur sehr wenige digitale "Miniknipsenfotos" vom Stilleben gemacht. Diese entstanden bei meinem zweiten Sproitz-Besuch am 15.10.2006, wo kein Betrieb auf der Feldbahn stattfand.

    Beim ersten Besuch im Juni durfte ich zu meiner großen Freude auf der Ns4 mitfahren. Davon habe ich leider keine digital vorhandenen Fotos.

    Der Betrieb galt 2008 schon mal als eingestellt, es haben aber auch danach noch Fahrten stattgefunden. Diese Aktivitäten sind dann leider eingeschlafen. Bahn und Betriebsmittel gehören nach meinen Informationen weiterhin zum Werk. Mittlerweile dürfte der schlechte Gleiszustand Fahrten selbst mit der leichten Ns2h unmöglich machen.

    Die großen Ns4 und V10C kamen schon vor 10 Jahren nicht mehr am monströsen Betonbahnsteig in der Anlage Süd vorbei. Jener war wohl ohne professionelles Fundament errichtet worden und hatte sich im Laufe der Jahre gesetzt und verbreitert. Nach einigen Vorkommnissen mit Schrottsuchern waren Besucher im Werk gar nicht mehr so gern gesehen wie noch zur Jahrtausendwende.


    Hier ein paar Eindrücke vom Oktober 2006:

    Gepflegte Grünanlagen


    Reste des Verladebunkers


    Normalspurteil:

    Die beiden Loks sind "Zugereiste": Link 1 und Link 2


    Der Vergleich zu Deinem Foto Nr. 5 aus der Anlage Mitte (Ofenhaus? Zustand März 2016):

    Die Schwerkraftsanierung hat bei den noch vorhandenen Gebäuden mitunter schon gut gewirkt... Schade drum, es war bestimmt eine sehr interessante Industrieanlage mit ebenso interessantem Bahnbetrieb!


    Die normalspurige Anschlußbahn, die ihren Ausgang im Bf. Mücka nahm, wurde bis in die jüngste Zeit für die Beladung von Holzzügen genutzt. Die Anschlußbahn wurde beim Komplettumbau der "Horkamagistrale" sogar wieder mit eingebunden. Gerollt ist meines Wissens dort seitdem aber noch nichts.


    Viele Grüße, Jörg

    Hallo,


    @ Martin: Deine kleine Lok nähert sich immer mehr dem Vorbild an. Nun fehlt eigentlich bloß noch das Sitzbrett mit dem Kissen. Aber dafür hat der Arthur wiederum zu kurze Beine, er braucht die handelsübliche Sitzbank. :-D

    Bei Deiner Modellbaukunst geht mir immer wieder das Herz auf. Also stelle ich noch zwei Vorbildfotos für den Vergleich ein, wie beeindruckend nahe das Modell am Vorbildeindruck ist.


    Kreative Sitzposition für die Rückwärtsfahrt


    und der Blick von vorn mit der Lücke im Kühlergrill.


    Viele Grüße, Jörg

    Hallo Toralf,


    erst einmal vielen Dank für die interessanten Fotos. Die Dimensionen der Anlagen in Demitz-Thumitz waren riesig. Wenn ich mich recht erinnere, war es der größte Granitbruch der DDR.

    Ein Gleisplan und diverse Fotos waren in einem der Zeunert-Bände enthalten, wo es um Sachsen oder das DDR-Gebiet ging(?)

    Noch wesentlich ältere, überaus beeindruckende Fotos von Steinbruch und Feldbahn findet man in der Deutschen Fotothek. Einfach mal die angezeigten Ergebnisse bei der Suche nach "Demitz-Thumitz" durchforsten: LINK. Da gibt es auch qualitativ hochwertige Fotos vom bis Kriegsende herrschenden E-Betrieb.

    Der einstige Lokschuppen der E-Loks mit den charakteristisch hohen Toren wurde ins Feldbahnmuseum Herrenleite verpflanzt und erinnert damit weiterhin an ein interessantes Stück Feldbahngeschichte. Beispielbild: LINK


    Und noch ein Link zu historischen Fotos: LINK


    Viele Grüße, Jörg



    (EDIT: Noch einen Link eingefügt.)