Beiträge von Krimderöder

    Hallo Reiner,

    genau so war das mit dem Wagenumlauf und das Bild im Band 2 der Schmalspurspezialitäten dürfte den Zustand der 30ger Jahre darstellen, wie ich vorhin erfuhr. Also eine Henschel-Lok und keine Mallet.

    Zum Anschluss Kompressorenfabrik Benneckenstein weiß ich nur folgendes, es waren zwei Sperrfahrten im Fahrplan vorgesehen, die mit der Lok des Güterzuges Wernigerode-Benneckenstein bedient wurden und natürlich in Richtung Eisfelder Talmühle gezogen und zurück geschoben wurden, da keine Umsetzmöglichkeit vorhanden war.

    Im Winterfahrplan 1979/1980 fand ich folgenden Eintrag:



    Im Gegensatz zum Sägewerk Buchholz also völlig unspektakulär.


    Euch eine schöne Woche Winfried

    Danke Reiner für Deine Ergänzung,die mir logisch erscheint, aber von 1978 bis heute, da geht schon mal etwas verloren! ;)

    Stefan, das Foto ist uralt, zu der Zeit meiner Aktivitäten 1978-1980, gab es nur das Stichgleis, sicherlich auch noch 600-mm-Bahnen auf dem Gelände (jedes anständige Sägewerk hat so etwas gehabt) aber bei jeweils fahrplanmäßig etwa 25 Minuten Rangieraufenthalt in Hasselfelde gab es keine Zeit, das zu erkunden. Ich kenne daher nur das Anschlusgleis wie beschrieben.

    Auf dem Bild s.25 (O.O.Kurbjuweit) unten wurde geschrieben, eine Mallet schiebt einige Wagen in den Anschluß. Zum einen scheint es mir eine der Henschelloks zu sein, die da schiebt, da auch GHE-Güterwagen zu sehen sind mit entsprechender Bezeichnung und dann muss der gezeigte Anschluss anders verlaufen sein als der bis zur Wende bestehende, denn die Rangierabteilung fährt in einem Rechsbogen auf das Werksgelände, zu DR-Zeiten ging es geradeaus ins Werk.

    Ich hab grad mal geschaut,auf allen mir zugänglichen Messtischblättern ist der Anschluss nicht verzeichnet,was ein Fehler der Kartografen sein könnte,aber eher unwahrscheinlich ist, hat man doch weitaus kleinere Anschlüsse akribisch eingezeichnet oder er ist wirklich erst um 1950 entstanden,was DIE Henschellok Gernrode nicht ausschließen würde. Da werde ich mal nachforschen.

    Volker, Danke für Deine Ergänzung. Eigenartig irgendwie. Eben doch nicht. Gewusst in welchem Buch es steht und wo das Buch grad liegt, das macht den Professor oder so. Im Buch "Selketalbahn" von Zieglgänsberger/Röper befindet sich der Gleisplan von Bf. Hasselfelde und dem Anschluss Buchholz/Sägewerk.



    Ist zwar nur ein thematischer Nebenschauplatz,aber da wir grad hier waren...



    Grüße Winfried

    Guten Tag,

    für das Sägewerk ehemals Buchholz in Hasselfelde könnte ich ein wenig helfen.

    Am 22.03.1985 kam hier grad die Bedienfahrt vom Anschluss Buchholz herunter gefahren. Der W 50 dahinter befährt grad den Bahnübergang, der bei Fahrten von und ins Sägewerk von einer Mitarbeiterin per Fahne gesichert werden musste. Dieses kurze, aber mit 4 % steile Stück auf etwa 400 m in einem Viertelkreis nach rechts veraufend endete recht abrupt am oberen Bahnhübergang, der schon waagrecht verlief und dann stand nur noch ein Lattenzaun (eventuell) und etwa 3,5 Wagenlängen bis zum Gleisende bevor, das an drei Seiten von wuchtigen Betonmauern umgeben, und ein garantiert einmaliges Ende einer Rangierfahrt markierte. Als Schaffner auf den Nordhäuser Güterzügen hatte man seinen Platz auf dem Rangierertritt des ersten aufgerollten Regelspurwagen und somit den besten und aussichtsreichsten Platz der ganzen Besatzung. Mit dem Lokführer optisch direkt verbunden, hieß es Nerven bewahren, ich erinnere mich an meine erste Bedienungsfahrt allein da vorn drauf, was mir da alles durch den Kopf ging....

    Gestartet wurde im Bahnhof, mäßigen Schrittes ging es zum ersten BÜ, die Dame mit Fahne gab ein Zeichen, alles frei, der Meister schob den Regler auf und mit anständiger Beschleunigung ging es in den engen 65-m-Bogen und die Steigung. Vorher hatten die Bahnhofsmitarbeiter, zumindest einer davon, drei Gleissperren ab zulegen, da musste man schon vorallem bei der mittleren, ein Auge drauf haben. Direkt werksseitig des Tores war die 3. Gleissperre angelegt, bis kurz davor schob die Lok die Fuhre mit gutem Tempo nach oben, der Regler wurde geschlossen und sofort gebremst, die beiden Kollegen des Werkes an den beiden Torflügel nahmen stramme Haltung an(vermutlich liefen Wetten, hält der Meister rechtzeitig oder doch nicht), ich hatte vor dem Tor ab zuspringen und dem Meister die verbleibenden Längen an zuzeigen. 3 aufgerollte Regelspur-E-Wagen passten genau in den Stummel. Gleissperre auflegen und verschließen, Lok abkuppeln, damals noch Vakuumschlauch und die Kuppelstange aushängen, drauf auf den Rangierertritt der Lok und der Schwerkraft folgend runter in den Bahnhof, das u.Umständen zweimal, erst Vollwagen abholen und Leerwagen aus dem BHG-Anschluss ins Sägewerk bringen.

    Die tollste Ladestelle befand sich unterhalb des oberen BÜs mitten im Gefälle. Auf dem zweiten Fotos ist rechts ein Betonfundament angeschnitten. Dort war ein wenigstens 5 cm dickes Stahlseil befestigt, das andere Ende bestand aus einer etwa halbmeter langen Schlaufe, die neben dem Geis lag. Diese Ladestelle habe ich 4x bedient, da fuhr sogar der Zugführer mit und schaute, das alles seinen Gang ging. Der zu beladene aufgerollte E-Wagen wurde von der Lok wie gehabt in die Steigung geschoben, bis er hinter der mittleren Gleissperre stand. Am hinteren Ende des Rollwagens wurde nun das Stahlseil mit dem Bolzen in der Trichterkupplung fixiert und gesichert. War das erledigt, ließ der Lokführer ganz langsam die Lok und den Rollwagen abwärts rollen, Stück für Stück, bis das Stahlseil wie eine Gitarrenseite gestrafft war. Auch hier war es sehr wichtig, die Entfernung dem Lokfüher zu zurufen, er musste sofort anhalten.Ein klein wenig nach rückwärts aufgedrückt, der Bolzen gab (eventuell nach mehreren Versuchen) die Kuppelstange frei, wurde vom Zugführer die Handbremses des Rollwagens fest angezogen (deren Betriebstauglichkeit schon morgens in Nordhausen vom zuständigen Wagenmeister höchst dero selbst überprüft wurde!!), die Gleissperre wurde aufgelegt und so verschlossen und ab in den Bahnhof zu neuen Taten. Die Abholung verlief natürlich umgekehrt und alle waren froh, wenn sich bei Stellen des Wagens derselbe nicht die Verfolgung aufnehmen wollte. Seit diesen Tagen weiß ich, das solche Stahltrossen mit gutem Gewicht belastet durchaus anfangen können, singende Geräusche von sich zu geben.

    Auf dem oberen Bild diese Ladestelle mal mit Abstand, man sieht das Stück Führungsschwelle links im Gleis, gegenüber die aufgelegte Gleissperre, das Tor zum Platz, wo die Holzkisten gestapelt wurden und der Lichtmast mit den 3 Lampen, dahinter nochmal eine weitere Beleuchtung.

    Zum Schluß nochmal ein Blick von unten in die Steigung, eine Rangierabteilung kommt gerade die Steigung in Richtung Bahnhof Hasselfelde herab gerollt.

    Nun ist zumindest in diese Anschlussbedienung etwas Licht gefallen.

    Einen angenehmen Restsonntag Winfried

    Guten Abend,

    da sind ja tolle Zeitzeugen zusammen gekommen, vielen Dank dafür!

    Anzumerken wäre noch,ich hoffe, ich liege richtig, noch folgendes zu dem Bild in # 1 Eisfelder Talmühle.

    Dort sind drei Züge scheinbar nach Nordhausen unterwegs, was natürlich nicht hinhaut. Auf Gleis 2 steht der Zug Lrv 14412 Eisfelder Talmühle, der gleich nach Nordhausen starten wird und vor dem 14401 auf Gleis 1 fährt. Er ist praktisch die Rückleistung des 14412 Nordhausen-Eisfelder Talmühle, der z. Bsp im Fahrplan 1985/86 den Zubringer aus Richtung Nordhausen zum Anschluss nach Gernrode darstellte und zwar Sa+S und im Juli und August täglich!.

    35274-bfpl-721-33-mg-jahresplan-020685-310586-19-14412-be-jpg


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    Nach dem Umsetzen der Lok ging es sofort zurück und zwar ohne Halt (Lrv), die Kollegen aus Hasselfelde hatten diese Leistung zu fahren und da ich dort auch mitfahren durfte, war es etwas gewöhnungsbedürftig, in Ilfeld zum Beispiel von Fdl Stralla am Bahnsteig stehend die "Fliegenklatsche" gezeigt zu bekommen, sobald man über die Weichen am Lokschuppen donnerte.Dort wartete dann auch der 67792 auf unsere Durchfahrt. # 1,Bild 1 ! Der 14401 folgte sozusagen auf dem Fuße und na klar, ganz rechts steht der grad angekommenen 14431 aus Gernrode, der nach dem Umsetzen, wieder zurück über Hasselfelde fuhr.

    # 28: Bild mit doppelt bespannten Güterzug in Eisfelder Talmühle, das ist der 67792, bis Stiege mit Vorspann morgens gegen 09:30, siehe Sonnenstand/Schatten. Die vordere Lok steht schon in der Abzweigweiche nach Stiege, die Zuglok genießt noch einen anständigen Schluck, denn ab Unterberg bis Birkenmoor wurde es ernst.

    #45: Die 99 5901 bekam 1974 zum Jubiläum "75 Jahre Harzquerbahn" (ohne Brocken) ein grünes "Kleid" übergezogen im " historisierenden " Grün mit Verzierungen und wurde so vor dem damaligen historischen Zug 4 Wochen lang auf der Harzquerbahn eingesetzt. So war sie lange Zeit mit dem Traditionszug zwischen Wernigerode und Benneckenstein unterwegs, da dieser Zug an den FDGB verchartert war.

    Ich glaube, erst nach dem missglückten Freiflug von Harzgerode bekam sie wieder die DR-Farben Schwarz und Rot, nachdem sie in Görlitz in der Klinik war.

    Ich hoffe, meine Erinnerungen haben mich nicht im Stich gelassen.

    Euch ein schönes Wochenende


    Grüße Winfried


    Buchfahrplan: eigene Sammlung


    Hallo , ich erlaube mir mal, die Antwort vom ex-Dresdner und mir hier einfach um zukopieren.


    Hallo Winfried,


    danke für Deine sehr interessanten Ausführungen. Herrlich, Deine Schilderung von der Lr-Leistung. 😃 Könnte es sein, dass Du diese Antwort eigentlich in den Selketalbahn-Beitragsbaum einfügen wolltest, weil sie sich auf die Fotos von Thomas bezieht?


    Inhaltlich noch eine Frage: Bist Du sicher, dass die 99 5901 nach ihrem Unfall auf der Harzgeröder Strecke noch einmal schwarz lackiert wurde? Aus der Literatur hatte ich es bisher so wahrgenommen, dass 1974 zuerst die 99 5903 grün wurde (wahrscheinlich weil sie als einzige noch den originalen Schornstein hat?), dann später die 99 5901 hinzukam (1979?, eventuell nach der Unfallreparatur?) und beide dann bis nach der Wende durchgehend grün blieben, nur mit wechselnden Grüntönen und Verzierungen. Es gibt ja von beiden Maschinen auch aus den 1980er-Jahren Fotos in grün, und zumindest die 5903 habe ich damals auch selbst so erlebt.


    Viele Grüße,

    Stefan


    PS - @Admins: Mein Beitrag kann gerne in den Selketalbahnthread (mit-)verschoben werden, falls es von Winfried so gedacht war. 🙃





    Die „dienstälteren“ Forumsnutzer erinnern sich möglicherweise noch dunkel an mich, seit einigen Jahren vor allem stummer Leser hier... ;)




    Guten Abend ex-Dresdner, da stand wohl eine geistige Weiche falsch bei mir,Danke für den Hinweis. Ja, da passt es wohl thematisch besser hin, liebe Admins, also bitte verschieben.Danke.

    Mit der Farbgebung könntest Du recht haben, das weiß ich nicht mehr genau, war eben öfter im Selketal zu dieser Zeit

    Winfried

    Guten Abend ex-Dresdner, da stand wohl eine geistige Weiche falsch bei mir,Danke für den Hinweis. Ja, da passt es wohl thematisch besser hin, liebe Admins, also bitte verschieben.Danke.

    Mit der Farbgebung könntest Du recht haben, das weiß ich nicht mehr genau, war eben öfter im Selketal zu dieser Zeit

    Winfried

    Guten Abend,

    da sind ja tolle Zeitzeugen zusammen gekommen, vielen Dank dafür!

    Anzumerken wäre noch,ich hoffe, ich liege richtig, noch folgendes zu dem Bild in # 1 Eisfelder Talmühle.

    Dort sind drei Züge scheinbar nach Nordhausen unterwegs, was natürlich nicht hinhaut. Auf Gleis 2 steht der Zug Lrv 14412 Eisfelder Talmühle, der gleich nach Nordhausen starten wird und vor dem 14401 auf Gleis 1 fährt. Er ist praktisch die Rückleistung des 14412 Nordhausen-Eisfelder Talmühle, der z. Bsp im Fahrplan 1985/86 den Zubringer aus Richtung Nordhausen zum Anschluss nach Gernrode darstellte und zwar Sa+S und im Juli und August täglich!.


    Nach dem Umsetzen der Lok ging es sofort zurück und zwar ohne Halt (Lrv), die Kollegen aus Hasselfelde hatten diese Leistung zu fahren und da ich dort auch mitfahren durfte, war es etwas gewöhnungsbedürftig, in Ilfeld zum Beispiel von Fdl Stralla am Bahnsteig stehend die "Fliegenklatsche" gezeigt zu bekommen, sobald man über die Weichen am Lokschuppen donnerte.Dort wartete dann auch der 67792 auf unsere Durchfahrt. # 1,Bild 1 ! Der 14401 folgte sozusagen auf dem Fuße und na klar, ganz rechts steht der grad angekommenen 14431 aus Gernrode, der nach dem Umsetzen, wieder zurück über Hasselfelde fuhr.

    # 28: Bild mit doppelt bespannten Güterzug in Eisfelder Talmühle, das ist der 67792, bis Stiege mit Vorspann morgens gegen 09:30, siehe Sonnenstand/Schatten. Die vordere Lok steht schon in der Abzweigweiche nach Stiege, die Zuglok genießt noch einen anständigen Schluck, denn ab Unterberg bis Birkenmoor wurde es ernst.

    #45: Die 99 5901 bekam 1974 zum Jubiläum "75 Jahre Harzquerbahn" (ohne Brocken) ein grünes "Kleid" übergezogen im " historisierenden " Grün mit Verzierungen und wurde so vor dem damaligen historischen Zug 4 Wochen lang auf der Harzquerbahn eingesetzt. So war sie lange Zeit mit dem Traditionszug zwischen Wernigerode und Benneckenstein unterwegs, da dieser Zug an den FDGB verchartert war.

    Ich glaube, erst nach dem missglückten Freiflug von Harzgerode bekam sie wieder die DR-Farben Schwarz und Rot, nachdem sie in Görlitz in der Klinik war.

    Ich hoffe, meine Erinnerungen haben mich nicht im Stich gelassen.

    Euch ein schönes Wochenende


    Grüße Winfried


    Buchfahrplan: eigene Sammlung

    Guten Abend,

    wie ich aus gewöhnlich gut unterrichteter Quelle erfahren habe, soll wohl gestern Abend das Zugpferd des Dampfzuges ein ungeplantes Treffen mit einem im Gleis liegenden Baum gehabt haben, die heutige Reparatur inclusive Zugausfall war die Folge.

    Grüße Winfried

    Guten Abend,

    gern gemacht.

    Ja, vermutlich auch dort,wenn auch nicht so offensiv wie am Brocken. Im Netz las ich gestern, das allein in Niedersachsen der Grundwasserspiegel im Schnitt bei 1,80 m unter Niveau des Bodens liegen soll. Auch wenn man als Baum den See vor Augen hat, wenn die "Fühler" nicht solang sind und man auch felsigem Untergrund zu stehen gekommen ist, dann hat man (als Baum) schlechte Karten.

    Am Brocken bzw. ab etwa Drei Annen Hohne ist das der Fall, die humose Deckschicht auf den Felsen ist gering, teilweise sogar noch geringer, das konnte man im Vergleich zu 1992 erkennen, was da passiert, nicht im Detail und auch nicht in dieser Dimension, aber immerhin.

    Damals (1991) plätscherte es fröhlich und munter unter jedem Wasserdurchlass hindurch, als der Eröffungszug von Nordhausen da hoch fuhr. 10 Jahre später war das schon nicht mehr und wurde immer weniger.

    Da wird sich noch etliches in Zukunft ändern im Harz, die Folgen des Borkenkäfers sind es nicht allein.

    Einen nachdenklichen Gruß Winfried


    Am Hasselkopf 20.04.2021

    Kein Problem,Hans-Jürgen.

    So ist das eben manchmal! Ich habe vorgestern auch erstmal den Brockenfahrplan studiert und den 8935 samt weiteren Umauf gesucht,natürlich vergeblich. Nun ja.

    Grüße Winfried

    Dafür etwas Fahrendes, 21.06.2020 Bergsee Güntersberge