Beiträge von Holger Drosdeck

    Das steht als Zitat aus den Planungsunterlagen im Post direkt über deinem. :nixw:

    Danke für den Hinweis, das Zitat hatte ich nicht aufgeklappt.


    Verbleibt trotzdem die Frage nach dem Gleis im gesamten Stauraum, nicht nur im Bereich des Absperrbauwerkes. Im "Rest" des Stauraumes mag es langsamer und mit weniger Getose überspült werden als am Absperrbauwerk, trotzdem ist für eine Überspülung der klassische Schotteroberbau nicht geeignet. Theoretisch bzw. konsequenter Weise müsste das gesamte Gleis im kompletten Stauraum in feste Fahrbahn geändert werden, wenn es regelmäßige Überspülungen aushalten soll.

    Insgesamt sind solche Hochwasserrückhaltebecken sicherlich absolut sinnvoll, siehe die Schäden und Folgen der Jahrhunderthochwasser Sachsen 2002, weitere Hochwasser 2010 und 2013, dieses Jahr Ahrtal usw. Und im Gegensatz zu Talsperren erfüllen HRB ihre Hochwasserschutzaufgaben tatsächlich, denn ein HRB dient halt rein dem Hochwasserschutz und ist im Gegensatz zu einer Talsperre im Regelfall komplett leer, so dass das Tal nur an der Stelle des Absperrbauwerkes dauerhaft verändert wird, aber der Stauraum eines HRB ja im Regelfall ganz normale Natur bleibt. Im Gegensatz zu einer Talsperre, die durch ihren Bau je nach Größe jeweils etliche km Tal, Seitentäler und dementsprechende Quadratkilometer Land wie von der Landkarte tilgt und die dortige Natur + alles zuvor Menschengeschaffene komplett hinweg fegt.


    Wie schmerzlich solche Landverluste in Wahrheit zumindest "seelisch-moralisch" wiegen, sieht man dann immer daran, welche Menschenmassen als Touristen in die Stauräume von Talsperren strömen, wenn solche aus technischen oder sonstigen Gründen mal komplett oder weitgehend abgelassen werden (obwohl das Betreten des Stauraumes in solchen Fällen u.a. wegen der Versinkgefahr in abgelagerten Sedimenten verboten ist - das interessiert bloß immer keinen - siehe der regelrechte "Massentourismus" in den Stauräumen der dürresommerbedingt halbleeren Talsperren Lehnmühle im Osterzgebirge und Eibenstock im Westerzgebirge im Herbst 2018).


    Zudem steht eine Talsperre ja stets in dem Zwiespalt, die drei konkurrierenden bzw. sich gegenseitig behindernden Aufgaben a) Trinkwasserbereitstellung (also im Falle von Trinkwassertalsperren), b) Niedrigwasserauffüllung im Flusslauf unterhalb der Talsperre in Dürre- bzw. Niedrigwasserzeiten und c) eben Hochwasserschutz erfüllen zu sollen, was nur kompromissbehaftet unter Austarierung der drei Aufgaben geht. So erfordern die beiden o.g. Nutzungsarten a) und b) eigentlich eine im Regelfall immer möglichst volle Talsperre, währenddessen Nutzungsart c), der Hochwasserschutz, eine im Regelfall immer möglichst leere Talsperre erfordern würde. Das Ergebnis ist, dass Talsperren im Regelfall immer um die 80 bis 90 % voll gehalten werden und wenn dann wirklich mal Unwetter kommen, sind die 10 bis 20 % Reserveraum für den Hochwasserschutz auch nach 1 Tag voll, die Talsperre läuft über und irgendeine wirklich brauchbare Hochwasserschutzfunktion der die Landschaft so zerstört habenden Talsperre hat sich dann wie von selbst ad absurdum geführt.


    Deshalb sind solche HRB wie ich finde eine gute Sache: Landschaftszerstörung nur unmittelbar im Bereich des Absperrbauwerkes, aber nicht im ganzen Stauraum, jedoch maximale Hochwasserschutzwirkung, wenn sie wirklich gebraucht wird. Im Gegensatz zu Talsperren: Maximale Landschaftszerstörung im ganzen Stauraum, jedoch eine völlig unzulängliche Hochwasserschutzwirkung, wenn diese im Unwetterfall wirklich gebraucht wird.


    So gesehen sollte man doch glatt die Talsperre Eibenstock in ein Hochwasserrückhaltebecken umfunktionieren. Ein solcher Vorschlag würde bei der Landestalsperrenverwaltung des Freistaates Sachsen garantiert helle Begeisterung auslösen. ;) Staumauer stehen lassen, umbauen mit Durchlass für die frühere Muldenhammer Straße von Neidhardtsthal über Muldenhammer (nicht zu verwechseln mit dem 2008 gegründeten Gemeinderverbund von Tannenbergsthal, Morgenröthe-Rautenkranz, Hammerbrücke usw., der auch Muldenhammer genannt wurde, aber mit der früheren Gemeinde Muldenhammer, deren Terrain heute im Stauraum der Talsperre Eibenstock liegt, nichts zu tun hat!) nach Eibenstock, noch ein Durchlass für die Zwickauer Mulde und noch einer für die selbstredend vollständig wiederaufzubauende Bahnstrecke Aue - Adorf. Dann werden Aue oder Zwickau nie wieder muldebedingte Hochwasser sehen...


    Aber zurück zur Realität: Im Falle der Selketalbahn dürfte interessant werden, wie der Oberbau im Bereich der umzuverlegenden Strecke im Stauraum des Hochwasserrückhaltebeckens ausgeführt wird. Ggf. als feste Fahrbahn? Denn: Überflutungen zerstören ja bekanntlich "gerne" mal klassische schotterbasierte Gleisbettungen. Und zu mindestens einer Überflutung der Selketalbahn im Bereich des zukünftigen HRB wird es auf jeden Fall kommen, nämlich im Rahmen des Probestaus. Ein solcher ist gesetzlich vorgeschrieben, um das HRB in Betrieb nehmen zu dürfen. Steht nun das Gleis der Selketalbahn im Bereich des Stauraumes des HRB dann irgendwann ganz planmäßig beim Probestau unter Wasser, wird es dabei nicht unabdingbar beschädigt, wenn es bei der klassischen Schotterbettoberbau bleibt?


    Jedenfalls durchfährt dann irgendwann bei Straßberg die HSB ein HRB... ;)


    VG HD

    was soll das bedeuten? :gruebel:

    Dass während der Bahnfahrt in Zukunft ein akzeptabler Handyempfang mindestens von 3G existieren muss, wenn schon kein flächendeckender 5G-Empfang gewährleistet werden kann. Das wäre zumindest bis zum Aufkommen von Corona bis Anfang 2020 die Antwort auf diese Frage gewesen. ;)


    Seit Corona hat 3G freilich eine andere Bedeutung bekommen... Geimpft, Genesen oder aktuell negativ Getestet.

    Ich stelle mal noch einen kleinen Bildbericht von meiner kurzen Harzreise vergangenen Samstag ein:



    Ohne irgendetwas Fachliches oder Detailliertes zu der allgemeinen Diskussion um die Gesamtsituation der HSB, deren Lokbestand usw. beitragen zu können oder zu wollen, sondern als "reiner blauäugiger Tourismus", versteht sich der folgende Bildbericht. Da ich mich bekanntlich sehr auf die sächsischen Schmalspurbahnen fokussiere, verfolge ich das Geschehen bei den HSB normalerweise nur sporadisch, aber ab und zu mal hin- und mitfahren, das macht Spaß, wenn es sich denn zeitlich einmal einrichten lässt. Bezüglich der Harzquerbahn ist es mir nun erstmals seit über elf Jahren, erstmals seit Juni 2010, wieder einmal gelungen, einen Tag dafür "freizuschaufeln".


    Damals im Juni 2010 die zuvor letzte Tour war eine Mitfahrt von Quedlinburg zum Brocken und über Wernigerode sowie die Regelspur wieder nach Quedlinburg zurück. Davon hatte ich zu jener Zeit auch einen Bildbericht in diesem Forum eingestellt. Keine Ahnung, ob es diesen alten Thread noch gibt, es war ja zu seiner Zeit noch das Vorgängerforum Schmalspurbahnforum und unter der Ägide von Olaf Herrig. Ich habe jetzt gar nicht erst nach dem alten Bericht von damals "gegoogelt", hier einfach die jetzigen Bilder zur allgemeinen Unterhaltung.



    Zwar bin ich schon als Kind 1983 erstmals im Harz gewesen und in jenem Jahr auch mit der Harzquerbahn mitgefahren. (Ein eingequetschter Finger in einem Fenster der damals noch sporadisch auch im Planbetrieb mitlaufenden Altbauwagen ist bis heute in der Erinnerung geblieben und ebenso, wie sich meine Mutter in der Nähe von Drei Anne Hohne auf den damals wohl eher schlecht ausgeschilderten Wanderwegen im tiefen Wald verlief und Angst bekam, aus Versehen in den damaligen Grenzsperrstreifen in Richtung Westen einzutauchen.) Aber im Erwachsenenzeitalter, in welchem ich 1996 erstmals eigenständig in den Harz fuhr, habe ich das Gebirge bisher immer nur aus Richtung Osten über Quedlinburg - Gernrode oder von Norden her über Wernigerode "betreten".


    Deshalb bin ich dieses Mal einmal ganz bewusst aus Richtung Süden her über Nordhauen - Ilfeld in den Harz gefahren, da ich dort zuvor noch nicht war. Den Streckenabschnitt Nordhausen - Eisfelder Talmühle hatte ich bis dato noch nicht gesehen, weder durch Mitfahrt im Zug noch durch Parallelfahrt auf der Straße. Dieses Mal hatte ich vor, zunächst mit dem Auto aus Richtung Nordhausen kommend bis Drei Annen Hohne zu fahren, ab hier den mittäglichen P 8903 Wernigerode - Eisfelder Talmühle zwischen Drei Annen Hohne und Eisfelder Talmühle mit dem Auto zu verfolgen und zu fotografieren, um anschließend mit dem P 8904 Eisfelder Talmühle - Wernigerode bis Drei Annen Hohne mitzufahren, um sodann mit dem P 8929 Brocken - Nordhausen Nord von Drei Annen Hohne nach Eisfelder Talmühle zurück mitzufahren und diesen Zug dann ggf. die letzten Kilometer von Eisfelder Talmühle nach Nordhausen wiederum mit dem Auto und der Kamera zu verfolgen.


    Dieser Plan ging nicht ganz auf und wurde operativ modifiziert und an die Situation angepasst. Zunächst erst einmal war ich ein bissel spät dran und schaffte es nicht mehr bis Drei Annen Hohne, bis der P 8903 angedampft kommen würde, sondern nur an die freie Strecke zwischen Elend und Sorge. Dort passte ich diesen Zug ab, es waren nur noch ein paar Minuten, bis er hier entlang kommen müsste.


    (Ganz bewusst) nicht großartig vorinformiert, bevor ich anreiste (um einen gewissen "Ursprungscharakter" meines Tagesausfluges nicht zu gefährden), hatte ich mich zwar mit dem Fahrplan, nicht aber mit irgendwelchen detaillierteren Aspekten wie Umlaufplänen, Fahrtrichtung von Lokomotiven usw. vorab auseinandergesetzt. Weil ich es aus den späten 1990er Jahren so kannte, ging ich deshalb "per Bauchgefühl" davon aus, dass die Loks mit der Rauchkammer in Richtung Nordhausen fahren würden - daher auch der Plan, den P 8903 fotografisch begleiten zu wollen.



    Dann aber kam P 8903 mit 99 7245-6 zwischen Elend und Sorge Tender voran angefahren. Außerdem hatte sich der bis dahin herrschende, pure Sonnenschein in einen recht starken Bewölkungsgrad gewandelt. Zwei Bilder dieses Zuges entstanden zwischen Elend und Sorge:


    hsb_2021_08_21_01.jpg


    hsb_2021_08_21_02.jpg



    Dann aber sagte ich mir: Och nööö, was soll ich jetzt mit lauter Bildern Tender voran und ohne Sonne, das macht keinen Sinn - also den ursprünglichen Plan kurzfristig abgeändert. Ich bin mit dem Auto unter strikter Einhaltung der von Annalena Baerbock geforderten Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h in geschlossenen Ortschaften (oder habe ich das was verwechselt?) fix nach Sorge gedüst, habe dort das Auto in Haltepunktnähe abgestellt und bin lieber mit dem Zug mitgefahren. Das musste alles ganz schnell gehen, denn dann kam der Zug auch schon.


    War ich zwischen Elend und Sorge beim Fotografieren der zwei obigen Fotos zunächst etwas erschrocken, wie spärlich der Zug besetzt war, so warteten in Sorge aber etliche Fahrgäste auf den Zug. Das Grenzmuseum im Haltepunkthäuschen hatte auch geöffnet. Diese Ausstellung hätte ich mir gern angeschaut, doch dazu reichte die Zeit nicht. Bei der Einfahrt des Zuges entstand dieser Schnappschuss:


    hsb_2021_08_21_03a.jpg



    Sodann ging es im schaukelnden Zug von Sorge nach Eisfelder Talmühle:


    hsb_2021_08_21_04.jpg


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    Wobei das Geschaukel der nächste Aspekt war, über den ich verwundert war: Soeben aus dem Urlaub noch die mit bis zu 70 km/h auf makellosem Mod-Oberbau regelrecht dahingleitenden VTs der Zillertalbahn gewohnt (und selbst die Dampfzüge dort fahren ja bis zu 40 km/h und "schweben" fast), war ich über den Gleiszustand der HSB im tiefen Wald auf der Harzquerbahn erstaunt. Bewuchsmäßig reichte es beinahe an "wilzschhaus-ähnliche" Verhältnisse heran - über etliche Streckenkilometer ein total zugewachsenes, verunkrautetes Gleis. Weiß jemand, ob die HSB im Harz wegen der Naturschutzzone im Harz keine Genehmigungen mehr für eine effektive, regelmäßige chemische Unkrautbekämpfung mittels Blatt- und Bodenherbiziden bekommt oder ob dies "freiwillig" aus Kostengründen sein gelassen wird? Jedenfalls rumpelte und schaukelte es auf den kilometerlangen, offenkundig tendenziell abgewirtschafteten und verunkrauteten Streckenabschnitten während der Fahrt ganz mächtig gewaltig. Dass es auch anders geht, zeigten einige durchsanierte Streckenabschnitte - hier konnte der Lokführer deutlich schneller fahren und es war ein "zillertalbahnmäßiges Geschwebe" vom Fahrgefühl her. Mag das Geschaukel so Mancher mit Romantik in Verbindung bringen - ich selbst bin ein ausdrücklicher Freund eines superintakten Oberbaus, selbst dann, wenn er z.B. keine Schienenstöße mehr hat, sondern verschweißt ist.


    Sei's drum, nach rund einer reichlichen halben Stunde Fahrzeit erreichte der P 8903 pünktlich kurz vor 14.00 Uhr den Bahnhof Eisfelder Talmühle. Rechts stand so ein V 100-bespannter VT-Ersatzzug aus Richtung Selketal zur Weiterfahrt nach Nordhausen (P 8971 Harzgerode - Nordhausen Nord):


    hsb_2021_08_21_06.jpg


    hsb_2021_08_21_07.jpg



    Als ich gerade unaufmerksam war, kam noch ein Zug in den Bahnhof eingefahren, der P 8914 Nordhausen Nord - Hasselfelde in Form eines VT:


    hsb_2021_08_21_08a.jpg



    Dann standen beide Dieselzüge bzw. VT kurz nebeneinander, bevor es für den VT auch sogleich weiter nach Hasselfelde ging:


    hsb_2021_08_21_09a.jpg



    So wie der VT nach Hasselfelde den Bahnhof Eisfelder Talmühle verlassen hatte, setzte 99 7245-6 im prallen Gegenlicht für die Rückfahrt um...


    hsb_2021_08_21_10.jpg



    ... um dann als P 8904 nach Wernigerode noch einige wenige Minuten lang abfahrbereit in Eisfelder Talmühle am Bahnsteig zu stehen:


    hsb_2021_08_21_11.jpg


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    Bei der Rückfahrt - für mich bis Sorge - fiel mir auf: In Tiefenbachmühle konnte der Zug jeweils durchfahren, doch im abgelegenen Haltepunkt Sophienhof hatte es schon bei der Hinfahrt als auch jetzt bei der Rückfahrt erneut jeweils Fahrgastwechsel gegeben:


    hsb_2021_08_21_13.jpg



    In Benneckenstein, wo ich 1983 als Kind im Haupturlaub war, konnte ich 2021 zumindest mal kurz aus dem Zug springen und fix ein Foto machen, so lange wartete das Zugpersonal freundlicherweise:


    hsb_2021_08_21_14.jpg



    Zwischen Benneckenstein und Sorge wiederum war es der dort besonders stark vom Absterben betroffene Wald der Dürrejahre 2018 und 2019, der sehr entsetzlich wirkte und mir zwei dokumentarische Fotos aus dem Zug heraus wert war:


    hsb_2021_08_21_15.jpg


    hsb_2021_08_21_16.jpg



    In Sorge verließ ich den Zug wieder und bewegte mich ab da weiter mittels Pkw fort. Da ich jetzt ja nun wusste, dass die Lok mit Rauchkammer in Richtung Wernigerode steht, wollte ich den Zug ab hier bis Drei Annen Hohne mit dem Auto verfolgen, trotzdessen in dieser Fahrtrichtung recht gegenlichtige Verhältnisse zu erwarten wären. Bei der Ausfahrt des P 8904 aus Sorge in Richtung Wernigerode entstand dieses Bild:


    hsb_2021_08_21_17.jpg



    Zwischen Sorge und Elend begegnete mir der Zug im weiteren Fahrtverlauf an diesen zwei Stellen, wobei es mit den Lichtverhältnissen sogar recht gut ging. Inzwischen war die Sonne zum Glück wieder häufiger herausgekommen:


    hsb_2021_08_21_18.jpg


    hsb_2021_08_21_19.jpg



    Ein letztes Mal begegnete mir der P 8904 Eisfelder Talmühle - Wernigerode zwischen Elend und Drei Annen Hohne kurz vor Erreichen des Bahnhofs Drei Annen Hohne:


    hsb_2021_08_21_20.jpg



    Und nun, da obiges Bild im Kasten war, war mein weiterer Plan, jetzt den Gegenzug P 8929 Brocken - Nordhausen Nord abzuwarten, um von diesem dann auch wiederum ein paar Fotos bis Benneckenstein anzufertigen und dann vielleicht nochmal zur Rappbodetalsperre abzubiegen, um ein bisschen was "Nicht-Eisenbahniges" zu unternehmen - die Hängebrücke zu begehen und mal abzuchecken, ob man den dortigen Mega-Flying-Fox bei einem anderen Besuch einmal mitmachen sollte.


    Zwischen der Ankunft des P 8904 in Drei Annen Hohne um 15.19 Uhr und der Abfahrt des Gegenzuges P 8929 um 15.48 Uhr wäre rund eine halbe Stunde Zeit, die ich nutzen wollte, mir es in der Nähe obiger Fotostelle ein bisschen im Wald bequem zu machen und in der Pause einige Telefonate, die ich während der zuvor stattgefundenen Zugfahrt versäumt hatte, zu tätigen, sprich die Anrufer zurückzurufen. Da ja der vorherige P 8903 mit Fahrtrichtung Nordhausen Tender voran unterwegs gewesen war, rechnete ich für den jetzt anstehenden P 8929 mit der gleichen Situation. Deshalb würden mir auch ein paar wenige, weitere Bilder bis Benneckenstein genügen, dachte ich mir. Doch wie ich gerade eben erst mit meiner Zurück-Telefoniererei begonnen hatte, pfiff es auch schon wieder und der Zug in Richtung Nordhausen kam um die Kurve - und zwar Kessel voran in Richtung Nordhausen. Hiervon überrascht und somit unvorbereitet, konnte ich von dieser Zug-Vorbeifahrt natürlich kein Foto machen.


    Ich dachte mir: Wie dies? Zum einen - verkehren die Züge offenbar "gemischt"? - mal so und mal so bezüglich der Richtung der Rauchkammer? Und außerdem: Zwischen beiden Zügen, dem P 8904 und dem P 8929 muss doch laut Fahrplan rund eine halbe Stunde vergehen? Das hier waren jetzt vielleicht fünf, sechs Minuten - und da Personenzüge bekanntlich nicht vor Plan verkehren können, muss also der P 8904 zuvor etliche Verspätung gehabt haben. Hatte er dies? - Ich hatte gar nicht auf die Uhr geschaut! Na, offenbar - ist auch egal - ab und hinter dem Zug hinterher, so würde ich nun doch noch vielleicht ein paar Bilder eines in Richtung Nordhausen Kessel voran fahrenden Zuges erhaschen können.


    Zuglok dieses nächsten Zuges war 99 7232-4. Bis Elend hatte ich den Zug eingeholt und konnte dessen Ausfahrt aus dem Bahnhof fotografieren. Eigentlich um diese Uhrzeit im idealen Licht liegend, entstand hier leider ein Wolkenschaden. Sekunden vor der Abfahrt des Zuges hatte noch die Sonne geschienen, siehe Bildhintergrund. Spaßeshalber sei das Foto dennoch gezeigt:


    hsb_2021_08_21_21.jpg



    Zwischen Elend und Sorge erreichte ich den Zug mit 99 7232-4 an der Fotostelle, wo ich schon mittags den P 8903 aufgenommen hatte, doch dieses Mal in voller Sonne und wie gesagt Kessel voran:


    hsb_2021_08_21_22.jpg



    An der nächsten Fotostelle, ebenfalls zwischen Elend und Sorge, drohte wieder Wolkenschaden. Als ich dort ankam, war der Himmel bedeckt. Da ich bei "echten" Eisenbahnfotos, sprich Nicht-Handyknipserei, mit der Spiegelreflex mit manueller Einstellung fotografiere, hatte ich die Kamera schon auf einen höheren ASA-Wert eingestellt, um halt trotz wenig Licht eine schön kurze Belichtungszeit hinzubekommen. Da riss unmittelbar bei Durchfahrt des Zuges der Himmel doch noch auf und der Zug passierte diese Stelle bei "Hilfs-Sonne". Zirka fünf bis acht Sekunden später war die Fotostelle auch wieder in voller Sonne, aber besser als nix:


    hsb_2021_08_21_23.jpg



    In der "Nähe von Schönheide" erwischte ich den Zug ein weiteres Mal - kleines Wortspiel mit Bezug auf die schöne Heide im Bildvordergrund, die gerade blühte. Auch diese sicherlich sehr bekannte Fotostelle befindet sich zwischen Elend und Sorge, jetzt wieder zum Glück mit voller Sonne:


    hsb_2021_08_21_24.jpg



    Durch die zuvor aus dem Auto wie aus dem Zug heraus ausgekundschaftete Streckenführung, die mir zuvor auch nicht mehr im Detail geläufig gewesen wäre, war mir nunmehr aber klar: Hinter Sorge ist der Zug mangels zur Bahn parallel führenden Straße nicht noch einmal zu bekommen. Also entschloss ich mich, dem Zug nochmals bei Benneckenstein auflauern zu wollen. Dort waren mir zuvor bei der Zugmitfahrt die weiten Bögen um die Ortschaft herum in Richtung Eisfelder Talmühle aufgefallen, wo zudem mindestens eine Stelle auch um diese Uhrzeit im richtigen Licht liegen müsste.


    An der Fotostelle angekommen, war ich mir unsicher, ob ich mit dem Auto wohl schnell genug gewesen sei, um den Zug hier noch einmal zu erreichen. Ich traf aber am Waldesrand auf zwei junge Damen, die gerade mit ihren beiden Hunden dort spazieren gingen. Eine von beiden sprach mich - wie praktisch - an, ob ich den Zug fotografieren wolle. Ich bejahte. Der sei aber gerade durch, erwiderte die junge Frau. Ich war schon etwas enttäuscht, wenngleich der Anblick der Blondine sich optisch tendenziell NOCH attraktiver gestaltete als es ein Dampfzug der HSB vermag. Doch nun gerade in das Gespräch eingebunden, hörte ich aus Richtung Bahnhof die typische Dampflok-Tieftonpfeife. Sie müsse sich irren, was den Zug anging, sagte ich zu meiner gerade drei Minuten währenden neuen Bekanntschaft. Sie aber war sich sicher, dass der Zug gerade durch sei. Ich wollte mich natürlich nicht mit ihr streiten, begab mich einfach erst einmal sicherheitshalber in Fotopositur. Dann kam auch schon der Zug und folgende Aufnahme entstand:


    hsb_2021_08_21_25.jpg



    Auf einmal hing nicht mehr die 99 7232-4 Kessel voran, sondern nunmehr wieder die 99 7245-6 Tender voran am Zug? Hatte man in Benneckenstein schnell einen Lokwechsel durchgeführt? Doch woher soll die '45 jetzt auf einmal wieder hier sein? Die war doch zuvor nach Drei Annen Hohne gefahren und konnte jetzt ja nun schlecht schneller als die '32 in Benneckenstein sein?


    Nein, dies natürlich alles nicht. Dem HSB-Kenner war es sicherlich schon die ganze Zeit während des Lesens klar, mir selber hatte es dann in dieser Fotosituation gedämmert: Der "zu frühe P 8929" mit der 99 7232-4, das war nicht der P 8929 gewesen und es war auch nicht zuvor der P 8903 verspätet in Drei Annen Hohne angekommen und es gibt auch keinen "Mischbetrieb" bei den Nordhausener Zügen bezüglich der Stellung der Lokomotiven. Sondern der Zug mit der 99 7232-4 kam deshalb zur "Unzeit" hinter Drei Annen Hohne entlang gedampft, weil es sich um einen nicht fahrplanmäßigen Zusatzzug gehandelt haben muss - mutmaßlich um eine Überführungsfahrt in Richtung Selketal, was auch die Richtung der Rauchkammer der Lok erklären würde. Dieser Zug stand in keinem öffentlichen Fahrplan und ich wusste somit von diesem Zug auch nichts und war von ihm überrascht.


    Und auch noch etwas erklärte sich somit: Beim Anfertigen der obigen Fotos des Zuges mit 99 7232-4 war ich erneut entsetzt gewesen, es hatte nämlich kein einziger Fahrgast in dem Zug gesessen. Ich dachte mir: Mir ist ja klar, dass die meisten HSB-Fahrgäste immer nur alle auf den Brocken wollen. Aber dass mit den Harzquerbahn-Zügen nun DERART wenige bis gar keine Leute führen, dies hatte mich dann schon erschrocken. Um so erleichterter war ich, als dann der oben gezeigte, "echte" P 8929 mit der 99 7245-6 hinter Benneckenstein "um die Ecke" kam: Dessen Wagenschlange zeigte sich nämlich voll besetzt, der Zug hatte eine sehr gute Auslastung.


    Der P 8929 nach Nordhausen Nord mit 99 7245-6 war also der vermutlich in Richtung Selketal verkehrenden Sonder- bzw. Überführungsfahrt mit 99 7232-4 im Blockabstand hinterher gefahren. Durch das Einlegen der Leerfahrt hatte ich das Glück, zu ein, zwei schönen Fotos eines in Richtung Nordhausen Kessel voran fahrenden Zuges in bester Fahrplanlage bei besten Lichtverhältnissen zu kommen. In Benneckenstein dürfte dieser Zug durchgefahren sein, weshalb ich ihn bis hierher nicht noch einmal mit dem Pkw überholen konnte, anstattdessen dann aber nochmals den zirka 15 bis 20 Minuten später fahrenden P 8929 erwischte.


    Das Vorhaben, nochmals zur Rappbodetalsperre zu wollen, gab ich auf, anstattdessen ging es in Benneckenstein in einer nette Pizzeria, von deren Außengastrobereich man diesen schönen Blick auf die Ortslage mit Kirche von Benneckenstein hat:


    hsb_2021_08_21_26.jpg



    Der Pizzeriabesuch dauerte seine Zeit. Als er vorbei war, trat ich die Heimreise an. Diese führte von Benneckenstein über Ilfeld zurück nach Nordhausen und dort auf die Autobahn. Bei Niedersachswerfen entstand, als gerade die Sonne hinter dem Horizont verschwand, ein letztes, abendliches Bild eines dieser VT-Ersatz-Züge auf seiner Fahrt nach Nordhausen, es war glaube der vorletzte oder gar letzte Zug des Tages, der diesen Streckenabschnitt passierte:


    hsb_2021_08_21_27.jpg



    Dann ging es endgültig heim, ein sehr schöner Tag neigte sich dem Ende zu. Ich bin ja mal gespannt, ob ich jetzt wieder elf Jahre brauche, um es erneut wieder einmal zur Harzquerbahn zu schaffen. Im Selketal bin ich auch zwischen 2010 und 2021 immer mal wieder gewesen, dies ist mehr mein Harz-Refugium, wenn ich einmal dort bin.


    So, dies war mein aktueller "touristischer" Fotobericht, jetzt darf wieder zu den schwerwiegenden Diskussionen über die Lage der Nation bei den HSB zurückgekehrt werden, zu denen ich aber wie gesagt nichts beizutragen habe. Problemlöser muss man schon in Sachsen genug spielen. ;)



    VG Holger

    Wie an dieser Stelle schon korrekt von sounder geschrieben worden war: Im Rahmen der durch die Stadt Eibenstock als Bauherr zurzeit stattfindenden Arbeiten zur Neugestaltung des Carlsfelder Dorfzentrums, wozu auch der Bahnhof gehört, wurde in den Monaten Juni bis August 2021 durch den FHWE das frühere Bahnhofsgleis 4 des Bahnhofs Carlsfeld wieder aufgebaut. Der allergrößte Teil des neu gebauten Gleises wird aber eingedeckt, Vorgabe der Stadt, die nicht abzuwenden war. Eine Bildberichterstattung zu den stattgefundenen Bauarbeiten erfolgt vsl. irgendwann im weiteten Jahresverlauf auf http://www.fhwe.de, nicht jetzt zeitnah hier im Forum. Wenn die Bilder auf der FHWE-Webseite online stehen, kann ich dies aber dann natürlich hier verlinken.


    VG

    Solche Standardpreise pro Lademeter und Strecken-km usw. gibt es nur im massenweisen Standard-Speditionsgeschäft. Bei Sonder- und Schwerlasttransporten gibt es das nicht. Die genaue Preisberechnung ist hier immer individuell und zuhöchst unterschiedlich, so unterschiedlich die Auftragswünsche sind. Da kannst du, wie von Achim geschrieben, nur ein Angebot anfordern. Faktoren, die in die Preisbildung hinein spielen, sind nur mal beispielhaft und auszugsweise: Was transportierst Du? Lok? Wagen? Wird es ein Schwer- oder Normaltransport? Gibt es am Belade- wie am Entladepunkt ortsfeste Rampen? Oder wird an einem oder beiden der Punkte eine mobile Rampe benötigt? Wenn ja, ist der Aufwand ein gänzlich anderer als ohne mobile Rampe, ergo auch die Kalkulation/der Preis. Oder transportierst du was mit 'ner ganz exotischen Spurweite? Wird daher ein oder mehrere Kräne benötigt? Wird spezielles Krangeschirr wie Seilspreizen benötigt? Von wo nach wo willst du fahren? Startest du ggf. im Raum Dresden, wo sich bei guter Tourenplanung eine optimierte Logistik fast ohne Leerfahrts-Anfahrtwege realisieren lässt? Oder willst du von Garmisch-Partenkirchen nach Buxtehude fahren, wo der Tieflader zum Beladepunkt 600 km Leerfahrts-Anfahrtstrecke hat und vom Entladepunkt 1.000 km Leerfahrts-Rückfahrtstrecke? Ist der Transport an einem Tag zu schaffen oder geht es über Nacht mit Übernachtungskosten fürs Personal? Wird behördlich eine natürlich Kosten verursachende Schwerlastbegleitung angeordnet oder nicht?


    Also, so eine Kostenkalkulation ist so individuell wie man es sich nur vorstellen kann. Das ist wie, wenn du pauschal fragen würdest: Was kostet der Bau eines Eigenheimes? Die Antwort kann 350.000 Euro lauten. Die Antwort kann auch 2,5 Mio Euro lauten, wenn Du die Anforderungen an das Haus nur kompliziert und hoch genug schraubst. Analog dazu verhält es sich mit so einer Transportkalkulation. Absolut individuell.

    Das ist alles tragisch. Ich hatte in der Region vorher noch nie was zu tun, war aber jetzt mal dort. Oberhalb des Zillertals habe ich zwischen Finkenberg und Tux auch einen Murenabgang fast "live" miterlebt, der dort aber nur die Straße außer Gefecht setzte und sonst nichts zerstörte. Wahrscheinlich ist das gesamte Erdreich aufgrund der vielen Regenfälle derart durchnässt, dass es bei entsprechend steiler Hanglage jetzt ständig abbrechen und runter kommen kann. Das sind schon wirklich krasse gegenteilige Wetterextreme, einerseits die trockenen Sommer 2018 und 2019 mit absterbenden Fichtenwäldern u.a. im Harz und hier mit zu viel Wasser und dessen Folgen im Salzachtal bzw. angrenzenden Gebieten.


    Unabhängig des Wetterthemas: Ich selbst habe mit österreichischen bzw. allgemein 760-mm-Schmalspurbahnen bis auf punktuellen Kontakt in der Vergangenheit ansonsten noch nichts großartig mit diesen Bahnen zu tun gehabt, aber wenn in Zukunft irgendwann die Pinzgaubahn mal wieder fährt, muss ich sa unbedingt nochmal hin. Echt schöne Streckenführung dort.