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  2. Holger Drosdeck

Beiträge von Holger Drosdeck

  • 150 Jahre Eisenbahnstrecke Werdau - Wünschendorf

    • Holger Drosdeck
    • 11. September 2026 um 13:15

    Noch etwas zum Thema Strecke Werdau - Wünschendorf: Dieser Tage las auch der bekannte Eisenbahnbuchautor Wolfram Wagner diesen Beitragsfaden hier und mailte mir daraufhin freundlicher Weise folgende textliche Kurzinfo und die drei Fotos, dazu die Erlaubnis, dies hier einstellen zu dürfen:

    "Die Hochschule für Verkehrswesen Dresden hatte bei Werdau West eine Versuchsstrecke mit verschiedenen Dämmschichten. An einem Tag im Mai 1977 musste ich mal mit dahin, um die Messungen aufzunehmen. Herzlichst, Wolfram" Dabei sind die drei folgenden Fotos mit drei Altbau-50ern (und einer V 100) entstanden, die damals dort noch im Plandienst standen:




    Die auf dem unteren der drei Bilder zu sehende 50 1955-9 existiert ja noch. Sie ist unter ihrer alten Betriebsnummer 50 955 im Bayrischen Eisenbahnmuseum Nördlingen, erhält dort schrittweise eine optische Aufarbeitung, wobei dabei sogar der Kessel von der Maschine abgehoben war, 2025 aber wieder auf den Rahmen gesetzt wurde. Bilder davon finden sich im Netz.

    Schönes Wochenende, VG!

  • 150 Jahre Eisenbahnstrecke Werdau - Wünschendorf

    • Holger Drosdeck
    • 10. September 2026 um 12:28

    Hallo Markus, Danke für Deine Ergänzungen, die natürlich auch sehr interessant sind - und aus einer Epoche, die ich dann dort in dieser "Ecke" schon lange nicht mehr im Fokus hatte. Genau genommen hatte ich einen ausgesprochenen Fokus noch niemals auf der WM-Linie, die Fotophase 1995/96 war tatsächlich eigentlich mehr oder weniger ausschließlich durch die 13-monatige Zivizeit in Seelingstädt begründet. Nachher war ich dann nur nochmals am letzten Betriebstag 1999 intensiv fotografisch dort unterwegs.

    Und da bietet sich hier nochmals ein bestimmter Fotovergleich an: Nämlich kann man derart viel von den Wünschendorfer Einfahrsignalen aus Richtung Weischlitz/Berga bzw. Werdau/Endschütz wirklich nur noch in der laubfreien Jahreszeit sehen. In der belaubten Jahreszeit war die Szenerie hier auch schon vor über elf Jahren, im Juni 2015, total zugewachsen und das ist seither noch viel mehr geworden.

    Hier ein direkter Bildvergleich des absolut identischen Fotostandortes bei den südlichen Esig's von Wünschendorf vom letzten Betriebstag, dem 29. Mai 1999 und wie gesagt vom Juni 2015:



    Man schaue genau hin: Auch auf dem Buschwerk-Foto von 2015 sind beide Signale zu erkennen: Vom WM-Signal nur der eine Flügel rechts oben im Bild und vom GWz-Signal links oben im Bild ebenfalls der Flügel aber auch der Mast.


    VG Holger

  • 150 Jahre Eisenbahnstrecke Werdau - Wünschendorf

    • Holger Drosdeck
    • 9. September 2026 um 13:05

    @ Toralf: Danke, ja, ich habe mich hier zu korrigieren: Dass die G12 58 1111-2 über Gößnitz nach Werdau kam, war bei ihrem Erstbesuch im Osten nach der Wende 1993 der Fall, 1998 war es tatsächlich über die WM - Danke für die Korrektur.

    @ Dietmar: Dias mit derartigen, typischen 1990er-Jahre-Motiven der WM zwischen Werdau und Wünschendorf habe ich auch noch so einige. Da ich 1995/96 Zivildienstleistender im Berufsförderungswerk Thüringen in Seelingstädt (in dem ehemaligen NVA-Gelände war), hatte sich mein Fotoschwerpunkt damals ein bisschen von der heimischen NG-Linie Neumark - Greiz an die WM zwischen Werdau und Wünschendorf verlagert. Dort fuhren zumindest '95 auch noch die allerletzten 201 des Bh Reichenbach, also die originale, nicht-"getunte" Variante der Reichsbahn-V 100, BR 110 bzw. Mitte der 90er eben als BR 201. Ein Jahr später 1996 waren es dann glaube "nur" noch BR 112 bzw. 202, so wie hier die farblich verblasste 202 690-4 mit einer RB im Werdauer Wald bei Langenbernsdorf am 17. April 1996:


    Gerade mal fix bei V 100 online nachgeschaut, ob es diese Lok heute noch gibt und falls ja, was sie macht: Laut der genannten Webseite gibt es sie noch, gehörend der SLG - Spitzke Logistik GmbH, Großbeeren als V 100-SP-004. Ich kenne mich mit dem riesen-bunten Potpourri der vielen Privatbahn-V100 ja überhaupt nicht aus, ein undurchsichtiger Lok-Dschungel für mich. Aber: Ist doch schön, wenn wenigstens die Maschine von dem Foto überlebt hat, wenn schon die Strecke nicht.


    VG

  • 150 Jahre Eisenbahnstrecke Werdau - Wünschendorf

    • Holger Drosdeck
    • 8. September 2026 um 11:34

    Hier noch ein Bild vom August 1994 aus Wünschendorf, aufgenommen von einem Ruderboot auf der Weißen Elster aus. Damals Mitte der 1990er Jahre bereiste ich diverse Nebenbahnen in Ostthüringen und Sachsen, oftmals zusammen mit Michael Kapplick von der Museumsbahn Schönheide, damals waren wir ja beide dort. Samstag war in der Regel der Arbeitstag in Schönheide Mitte im Lokschuppen, Sonntag der Ausflugstag. Auch dieses Bild entstand bei einem solchen Ausflug und sollte demnach an einem Sonntag aufgenommen sein. Es ist nur ein schlechter Büroscanner-Scan von einem mäßigen, typischen 90er-Jahre 9x13-Fotoabzug vom Negativfilm.

    Dort, wo der Zug auf dem Bild ist, wächst heute ein 5 bis 6 Meter hoher Wald auf dem Gleis, die Baumstämme haben dabei längst einen Durchmesser von 20 bis 25 cm am Boden entwickelt. Man kann von der Elster aus wegen dieses Waldes auf dem Bahndamm den dahinter entlang führenden Wanderweg und die Felsen nicht mehr sehen. Der Wanderweg führt ja zum Wünschendorfer Märchenwald (gegründet 1927), dort drehte sich am vergangenen Sonntag, 6. September 2026 allerdings kein einziges Wasserrad. Der Kamnitzgrundbach, der die Wasserräder und damit die Märchenspiele antreibt, war völlig ausgetrocknet. Des Weiteren führt der Wanderweg ab dem Abzweig des Fuchsbachtals ja Richtung Endschütz und auch zur ehemaligen Pension und Herberge Fuchsmühle, einem wunderschönen Fachwerkhausensemble nahe der WM-Linie. Hier gingen irgendwann so um 2005 in gastronomischer Hinsicht die Lichter aus. Geht man hingegen nicht ins Fuchbachtal entlang der WM-Linie, sondern bleibt im Elstertal in Richtung Berga, kommen irgendwann im Tal die Hammermichelbaude und die Clodramühle.

    Ostern 1991 kam mir dort zwischen Wünschendorf und Berga bei einem Spaziergang mal ganz unvermittelt ein Sonderzug mit den Schnellzugwagen des Verkehrsmuseums Nürnberg entgegen, gezogen von der 38 205 und 38 1182. Zuvor war am selben Tag früh schon die 58 3047 mit einem Ostersonderzug durch Greiz gekommen und wen traf man dort natürlich sofort auf dem Bahnhof bzw. auf dem Führerstand der Reko-G12? Das alte Greizer Lokführer-Urgestein Ronald Beck, der in den 1950er Jahren als junger Mann die 58 294 als seine Stammlok im Bw Greiz gefahren war. Letztes Jahr ist nun auch Roland Beck verstorben, nachdem ich ihn 2020 gesundheitlich schon schwer angeschlagen letztmals im Bahnhof Greiz traf, weil der Diesel-ICE, das TrainLab oder wie der gleich nochmals benannt wurde, in Greiz verweilte.

    Aber an dem Ostertag 1991 war ich mit meiner Oma dann zwischen Wünschendorf und Berga in der Hammermichelbaude einkehren. Kurz darauf schloss auch diese typisch vogtländische Gaststätte. Vorigen Sonntag ging es also (schon lange) nicht mehr dorthin für einen Kaffee, sondern in die nicht weit davon gelegene Clodramühle. Und war war dort festzustellen? Dort gibt's jetzt keinen richtigen Filterkaffee und kein Stück Eierschecke mehr, sondern Espresso und Tiramisu - es ist ein echter Italiener drinnen.

    Und an der Stelle der GWz-Linie, wo 1991 unvermittelt der Sdz mit der sächsischen und der preußischen 38er um die Ecke kam, würde man ihn heute auch nicht mehr sehen, nur noch hören - alles zugewachsen mit Buschwerk. Damals '91 stand dort noch die Telegrafenleitung. Tja, die alte Heimat, sie hat sich halt wirklich komplett verändert.

  • 150 Jahre Eisenbahnstrecke Werdau - Wünschendorf

    • Holger Drosdeck
    • 7. September 2026 um 22:51

    Danke für die Bilder, Thoralf! In dem Zug mit der 58 3047 auf Deinem letzten Bild sitze ich als Fahrgast drinnen. Zuvor war der Zug im Bahnhof Werdau noch der 58 1111-2 begegnet, die im Mai 1998 nach 1993 zum zweiten mal wieder in Sachsen war. Die Altbau-G12 war aber ab Gera über Gößnitz und ab dort die LH nach Werdau (und weiter nach Zwickau) gefahren, nicht über die WM.

    Zwischen Wünschendorf und Weida war die WM im Mai 1998 aber schon seit zwei Jahren tot (Einstellung Ende Mai 1996 an dem Tag, an dem auch die letzten Züge Schleiz - Saalburg fuhren).

    VG

  • 150 Jahre Eisenbahnstrecke Werdau - Wünschendorf

    • Holger Drosdeck
    • 7. September 2026 um 20:04

    Das passt ja thematisch. Ich war gestern das erste mal seit mehreren Jahren wieder mal in Wünschendorf/Elster und das Gleis der WM-Linie dort wächst immer mehr zu. Hier das Einfahrsignal Wünschendorf aus Richtung Werdau, außer Betrieb seit 1999:


    Hier die Stelle, wo die WM-Linie das Tal der Weißen Elster verlässt und in Richtung Endschütz/Seelingstädt/Werdau in das Fuchsbachtal einschwenkt, die dortige Brücke über den Fuchsbach:


    Und der Blick Richtung Werdau:


    Früher fuhren dort tatsächlich mal Züge, ob man es glaubt oder nicht...

    VG Holger

  • Sardinien

    • Holger Drosdeck
    • 19. Mai 2026 um 12:05

    Sardinien allgemein und die sardischen Schmalspurbahnen sind schon ziemlich urig und landschaftlich unfassbar schön. Vor fast 17 Jahren, Ende August/Anfang September 2009, fuhr der Trenino Verde auf der erst 1930 vollständig eröffneten und 1997 im täglichen Regelbetrieb (sozusagen im SPNV) eingestellen Strecke Tempio Pausania - Luras - Palau noch auf voller Länge - immer donnerstags bis sonntags.

    Da die Züge in Tempio Pausania beheimatet sind oder zumindest damals Stand 2009 waren, kam donnerstags immer nur der Zug von Tempio nach Palau, also nur "one way". Freitag und Samstag fuhr dann ein Zugpaar vormittags Palau - Tempio und nachmittags/abends zurück, so dass man von Palau nach Tempio schön die stunden- und zig kilometerlange Fahrt über die 950-mm-Strecke genießen konnte, dann tagsüber Zeit in der historischen und absolut sehenswerten Altstadt von Tempio Pausania hatte und abends eben zurück. Sonntags fuhr dann wiederum nur der Zug in einer Richtung - von Palau nach Tempio vormittags und dann war montags bis mittwochs Betriebsruhe auf dieser Strecke. Die beiden "one way"-Touren donnerstags und sonntags dienten also eigentlich eher der Überführung des Zuges von Tempio nach Palau und zurück, wurden aber trotzdem als öffentliche Fahrten betrieben. Dementsprechend waren diese Fahrten auch ziemich leer, was Fahrgäste angeht, es gab ja keine Rückfahrmöglichkeit. Hingegen die beiden "richtigen" Touren freitags und samstags, die waren krachend voll und man hat da im Prinzip kaum einen Platz bekommen. Bei der Hitze hat bzw. hätte es schön verschwitzt in den historischen Wagen Baujahr 1930 gerochen bei den Menschenmassen, die da drinnen waren, aber es wurde natürlich mit voll geöffneten Fenstern und Türen gefahren, so dass es herrlichen Durchzugswind in der ansonsten so heißen, trockenen und kargen Landschaft gab.

    Imposant waren auch die Fahrgeschwindigkeiten: Bei dem Oberbau hätte in Deutschland die Bahnaufsicht im großzügigeren Falle vielleicht noch 5 bis 10 km/h zugelassen, im strengeren Falle wäre es vielleicht auch eher eine Streckensperrung geworden - auf Sardinien fuhr der Zug über die Gleise zumeist so zwischen 30 und 40 km/h. Es klapperte, klackerte und schwankte nach allen Regeln der Kunst - und wir waren frohen Mutes, dass wir TROTZDEM lebend wieder in Palau ankommen würden, was auch gelang. ;)

    Abenteuerlich und "innovativ" auch das Wassernehmen in Luras - genau, mit der Diesellok, Baujahr 1958. Tatsächlich Wassernehmen: Motorkühlwasser. Bei einem längeren Zwischenhalt in Luras wurde das offenbar "verbrauchte", sprich durch Undichtigkeiten des wohl sonst wie ausgeklapperten alten Dieselmotors verölte, jedenfalls total braune Kühlwasser des Dieselmotors komplett abgelassen und mittels eines Gartenschlauches neues "nachgetankt". Die braun-siffige Brühe floss einfach in das und neben das Gleis, dann versickerte es halt irgendwohin in den Boden. Das müsste man mal so in Schönheide Süd in der Trinkwasserschutzzone der Talsperre Eibenstock machen. Da wären die feschen Mädels der unteren Wasserschutzbehörde des Erzgebrigskreises aber gleich wieder so was von ganz in ihrem Element, mit ihrem Diensteifer zu nochmals ganz anderen Dimmensionen vorzustoßen.

    Es war eine abenteuerliche Fahrt "damals" 2009 auf Sardinien, hier noch drei Nebenbei-Bilder davon mit der alten, schwachen Digitalkamera damals. Die "richtigen" Bilder dieser Tour sind bis heute undigitalisierte Dias:

    Selbst auf Sardinien kann es einem passieren, dass selbst dann, wenn eigentlich die ganze Zeit die brüllend heiße Sonne scheint und 98 % des Himmels wolkenfrei sind, dass genau dann, wenn der Zug kommt, dennoch die Wolke vom Dienst zur Stelle ist. Hier geschehen bei der Einfahrt des Zuges aus Tempio nach Palau in den Bahnhof Arzachena.


    Alter Wasserkran im Bahnhof Arzachena.


    Der sehr leere "one way"-Zug als Rücküberführung Palau - Tempio auf dem Viadukt nahe Surrau, also zwischen Palau und Arzachena.


    VG Holger

  • Ankündigung Die Farben der Königlich Sächsischen Staatseisenbahnen

    • Holger Drosdeck
    • 17. November 2025 um 12:42

    Ich frage mal bei SSB Medien an, ob sie für die Sparfüchse eine Schwarzweiß-Version des Buches rausbringen. Die kostet dann nur 49 anstatt 89 €. 8)8)8)

  • Abschiedsfahrt 99 516

    • Holger Drosdeck
    • 4. November 2025 um 10:26

    Die Züge am letzten Samstag zur - hoffentlich nur zwischenzeitlichen, sicherlich aber eben schon längerfristigen - Verabschiedung der 99 516 aus dem Betriebsdienst waren den ganzen Tag über prall gefüllt. Die Anteilnahme war wirklich groß. Anbei drei Impressionen von der Museumsbahn Schönheide von jenem 1. November 2025:


    VG!

  • Abschiedsfahrt 99 516

    • Holger Drosdeck
    • 28. Oktober 2025 um 08:38

    Durfte man eigentlich eine IV K 1891/92, als gerade die ersten Exemplare neu gebaut wurden, als Neubaulok bezeichnen? Oder waren die bei Hartmann soeben neu gebauten Originalmaschinen schon bei Werksabnahme Altbauloks? Wenn ja, ist ein bei VW neu gefertigter Golf dann auch ein Altfahrzeug?

    Oder waren schon damals die Original-IV K Reko-Loks? Die IV K wurde doch zwecks Bogengängigkeit als Drehgestelllokomotive konstruiert und Reko-IV K ist die Abkürzung für "Richtig ergonomisch kurvengängige original-IV K". Über diese Aspekte ist hier überhaupt noch niemals diskutiert worden, welch ein Defizit!

    Ich bitte um rege Beteiligung und erwarte zum Thema mindestens 50 Postings in den nächsten 24 Stunden zu je mindestens 50 bis 200 Zeilen pro Posting. Bitte dabei möglichst viele persönliche Sichtweisen, Wertungen und gegenseitige Beleidigungen einbauen. Wer darin nicht so geübt ist, zur Inspiration vielleicht einfach paar alte Folgen "Deutschland sucht den Superstar" mit Dieter Bohlen aus den 2000er Jahren anschauen. Ich danke vorab!

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