Beiträge von MatthiasL

    Hallo zusammen,


    ich denke Sven hat Recht (und ich Dödel habe oben auch mal wieder die Begriffe Schieberstange und Schieberschubstange verwechselt). Ich werde versuchen, das mal komplett zu zeichnen und dann stelle ich es hier wieder ein (wird aber sicher etwas dauern). An und für sich braucht man diese Details in 1:87 nicht mehr - das kann man mit vernünftigem Aufwand nicht mehr darstellen und ist außerdem wahrscheinlich sowieso alles viel zu winzig. Aber irgendwie möchte ich es trotzdem verstehen (vielleicht will auch ein verrückter Millionär mal die Lok in 1:1 nachbauen :lol: ).


    Um eine Kupplung in der Schubstange handelt es sich definitiv nicht. Das Teil liegt auch sichtbar hinter der Schubstange und ist deshalb auch nicht gut zu sehen - nur auf Aufnahmen von schräg oben.


    Dagvuchel hat auch Recht - in Bezug auf die Geradführung. Es sieht zwar anders aus als auf der Zeichnung - aber einen anderen Zweck als die Stange in der Vertikalen zu führen kann das Bauteil nicht haben.


    Viele Grüße, Matthias

    Hallo Sven,


    ja auf der Zeichnung sieht man das nicht. Ich habe aber noch einige Fotos - leider kann man nicht alles zeigen hier im Forum. Aber ein Werksfoto ist möglich:



    Der rote Kreis in der Mitte zeigt das axiale Lager der Schieberschubstange. Blau daneben ist der "Schieberkreuzkopf".

    Die Verbindungsstange zwischen Schieberschubstange und dem Kulissenstein ist dann auch noch mal geführt durch ein spezielles Blech - im linken roten Oval: Die Stange ist hier geteilt und führt um das Führungsblech quasi außen herum. In diesem Spalt ist dann auch der Eingriff des vorderen Hängeeisens der Umsteuerung.


    An dem Bild sieht man auch, dass eigentlich alle Komponenten der Steuerung deutlich vor der Ebene des Kolbens und des Kreuzkopfes liegen.


    Nun ist mir noch ein Problem aufgefallen: Der Abstand zwischen Zylinder - speziell Schieberkasten - und Rahmen ist bei mir viel zu eng! Auf dem Bild oben sieht man das Abdampfrohr hinter dem Schieberkasten - der Abstand wäre nach meiner Zeichnung aber viel zu eng. Es gibt auch andere Aufnahmen bei denen man deutlich noch die Schraubenköpfe des Zylinderträgers am Rahmen von leicht oben sieht.

    Weiterhin wirkt bei mir der Schieberkasten rein visuell auch viel zu breit im Vergleich mit Fotoaufnahmen:






    Weiterhin passt die Lage der Schubstange exakt senkrecht über der Kolbenstange auch nicht wirklich:

    Die Excenter liegen ja weiter außen als die Kurbel der Treibachse.


    Kurzum: da stimmt noch was nicht bei der Rekonstruktion!


    Ich vermute mal, dass die Achse der Schieberschubstange weiter außen liegen müsste und dass der Schieberkasten schmäler ist und eigentlich asymmetrisch, auch nach außen versetzt über dem Zylinder liegen müsste!


    Könnte das so sein - ist das bei andern Loks auch so - oder sogar notwendigerweise, wegen der Lage der Excenter?



    Viele Grüße, Matthias

    Hi zusammen,


    Sven, vielen Dank für die ausführliche Erklärung und die aufschlussreichen Bilder!


    Bei der Jung Lok ist der Überstand des Flansches für den Schieberkastendeckel nicht so weit überstehend - laut der Bilder.

    Der Buckel im Schieberkastendeckel sieht so aus, als wäre er auch parallel zur Schieberachse.


    Dass die Schieberstange kein Gelenk hat, bezog sich auf die Stephenson Steuerung korrekt?

    Bei dieser Lok gibt es da z.B laut Werkfotos ein Gelenk und eine Führung der Schieberstange:

    Die Verbindungsstange zwischen Kulissenstein und Schieberstange ist auch zweigeteilt - eine Teil vor der Kreuzkopfführung und ein Teil dahinter. Dann ist die eigentliche Schieberstange auch noch über der oberen Kreuzkopfführung in einer Buchse geführt - sicher nichts, was man in 1:87 noch vernünftig nachbilden könnte.




    Ich habe dann mal loskonstruiert - die Farben sind nur zur Hervorhebung gedacht:



    Alles links vom Kreuzkopf ist noch stark vereinfacht, bzw. fehlt: Am Ende der Führung des Kreuzkopfs ist hier nur eine Stange statt des Blechs und das Gelenk für die Treibstange fehlt auch noch.


    Zylinder ohne Zeichnung:


    Andere Seite:


    Was hier noch fehlt sind die Flansche für die Stopbuchsen - oben mit Bohrungen quer und unten hochkant. Der Keil, der die Kolbenstange mit dem Kreuzkopf verbindet fehlt auch - aber ob man solche Sachen in H0e überhaupt noch sehen würde ...




    Viele Grüße, Matthias

    Hi,


    wer mal anschaulich begreifen will wie Stephenson, Gooch und Allan Steurung funktionieren, kann sich dieses Video anschauen:

    Stephenson, Gooch, Allen Valve Gear Animation


    Mir hat es sehr geholfen! Vor allem geklärt, dass auch die Neutrallage des Schiebers nicht wirklich neutral ist, sondern noch eine leichte Bewegung stattfindet. Das kommt daher, dass ja die Achsen der Triangel kürzer sind, wenn sich die Excenter kreuzen!

    Meine weitere Vermutung ist, dass auch die Bewegung des Schiebers für die vordere und hintere Dampffüllung des Zylinders nicht exakt gleich ist.

    Wenn man ein Weg-Zeit Diagramm zeichnen würde, wäre das sehr wahrscheinlich asymmetrisch. Bei der O&K Steuerung ist das auch so - nur, dass es dort noch nicht mal 180° symmetrisch ist.


    OK, jetzt rede ich wirres Zeug ... wahrscheinlich drücke ich mich da auch nicht ganz korrekt aus. Aber das Bild im Kopf wird langsam schärfer.


    Und diese Art der Steuerung hat auch keine Voreilung.


    Viele Grüße, Matthias

    Hallo zusammen,


    ich habe mal eine Frage an die Dampflokexperten:

    • Kann es sein, dass bei manchen Konstruktionen Schieber- und Kolbenachse nicht parallel verlaufen?


    Namentlich handelt es sich um die Jung Loks BTE/RSE 6-8 bzw Trusebahn 99 4611 bzw Spessart.I :


    Auf dieser Zeichnung und auf Abbildungen (z.B. Werksfotos) hat es diesen Anschein:

    (Hintergrund-Zeichnung mit freundlicher Genehmigung von Herrn Gussmann vom RSE Museum Asbach, Vordergrund Skizze von mir)


    Man hat den Eindruck, dass die Achse des Schiebers genau auf die Antriebsachse zeigt - hier in orange dargestellt.


    Ich würde da allerdings ein Problem sehen: die maximalen Auslenkungen von Steuerung und Kolben liegen dann nicht mehr exakt um 90° versetzt - was zu gewissen Assymmetrien führen müsste (ein ähnliches Problem sehe ich bei der O&K Patentsteuerung - da passt es irgendwie auch nichts 100% genau zusammen nur so Näherungsweise). Oder ist das hier Absicht, wegen der Voreilung? Nur - ist die Voreilung dann auch gleich - bei Vorwärts und Rückwärtsfahrt?

    Eventuall lässt sich die Assymmetrie auch wieder kompensieren, wenn die Excenter- Anordnung auch nicht genau 90° zur Kurbel hätte ...

    Fragen über Fragen ... :gruebel:


    (Bei der Heusingersteuerung ist das schön symmetrisch und nachvollziehbar für mich - aber hier blick ich gerade nicht durch).



    Viele Grüße, Matthias

    Hallo zusammen,


    hinter den Kulissen wurden bereits einige Überlegungen über das Fahrwerk angestellt - mehr dazu später, wenn ich die entsprechenden Zeichnungen fertig habe. Inzwischen haben wir aber auch Unterstützung der 1:1 Bimmelbahner aus dem RSE Museum Asbach bekommen.

    Hier noch mal ein ganz herzlicher Dank an Ulrich Clees für die vielen sehr aufschlussreichen Aufnahmen und an Carsten Gussmann, der uns tolle Zeichnungen zur Verfügung gestellt hat. Ein wenig davon dürfen wir hier auch zeigen!


    Hier zunächst das Werksfoto einer der Loks dieser Reihe (Sammlung Ulrich Clees):


    ... aus den Zeichnungen von C. Gussmann entsteht das Modell:

    Zuerst mal in das Konstruktionsprogramm geladen und richtig skaliert für 1:87:


    Die Ansichten stehen senkrecht zu einander.


    Langsam entsteht ein Modell - Kessel und Räder:


    Details des Kessels (Stehkessel) stammen aus einer Zeichnung eines erhaltenen Betriebsbuches. Man sieht wie sich der Stehkesselboden quasi um das Rad schmiegt.



    Rauchkammer und Rahmen kommen dazu.

    Hier das Dilemma: Der Rahmen ist viel zu eng für RP 25 Radsätze! Ich habe für die Zeichnung erst Mal schmäler Laufflächen genommen (etwa 1/2). Aber für das Modell muss man sicher den Rahmen deutlich breiter machen - ein Kompromiss! Vielleicht wäre der breitere Rahme gerade noch für die 900 mm Variante der Spessartbahn passend.


    Und langsam erkennt man die Lok:



    Voila - noch ein wenig "nackt", aber so nach und nach kommen dann noch die Details:


    Viele Grüße, Matthias

    Da ich nicht viel Zeit hatte und der Wagen bzw. sein Fahrgestell erst Mal fertig werden soll, hat sich hier nicht sehr viel getan.


    Ich habe aber mal angefragt, was ein Getriebegehäuse in der Größe wie hier benötig als 3d Druck kosten würde.


    Die Preise für Metall-Druck waren überraschend günstig - ich weiß nur noch nicht, wie präzise der Druck eigentlich ist - und ob die Zahnrad-Abstände dann auch wirklich exakt genug wären.

    Die Preisspanne reicht von etwa 20 € für Stahl bis 40€ für Bronze oder Messing (für den "nackten" Getriebeblock).