Beiträge von Rolf

    Hallo,

    naja, zumindest besonders kundenfreundlich war es wohl nicht, die Fahrgäste über die Gleise und den Trampelpfad zu schicken. Aber erstens war der Personenverkehr im GmP bestimmt kein Hauptgeschäft und zweitens: Solang keine gehbehinderte Oma da lang muß, gehts ja auch. Was Vorschriften betrifft: Wer sich allein die Geschichte der Eisenbahnkatastrophen anschaut, stößt praktisch immer auf mißachtete Vorschriften. Ich möchte denjenigen unter Euch sehen, der als Geschädigter darauf verzichtet, vor die "bösen Gerichte" zu ziehen, wenn er meint, wer anderes habe eine Vorschrift verletzt. Ist halt wie immer eine Frage der Perspektive: Solang es mich nicht betrifft oder ich selbst die "blöde Vorschrift" beachten muß, ist der "gesunde Menschenverstand" am Zug. Sobald mir einer das Bein abfährt, weil er eine Vorschrift mißachtet hat oder haben soll, sieht es anders aus.

    Grüße,

    Rolf

    Hallo,

    das ist dieselbe Diskussion wie zur Werbung an historischen Straßenbahntriebwagen in Naumburg: Nur von Fotografen, die auf Epoche III/IV stehen, kann keine Bahn leben. Sie braucht zahlende Fahrgäste, und die mögen eben die Summe aus hautnahem Dampflokerlebnis plus landschaftlicher Schönheit. Die "große Bahn" täte auch gut daran, wieder "gläserne Züge" für den Ausflugsverkehr und "Dome-Cars" à la Rheingold im Fernverkehr auf attraktiven Strecken einzusetzen.

    Grüße,

    Rolf

    Hallo Christian,
    natürlich bezog ich mich auf "bestem" ;-) Und Dein Beispiel ist schön und gut, aber eben gerade kein taugliches Vergleichsobjekt, denn es handelt sich dabei gerade nicht um einen handgeschriebenen Brief, sondern um ein ausgefülltes Formular. Daß dabei Abweichungen von der üblichen Schreibweise vorkommen -z.B. weil die Drucktypen bestimmte Zeichen nicht enthielten und die handschriftlichen Eintragungen sich daran orientieren- ist nicht ungewöhnlich. Mir ist einfach die vollkommen von der damaligen Art, wie Briefe verfaßt wurden, abweichende Schreibweise aufgestoßen. Man muß sich doch vergegenwärtigen, daß die Menschen damals viel mehr mit der Hand geschrieben haben und ein gebildeter Mann wie Köpcke die geltenden Regeln absolut verinnerlicht haben dürfte. Das war ja nicht so wie heute, daß die Handschrift am Aussterben ist. Ich bleibe dabei: Ein lateinisch geschriebener Brief von 1881 ist verdächtig.
    Grüße,
    Rolf

    Natürlich war die lateinische Schrift damals für bestimmte Zwecke gebräuchlich, aber nicht als Standardschrift im Privatschriftverkehr. Als prominenter Fehler fällt mir "mit dem bestem Danke" auf, daneben einige Kommafehler. Ein langes s verwendet der Schreiber auch nicht, obwohl er das, wie auch das ebenfalls fehlende ß, auch als lateinische Buchstaben zur Verfügung gehabt hätte. Zugegeben: Ob sich jemand die Arbeit macht, so was zu fälschen, um die Freunde sächsischer Schmalspurbahnen auf eine Fährte nach Schweden zu locken?

    Da kommen noch mehr Dinge zusammen. Ein Briefkopf fehlt ebenso wie ein Eingangsstempel. Alles das wäre aber zu erwarten, wenn es sich um ein offizielles Schreiben handelt. Und ein privater Brief wäre ja wohl kaum statthaft, wenn ein sächsischer Staatsbeamter technische Interna einer ausländischen Eisenbahn erbittet. Letztlich hat sich im Behördenschriftverkehr wegen der systemimmanenten Trägheitskräfte seit 1880 auch nicht viel geändert: Ich schreibe eine ausländische Behörde mit meinem amtlichen Kopf inklusive Staatswappen in der vorgeschriebenen äußeren Form -das wäre damals die Kurrentschrift- an und lasse das Schreiben in die Zielsprache übersetzen. Original und Übersetzung gehen dann an den Empfänger. Also für mich ist das Ding eine nett (siehe Vorputkamersche Rechtschreibung und Schreiben mit Feder, wenn auch ziemlich ungeübt) gemachte Fälschung.