Beiträge von Rolf

    Liebe Bimmelbahnfreunde,

    um hier mal den Staub wegzupusten: Auch die Parkeisenbahn Vatterode hatte wegen der Coronapandemie keinen leichten Start, insbesondere die Kombiveranstaltung zu 140 Jahre Bergwerksbahn mußte leider ausfallen. Am Pfingstwochenende konnte aber endlich die diesjährige Saison starten, wenn auch mit den Lästigkeiten, die der Infektionsschutz so mit sich bringt. Es hat aber alles gut geklappt und wir konnten an dem ersten Fahrwochenende knapp 500 Fahrgäste befördern. Die kommenden Fahrtage findet Ihr auf der Homepage. Wer mitfahren will, der lasse sich nicht von der Reservierungspflicht abschrecken: In aller Regel klappt auch eine Reservierung unmittelbar am Fahrtag vor Ort. Ein neues Video zum Pfingstwochenende gibts auch:

    Viele Grüße,
    Rolf

    Hallo,

    die Rahmenbedingungen haben sich ganz einfach sehr zum schlechten verändert. Ich habe zu Schulzeiten massiv die Werbetrommel für die Bundesbahn gerührt und mich z.B. geweigert, an der Kursfahrt nach Florenz mit dem Bus teilzunehmen, was mir ein Gespräch mit dem Direx samt Vorwurf, ich wäre faschistoid und würde der Mehrheit meinen Willen aufzwingen wollen, einbrachte. Ich kann schon sagen, ich habe mit bescheidenen Mitteln versucht, das richtige zu tun. Und dennoch ist die (ohne breite gesellschaftliche Akzeptanz nicht zu denkende) deutsche Verkehrspolitik über uns hereingebrochen. Was soll der ohne Zweifel oft einsatzfreudige EIsenbahner mit diesem durch Rückbau- und Ausschreibungswahnsinn kastrierten System anfangen? Möge es so sein, daß wir endlich in andere Richtung steuern, ich sehe das noch nicht und bin heute in der Lage, mit dem Fahrrad auf Arbeit zu fahren. Und auch da darf ich mich täglich über die Absurditäten der motorisierten Verkehrsteilnehmer und über die einseitige Berücksichtigung ihrer Intreressen durch die Planer "freuen".

    Grüße,
    Rolf

    Was die (Auto-)Industrie will wohl eher... ich bin weit Ü50 und bin Zeit meines Lebens erst zum Studieren und dann zur Arbeit mit der Bahn gefahren.

    Na, da haben wir ganz unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Ich bin zwar "nur" 44, aber auch von 1987 bis 2014 Bahnpendler gewesen. In der guten, alten Staatsbahnzeit (ja, die war da auch nicht mehr gut, aber doch tausendmal besser als in der Börsenära) waren die Züge schön leer und die Straßen voll. Selbst ne Klassenfahrt per Bahn war nicht zu verkaufen (zu teuer, zu unflexibel, kennen wir nicht). Daß sich die Autoindustrie über das Siechtum der Bahn nicht beklagt hat, ist klar, aber: Der potenzielle Nutzer hat sich auch nicht die Bohne drum geschert. Jetzt, wo das einstmals stolze und leistungsfähige Unternehmen ruiniert ist, werden die Leute wach. Zu spät.

    Liebe Leute,

    "die Politik" setzt doch nur das um, was "das Volk" will. Außerhalb von Bimmelbahn- und ähnlichen Foren (und auch da gibts die Vielautofahrer, die outen sich nur selten) sind die Deutschen ein Volk, das alles mit dem Auto macht, kein Tempolimit akzeptiert, Geschwindigkeitskontrollen als "Abzocke" ansieht usw. Man kanns doch hier in Neufünfland sehr schön sehen: Überall schnieke Autobahnen und auf den Bahndämmen wächst das Gestrüpp. Wäre schön, wenns jetzt anders wird, aber solange die Mehrheit lieber im Berufsverkehr die ganze Stadt mit ihrem Blechschrott vollmüllt, statt zu Fuß zu gehen, Rad oder ÖPNV zu fahren und am Wochenende das E-Bike ins Auto statt den Wanderrucksack in den Zug hievt, sehe ich da keine Besserung.

    Grüße,

    Rolf

    Hallo zusammen,

    daß hier Unmut entstehen würde, war vorhersehbar. Daß es in letzter Zeit üblich geworden ist, bei allem, was einem nicht paßt, "die da oben" verantwortlich zu machen und von einer vermeintlichen Volksferne der Entscheidungsträger zu schwadronieren, ist nicht erst seit Donald Trump zu beobachten und eine besorgniserregende Verengung des Blickwinkels. Nüchtern betrachtet handelt es sich bei der Landesdirektion um eine Mittelbehörde, die, ähnlich wie Bezirksregierungen oder Regierungspräsidien in anderen Bundesländern, zwischen der kommunalen und der ministeriellen Ebene fungiert und bestimmte Zuständigkeiten hat. Wer sich an der fehlenden Entwidmung festhält, verkennt, daß die Widmung nur ermöglicht, daß überhaupt dort eine Eisenbahn gebaut werden kann. Für Anlagen in Schutzgebieten gelten aber zusätzliche Anforderungen, da nützt die Widmung nichts. Ob das Argument der LDS, schon fehlende Unterlagen müßten zur Versagung führen, Bestand haben wird, kann man ohne genaue Kenntnis der Aktenlage nicht beurteilen. Der Amtsermittlungsgrundsatz gebietet es, daß die LDS zumindest mahnt und Fristen setzt, bis zu denen die geforderten Unterlagen beizubringen sind. Möglicherweise hat aber auch der Verein zunächst davon abgesehen, teure Gutachten einzuholen und abgewartet, welche Anforderungen die LDS sonst noch an das Projekt knüpfen wird. Es bleibt daher zu hoffen, daß im Widerspruchsverfahren eine für Naturschutz und Eisenbahner tragbare Lösung gefunden wird. Jedenfalls ist es richtig, nicht jedes Vorhaben in einem Schutzgebiet ohne weiteres zu genehmigen, denn dann braucht man keine Schutzgebiete. Ich sehe z.B. den beidseitigen 10-Meter-Streifen als Irrtum des Entscheiders an; welche Schmalspurbahn benötigt im Wald eine 20m breite Schneise? Und da wid es noch mehr geben, das berücksichtigt werden muß.

    Den Schwarzbachbahnern wünsche ich jedenfalls viel Erfolg und den Entscheidern ein gutes Händchen bei der Abwägung.

    Grüße,

    Rolf