Beiträge von Feldbahn-Alex

    Hallo zusammen,


    zu den ehemaligen SHE/GMWE-Wagen hat der Wagen-Kenner Matthias Bethke vor Jahren im Harzbahn-Forum eine ausführliche Stellungnahme abgegben. Ich erdreiste mich mal, daraus zu zitieren:


    "...O-Wagen der GMWE gab es im Harz, dies ist schriftlich und teilweise auch bildlich belegt, nur hat kein Fahrzeug bis in die heutige Zeit überlebt. Vermutungen über evt. Tausch von Fahrzeugnummern und Wagen in der Werkstatt Wernigerode-Westerntor führen hier nicht an das Ziel! Welche Wagen blieben nun nach 1949 bei der Deutschen Reichsbahn. Faßt man die Informationen (Wagennummer) aus den verschiedenen Quellen (Aufschreibungen des Betriebskontrolleur der Rbd Magdeburg in Tanne im November 1949; Informationen aus den Fritz-Hager-Archiv der Traditionsbahn Radebeul; NWE-Wagenkartei-Sammlung und den Wagenbetriebsbüchern der DR) zusammen, waren folgende Wagen im Osten des Harzes: 258, 259, 262, 264, 265, 274, 288, 289, 290, 291, 292.

    ...

    Und nun kommen wir zu unseren drei „Problemwagen“, welche allzu gerne der GMWE zugeordnet werden!


    SHE 290: Dieser Wagen wurde bei der Deutschen Reichsbahn ab 1950 mit der Bahndienstwagennummer 730 035 als Schlackewagen des Bw Wernigerode geführt. Für den Wagen wurde am 22.3.1954 ein Betriebsbuch mit der Wagennummer 99-01-52 angelegt. Da diese Nummer später auch für die Rollböcke vergeben wurde, hat man den Wagen in 99-01-95 umgezeichnet. Auffälligstes Merkmal gegenüber dem SHE 291 und 292 sind die Achslager und Achslagerstege! Auch hierfür findet man im Betriebsbuch eine Erklärung. Der Wagen befand sich vom 12.12.1953 bis 18.3.1954 zur Generalreparatur im RAW Karl-Marx-Stadt. Hier wurde das Erscheinungsbild durch den Einbau neuer Achslager und Achslagerstegen gegenüber den anderen beiden Wagen verändert. Aber die typische Bremsanlage (Gestänge) und auch die großen, breiten L-Winkel an den Ecken des Wagen blieben erhalten. Wenn man sich die Mühe macht, und den Wagen einmal von unten untersucht, findet man noch Spuren des Umbaues! Der Wagen war somit ein neuer Einzelgänger unter den Ow im Harz. Ein Bild des Wagens von 1955 in Wernigerode-Westerntor zeigt ihn als 99-01-95 mit den markanten Umbauten. Am 4.8.1969 wurde der Wagen mit Verfügung der HvW ausgemustert und als Bahnhofswagen 6 im Bestand geführt. Zum Wiederaufbau der Strecke Straßberg – Stiege kam er zu besonderen Ehren, wurde er doch zum „Hilfstender“ für 99 6101 umgebaut. Nach dem Einsatzende als Tender wurden die Wände und der Boden mit Blech ausgeschlagen, wie er noch bis zum 26.2.2008 in Gernrode zu sehen war. Auch eine noch heute lesbare Untersuchung „KM 31.8.60“ stimmt mit den Aufzeichnungen im Betriebsbuch überein. Wagen wurde am 1.9.1960 fertiggestellt. Somit kann dies kein Wagen der GMWE sein, welche erst 1959 von Gera nach Wernigerode umgesetzt wurden, da diese Daten in den fünf GMWE-Wagen-Betriebsbüchern nicht mit auftauchen.


    SHE 291 und 292: Diese beiden Wagen weisen einen fast identischen Lebenslauf auf, nur das hier bei der GR keine gravierenden Umbauten vorgenommen wurden. Auch stimmen hier Aufzeichnungen in den Betriebsbüchern mit den noch vorhandenen Untersuchungsdaten am Rahmen der Wagen überein. SHE 292 / 99-01-81 wurde in Wernigerode 1975 zum Abkochwagen für verschmutzte Dampflokteile umgebaut. Auch dies ist kein ehemaliger GMWE-Wagen! Markantestes Beispiel ist hier, neben noch identischen Untersuchungsdaten im Betriebsbuch, auf eine Wagenseite befindlichen unterschiedlichen Achslagerdeckel. Ein Foto des Wagen von 1967 in Nordhausen zeigt dieses Merkmal eindeutig. Für beide Wagen wurde schon lange vor der Umsetzung der GMWE-Wagen nach Wernigerode ein eigenständiges Betriebsbuch angelegt.


    Fazit: Diese drei Wagen stammen eindeutig von der Südharzeisenbahn, haben aber auch die markanten Merkmale der GMWE-Wagen, da sie aus einer Fertigungsserie stammen. Einen kleinen Trost für die Verfechter der GMWE-Theorie gibt es doch noch! Am 11.1.2008 erwarb die IG Hirzbergbahn die Wagen 99-01-81 und 99-01-95 für das Thüringsche Schmalspurbahnmuseum in Georgenthal und wird die Fahrzeuge als Geraer Wagen mit DR-Nummer wieder aufbauen.


    ...



    Matthias Bethke / IG Hirzbergbahn / IG Wagen"

    Hallo Micha,


    Zum Ow muss ich Dir leider sagen, dass dies ein ehemaliger Wagen der Südharzeisenbahn ist, welcher -da baugleich- im Zustand eines ex GMWE aufgearbeitet worden ist. Was aber nichts an seinem tollen Zustand ändert😉

    ja... die 33 ist mit ihren Griffstangen vorne schon was besonderes. Ich habe die in guter Erinnerung. War bei den meisten Personalen nicht soooo beliebt. Nur einer hegte und pflegte sie.


    Schöne (Kindheits)Erinnerungen an beide Nordhäuser "Stammloks"... die 31 war ja der Liebling des damaigen Einsatzstellenleiters.

    Hallo Dietmar,


    Okay -Du kennst die Materie👍


    Die Renne ist und war schon immer eine Herausforderung und wurde lt. AUSSAGEN auch von erfahrenen Personalen wie Reiner mit gewissem Respekt betrachtet.


    Da trennt sich wohl wie man so schön sagt die Spreu vom Weizen.


    Vielleicht schreibt Reiber noch etwas aus seiner langjährigen Praxis dort. Ich würde mich freuen!