Beiträge von Volker Dehnke

    Glück Auf!


    Weiter oben hat Dietmar (Franz-Zeitz) einen sehr schönen Abschluss zu diesem Thema geschafft, was er selber begonnen hat, indem er die Gleispläne des Bahnhofs Ernstschacht aus verschiedenen Zeiten zeigte. Ich möchte dieses Thema in diesem Forum nicht neu anwärmen, da - wie wir sehen konnten -, die Diskussion von Details nicht viele interessiert und so auch viel zu aufwändig ist. Aber wenn ich im Internet nach entsprechenden Stichwörtern suche, finde ich zum Teil Zeichnungen von mir, die teils fehlerhaft sind und nicht unbedingt anderen später als Vorlagen dienen sollten. Vielleicht lacht ja auch der eine oder andere darüber, schüttelt den Kopf oder schimpft.


    Von daher ich werde nach und nach in den betroffenen Beiträgen zusätzliche Korrekturhinweise anbringen und in diesem Beitrag eine überarbeitete und erweiterte Übersicht einstellen. Ganz herzlich möchte ich mich bei Bernd (bschb), Werner (Trailer) und Dietmar (Franz-Zeitz) bedanken, die auch maßgeblich zu der Erweiterung beigetragen haben. Hinweisen möchte ich auch auf das Heft: "Mansfeld - Eine Zusammenfassung der Mansfelder Bergbau- und Hüttengeschichte aus dem Blickwinkel Helbra und Umgebung" von Harald Henke, herausgegeben vom Förderverein Schmid-Schacht Helbra e.V. Das hat hat zwar seine Schwächen, aber ich fand es hilfreich und als Einstieg in die Materie geeignet. Das Heft gibt es hier: https://www.helbraerleben.de/heimatliteratur/


    Hier nun meine bearbeitete Übersicht basierend auf Topographischen Karten im Maßstab 1:10000 von Anfang der Sechziger Jahre. Auf die Quellen bin ich weiter oben eingegangen. Ich habe mich bemüht möglichst viele Gebäude und Stellen zu bezeichnen. Vielleicht helfen diese euch ein wenig bei der Orientierung, wenn ihr mal nicht einordbare Bilder von hier seht. Z.B. ist jenes Bild von der Facebook-Seite des Vereins Mansfelder Bergwerksbahn vom Rätterdamm herunter aufgenommen: Lok 7 kehrt nach dem Entladen von Rohsteinblöcken vom Rohsteinbrecher zurück. Dahinter sind die Gleise zum Übergabebahnhof, die Küche und Kantine sowie ganz im Hintergrund der Wasserturm von Helbra zu sehen.


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    Bild 1: Verlauf der Gleisanalagen in Karten 1:10000 von Anfang 60er Jahre hervorgehoben mit Bezeichnungen zugefügt (hier in groß)


    Natürlich hat sich der Verlauf von Gleisen immer wieder geändert. Interessant zu sehen ist, dass der Verlauf vom ursprünglichen Bahnhof Ernstschacht um das Schachtgelände herum in die Kochhütte / August-Bebel-Hütte (ABH) über den Rätterdamm zum Rätter von Anfang bis zum Ende Bestand hatte. Rätter ist übrigens ein Ausdruck für Sieb oder sieben, obwohl es später eigentlich mehr eine Bunkerentladung war.


    Auch dürfte euch klar sein, dass in der Karte nicht alle Gleise eingezeichnet sind auch wenn an einigen Stellen diese doch sehr detailliert dargestellt sind. So berücksichtigt die zu Grunde liegende Karte die 1000 mm Schlackenbahn komplett nicht. Sie begann mehr oder minder östlich unterhalb des Ofenhauses. Sie transportierte die flüssige Schlacke entweder auf die östlich der Hütte und der Straße nach Wimmelburg an die wachsenden Haldenrändern zum Abkippen oder auf den nahegelegenen Schlackenplatz zur Herstellung von Steinen oder sonstigen Produkten. In meiner Karte ist letzteres als Facherplatz für Steine des Wegebaus oder auch Deichschutzes bezeichnet bzw. als Bauschlacken für Gebäude oder allgemein Mauerwerk. Hier in Hannover sind übrigens diese Schlackensteine z.B. noch auf dem Parkplatz des Zoos, dem Straßenbahnhof Glocksee, am ehemaligen Standort von "Play und Train" aber auch an vielen anderen Stellen zu finden. Verschiedenste Bauschlackensteine aus unterschiedlichen Zeiten zeigte mir Werner (Trailer) auf einer sehr interessanten Führung durch Eisleben.


    In einem früheren Beitrag zu diesem Thema hat Dietmar einen nachgezeichneten Plan aus dem Mansfeld-Museum gezeigt, auf dem die Gleisanlagen auf dem Schlackenplatz gut zu sehen sind (Beitrag #127, zweites Bild). Darin erkennt man aber nicht, dass zwischen den Gleisen der 1000 mm Schlackenbahn genau wie auf der Krughütte / Karl-Liebknecht-Hütte in Eisleben zusätzlich 500 mm Gleise lagen auf denen die fertigen Steinen zum Weitertransport abgefahren wurden. Letzteres lief in Helbra hauptsächlich über die Schlackenverladerampe der Bergwerksbahn während in Eisleben direkt auf Normalspur verladen wurde. Ein Bild, wo man diese 500 mm Gleise erkennen kann, hatte ich in einem anderen Zusammenhang bereits verlinkt. Hier ist der direkte Weg zum Bild: http://www.luthers-weg.de/s/cc_images/cache_12392628.jpg Bei den nahe am rechten Bildrand liegenden beleuchteten Gebäuden, dürfte es sich um den Lokschuppen der Schlackenbahn handeln.


    Weiter oben hatte Dag (Dagvuchel) mal den Wunsch geäußert den Bereich mit einer geeigneten Karte auf dem Tablet abzulaufen. Dem komme ich wiederum gerne nach. Unten findet ihr nun meine nachgezeichneten Gleisverläufe und Bezeichnungen in ein aktuelles Digitales Orthofoto übertragen wieder. Das Original stammt vom "Sachsen-Anhalt-Viewer" des Landesamt für Vermessung und Geoinformation Sachsen-Anhalt. Da die als Vorlagen genutzten TK 10 leicht verzerrt und auch nicht ganz genordet waren, musste ich ein wenig nacharbeiten. Aber es ist nicht alles 100 % korrigiert, wie euch auch an der einen oder anderen Stellen auffallen wird:


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    Bild 2: Gleisverläufe und Bezeichnungen von TK 10 (Bild 1) in aktuelles Orthofoto des LVermGeo Sachsen-Anhalt übertragen (hier in groß)


    Das soll es soweit von mir gewesen sein. War leider mal wieder viel abschreckender Text, der zum schnellen Weitersurfen einlädt :-) Für einige dürfte nichts Neues dabei gewesen sein.


    Euch noch einen schönen Sonntagabend!


    Volker

    moin


    falls euch auch die Sehnsucht plagt und ihr schlechte Bilder ertragt, so nehme ich mit zu einer kurzen Tour im Mai 2013 nach Langeoog.


    Es ist übrigens ein Irrglaube, dass die Insel autofrei ist. Hier genieße ich entspanntes Fahren von hinten aus, während meine Kleinen mal den Bulli steuern. Ein Zug passiert die Szenerie im Hintergrund während wir mit gemütlicher Fantasiegeschwindigkeit dahinfahren.



    Ein paar Tage später auf dem Weg, nun mit dem Fahrrad nach "schauen wir mal" und schlechterem Wetter passieren plötzlich und ungewöhnlicherweise zwei gekuppelte Loks ohne Zug den Bahnübergang auf dem halben Weg zum Hafen.



    So 'nen Ticken weiter lässt sich auch der Rest auf freier Strecke stehend sehen. Einige Fahrgäste nutzen die Gelegenheit zu einem kleinen Spaziergang samt Gepäck ins nahegelegene Quartier.



    Kurz darauf wird der restliche Zug in den Dorfbahnhof geschoben.



    Das war es mit dem kleinen Ausflug!


    Volker

    Guten Abend,


    warum und woher mein Interesse für Eisenbahn kam, kann niemand erklären. Die Erzählungen über meine Vorliebe gehen länger zurück als ich mich erinnern kann und sind nicht über besondere Begebenheiten oder Verwandte zu erklären. Im Vordergrund gerieten bei mir neben der vor Ort verkehrenden Bundesbahn 220er alle Einheitsdampfloks, die damals nicht mehr in meinem Wirkkreis im Betrieb waren. Besonders angetan hatten es mir die 44er. Eine Rolle dürfte das Buch "Die Letzten Dampfloks Zwischen Harz Und Weser" von Michael Hecht aus dem Motorbuch Verlag gehabt haben, die mein Interesse auf den Harz lenkten. Es war Glück, dass ich einige der letzten Sangerhäuser und Nordhäuser 44er dann noch kurz im Betrieb sehen konnte. Die Harzquerbahn war da nur ein geeignetes Nebenziel. Und so bin ich da hauptsächlich hängen geblieben: In und um den Harz und bei möglichst vielen gekuppelten Achsen, wenn es um Dampfloks geht.


    Mein erstes Druckwerk, was auch das Thema Eisenbahn zum Inhalt hatte, beschäftigte sich übrigens mit einem Feldbahnthema - und das auch noch ohne Lokbetrieb. Dass ich mich von dem nicht Losreißen kann, liegt gerade noch so in meiner Erinnerung. Das entsprechende Bild hat dankenswerter Weise ein Antiquariat als Werbebild eingestellt. Hier ist der Link: https://pictures.abebooks.com/inventory/22584910868_5.jpg


    Euch noch einen schönen Abend!


    Volker

    Guten Abend,


    in all den Jahrzehnten habe ich es nur dreimal geschafft mitzufahren.


    Äußerst bemerkenswert war auch der wohl sortierte Modellbahnladen direkt im Bahnhofsgebäude von Stolberg. Von wann bis wann der existierte kann ich nicht sagen. Ich war mal an einen Samstag Anfang dieses Jahrtausends drin und er war zu jenem Zeitpunkt ganz gut gut besucht. Wir waren von Nordhausen mit dem Zug gekommen, sind dann von Stolberg über das Josephskreuz nach Straßberg gelaufen und mit der HSB zurückgefahren. Eine schöne Tour!


    Viele Grüße


    Volker

    Bagger auf Rollwagen. So gesehen am 17.06.1999 Cranzahl.

    Hallo Andreas,


    herzlichen Dank für deine ausführliche Dokumentation und Teilhabe an Situationen auch abseits der Schmalspurbahn selber! Damit zeigts Du uns Bilder, die wenn wohl nur wenige von uns haben. Für mich ist immer noch der Zweiwegebagger auf Rollwagen das absolut genialste Bild aus deinen Serien! Fehlt nur noch, dass der auch noch darauf hin und her fuhr.


    Viele Grüße


    Volker

    Hallo Reiner,


    Klasse, dass Du auch dort nochmal nachgefragt hast! Leider war keiner von den Diskutierenden dort direkt dran beteiligt, aber sie bestätigen alle deine rechtliche Sicht auf die Dinge. Interessant fand ich auch den Hinweis, dass die dort tätigen DDR-Bürger bis "Timbuktu" bestätigt waren, also man ihnen auf jeden Fall zutraute freiwillig auch zurückzukehren. Nun würde ich ja gerne eines der Fotos von dem Gasflaschentausch sehen.


    Eine kleine Anmerkung von mir zu den möglichen Schusslöchern in der Signalscheibe, was vielleicht missverständlich ist. Das war nicht in dem Sinne gedacht, dass die Grenztruppen bis dorthin und erst Recht nicht auf dort tätige Reichsbahner geschossen haben. Vielmehr ist es leider so, dass auch damals schon in eher unberührten Gegenden es Leute gab, die sich Schilder als Zielscheibe suchten. Und was liegt da näher als eine so schöne Vorsignalscheibe mit davor freiliegendem Schussfeld, von der einige eventuell sogar wussten, dass sie der "Zone" gehörte.


    Viele Grüße


    Volker