Beiträge von Volker Dehnke

    Guten Tag!


    Wer heute morgen auf die Webcam der Einsatzstelle und zumindest eben gerade auf die von Drei Annen Hohne geguckt hat, wird eine Dampflok und einen bunt zusammen gewürfelten Zug in der Corona-Pause gesehen haben. Könnte sich um eine Probefahrt handeln.


    Viele Grüße


    Volker

    Guten Abend!


    Wo hier gerade die Altherrenriege am Berichten und Schwelgen in anderen Erinnerungen ist, möchte ich auch ein klein wenig mit Bezug zu Halberstadt beitragen:


    Mein schönstes Trapo-Erlebnis

    Es blieb aber auch mein einzig berichtenswerte :-)


    Ende September / Anfang Oktober 1984 war ich zum zweiten und letzten mal vor der Wende im Harz und um Halberstadt unterwegs. Wenn es 1984 ein Dampf-Epizentrum in der DDR gab, dann doch wohl hier mit den gerade erweiterten Betrieb der Schmalspurbahnen und irgendetwas zwischen 13 und neun Planloks an Reko Fünfzigern, die in einem relativ engen Umkreis unterwegs waren. Warum andere für drei bis vier 41er nach Saalfeld fuhren, erschloss sich mir nicht. Eine 41 kam auch täglich aus Aschersleben hierher.


    Ich war gerade 15 geworden - das Alter spielt im weiteren Verlauf noch eine Rolle -, mit über 1,80 schon ziemlich lang und hatte rote Haare. Wenn das schon alleine keinen Leuchturm abgibt, so war ich auch ohne Markenklamotten durch die Kleidung als Wessi deutlich erkennbar und auffällig. Was soll's?! Ich wusste ja, dass in der DDR das Fotografieren von Eisenbahnen von öffentlich zugänglichen Plätzen erlaubt war, hatte beim ersten mal schon keine Probleme in Halberstadt oder sonstwo gehabt und Halberstadt war auch kein bisher von Fuzzies unberührter Fleck Dampflokparadies.


    Am späten Nachmittag des ersten Tages rollte die 50 3520 als Vorspann vor einer V100 und einem Wendezug (?) von Blankenburg herein, setzte schnell ab, verschwand in Richtung Bw oder Rangierbahnhof und ich machte meine Fotos. Eine Frau, ca. Mitte dreißig, die das sah, war daraufhin lautstark am Zetern, das ich das nicht dürfte und und und. Hat sich niemand für interessiert und auch nicht die Trapos, die völlig entspannt die Bahnsteige rauf und runter wandelten. Nach dem ersten Schreck, den ich mir nicht anmerken ließ, ging ich einfach weiter. Da das Geschreie irgendwann weg war, nehme ich an, das sie entweder wegen der Ignoranz der Masse aufgegeben hatte oder die Trapos die Genossin beruhigen konnten. Soweit so gut.


    Ca. eine Stunde später - das Licht war am Schwinden - saß ich auf einer Bank, ziemlich erschöpft vom Tag und wartete auf den Zug zurück nach Wernigerode ins Hotel, wo ich meine Mutter wieder treffen würde, ohne die ich nicht alleine in die DDR hätte fahren dürfte. Das ging als Tourist erst ab 16, wenn ich mich richtig erinnere. Na ja, jedenfalls kam ein älterer, sympathisch wirkender Trapo des Weges geschlendert, der sich wohl dachte, er könne ja mal kurz dienstlich tätig werden. Als ich den Schwenk in seiner Bewegungsrichtung und den Blick auf mich bemerkte, dachte ich sogleich: Scheiße, der fragt dich nach deinen Ausweis, den Du nicht bei hast! Dann stand er vor mir und fragte ruhig und freundlich lächelnd nach meinem Ausweis. Und als ich ihm lächelnd wahrheitsgemäß antwortete, den hätte ich nicht dabei, entglitten seine Gesichhtszüge und man konnte seine Gedanken lesen, die da waren: Scheiße, Arbeit! "Dann muss ich Sie bitten mir zu folgen", war seine nächste Äußerung, was ich brav tat.


    Die Trapo hatte ihre Wache hinter den Ortsgütergleise gleich rechts rum, wenn man aus dem Bahnhofsgebäude raus trat. Dort ging es in den ersten Stock und auf dem Flur - man staune - hing eine ca. DIN A4 große schwarz-weiß Aufnahme der 50 3579! Also, wenn dort keine Dampflokliebhaber beschäftig waren, dann weiß ich auch nicht.


    Man setzte mich mit einem anderen Trapo ins Zimmer und zog die Vorhänge zu. Diesem war die ganze Situation nicht geheuer, er guckte stoisch weg und wir wechselten im weiteren Verlauf kein Wort. Einem anderen durfte ich Namen, Adresse, Geburtsdatum und Unterkunft nennen. Dann war erstmal Ruhe und warten angesagt. Ich war relativ entspannt, da ich nichts Unrechtes getan hatte, alle Filme behalten hatte und im Dunklem für mich eh keine Chance auf weitere Aufnahmen bestand.


    Nach längerem Warten, kam ein kleiner drahtiger Typ, der sehr sachlich, aber bestimmt das Ganze erneut abfragte und besonders an meinem Alter und Geburtsdatum interessiert war. Das war bestimmt der Chef, den man aus dem Feierabend geholt hatte. Aber mehr als wiederholen konnte ich nicht. nach weiterer Wartezeit, geleitete man mich ohne weitere Erklärungen zum Bahnhof. Da waren ca. 1,5 Stunden vergangen. Später im Zug nach Wernigerode wurde ich übrigens nicht nach dem Ausweis gefragt. Ob ich vorgemeldet war?


    In Wernigerode traf ich auf dem Weg ins Hotel meine Mutter. Die war in der Zwischenzeit des Vorfalls nicht im Hotel gewesen, sondern hatte sich sonstwas angeguckt. Man berichtete ihr aufgeregt, dass die Transportpolizei aus Halberstadt angerufen hätte. Man hätte nachgefragt, ob eine Frau Dehnke mit jugendlichem oder gerade erwachsenem Sohn gemeldet gewesen wäre. Und die Antwort war: Eine Frau Dehnke schon, aber mit Kind! Schon mal ein Kind gesehen, was über 1,80 groß ist?


    Die Auflösung war dann folgende: In der DDR bekamen Heranwachsende ab 14 Jahre einen Personalausweis und in der BRD behielten diese bis 16 Jahre ihren Kinderausweis. Ich hatte also einen Kinderausweis und der wurde tagsüber für die Anmeldung bei der Vopo benötigt.


    Euch einen schönen Abend!


    Volker


    PS: Hier gibt es ein Foto der 50 3579 aber in Wernigerode, jedoch nicht von mir und es war wohl auch nicht das was dort hing. Gesehen habe ich sie in "echt" nie.

    https://www.fotocommunity.de/p…-081982-mario-ti/39751864

    Hallo Micha,


    das ist ein schöner Beitrag von dir!


    Der Fahrplan scheint mir auf die normalen Schichtwechselzeiten mit Zielen in und um Wuitz-Mumsdorf abgestimmt zu sein: 6:00, 14:00, 22:00. Ob er für die Arbeiterschaft aus Gera relevant war, kann ich dir natürlich nicht sagen. Für die näher gelegenen Orte bestimmt.


    Viele Grüße


    Volker

    [...]

    Diesmal war 50 3606 Lz unterwegs, als in Wegeleben der bekannte 19408 mit 503553 eintraf. übrigens kenne ich von Wegeleben nur den Bahnhof, der Ort liegt doch etwas weiter weg. Hier gab es noch eine alte preußische Bahnhofstoilette mit schwarz geteerten Seitenwänden und einer rinne und für das andere Geschäft gab es das Plumpsklo… und das 1987 :-)

    [...]

    Hallo Thomas,


    an das Klo kann ich mich auch noch erinnern. Da bin ich aber sofort wieder raus und habe mir eine Stelle irgendwo im Freien gesucht. Das war jedoch nicht so einfach, weil die Freunde einen Schützenpanzer am nahen Bahnübergang parkten und ich mich zierte mit meiner Fototasche direkt dran vorbeizugehen.


    Und ansonsten fand ich das kurze Streckenstück zwischen Halberstadt und Wegeleben wegen der hohen Dampfzugdichte auch besonders interessant. Die schweren Güterzüge in Richtung Blankenburg passierten den Abschnitt nach Kopfmachen in Wegeleben zweimal. Die direkte Ausfahrt nach Blankenburg schien ein dortiges Verkehren solcher Züge nicht zuzulassen.

    [...]

    So sah Halberstadt mit seinen ursprünglichen Bahnhofsanlagen aus. [...]

    Der Typ rechts im Bild könnte ich sein. Wollte schon das letzte mal nachfragen als Du es zeigtest, ob Du es vergrößern könntest.


    Viele Grüße


    Volker

    [...]

    img_6481kioj8g.jpg

    Dieses und vorheriges Bild entstanden unterhalb vom Stachelbeerbahnhof, also Unterneudorf.

    Hier muß man schon paar Schritte laufen (daher war ich wohl auch der einzige Fotograf dort....)

    [...]

    Und niemand auf der letzten Bühne?!


    Nichtdestotrotz herzlichen Dank für das zeigen der sehenswerten Bilder!


    Volker