Beiträge von chemnitz

    Hallo Eckhard,


    das wäre natürlich der worst case. Und auch wenn das betriebswirtschaftlich sicherlich die sinnvollste Lösung wäre, so würde damit auch ein sehr harztypisches touristisches Highlight in seiner bisher bekannten und beliebten Eigenart seinen Reiz verlieren. Das ist gewiss auch den Gesellschaftern bewusst und ich hoffe, dass ihnen dieses Kulturgut, wie ich den Dampfbetrieb mal nennen möchte, nicht zuletzt auch aus Gründen des Marketing so wichtig ist, dass sie stattdessen für eine bessere Bezuschussung kämpfen, so dass die HSB einigermaßen vernünftig haushalten und planen können.


    Ehrlich gesagt kann ich mir nicht vorstellen, dass es mir Freude bereiten würde, mit einer modernen Bahn wie z.B. im Zillertal oder wie die Krimmler Bahn in Österreich, auf den Brocken zu fahren... mag aber sein, dass ich dafür auch zu wenig "normal" bin mit meinen Erwartungen....


    Stefan

    Hallo liebe Schmalspurfreunde,


    ich staune immer wieder über manche vermeintlich schlauen Vorschläge zur Verbesserung der Situation bei den HSB. Das Thema Verdieselung und sogar eine Elektrifizierung der Brockenstrecke mitsamt Stilllegung der restlichen Strecken standen in den Jahren immer wieder mal im Fokus und wurde - dankbarerweise - immer wieder abgewählt. Die Gesellschafter haben sich stattdessen dafür entschieden, als Alleinstellungsmerkmal einen nahezu komplett mit Dampfloks abgewickelten Normalfahrbetrieb (zumindest auf den touristischen Streckenteilen) anzubieten.


    Sicher haben auch andere Schmalspurbahnen so etwas zu bieten, aber was die Streckenlänge und Anzahl der Lokomotiven im Tagesbetrieb angeht, kann der HSB keiner das Wasser reichen. Ich erinnere mich, dass ich vor einigen Jahren eine Tagesrundfahrt von Wernigerode über Brocken und Eisfelder-Talmühle nach Quedlinburg gemacht habe und auf dieser "Rundreise" mindestens 8 betriebsbereite Dampfloks angetroffen habe. Das ist vermutlich nahezu einmalig. Wo kann man sowas im Planbetrieb noch erleben? Natürlich macht das ganze keinen Sinn, wenn die Maschinen nicht betriebsbereit sind und am Ende verärgerte Touristen zurückbleiben...


    Den regelmäßig wiederkehrenden Ruf nach "Austausch der Geschäftsführung" finde ich auch echt nervig. Da ich selber in einer leitenden Tätigkeit arbeite, kenne ich die Problematik sehr genau, dass man schon relativ genau weiß, was man braucht für einen optimalen Betrieb, aber die finanziellen Gegebenheiten eben deutliche Grenzen setzen. Ich finde es ziemlich arrogant, wie hier einige von sich selbst überzeugte Leser auftreten mit dem Nimbus, dass sie wüssten, wie es besser zu machen geht. Ich glaube es nicht, dass in der Geschäftsführung der HSB nur ignorante Unwissende arbeiten, die zu blöd sind, die Probleme ordentlich anzupacken. Es wurde hier im Forum auch schon mehrfach darauf hingewiesen, dass die öffentlichen Mittel, die der HSB jährlich zur Verfügung gestellt werden, deutlich begrenzt sind - auch im Vergleich zu den Zahlungen, die z.B. den sächsischen Bahnen zur Verfügung gestellt werden. Und auch von dort hören wir, dass trotzdem die Kassen knapp sind und manche Träume eben (erstmal) Träume bleiben müssen... Da ist es schnell gesagt, dass man doch 1,2 oder am besten gleich 3 weitere abgestellte Loks wieder in Betrieb nehmen sollte - über die Kostendimensionen, die damit verbunden wären, müssen wir, glaube ich, hier nicht diskutieren.


    Ich wünsche es der HSB, dass deren Dienstleister wieder bessere Qualität an den Lokomotiven hinbekommen und ein verlässlicher und stabiler (Dampf-)Betrieb im Sinne der Touristen gewährleistet werden kann. Die Entscheidung für den Bau der neuen Werkstatt scheint unter diesen aktuellen Erfahrungen goldrichtig zu sein - auch wenn bis zur einer wirksamen Nutzung noch einige Zeit ins Land gehen wird und diese Durststrecke überwunden werden muss.


    Mit besten Grüßen

    Stefan

    Hallo,


    vielleicht noch zur Erklärung für die jüngere Generation: In der DDR gab es keinen Zivildienst. Das heißt, wer den Wehrdienst verweigern wollte, musste mit Gefängnis rechnen oder die Alternative wählen und den Wehrdienst als Bausoldat ableisten. Bausoldaten wurden nicht an der Waffe ausgebildet und hatten auch keine Waffen. Sie wurden i.d.R. zu Bauarbeiten herangezogen - z.B. beim Bau des Hafens in Mukran - oder auch in diversen Industriebetrieben eingesetzt, um dort in der Regel Arbeiten zu erledigen, für die sich sonst niemand gefunden hat...


    Grüße und allen ein schönes Pfingstwochenende

    Stefan

    Hallo,

    Stefan hat das sehr gut und sachlich auf den Punkt gebracht. Mich nerven die regelmäßigen Schimpfkanonaden auf das s.g."Miss-Management" der HSB-Geschäftsführung und die Unterstellungen, dass die "nicht wissen, was nötig sei"... Wünschen wir es der HSB, dass die Geldgeber bereit sind regelmäßig höhere Zuschüsse bereitzustellen, so dass dann vielleicht wirklich einmal ein einigermaßen realer Vergleich zu anderen Bahnen möglich wird.

    Insofern vielen Dank für den sehr sachlichen Kommentar.

    Beste Grüße aus Magdeburg

    Stefan

    Hallo liebe Eisenbahnfreunde,


    auf der Rückfahrt von Mügeln machte ich am Samstag, 24.08. noch einen Zwischenstopp in Leipzig. In einem Telefonat bekam ich die Bestätigung, dass die Dampflok tatsächlich im Einsatz ist. Ein Spaziergang rund um den Auensee ergab dabei einige Motive, diese schöne Maschine und ihren Zug auf den Chip zu bannen.



    In der Nähe des Parkplatzes begegnete uns der Zug zum ersten Mal.




    In wenigen Metern wird der Zug den "Hauptbahnhof" erreichen.




    Nach dem Hauptbahnhof durchfährt die Bahn ein kleinen Wald, so dass es schwierig ist, dort zu fotografieren.



    Auf der anderen Seite des Auensees kommt der Zug wieder in die Sonne und ist überraschend schnell auf der langen Geraden unterwegs.




    Ein Besuch ist sehr zu empfehlen. Angenehm fand ich die Möglichkeit, problemlos telefonisch den Einsatz der Dampflok zu erfragen. Als ich das im Juni in Stuttgart versuchte, ist mir das leider nicht gelungen, so dass ich auf eine 80 Km lange Anfahrt verzichtete...


    Beste Grüße aus Magdeburg


    Stefan

    Hallo Freunde,

    ich hänge mich mal mit ein paar Bildeindrücken vom Samstag dran..



    Mein Start war in Nebitzschen wo als erstes der von der IV K gezogene Zug eintraf.


    Der von der VI K gezogene Zug folgte nach wenigen Minuten und kurze Zeit später kam es dann zur Doppelausfahrt der beiden Züge.



    Ich ersparte mir das Gedränge zwischen den Fotografen und beobachtete das Geschehen von der Böschung aus.




    In Mügeln fand sich dann Zeit für einige Aufnahmen der für Mügeln ungewohnten VI K mit deren Zug.



    Der Zug steht abfahrbereit und wird in wenigen Minuten nach Oschatz starten.



    Nach kurzer Zeit kam auch der von der IV K gezogene Zug herein und nach dem Abkuppeln machte sich die Maschine auf den Weg zum Heizhaus.



    Nach Beenden der Arbeiten setzte sich 99 1584 wieder in Bewegung um den nächsten Zug nach Oschatz zu übernehmen.



    Unser letztes Ziel war Naundorf, wo die Kreuzung mit dem Zug aus Oschatz geplant war. Die IV K ist mit ihrem Zug bereits eingetroffen.



    Einfahrt des Zuges aus Oschatz in Naundorf.


    Alles in allem fand ich das Fest sehr gelungen. Ärgerlich natürlich wieder einige Egomanen unter den Fotografen, die es fertig brachten, einige Sekunden vor Ankunft des Zuges mit ihrem PKW direkt vor den Kameras der wartenden Fotografen zu stoppen, aus dem Auto herauszuspringen, ein paar Schnellschüsse mit dem Fotoapparat zu machen und dann weiterzufahren. Dass von den "normalen" Festteilnehmern der eine oder andere ins Motiv läuft, das ist zwar auch ärgerlich, aber verzeihlich. Das ist bei einem solchen Fest nicht auszuschließen und hielt sich auch in normalen Grenzen.


    Beste Grüße und allen eine gute neue Woche wünscht aus Magdeburg


    Stefan

    Hallo,


    gegen eine gesunde Streitkultur hat keiner etwas zu sagen. Wenn ich aber den Eindruck habe, dass quer Beet allen geschäftsführenden Mitarbeitern der verschiedenen Bahnen Dummheit und Ignoranz unterstellt wird, da hat das für mich nichts mehr mit Streitkultur zu tun. Ich finde das absolut unangemessen, mit vermeintlich schlauen Ratschlägen alles in Frage zu stellen, was die "unfähigen" Betriebsleitungen entschieden haben. Ich bin sehr überzeugt, dass sich sowohl in Sachsen als auch bei der HSB die Verantwortlichen ehrlich und ernsthaft bemühen, möglichst vielen Wünschen und Anforderungen gerecht zu werden. Eine Schmalspurbahn ist nun mal keine "Gelddruckmaschine" und immer auf Zuschüsse angewiesen. Und wenn diese Zuschüsse nicht in dem Umfang kommen, wie sie für ein gesundes Unternehmen erforderlich sind, da wird es eben schwierig, alles vernünftig am Laufen zu erhalten und man muss an verschiedenen Stellen sparen - was dann sofort wieder Kritiker und Besserwisser auf den Plan ruft.


    Grüße aus Magdeburg


    Stefan

    Hallo Freunde,


    also ich bin schon ziemlich überrascht und darüber erstaunt, wie gleichmütig hier die "Mangelwirtschaft" in der DDR mit den "Mängeln" heute verglichen wird. Haben denn alle schon vergessen - oder aus Altersgründen gar nicht mehr miterlebt - wie das in der DDR war?


    Ich kann mich gut daran erinnern, dass es da wochenlang mal kein Waschmittel zu kaufen gab, es gab auch Zeiten, da gab es nicht mal Bier und auch Toilettenpapier war wochenlang mitunter "Mangelware". Ich denke an Einkäufe im HO-Einkaufsmarkt am Wurst- und Käsestand. Da fragte man nicht nach einer bestimmten Sorte Schnittkäse, sondern die Frage lautete "Haben Sie Schnittkäse?" Und diese Frage wurde oft genug negativ beantwortet. Oder wie war das mit dem Warten auf ein bestelltes Auto? Ist 10 Jahre Bestellzeit keine "Mangelwirtschaft"? Warum wurden denn soviele Dampfloks als Dampfspender mit Rohbraunkohle betrieben - doch bestimmt nicht deswegen, weil die Betriebsleiter Spaß daran hatten, die hätten herzlich gern vernünftige Gasheizungen genutzt - aber die gab es einfach nicht zu kaufen! Ich erinnere mich, dass mein Schwager Monate lang unterwegs war, bis es ihm endlich gelungen ist, ein ganz normales Toilettenbecken zu erwerben. Noch schlimmer war es für Bauherren, Fliesen zu kaufen. Wenn man Glück hatte, gab es Fliesen - aber nur in einer einzigen Ausführung - da konnte man wählen, ob man diese nimmt oder nicht.


    Diese Liste lässt sich endlos fortsetzen und diese Mangelwirtschaft durchzog die gesamte Wirtschaft. Wenn ein Betrieb nicht genügend Bedeutung für die "nationale Verteidigung" oder für den Verkauf ihrer Produkte gegen "harte Währung" im Westen hatte, dann musste man lange Monate warten, bis das bestellte und benötigte Material geliefert wurde. Ich habe als Elektriker monatelang "Däumchen drehen" müssen, weil wir unsere Materialbestellungen für das gesamte Jahr erst im September geliefert bekamen - unser Betrieb war einfach "zu unwichtig". Also erzählt hier bitte nicht, dass diese "Mangelwirtschaft" der DDR mit den "Mängeln" heute vergleichbar ist. Damals fehlten mitunter existenzielle Grundmittel - heute sind viele der wahrgenommenen Mängel eher dem Luxus zuzuordnen oder liegen in einer Nichtverfügbarkeit begründet, die auch mit Geld kaum organisiert werden können wie z.B. fehlende Arbeitskräfte oder knappe Produktionskapazitäten. Und das wird in den kommenden Jahren vermutlich nicht besser werden...


    Und auch das Märchen mit dem Wirtschaftsembargo ist totaler Quatsch. Die DDR (wie auch die anderen Ostblock-Länder) hatten doch alle keine Devisen und jede West-Mark wurde durch den Staat gesteuert 10 mal umgedreht, bevor diese für West-Produkte ausgegeben wurden. Da spielte ein Embargo für hochtechnologische Produkte praktisch keine Rolle. Im Gegenteil, der damalige Ministerpräsident von Bayern, Franz Josef Strauß, sorgte mit persönlichem Einsatz noch in den letzten Jahren der DDR dafür, dass die DDR einen dringend benötigten Milliarden-Kredit der BRD bekommen konnte.


    Sorry, das musste ich jetzt mal loswerden um das Geschichtsbild mal wieder etwas gerade zu rücken...


    Grüße

    Stefan

    Hallo,


    meinem Namensvetter vielen Dank für die sachliche, kurze und kompetente Erklärung zu den Zahlen. Das tut gut, mal solche praktischen Fakten zu lesen und nicht nur das regelmäßige Gejammer und die Unterstellungen, dass die Geschäftsführung der HSB nicht redlich oder zumindest ignorant und unüberlegt handeln würden!


    Wer ein bisschen Einblick in die Führung eines Unternehmens hat, wird sich mit solchen vorschnellen Unterstellungen zurückhalten. Das (Geschäfts-) Leben ist eben nicht einfach in schwarz / weiß zu unterteilen sondern hat viele Schattierungen, die alle ihre Berechtigung haben und wohl bedacht werden müssen. Ich bin jedenfalls froh, dass es Gesellschafter gibt, die sich zur HSB - auch als Zuschuss-Geschäft - bekennen und wir dürfen gewiss sein, dass deren Vertreter sehr genau auf die Zahlen sehen, die die HSB erwirtschaften und präsentieren...


    Ein schönes Wochenende wünscht aus Magdeburg


    Stefan