Beiträge von Blüm

    Es gibt tatsächlich auch noch Einsatzfotos der 594 auf der WJ vom Januar ‘77!


    Da werden wir mal ins Betriebsbuch sehen müssen, vielleicht steht da die Auflösung drin...


    Es grüßt

    Blüm

    Hallo,


    als an der Veranstaltung unmittelbar Beteiligter muss ich jetzt auch mal meinen Senf dazugeben:


    Auch ich kann der Nachstellung historischer Gemetzel erst mal grundsätzlich wenig abgewinnen. Dennoch fand ich die Veranstaltung interessant, obwohl sie auch meinen Ansprüchen an historische Authentizität nicht gerecht wurde. Am Ende sollte man das vielleicht wie ein Theaterstück auf einer 8 km langen Freilichtbühne betrachten. Bei den Störtebeker-Festspielen stört sich auch niemand an ein paar "historisch nicht ganz korrekten" Details. Und in einem echten Theater wird sogar nachgestellt, wie Menschen sterben, was hier nicht der Fall war. Schon aus diesem Grund betrachte ich die hier vorgetragene Kritik an der Veranstaltung als unsachlich und kleinlich. Dann bitte auch gegen jede Aufführung von Hamlet protestieren!

    Für welche Veranstaltungen die Lok eingesetzt wird oder nicht und was dabei akzeptabel ist oder nicht, entscheiden auch nicht irgend jemand im Bimmelbahnforum, sondern letztlich Eigentümer und Betreiber der Lok.

    Wichtig insbesondere für letzteren - der selbst ja auch jede Menge Geld und die Arbeitszeit seiner Vereinsmitglieder in die Lok steckt - ist, dass die Maschine einen Mehrwert für die eigene Museumsbahn bringt. Das tut sie nur, wenn sie neue Fahrgäste ins Preßnitztal lockt. Zahlende Fahrgäste, wohlgemerkt. Da gehören die Fans, welche nur den IK-Zug fotografieren wollen, nicht in jedem Fall dazu. Auch mag dieser Zug zwar schön anzusehen sein, für den regulären Einsatz - selbst bei einer Museumsbahn - sind sowohl Lok als auch Wagen nur bedingt geeignet. So bleibt also nur, die IK mit ihrem Zug als Werbeträger oder als ZUSATZ-Attraktion, neben den "Planzügen", einzusetzen. Wenn man wie hier gleichzeitig auch noch eine ganz neue Zielgruppe ansprechen kann, die wegen der Eisenbahn allein niemals den Weg in die hinterste Ecke des Erzgebirges gefunden hätte, ist das eine tolle Sache.


    Wenn man ein paar Millionen auf dem Konto liegen hätte, könnte man es sich vielleicht leisten, eine Museumseisenbahn rein zum Selbstzweck zu betreiben. Wenn man hingegen auf Fahrgeldeinnahmen angewiesen ist, muss man den Fahrgästen auch etwas bieten. Und wenn man nebenbei auch noch den einen oder anderen Euro Fördergeld haben möchte, muss man auch etwas für den Tourismus in der Region tun.


    Für beides war die Veranstaltung goldrichtig!


    Meint

    Blüm


    ...


    Und jetzt kommen wir zum Ausgangspunkt zurück. Nachdem klar war, das einige Schmalspurbahnen erhalten werden sollten hat die DR ab ca 1980 einen Schmalspuroberbau auf Basis der zu diesem Zeitpunkt verfügbaren Schiene S49 neu entwickelt und zugelassen. Damit waren erstmalig auch wieder Schmalspurweichen lieferbar. Bei diesem Oberbau handelt es sich um den von dir angesprochenen K49 auf Holzschwellen. Es gab also ab ca 1981 den allerersten Holzschwellenoberbau Bauart K49 mit Rippenunterlagsplatten und Klemmplatten für 750mm inklusive der dazugehörigen Einfachen Weichen auf Holz.
    ...

    Hallo Thomas,


    zunächst einmal auch von mir vielen Dank für die umfangreichen und detaillierten Erläuterungen. Zwei kleine Ergänzungen dazu von mir: die in den 80er Jahren entstandenen S49-Weichen hatten überwiegend Stahlschwellen. Und: es gab auch S33 auf Holzschwellen, wenn vielleicht auch nicht in den von dir genannten Vorschriften. Möglicherweise ist das, was auf Sachsenbahners Bildern aus Zittau von 1980 zu sehen ist (es ist eindeutig erkennbar, dass es sich um K-Oberbau auf Holzschwellen handelt) nämlich gar nicht K49, sondern K33!


    Es grüßt
    Blüm

    Hallo,


    also die zweite von dir gezeigte Version - Einzelschwellen genau auf dem Stoß - halte ich für ausgeschlossen. Sieh dir mal dein Bild noch mal genau an, vielleicht kommst du ja von selbst auf den Grund.
    Ich meine, die Version mit Doppelschwelle dürfte bei S49 K-Oberbau die gebräuchlichere zu sein, wobei ich mir da allerdings nicht ganz sicher bin - meine Beobachtungen stützen sich überwiegend auf eine Strecke. Ziemlich sicher bin ich mir dagegen, dass die Schienenform S49 auf den sächsischen Schmalspurbahnen vor 1975 so gut wie nicht zu finden gewesen sein dürfte. Weit verbreitet war als Nachfolgebauform von Va hingegen das Schienenprofil S33! Dieses Profil kommt zum Beispiel in Verbindung mit sämtlichen Betonschwellen aus den 60er Jahren, aber auch auf den meisten Stahlschwellen zur Anwendung.


    Gruß
    Blüm


    Hallo zusammen,


    ich habe mal versucht, das Ganze zu veranschaulichen, unter Verwendung der Bilder des Aufsichtsbeamten (ich hoffe, das geht in Ordnung?)



    Rot die Gleise, die 2015 neu gebaut wurden und Bestandteil des neuen, endgültigen Gleisplans sein werden. Gelb die Gleise, die noch gebaut werden müssen (im rechten Bild nur im nördlichen Teil des Bahnhofs dargestellt).


    Das Ganze ohne Gewähr, die Planunterlagen liegen mir auch nicht vor, aber damit man schon mal sieht, wie es ungefähr aussehen wird.


    Viele Grüße
    Blüm

    Zitat

    Original von Rbd Cottbus
    Was man auch nicht außer Acht lassen sollte, ist die rechtliche Seite der Außendarstellung und Bewerbung von 99 539.


    Wenn man Person/Firma/Behörde xyz mit dem Attribut "Baujahr 1899" überzeugt, eine Sonderfahrt zu bestellen, ist das eine Vorspiegelung falscher Tatsachen.
    Da ja die Lokbetreiber im vollen Umfang über das Wissen des wahren Baujahres von 1963 sind, kommt da schnell § 263 StGB ins Spiel. Über eventuelle Zivil- oder Strafrechtliche Schritte möchte ich mich gar nicht auslassen. Im Streitfall dürfte die Tradibahn aber den kürzeren ziehen. Im oben verlinkten Zeitungsartikel der Freien Presse wird ja auch groß mit dem Baujahr 1899 geworben. Aber dies entspricht nun mal nicht der Wahrheit.


    Einen EMW 327 kann ich auch nicht als BMW 327 vermieten oder verkaufen. Die sehen beide fast gleich aus, beides sind Oldtimer und mit großer Sicherheit tolle Fahrzeuge. Aber sie sind eben nicht gleichen zeitlichen und geschichtlichen Ursprungs.


    Hallo in die Runde!


    Mit Verlaub: ich halte diese Argumentation für an den Haaren herbeigezogen!
    Ausschlaggebend ist das Betriebsbuch. Wer behauptet, eine Dampflok sei allein deswegen nicht mehr die Originallok von achtzehnhundertschlagmichtot, weil im Laufe ihres hundertjährigen Einsatzes jedes Teil an ihr ein- oder mehrmal erneuert wurde und dies teilweise sogar mit einer Änderung des Erscheinungsbildes einherging, der hat schlicht von den Erfordernissen des Eisenbahnbetriebes und von der Instandhaltung von Schienenfahrzeugen keine Ahnung! Bei jedem Schienenfahrzeug beginnen mit dem ersten Werkstattaufenthalt die Umbauten und Erneuerungen, das ist mit Straßenfahrzeugen nicht zu vergleichen.


    Aber selbst wenn: ist dein schicker BMW vielleicht kein BMW mehr, weil er mal restauriert wurde?


    Umgekehrt wird aber ein Schuh draus: rechtlich gesehen, kann es sich nur dann um einen Neubau handeln, wenn ALLE Einzelteile neu sind! Ein Autohändler bekommt Ärger mit dem Gesetz, wenn er ein fabrikneues Fahrzeug, bei dem auf dem Transport ein Scheinwerfer zu Bruch gegangen ist nach Einbau eines gebrauchten Ersatz-Scheinwerfers noch als Neuwagen anbietet.
    Demzufolge kann ích das Gefasel vom "Neubau" der sächsischen Schmalspurlokomotiven in den 1960er und 1990er Jahren nicht mehr hören! Es wurden stets Altteile wiederverwendet, in welchem Umfang ist dabei völlig irrelevant! Daher kann es sich nicht um "Neubau" sondern lediglich um Großteilerneuerung gehandelt haben!


    Streng genommen ist noch nicht einmal IK No. 54 ein Neubau, da sie ein gebrauchtes Läutewerk hat. Einzige wirkliche Neubau-Schmalspur-Dampflok der letzten 60 Jahre in Deutschland ist 99 324!


    Gruß
    Blüm

    Hallo zusammen,


    es kommt sogar noch besser:


    Bei der Umrüstung von Form- auf Lichtsignale wurde diese eigentlich nicht mehr regelwerkskonforme Signalisierung teilweise sogar beibehalten!
    Mir bekanntes Beispiel ist das Einfahrsignal von Radebeul Ost. Das dortige Hl-Signal (weiß jemand, wann das aufgestellt wurde?) zeigte bei Einfahrten nach Gleis S2 das Signalbild Hl 12a ("Geschwindigkeit 40 km/h ermäßigen, Halt erwarten"; für den Laien: zwei Gelbe Lichter übereinander).
    Ich bin Ende der 90er Jahre bei den Bauzugeinsätzen während der Streckensanierung sowie später bei den Gasteinsätzen unserer 99 542, 568 und 4511 mindestens zweimal selbst auf dieses Signalbild in Radebeul Ost eingefahren.


    Gibt es möglicherweise weitere Bahnhöfe, wo dies ebenfalls der Fall war?


    Gruß
    Blüm

    Zitat

    Original von Gert Lauken
    Weil oben ein Zusammenhang mit der Stilllegung und dem Abriss der Preßnitztalbahn hergestellt wurde: Unterschiede gibt es natürlich schon. So steht es im Ybbstal jedermann frei, gegen den Abriss zu demonstrieren, eine Bürgerinitiative zu gründen (was ja auch geschehen ist) und seine Kritik an dem Geschehen öffentlich kund zu tun. Es steht kein Trapo da und passt auf. Stilllegung und Abriss wurden durch demokratisch gewählte Instanzen, nämlich die Landesregierung Niederösterreichs, beschlossen (was aber natürlich nicht heißt, dass man das auch gut finden muss). Diese Unterschiede sollte man bei allen äußeren Ähnlichkeiten schon im Hinterkopf haben.


    Grüße


    GL


    Hallo,


    dann sollten wir doch alle nur froh und dankbar sein, dass die Stillegung und der Abriss der Preßnitztalbahn zu Zeiten einer autoritären Staatsform erfolgte. Das Beispiel der Ybbstalbahn zeigt mir, dass man wohl auch in einer Demokratie den Untergang einer solchen Bahn kaum stoppen kann, wenn nur an den richtigen Stellen der Verwaltung die passenden Arsc.......cher sitzen (was ja oft genug der Fall ist). Ohne das richtige Feindbild aber fehlt dann später auch ein sehr wichtiges Argument für einen Wiederaufbau. Im Gegenteil: "war ja alles demokratisch legitimiert" - wieso sollte man den Bürgerwillen also in Frage stellen? Auch das Beispiel dar Jagstalbahn scheint mir dies in ganz ähnlicher Form zu bestätigen.


    Gruß
    Blüm

    Hallo,


    Zitat

    Original von Benny106DR
    Welche Bremse hat denn der 974-369?


    ähm...Körting-Bremse ?!?


    Zitat

    Original von Benny106DR
    Kann ja dann höchstens, wenn nicht KE-Bremse, was einlösiges sein, ...


    nö, die ist mehrlösig


    Zitat

    Original von Benny106DR
    ...wobei mir ein Umbau auf KE-Bremse, wesentlich einfacher erscheint und wohl auch mit wesentlich günstigeren Mitteln machbar sein müsste, als die Wiederbelebung eines schon länger abgestellten Wagens oder nicht???


    Also erstens ist der Umbau von Saugluft- auf Druckluftbremse durchaus mit "etwas" Aufwand verbunden, gerade, was das Bremsgestänge anbelangt.
    Zweitens sagt die Abstelldauer überhaupt nichts über den technischen Zustand eines Fahrzeuges aus und nur der ist entscheidend für den Arbeitsumfang bei einer Aufarbeitung.
    Drittens kann man doch nur froh sein, wenn auch mal ein abgestellter Wagen wieder "ins Rennen geht" und dafür vielleicht ein anderer bei Fristablauf nicht sofort wieder aufgearbeitet wird. Nur so können m.E. wenigstens ein paar der auf allen sächsischen Bahnen vorhandene überzähligen Wagen langfristig erhalten werden.
    Und viertens - du vermutetest es bereits - wird wohl auch der später mögliche Rückbau in den "Originalzustand" eine Rolle gespielt haben. Da macht es schon mehr Sinn, einen Wagen mit originalem anstatt einen mit Tonnendach zu verwenden.


    Wobei ich persönlich mir unter "Rückbau in den Originalzustand" ja eher den Neubau eines genieteten Wagenkastens vorstellen würde und nicht ein-bisschen-am-geschweißten-Reko-Kasten-im-Knitter-Look-herumflicken. Dann doch lieber ein kombinierter Sitz-/Gepäckwagen als solch Etikettenschwindel. Aber vielleicht habe ich da auch nur wieder zu hohe Ansprüche...


    Gruß
    Blüm