Beiträge von ThomasKugel

    Guten Tag zusammen,


    an den beiden auf den ersten (und auch auf den zweiten) Blick völlig sinnfreien Triebwagenfahrten nach Schierke hält man offenbar weiter eisern fest. Die müssen also eine tiefere Bewandtnis haben, die wir nicht kennen oder nicht kennen dürfen.


    Und wer es wirklich weiß, wird sich hier öffentlich wiederum vermutlich nicht dazu äußern wollen oder dürfen. :/

    Und nochmal ich. :)


    Du selbst, Otto, hast >hier< bereits vor Jahren ja schon ein Foto des Gebäudes von der Hofseite gezeigt! Toll, super, damit wird alles viel klarer und meine v. g. Theorie zumindest nicht widerlegt. Nur, dass auf der Hofseite Tore waren und keine offene Remise.


    Was hat es dabei mit der seltsamen, schrägen Ausformung vor der hofseitigen Dachgaube im Obergeschoss auf sich, genau gegenüber von besagter gleisseitiger Dachgaube? Wurde dort eingelagerte Ware aus dem Obergeschoss auf darunter bereitstehende Fuhrwerke durch herabwerfen verladen?


    Kannst Du als Urheber das Foto bitte auch mal hier im Forum für alle direkt sichtbar einbinden?

    Hallo Otto,


    Deine Einschätzung ...


    Meines Erachtens war die große Luke wegen der tiefer liegenden Unterkante für die Entladung von Schmalspurwagen, die kleinen mit höher liegender Unterkante für aufgebockte Wagen.


    ... im Ausgangsposting teile ich grundsätzlich, was die sich an bzw. in dem Gebäude abspielende Logistik betrifft, wobei die Luken bei näherer Betrachtung alle die Unterkante auf annähernd gleicher Höhe haben und ich keine Unterscheidung zwischen Schmalspur- und Normalspurwagen bei der Zuordnung der Luken machen möchte (dazu aber unten mehr). Was die große Luke im Gebäudeteil B betrifft, täuscht sich das Auge lediglich.


    Was sehen wir also nun von der Gleisseite aus und was könnte sich dort früher abgespielt haben?


    Drei Luken, davon sind die im Teil A direkt unterhalb der Zwischendecke angebracht. Ob es im Teil B - unmittelbar unterhalb der Traufkante - auch Balkenköpfe zu sehen und damit eine Zwischendecke gibt, ist nicht klar zu erkennen. Unterhalb der Luken befindet sich viel Wandfläche, diese liegen also verhältnismäßig hoch im Raum dahinter.


    Die Entladung stelle ich mir so vor, dass durch die geöffnete Bordwandtür von einfachen O-Wagen der Inhalt von Hand, also mit der Schüppe, durch die Luken in den dahinter liegenden Raum geschaufelt wurde. An preiswerten Arbeitskräften und Zeit mangelte es ja damals nicht so sehr. Die Entladung aus aufgebockten Selbstentladewagen (Gattung Otmm, spätere Ed bzw. Fc) schließe ich aus, denn wie hätte deren Auslaufrutsche nah genug an die Luke kommen sollen? Ebenso dürften die Muldenkipper (Gattung Ommi, spätere F-z) ungeeignet gewesen sein. Also bleiben nur die einfachen O-Wagen, ob schmalspurig oder normalspurig sei dahingestellt - vielleicht auch beides.


    Drei Luken sprechen für drei Sorten Brennstoffe, nehmen wir an Braunkohlebriketts, Eierkohlen und stückige Steinkohle. Die Räume hinter den Luken stelle ich mir jeweils als eine Art Bunker vor, der von der anderen, der Hofseite her wie eine Remise offen zugänglich war. Die beiden anderen Bilder von den Giebelseiten des Gebäudes im Ausgangsposting schließen das zumindest nicht aus. Der Brennstoff konnte also dort, nach seiner witterungsgeschützten Zwischenlagerung in dem Gebäude, auf Fuhrwerke oder LKW verladen werden und zu seiner Verwendung als Hausbrand ausgeliefert werden.


    Durch die höhergelegene Luke für das Dachgeschoss oberhalb der Zwischendecke wurden vielleicht andere Dinge entladen und eingelagert. Sackware? Oder etwas ganz anderes? Fachwerkspezialisten können eventuell anhand des Abstands der Balkenköpfe sogar Rückschlüsse ziehen auf die Tragfähigkeit der Zwischendecke und damit auf das eingelagerte Gut.


    Wie Du siehst, kehre ich soeben von einer Zeitreise in NWE-Zeiten zurück und bringe mit meinem geistigen Auge "gemalte" Bilder mit, wie es damals hätte gewesen sein können. Zwar bin ich kein Modelleisenbahner, aber für Eure Fraktion bietet dieses Ensemble sicher beste Voraussetzungen, in einer Szene auf einem Kleinstadtbahnhof einer Schmalspurbahn liebevoll umgesetzt zu werden.


    Diskussionen wie diese hier schätze ich übrigens ungemein, tragen sie doch in der Regel viele Mosaikstückchen zusammen und helfen, dass solcherlei Wissen zusammengeführt und nicht verloren geht (sensationell diesbezüglich der mehrseitige Thread zum Bf. Helbra der Mansfelder Bergwerksbahn).

    Hallo miteinander,


    m. E. hat der Transport eher symbolischen Charakter denn eine tiefere Notwendigkeit. Strenggenommen und vom praktischen Nutzwert her betrachtet ist das sicher genauso sinnfrei wie Transporte von Kirchenglocken oder besagter Dampfzylinder in Sachsen.


    Die Symbolik ist dennoch im Sinne der Außenwirkung und öffentlichen Wahrnehmung sowohl für das Stabkirchenprojekt als auch für die Schmalspurbahn nicht zu unterschätzen. Beides wird medial ausgeschlachtet und wahrgenommen, und deswegen finde ich das uneingeschränkt gut!

    Hallo zusammen,


    sehr interessant, welche Details neben dem Gleis ihr da wieder entdeckt habt und analysiert!


    Nur mal als weiterer Gedankeneinwurf meinerseits: Teil A hat eine unmittelbar über der Oberkante der Luken/Fenster liegende Zwischendecke, erkennbar an den zum Betrachter weisenden Balkenköpfen zwischen den beiden waagerechten Balken. Im darüber liegenden Dachgeschoss befindet sich eine weitere Zugangsmöglichkeit durch die Doppeltür in der Dachgaube.


    Teil B hingegen scheint im Inneren höhenmäßig anders aufgeteilt zu sein, vermutlich gibt es zwischen A und B auch eine Giebel-Zwischenwand.


    Das alles spricht m. E. zusätzlich für zwei Gebäudeteile aus unterschiedlichen Entstehungszeiten.

    Hallo auch von mir,


    man weiß verständlichweise noch gar nicht, wann man überhaupt wieder zum Brocken fahren wird. Aber dass 2021 der Fahrpreis H/R auf sagenhafte 49€ angehoben wird, das weiß man schon.


    Lange habe ich diese Steigerungen befürwortet. Aber DAS ist jetzt wirklich auch hartgesottenen HSB-Liebhaber wirklich nicht mehr zu vermitteln, zumal nicht vor dem Hintergrund, das jetzt auch endlich die diesbezüglich lange ignorante öffentliche Hand mehr Geld gibt.

    Reiner

    Herzlichen Dank, das ist hochinteressant, etwas verlässliches aus dem damaligen Betriebsgeschehen zu erfahren!


    Gerd

    Ohne von vorne anfangen zu wollen, melde ich Zweifel am September als Aufnahmemonat an. Das frische Maigrün des Randgebüschs und die noch kahlen Bäume auf den dahinterliegenden Hängen sprechen m. E. eher für Ende April - Anfang Mai.

    Wenn man bei der Zeitung hinten nicht weiß was man weiter vorn geschrieben hat ist es schon traurig.

    Hallo miteinander,


    lokale Tageszeitungen sind wohl mittelfristig ein Auslaufmodell, ob man's gut findet oder nicht. Das journalistisch-fachliche Niveau in machen Redaktionen hat sich dem schon angepasst, oder fördert diese Entwicklung leider sogar noch.


    Bei mir zuhause ist es z. B. leider auch so, und immer weniger Menschen sind bereit, für ein Abo dieses "Qualitätsjournalismus" umgerechnet 2 €/Tag auszugeben. Man muss Altpapier nicht mit Gewalt produzieren ...

    Von Binz ging es dann wieder umsteigefrei mit dem D 917 (mit Buffettwagen) Binz ab 14:50 über Stralsund-Rügendamm - Pasewalk nach Lichtenberg, an 18:40. Träumt man heute von....

    Hallo Carsten,


    sehenswerte Bilder vom ausklingenden Reichsbahn-Roland zeigst Du uns da, danke!


    Der 20.01.1992 war ein Montag, und Du hast knapp vier Stunden für Deine umsteigefreie Reise gebraucht.


    Spaßeshalber habe ich das als Vergleich gerade mal für den nächsten Montag, 08.02.2021 und in vergleichbarer Zeitlage nachgeschaut: heute würdest Du nahezu fünf (!) Stunden benötigen und müsstest, je nach Verbindung, mindestens zweimal umsteigen. So manches war früher eben doch besser!