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    Die FAUR L45H war von der DR nicht zur Anschaffung vorgesehen. Die wäre mit ihren 450 PS für die Gebirgsstrecken auch zu schwach gewesen, gerade im schweren Rollwagen-Güterverkehr. Denn 450 PS Motorleistung einer Diesellok entsprechen etwa einer indizierten Dampflokleistung von 400 PS, da Dieselloks ~10% ihrer Motorleistung für die Hilfsbetriebe benötigen, während die Leistungsangabe bei Dampfloks bereits die Zylinderleistung (also ohne Hilfsbetriebe) ist.


    Stand 1988 war aber geplant, technisch modifizierte Ableger der BDZ 77 von FAUR Bukarest mit DDR-Hauptkomponenten zu beschaffen. 30 Loks sollten es ab Anfang der 90er Jahre werden. Aber anstatt der anfälligen Maybach-Lizenzmotoren, mit denen die DR bereits in der BR 119 katastrophale Erfahrungen gemacht hatte, sollten 12 KVD A5-Motoren mit 750 kW (1020 PS) sowie Pirnaer Strömungsgetriebe (anstelle Voith-Lizenzbau) eingebaut werden.


    Außerdem sollten auch bulgarische Reisezugwagen den 750 mm-Fahrzeugpark modernisieren. Wenn man sich die Züge auf der Rhodopenbahn anschaut, so hätte der 750 mm-Fahrzeugpark der DR ab Anfang der 90er auch aussehen sollen.

    Naja, ich hoffe ja auch sehr, daß Mallet 5906 irgendwann mal wieder in den Selketal-Plandienst geht, denn Selketal ist nunmal das Mallet-Land schlechthin!

    Das die heutigen Langläufe mit recht straffen Fahrzeiten mit teilweise 50 km/h-Streckenabschnitten nicht gerade ideal für diese langsame und vergleichsweise leistungsschwache Lok mit ihren geringen Vorräten sind, auch klar.

    Aber man könnte ja auch einfach einen angepassten und schonenden 2. Dampfumlauf für die Mallet auflegen. Ich denke da z.B. an einen vorwiegenden Einsatz auf der ursprünglichen Stammstrecke Gernrode - Harzgerode. Da gehts gemütlich zu, man würde weit weniger tägliche Kilometer schrubben wie bei den großen Dampfumläufen, man bräuchte den Führerstand nicht mehr mit Kohlen zuschaufelen und der Verschleiß wäre auch im Griff. Würde sich aus meiner Sicht auch lohnen, da im Abschnitt Gernrode - Alexisbad das Fahrgastaufkommen und -potential der Selketalbahn doch eindeutig am höchsten ist.

    Ich sehr das sehr ähnlich wie Michael.


    Wichtig wäre halt noch, daß man die VTs tariflich mit ins öffentliche Busnetz einbindet und auch entsprechende Sondertickets anerkennt. Denn die hohen Dampfzugpreise sind für die VTs nunmal dem normalen Fahrgast absolut nicht mehr vermittelbar! Dann am besten für die Dampfzüge einen überall simplel zu entrichtenden Dampfzuschlag auf den günstigen Normalfahrpreis einführen, sie auch entsprechend auffällig im Fahrplan markieren, damit die Fahrgäste auch auf den ersten Blick sehen, wann wo aufpreispflichtige Dampfzüge fahren.


    Und natürlich wäre es nicht schlecht, wenn hier und da 2 - 3 Zugpaare mehr am Tag fahren, damit Urlauber und Ausflügler flexibler planen können und bei verpassten Zügen nicht plötzlich völlig ohne Weiterfahrtmöglichkeit dastehen. Denn 3 Zugpaare pro Tag und Strecke laufen eher unter dem Motto "friss oder stirb". Da muß heutzutage schon etwas mehr kommen!


    Natürlich kenne ich zumindest die Ösi-Bahnen sehr gut. Zillertal und Pinzgau sind erheblich dichter besiedelt wie der Harz und obendrein stark industrialisiert.

    Im Harz dagegen, die Reisendenströme von Wernigerode aus sind in erster Linie auf Magdeburg/Halle und den Großraum Hannover ausgerichtet. Von Nordhausen aus nach Erfurt und Halle. Zwischen Wernigerode und Nordhausen sind sie sehr dünn. Und woher sollen die Reisenden auch kommen? Hinter Ilfeld gibt es dann einzig Benneckenstein mit knapp 2000 Einwohnern, sowie Sorge und Elend mit wenigen hundert Einwohnern. Es gibt so gut wie keine Industrie, somit kaum Bedürfnis für Berufsverkehr. Alles was der Harz in dieser Ecke zu bieten hat, ist wunderbare Natur und Tourismus. Die Busse entlang der Harzquerbahn fahren selbst zur Berufsverkehrszeit mit selten mehr als 5 Hanseln an Bord spazieren. Und immer Selketal sieht es noch "dünner" aus. Also wo siehst du da Bedarf für vertakteten SPNV?


    Deine Forderungen sind also sowas von abwegig. Sowas kann nur einer schreiben, der von SPNV keinen blassen Schimmer hat!


    Ganz einfach, weil unsere Schmalspurbahnen allesamt durch sehr dünn besiedelte Regionen fahren. Ohne auf den Tourismus ausgerichteten Nostalgieverkehr würde es da mangels Masse größtenteils längst keinen Verkehr mehr geben! Da könnteste mit modernsten Fahrzeugen, Vmax 160 km/h und im 30 min-Takt fahren, aber wo kaum einer wohnt, kann auch kaum einer mitfahren.


    Ohne "Touridampfbahn" würde es da binnen kürzester Zeit so gut wie überall heissen, ein Bus wird kommen!

    Die dampffreie Zeit auf der Harzquerbahn ist seit heute zum Glück wieder vorbei!

    Heute gabs einen größeren Loktausch. Die wieder gesundete Ballerina 6001 ist abends in Eisfelder Talmühle wieder in ihren Selketaldampfumlauf eingeschert, Harzbulle 7240 ist wiederum vom Selketaler in den Nordhäuser Dampfumlauf gewechselt, sowie Kanne 874 trollte sich aus dem Nordhäuser Dampfumlauf heraus und fuhr Lz gen Wernigerode davon.

    Ich fände es eher interessant, was man an den Konstruktionen nach heutigen Erkenntnissen noch optimieren könnte. Man könnte ja einfach eine abgestellte, verschlissene Lok der BR 99.23-24 nehmen und die nach allen Regeln der Kunst als modernisierten Prototyp technisch optimiert neu aufbauen. Also z.B. Rollenlager, verbesserte Isolierung, und sonstige Möglichkeiten zur Effizienzsteigerung ausnutzen. Dann ausgiebig im Betrieb erproben und die bewährten Dinge in die Optimierung/Moderniserung des Betriebsparkes einfließen lassen. Denke mal, da dürfte sich noch einiges rausholen lassen.