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    Auch die "Kannen" werden diese hohe Dauerbelastung mit den schweren Brockenzügen zunehmend mit stark erhöhter Störanfälligkeit quittieren!

    Denn zum einen sind diese Loks seit 1000 mm-Umbau/Modernisierung nun auch schon gut 30 Jahre im Einsatz, die Spenderloks an sich um noch einiges älter. Zum anderen dürften sich die 12 KVD-Motoren bei dieser hohen Dauerbelastung zum Hauptproblem entwickeln. Denn es gibt für diese Motoren praktisch keine neuwertigen Ersatzteile mehr. Mal abgesehen davon, waren diese Motoren noch nie das gelbe vom Ei, was DK-, Ölverbrauch und Standfestigkeit angeht. Es hat schon seinen Grund, warum die etlichen noch fahrenden V 100 auf Regelspur fast allesamt mit CAT- oder (seltener) MTU-Motoren remotorisiert wurden. Die 12 KVDs kann man heutzutage einfach nicht mehr mit wirtschaftlich vertretbarem Aufwand im harten Eisenbahnalltag betreiben.


    Im täglichen Regelbetrieb wird die HSB daher mit den überkommenen 12 KVDs auf Dauer jedenfalls mächtig Schiffbruch erleiden. Ist halt was anderes, wie ab und zu mal einen Zug oder die Schneefräse damit zu fahren.

    Tja, die Eisenbahn erstickt halt im immer uferloser werden Bürokratie-, Zertifizierungs- und Sicherheitswahn. Züge fahren und reparieren ist da nur noch Nebensache. Die DB AG schreit in solchen Belangen auch immer sofort "hier", anstatt mal klare Kante zu zeigen! Natürlich kostet das alles Unsummen an Geld und zusätzlichen Umständen. Jeder Eisenbahner im Werkstätten- oder Betriebsdienst schüttelt über diesen abartigen Irrsinn nur noch verständnislos den Kopf!


    Auf die HSB bezogen, langsam sollte auch jedem Eisenbahnlaien immer klarer werden, warum die neue HSB-Werkstatt dringendst notwendig ist. Damit zukünftig die HUs und Großreparaturen an den Dampfern sowohl zeit- als auch kostenmäßig wieder plan- und berechenbarer werden. Dazu kommt, kein Personal kennt die spezifischen "Wehwehchen" der einzelnen Loks besser wie das in der eigenen Werkstatt.

    Ich kann das Gejammer wegen der Aussichtswagen in keinster Weise nachvollziehen! Ich freue mich immer, wenn ein Cabrio für Freiluftfahrten im Zug ist. Und viel Andere sehen das genauso, sonst würden die Cabrios nicht immer zuerst voll besetzt sein. Macht das Erlebnis Schmalspurbahn gleich noch schöner! Zumal sowas ja bei den kleinen Bahnen seit über 80 Jahren Standard ist. Das sieht man aber mal, was für seltsame, verschrobene Kauze manche Eisenbahnfans sind. :crazy:

    Steter Tropfen höhlt den Stein! Jedes Jahr ein paar weitere Einschränkungen und Verschlechterungen bei der HSB. Mehr fällt mir dazu nicht ein!


    Die Kamele mögen ja unter einer kleinen Gruppe Eisenbahnfans durchaus Kultstatus erlangt haben. Ich persönlich finde die an sich ja auch ganz nett. Gerade vor den Güterzügen waren die V 100 immer ne willkommme und ansprechende Abwechslung.

    Aber im alltäglichen Planbetrieb vor Reisezügen haben diese Loks absolut nichts verloren! Die HSB steht schließlich für Dampfbetrieb. Nur dafür kommen viele Touris aus allen Teilen der Welt in den Harz!

    Klar, die HSB hat die Dieselbespannung offiziell bekannt gegeben. Aber viele Touris, die die Fahrpläne nicht unbedingt genauestens studieren, werden trotzdem ein sehr langes und enttäuschtes Gesicht machen, wenn anstelle der erwarteten und überall beworbenen Dampfbahn plötzlich "nur ne lumpige Diesellok" um die Ecke gebogen kommt. Und das ganze dann auch noch zum relativ knackigen Brocken-Fahrpreis!


    Für mich ist daher ein weiterer großer Imageschaden für die HSB vorprogrammiert!

    Das witzige ist ja, mit 66 % Kostendeckung liegt die HSB weit besser wie der übliche SPNV, der da meist bei 20 - 40 % Kostendeckung herumdümpelt. Auch die anderen deutschen Schmalspurbahnen dürften weit unterhalb dieser Marke liegen, Goldesel Brockenstrecke sei dank!

    Naja, zumindest die Halberstädter haben Toiletten und die "Fischstäbchen" aus den 50ern sind seit der Generalüberholung unterm Blech komplett durchmodernisiert, mit neuer Antriebstechnik usw. Das sind also praktisch neuwertige VTs im alten Gewandt. Bin bloß mal gespannt, wann der alte "Schwarzwälder" 187 012 endlich mal von der Frischzellenkur wieder kommt. Der ist ja schon Jahre überfällig!


    Ich persönlich fahre im Harz eigentlich nur VT, wenn ich ein Mehrtagesticket habe und sich bestimmte Strecken nicht mit dem Dampfzug überbrücken lassen. Zum HSB-Normalpreis für Gelegenheitsfahrten würde ich dagegen nie den VT benutzen, weil ich es schlichtweg nicht einsehe, dafür Dampfzugpreise zu zahlen. Da ist man mit Familie schnell bei Summen, wo man in der Kneipe gut von Essen gehen kann. Wären die VTs dagegen zum üblichen ÖPNV-Tarif nutzbar, würde ich sicherlich öfters mal, zusätzlich zu den Dampfzugtouren, mit dem VT durch den Harz kutschieren und lieber einmal mehr den Pkw stehen lassen. Kann mir vorstellen, daß viele andere Harzgäste auch so oder ähnlich denken.

    Ob die HSB mit billigen VT-Preisen mehr Geld in der Kasse hätte, bezweifel ich zwar stark. Aber es würde den Fahrgastzahlen abseits der Brockenbahn, dem Image und der allgemeinen Bedeutung der HSB im Harzverkehr sicherlich gut tun. Aber solange die örtliche Politik der Landkreise als Eigentümer der HSB da keine klaren Vorgaben macht und lieber weiter pennt, wird sich da leider nichts dran ändern!

    Die HSB sagt ja selbst, 75 % der Einnahmen stammen aus dem Brockenverkehr. Von 14 Mill. € werden also 10,5 Mill. € rein auf der Brockenstrecke erwirtschaftet. Die 43 € Pauschalpreis gelten dabei als 2 Fahrgäste, weil einmal hoch und einmal runter. Das mit den 650.000 Fahrgästen kommt also gut hin, wenn man Ermäßigungen für Kinder, Gruppenreisen usw. mit einbezieht.


    Im Selketal wäre mal interessant zu wissen, wie sich da die Fahrgäste verteilen. Denn dort ist der Streckenabschnitt Gernrode - Alexisbad eindeutig der nachfragestärkste Abschnitt, wo die Züge an schönen Tagen recht ordentlich besetzt sind, teilweise auch durch Bus-Reisegruppen. Denke mal, gut 2/3 der Selktalbahnfahrer sind auf diesen 14 km unterwegs. Der gesamte Rest, nach Harzgerode, Hasselfelde, Eisfelder Talmühle oder nach Quedlinburg, da sitzen allenfalls im Dampfzugpaar nennenswert Leute drin. In den Triebwagen sieht man dort selten mehr als 0 - 5 Fahrgäste. Ist ja auch klar, für die doch recht hohen Dampfzugpreise, da will ich nicht mit dem Triebwagen fahren, zumal der teils parallel fahrende ÖPNV-Bus nur einen Bruchteil kostet.


    Ich kann es auch absolut nicht verstehen, warum man die Triebwagen auf dem gesamten HSB-Netz nicht einfach als ÖPNV in den örtlichen ÖPNV-Tarifverbund mit einbezieht, so wie das zwischen Nordhausen - Ilfeld der Fall ist. Dort wird die HSB als ÖPNV auch gut angenommen, die Züge sind dementsprechend gut besetzt. Zum gleichen Preis wie im Bus, da würden auch im restlichen HSB-Netz wesentlich mehr Leute in den Triebwagen mitfahren, weil sich Viele sagen, lieber hin und wieder mal mit dem Schmalspur-VT über die herrliche Bahnstrecke, als mit dem schnöden Bus über die Straße. So könnte man auch wieder mehr Einheimische und preissensible Kunden anregen, hin und wieder die Schmalspurbahn anstelle Bus/Pkw zu nutzen. Zumal die Schmalspurbahn im Harz auf vielen Streckenabschnitten nicht soviel langsamer unterwegs ist wie der Bus auf den kurvenreichen Straßen. Und wenn dadurch nur 2 - 3 mehr Fahrgäste durchschnittlich in den VTs sitzen, wäre schon viel gewonnen!

    Brockenverkehr läuft weiter top, Harzquerbahn ebenfalls sehr ordentlich. Das ist wirklich sehr erfreulich!
    Aber um das Selketal muß man sich wohl wirklich langsam echte Sorgen machen. 71.000 Fahrgäste sind schon sehr wenig. Sicherlich, die monatelangen Ausfälle ganzer Umläufe werden die Selketalfans noch weiter verunsichert haben. Aber wenn das so weiter geht, dann gute Nacht!