Beiträge von Mike Robeck-Jokisch

    Das ist richtig, André.


    Bei mir gibt es das Gerüst noch nicht, auch das Gleis liegt noch außermittig. Wir befinden uns in Epoche II.


    Leider habe ich noch nicht herausfinden können, wann das Gerüst errichtet und das Gleis verschwenkt wurde. Weißt Du da vielleicht etwas Genaueres?


    Gruß und Dank

    Mike

    Glück Auf!


    Mit einem Kirchberger Heimatfotograf unterwegs im Erzgebirge:


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    Spaziergang zum Schönheider Tunnel. Fünf einfache Schläge am Läutewerk des Schrankenpostens 70 CA sind ertönt. Eibenstock unten hat einen Sonderzug abgelassen.


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    Schrankenwärter Bruno Mitscher hat die Schranken bereits geschlossen und überprüft das Läutewerk der Bauform "Mantelbude". Die Fallscheibe hatte heute schon mehrmals kurze Aussetzer.


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    Gespanntes warten....der Zug ist schon zu hören!


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    Da ist er! Bespannt mit 64 404, welche regulär zwischen Zwönitz und Scheibenberg zu Hause ist, heute für den Sonderzug aber auf der CA eingesetzt wird. So erfahren wir es vom Bruno.


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    Der Zug ist durch, Bruno dreht die Fallscheibe wieder in die waagerechte Grundstellung.Wir steigen indes zum "Tunnelfelsen" empor. Derselbe ist ein Ausläufer des 649 Meter hohen Wilhelmsteines und machte 1875 den Bau des 103 Meter langen Bauwerkes erforderlich. Der Weg ist beschwerlich.


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    Doch oben angekommen, hat man zu beiden Seiten schöne Ausblicke ins Muldental. Uns interessiert natürlich mehr die Szenerie unten am Posten. An den unterschiedlichen Abständen der Schranken zum Gleis sieht man deutlich, daß man früher "zweigleisig" geplant hat.


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    Am späten Nachmittag wieder unten angekommen, lädt uns Frau Mitscher noch zu einer Tasse Kaffee ins Wärterhaus ein. Wir blicken aus dem Fenster zum Tunnel. Neben dem Schranken- und Bahnwärterdienst, muß sich die Eisenbahnerfamilie auch um die Beleuchtung des Vorsignals von Eibenstock unterer Bahnhof kümmern. Die beiden Petroleumlaternen sind täglich zu reinigen und neu zu befüllen. Dabei ist mit großer Sorgfalt vorzugehen. So ist beispielsweise der Docht sauber abzuputzen und beim Anbrennen so einzustellen, daß die Flamme nicht rußt. Das Vorsignal selbst hat auch so seine Macken. Durch die über 1 Kilometer lange Drahtzugleitung bis zum Stellwerk in Eibenstock gibt es oft Hubverschleppungen, besonders natürlich im Winter. Zweifelhafte Signalbilder sind die Folge. Dann muß die Stellwerksbahnmeisterei ran.
    Die Zeit vergeht beim Erzählen wie im Fluge. Inzwischen ist die Dämmerung hereingebrochen.


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    Frau Mitscher hat auch schaurige Geschichten auf Lager, welche von Bahnwärtergeneration zu Bahnwärtergeneration weitergegeben werden: Nachts sollen manchmal geheimnisvolle Lichter im finsteren, feucht-kalten Mundloch erscheinen. Es heißt, es wären die feurigen, toten Augen der beim Tunnelbau hier ums Leben gekommen Arbeiter... . Auch wegen dieser Schauermärchen ist der einsam im Muldental gelegene Dienstposten nicht gerade beliebt. Vorallem nicht nachts und schon gar nicht bei den weiblichen Beschäftigen.
    Dennoch: Dienst ist Dienst, und wie von Geisterhand klappt die große gelbe Scheibe am Vorsignal in die Waagerechte und zwei grüne Lichter erscheinen. Gleich darauf ertönt wieder das Läutewerk... .


    Viele Grüße

    Mike

    Glück Auf!


    Der VEB Süßwarenfabrik Wesa bei km 0,531 WCd war der letzte Güterverkehrskunde im Streckenabschnitt Wilkau-Haßlau - Kirchberg der WCd-Linie. Die letzte Bedienungsfahrt nach dort erfolgte am 27. Mai 1973.

    Hier zunächst der Lageplan, in dem für die Anschlußbahn noch die alte Bezeichnung

    "(Oswald) Stengel" verwendet wurde:


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    Im Verwandtschaftskreis sind die folgenden beiden Bilder aufgetaucht, von denen leider kein Datum überliefert ist. Gleichwohl deutet die Vegetation und der an 99 1594-3 noch angebaute Heizschlauch auf das Frühjahr 1973 hin:


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    Die langjährige WCd-Stammlok 99 1594-3 kommt als Üa (Sperrfahrt) vom Bf Wilkau-Haßlau angedampft und passiert zunächst das unten links angeschnittene Anschlußgleis bis "aus der Weiche". Diese wird sodann aufgeschlossen und umgelegt, mit dem nun frei gewordenen

    Schlüssel kann die alte sächsische Gleissperre aufgeschlossen und abgelegt werden.
    Im Anschluß warten entladene, regelspurige Güterwagen auf Abholung...


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    ...welche hier bereits herausgezogen werden. Mit dem G-Wagen kam gesackter Zucker in die Süßwarenfabrik, der gerade noch angeschnittene Spezialkesselwagen der Gattung Zh (beheizbar; vermietet an die VEB Stärkefabriken Kyritz oder Barby) beinhaltete Stärkesirup, ein Zuschlagstoff für die begehrten Süßwaren. Spezialitäten aus Wilkauer Produktion sind Liebesperlen und Lackritz.


    Einen G-Wagen im Anschluß Wesa zu sehen ist 1973 schon eine Seltenheit, denn in den letzten Jahren stellte man fast nur noch Kesselwagen zu.


    Der letzte Buchfahrplan des Abschnitts Wilkau-Haßlau - Kirchberg, gültig vom 1. Oktober 1972 bis 2. Juni 1973, sah bei Bedarf täglich noch 3 Bedienungsfahrten vor:


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    Bedarf bestand fast immer, wenn auch nicht 3x täglich.

    Ich hoffe, der kleine Ausflug hat gefallen.


    Beste Grüße
    Mike Robeck-Jokisch

    Glück Auf,


    Die SbV der Rbd Dresden, Ausgabe 1963, besagt:

    "Bei Weichenböcken, deren Gewichtshebel um eine vertikale Achse drehbar ist, ist die Unterteilung so vorgenommen, daß bei Grundstellung der Weiche der schwarz gestrichenen Teil des Gewichts der Weiche zugekehrt ist."


    Gruß Mike