Beiträge von V10C

    Hallo,


    die Sassnitz hat kurz vor 12:00 Uhr ihren Liegeplatz in Mukran verlassen und wird nun von der DGzRS (SAR-Kreuzer Harro Koebke & Tochterboot Notarius), der Fairplay-Schleppdampfschiff-Reederei Richard Borchard (Schlepper Fairplay 25) und der Wasserschutzpolizeidirektion Mecklenburg-Vorpommern (Polizeiboot Stoltera) vor dem Stadthafen von Saßnitz verabschiedet. Es ist verdammt traurig.


    Gruß


    Stefan

    Hallo,


    am kommenden Dienstag heißt es Abschied nehmen von dem FS "Sassnitz" in Mukran. Sie wird nach Uddevalla segeln und dann dort aufgelegt.


    In Trelleborg wurde am vergangenen Donnerstag die Fährbrücke aus dem Jahre 1909 mit dem markanten SJ-Logo demontiert. Das Portal soll in der Nähe des Bahnhofsgebäudes nach erfolgter Aufarbeitung als Denkmal aufgestellt werden. Der Rückbau hat nichts mit der Einstellung der Fährlinie zu tun, sondern mit dem Umbau des Fährhafens.


    Ein Blick vom Bord der Nils Dacke auf den alten Fähranleger in Trelleborg.


    Und hier noch die alte SASSNITZ am "Rostock-Anleger" in Trelleborg.


    Gruß


    Stefan

    Hallo,


    auch wenn unsere polnischen Nachbarn noch drei Eisenbahnfährschiffe haben, wird mit diesen drei Schiffen kein einziger Waggon mehr bewegt. Ich bin mir auch nicht sicher, ob alle drei Schiffe dazu technisch noch in der Lage sind. Die Wolin fährt z.B. nach Trelleborg, wo Unity aber noch nie einen Liegeplatz mit Gleisanschluss hatte. Der Eisenbahngüterverkehr wurde Ende 2018 eingestellt. Dafür gibt es wohl mehrere Gründe. Von Österreich lief ein Ganzzug via Swinemünde und Ystad nach Schweden. Angeblich wären die Trassengebühren im Jahr 2019 so dermaßen gestiegen, dass sich der Verkehr für den Betreiber nicht mehr gerechnet hat. Ein anderes Problem war die Abfuhr der Waggon ab Ystad auf dem Schienenweg. Der schienengebundene ÖPNV in Ystad wurde massiv mit Bau/Eröffnung der Öresundbrücke ausgebaut und für den schienengebundenen Güterverkehr war kaum noch Platz vorhanden. Jetzt kommt man jetzt auf die Idee, dass die Strecke doch zweigleisig ausgebaut werden muss. Aber erst muss das Kind in den Brunnen fallen...


    Ich gehe davon aus, dass es unterschiedliche Rampensysteme sind. Die Kopernik (ex. Rostock) hatte nach Abgang von der Königslinie ein andere Heck bekommen.


    Gruß


    Stefan

    Hallo,


    es wurden ja schon viele Gründe richtig genannt. Corona war nur der Sargnagel bei einem langen Todeskampf. Das größte Problem war die schlechte Infrastruktur im Nordosten. Kein Spediteur schickt seine LKW freiwillig in den sommerlichen Inselstau. Der Ausbau der B96 kam mindesten 15 Jahre zu spät für die Königslinie.


    Und ohne Fracht braucht man keine Fährlinie betreiben. Die Touris sind ein nettes Zusatzgeschäft, mehr aber auch nicht. Die Königslinie konnte als s.g. Säuferlinie immer noch gut punkten. Die Schweden setzten mehr als doppelt so viel wie ein deutscher Touri im Durchschnitt um. Der Boardershop in Mukran war eine wichtige Stütze für die Reederei. Sonst wäre der Offen schon vorher aus gewesen.


    Gleichzeitig gibt es einen extremen Kampf um Fracht in diesem Geschäft. Achim hat die beiden Fährverbindungen ab Rostock erwähnt. Von Travemünde kommt man aber auch mit zwei Fährlinien nach Schweden. TT-Line verkehrt - teilweise im Dreieckskurs - zwischen Travemünde und Trelleborg. Finnlines fährt zwischen Travemünde und Malmö. Dann gibt es auch noch Stena Line zwischen Kiel und Göteborg. Und ab Swinemünde verkehren 3 Reedereien (Unity Line, Polferries und TT-Line) mit zahlreichen Schiffen nach Schweden.


    Stena Line ist auch nicht mit der Auslastung des Eisenbahnverkehres zwischen Rostock und Trelleborg zufrieden, auch wenn es leichte Steigerungen gab. Irgendwann steht die Ersatzbau für die beiden großen Damen dieser Linie an. Ob diese noch Gleise haben werden, ist offener denn je. Die Eisenbahnverbindung durch Dänemark ist da attraktiver. Und irgendwann kommt auch noch der Fehmarnbelt-Tunnel hinzu...


    Und dann kam auch noch Scandlines mit der Berlin und Copenhagen um die Ecke. Die haben eine deutlich höhere Kapazität als ihre beiden Vorgängerinnen. Die Lademeter müssen vermarktet werden. Man hat z.B. gute Konditionen an schwedische Busunternehmen gegeben. Das Shopping-Angebot in der Hansestadt ist nun mal etwas attraktiver als auf der Insel.


    Es gibt auch eine Veränderung in der Schiffahrt. Die neuen Schiffe werden immer größer. Hauptziel soll sein, dass die Kosten pro beförderter t runter gehen und auch die CO2-Emmission deutlich gesenkt werden. Der Rostocker Hafen, wie auch der Swinemünder Hafen investieren bereits in diese Richtung. In Trelleborg wird der Fährhafen fast komplett neu gebaut. TT-Line bringt z.B. 2022 das 1. Schiff dieser neuen 230m langen Schiffsklasse mit LNG-Antrieb in Fahrt.


    Vielleicht muss man auch mal an Alternativen denken. ich könnte mir einen Dreieckskurs zwischen Swinemünde, Mukran und Trelleborg als Saisonlinie gut vorstellen.


    Gruß & schöne Ostern


    Stefan

    Hallo,


    schade. dass die Lichter nun ausgehen. Das Familienunternehmen Stena geht mit der Brechstange durch die Corona-Krise. In Schweden wurden bereits 950 Personen bei der Reederei aus verschiedenen Bereichen gekündigt. 150 Personen in Nordsee- und Kanaldienst sollen folgen. Auch in anderen Bereichen der Gruppe sieht es nicht besser aus. Bei Stena Recycling wurden 500 Mitarbeiter über ihre Kündigung informiert. 650 wurden dort in Kurzarbeit geschickt. Man schauen, wie viele nach der Krise wieder einen Job bei Stena finden werden.


    Was nicht wieder kommt, dass sind die beiden touristischen Fährlinien Frederikshavn-Oslo und Mukran-Trelleborg. Die Stena Saga wurde in Uddevalla aufgelegt und die Sassnitz in Mukran. Uddevalla war auch mal der Aufliegehafen der Trelleborg.


    Die Bornholmer sind übrigens abhängig von Stena Line. So wird die landseitige Abwicklung von Bornholmslinjen in Mukran durch Mitarbeiter von Stena Line erledigt. Aktuell sind die Abfahrten nach Bornholm bis zum 10. Mai storniert. Hier wird es auch spanend, wie die Reederei die Krise finanziell übersteht.


    Wenn es nicht so traurig wäre. Aktuell läuft ein richtiger Leckerbissen als Fährschiff Mukran an. Die estnische Reederei Tallink schickt im 2-Tages-Takt ihre Star nach Paldiski aus nach Mukran. Befördert werden LKW (bis zu 100 St). und der estnische Staat gibt einen kleinen Obolus dazu. Aktuell sind Abfahrten bis zum 18. April geplant. Allerdings geht es der Reederei auch nicht gut. So muss das Personal im April und Mai auf 30% ihrer Heuer/Gehalt verzichten.


    Angelaufen ist die Seidenstraße via Mukran. So pendelt seit kurzem die SVS Vega (Stückgutschiff) mit Containern (50 St.) zwischen Baltiisk und Mukran.


    Die Episode mit den Rohren für NordStream II ist in Mukran ist auch beendet. Die Betonummandlung der Rohre ist beendet. Nachdem Trump gedroht hat, sind die Schweizer abgehauen. Nun wollten die Russen selbst weiterbauen. In Mukran liegt aktuell der russische Rohrleger Fortuna. Dieser darf aber nicht arbeiten, da ihm notwendige sicherheitstechnische Ausstattungen für das Arbeiten im dänischen Hoheitsgewässer fehlt. Die Russen schicken daher die Akademik Cherskiy. Dieser Rohrleger umrundet gerade den afrikanischen Kontinent und verfügt über die notwendige Ausstattung.


    Fast alles nicht schön, was aktuell so läuft. Aber vielleicht gibt es auch Nahrung für neue Ideen. Vielleicht sehen wir 2021 oder 2022 eine neue Saisonlinie zwischen Mukran und Trelleborg oder vielleicht sogar Ystad verkehren. Da Thema Eisenbahn wird aber nun beendet sein.


    Gruß


    Stefan

    Hallo,


    danke Toralf für deinen Bericht aus meiner Heimatstadt an der Warnow. Übrigens auch Danke für die zahlreichen Berichte aus dem Baltikum.


    Der Schuppen wo die Kö 4701 vor steht, war kein Lokschuppen. Das war ein normaler Lagerschuppen. Nach Stilllegung des Hafen übernahm ihn ein Rostocker Großgastronom (seit 2007 nicht mehr unter uns) und führte ihm als Lo(c)kschuppen. Seit einigen Jahren wird er als Eventlocation nur noch unter dem Namen Lokschuppen vom gleichen Unternehmen vermarktet.


    Der Stadthafen hatte mehrere Zufahrten.


    Zunächst gab es die Anbindung an die Friedrich-Franz-Bahn durch die Grubenstraße ab 1853 mit der "Westkurve". Mit Bau des Osthafen in den 1920er Jahren kam die "Ostkurve" an der Kreuzung Grubenstr./Am Strande hinzu. Das führte zu gewissen Problemen. Heute würde man von "Chaos" reden. So wurde die Westkurve in der Grubenstraße 1929 ausgebaut.


    1889 wurde der Anschluss an die Llyod-Bahn (heute Hbf) fertig, Die Lloyd-Strandbahn war ein teurer Spaß. Auch damals liefen die Baukosten schon gewaltig aus dem Ruder. Die Bahn lief u.a. durch die Wallanlagen. Anders als Eckhard schrieb, endete der Betrieb nicht 1936. Der Betrieb wurde nach den Bombenangriffen 1944 unterbrochen. Eine Instandsetzung erfolgte erst 1947. Allerdings endete der Betrieb bereits 1952 oder 1953 wieder. U.a. wegen Bau der neuen Langen Straße.


    1947 hat man dann auch wieder die "Westkurve" in der Grubenstraße eingebaut. Die "Ostkurve" existierte noch bis 1969.


    1949 griff man dann ein Projekt aus dem Jahre 1910 wieder auf. 1910 hatte man den Plan, dass der Stadthafen an den Bahnhof Bramow angebunden wird. Der 1. WK und die schwierigen Folgejahre machten den Projekt einen Strich durch die Rechnung. Mitte der 1930 war das Projekt schon komplett aufgegeben worden. Nach dem 2. WK holte man den Plan wieder aus der Schublade und begann 1948 mit dem Bau. 1949 erfolgte die Einweihung. Allerdings sind wohl nach dem Eröffnungszug kaum bzw. keine Züge gefahren. Das hatte mehrere Gründe. Der Bahnhof Bramow war überlastet. Dazu kamen schlechte Neigungswerte und eine zu geringe Traglast einer Straßenbrücke. Dazu hätte die DR für die Durchfahrt des Werftgeländes Wachpersonal stellen müssen. Personalmangel gab es damals auch schon. So wurde die Strecke 1959 wieder abgebaut und hat Platz für den Straßenausbau gemacht.


    Da es die Verkehrs- und Lärmprobleme bereits vor dem 2. WK akut waren, hatte man damals sogar über eine komplett neue Ostanbindung des Stadthafens nachgedacht. Diese sollte an die Stralsunder Strecke angebunden werden.


    Zu DDR-Zeiten war eigentlich der 1. Plan, dass der Stadthafen Ende 1960er Jahre außer Betrieb gehen sollte. Man hatte in Rostock große Pläne. So wollte eine große Brücke über den Stadthafen bauen. In Höhe der Fischerbastion wurden schon recht teurere Pfahlgründungen ausgeführt. Allerdings konnte und wollte VEB Seehafen nicht auf die Kapazitäten verzichten. Ein Grund war ein Grundlagenvertrag mit der UdSSR, der die Anlandung der Versorgungsgüter für die Streitkräfte der UdSSR in der DDR regelte. Darin war auch der Hafen festgelegt. Den nächsten Versuch wagte man Anfang der 1980er Jahre. Jetzt war auch der VEB Seehafen dazu bereit, da die Umschlagstechnologie und die Hafenansteuerung nicht mehr zeitgemäß war. Dieses scheiterte erneut am Veto aus der UdSSR und noch nicht fertiggestellter Umschlagsmöglichkeiten (z.B. Getreide) im Überseehafen.


    Gruß


    Stefan

    Hallo Achim,


    die Streuer wurden ab 1970 beim VEB Landmaschinenbau Güstrow produziert. In Güstrow werden immer noch Nachfolger des Barther D032 gebaut. Alles aber in deutlich kleineren Rahmen als früher. Die Firma heißt jetzt GMB Maschinenbau Güstrow und exportiert überwiegend nach Osteuropa.


    An die Winterszenen in den 1980er Jahren im Norden kann ich mich auch noch gut erinnern.


    Gruß


    Stefan

    Hallo,


    die sympathische 600mm Museumsbahn feiert dieses Jahr ihren 50. Geburtstag.


    Ursprünglich sollte das Pfingstwochenende (Sa/So) zum Feiern genutzt werden. Corona macht der Ohsabanan nun einen Strich durch die Rechnung.


    Die Geburtstagsparty wurde nun auf den 29. und 30. August verschoben.


    Samstag erwarten die Gäste u.a. eine Fahrzeugparade, Besichtigung des Lokschuppen und Verkehr zwischen Ohs und Grimap sowie eine Modellbahnausstellung.


    Sonntag gibt es Verkehr zwischen Ohs und Bor, Besichtigung des Lokschuppen sowie eine Modellbahnausstellung.


    Geplant ist auch der Besuch einer Gastlok bei der Ohsabanan. Dabei handelt es sich um eine Dampflok von der Insel Öland, die schon mal von 1973 bis 1989 bei der Ohsabanan im Dienst stand.


    Gruß


    Stefan